Seborrhoisches Ekzem

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. Oktober 2017
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Unter den zahlreichen Hauterkrankungen kommt das seborrhoische Ekzem beziehungsweise die seborrhoische Dermatitis relativ häufig vor. Rund 3 Prozent der Gesamtbevölkerung leidet an dieser Hautentzündung. Bei Babys und Kleinkindern wird diese Erkrankung auch als Kopfgneis bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Seborrhoisches Ekzem?

Ein seborrhoisches Ekzem ist ein Hautausschlag. Er befällt vor allem das Gesicht und die Kopfhaut. Dabei kommt es meist zu einer gelblichen und fettigen Schuppenbildung. Die Haut unter den Schuppen ist gerötet.

Ein seborrhoisches Ekzem wird häufig bei Neugeborenen beobachtet. Danach tritt das seborrhoische Ekzem zumeist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Diese erkranken oft nach den Wechseljahren an einem seborrhoischen Ekzem.

Andere Hautpartien am Kinn, den Augenbrauen und der Nase können auch erkranken. In besonders schweren Fällen wurde das seborrhoische Ekzem am Rücken, entlang der Wirbelsäule, diagnostiziert. Auch am Brustbein oder den Ohren breitet sich das seborrhoische Ekzem aus.

Ursachen

Die Entstehung des seborrhoischen Ekzems ist bisher nicht ganz erforscht worden. Man schätzt, dass über 50 Prozent der Weltbevölkerung eine genetische Veranlagung für das seborrhoische Ekzem haben.

Deshalb muss es aber nicht automatisch ausbrechen. Oftmals spielt das Immun- oder Nervensystem eine wichtige Rolle. Auffallend ist die hohe Anzahl der Morbus Parkinson- oder AIDS-Patienten, welche am seborrhoischen Ekzem leiden. Knapp 80 Prozent der AIDS-Patienten sind von dieser Krankheit betroffen. Weiter Ursachen für den Ausbruch des seborrhoischen Ekzems können psychischer Stress und starkes Schwitzen sein.

Die Anwendung von stark fetthaltigen Hautpflegemitteln begünstigen das Auftreten des seborrhoischen Ekzems ebenfalls. Auch Stoffwechselstörungen können eine Rolle spielen. Besonders der Hefepilz "Malassezia furfur" sollte erwähnt werden. Er gehört zu der Hautflora des Menschen. Teilen sich seine Zellen jedoch übermäßig stark, kann die Entstehung des seborrhoischen Ekzems begünstigt werden.

Typische Symptome & Anzeichen

  • Hautekzeme vor allem im Gesicht und auf der Kopfhaut
  • symmetrische, gelblich-rote, scharf begrenzte, fettige Hautschuppung

Diagnose & Verlauf

Das seborrhoische Ekzem ist relativ leicht zu diagnostizieren. Der Hautarzt (Dermatologe), erkennt oft schon nach dem ersten Blick diese Krankheit. Die charakteristischen, gelblichen Hautschuppen und die betroffenen Stellen erlauben in den meisten Fällen eine recht schnelle Diagnose.

Oft entstehen Hautrötungen allerdings auch durch Allergien. Zu diesem Zweck wird der Patient einem Allergietest unterzogen. So wird relativ rasch klar, ob eine Allergie oder das seborrhoische Ekzem der Grund für die Hautrötung ist. Um eine andere Hauterkrankung auszuschließen, entnimmt der Dermatologe dem Patienten unter lokaler Betäubung eine Hautprobe. Die Hautschuppen werden mikroskopisch untersucht. Da das seborrhoische Ekzem eine chronische Hauterkrankung ist, kann sie nicht vollständig geheilt werden.

Der Verlauf des seborrhioschen Ekzems ist meistens abhängig von den Jahreszeiten. Im Winter erkranken die Patienten öfter als in den Sommermonaten. Die vermehrte UV-Strahlung im Sommer hemmt die Zellteilung des Hefepilzes "Malassezia furfur". Dadurch tritt das seborrhoische Ekzem im Sommer seltener auf.

Komplikationen

Bei einem Befall im Säuglingsalter ruft ein seborrhoisches Ekzem oftmals weitere Pilz- oder Bakterien-Infektionen der betroffenen Hautareale hervor. Auch bei Erwachsenen kann eine solche Superinfektion auftreten. Daneben kann die Hauterkrankung beim Säugling zu schwerem Fieber mit Erbrechen und Durchfall führen, oft einhergehend mit Dehydration, Mangelerscheinungen und starken Kreislaufbeschwerden.

Bei Erwachsenen kann sich ein sebborihoisches Ekzem schnell zu einer chronischen Erkrankung entwickeln. Diese verläuft in Schüben und ruft oft ein Leben lang Beschwerden hervor – stets in Schüben und somit oft auch psychisch sehr belastend für die Betroffenen. Wird die geschwächte Haut verletzt, treten Entzündungen und Blutungen auf. Erwähnte Superinfektionen gehören zu den schwersten Komplikationen der Hautkrankheit.

Auch bei der Behandlung können unerwünschte Ereignisse auftreten. Die verwendeten Salben, Lotionen oder Shampoos können zum Beispiel allergische Reaktionen auslösen oder Neben- und Wechselwirkungen hervorrufen. Typischerweise eingesetzte Wirkstoffe wie Itraconazol und Terbinafin rufen häufig Magen-Darm-Beschwerden, Hautausschläge und Infektionen der oberen Atemwege hervor.

Sehr selten können Sehstörungen, Ohrensausen oder Haarausfall auftreten. Auch Folgeerkrankungen wie die Serumkrankheit oder eine Herzmuskelschwäche sind nach der Einnahme entsprechender Präparate denkbar.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung eines seborrhoischen Ekzems erfolgt bei einem akuten Schub und dem Zeitraum zwischen zwei Erkrankungen. Beim akuten Schub erhält der Patient vom Arzt ein Antimyotikum. Es kann in Cremes oder Shampoos enthalten sein. Hier haben sich Haarshampoos mit den Wirkstoffen Salicylsäure und Selendisulfid bewährt.

Cremes mit Harnstoff sind ebenfalls ein Mittel der Wahl. Bei starken Beschwerden bekommt der Patient Antimyotika in Tablettenform. Bei akuten Beschwerden wird auch die sogenannte Fototherapie eingesetzt. Der Patient bekommt ein Medikament injiziert. Nach einigen Stunden erfolgt die Lichtbehandlung. Die Zellen des seborrhoischen Ekzems werden einige Minuten bestrahlt. Zusammen mit dem zuvor gespritzten Medikament werden die Zellen dann zerstört. Die Behandlung zwischen den Erkrankungen soll konstant angewandt werden.

Die schon beschriebenen Pflegeprodukte sollten regelmäßig zum Einsatz kommen. Da auch psychische Faktoren das Auftreten des seborrhoischen Ekzems begünstigen, helfen Entspannungsübungen oder ein autogenes Training. Beim seborrhoischen Ekzem hat sich zudem die Waschung der betroffenen Hautstellen mit einer Kochsalzlösung bewährt. Ein sanftes Peeling der Hautschuppen mit einem Waschlappen kann bei dem seborrhoischen Ekzem ebenfalls Abhilfe schaffen.

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Vorbeugung

Regelmäßige Pflege und ausreichende UV-Strahlung sind vorbeugende Maßnahmen. Auch Ruhe und Stressabbau hemmen den Ausbruch des seborrhoischen Ekzems. Somit kann der Erkrankung wirksam vorgebeugt werden.

Bücher über Schuppen

Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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