Fötus

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 2. November 2016Geprüfte Qualität
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Nach der Ausbildung der inneren Organe in der neunten Schwangerschaftswoche wird ein menschlicher Embryo bis zur Geburt auch als Fötus bezeichnet. In dieser Zeit findet die sogenannte Fetogenese statt. Während der Fetogenese kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Fötus?

Der Begriff des Fötus wird nach dem Schwangerschaftsalter und der Ausbildung der inneren Organe definiert. Trotzdem ist der Beginn der Fetogenese nicht klar festgelegt. Einige Autoren sehen ihren Beginn in der dreizehnten Schwangerschaftswoche. Andere sprechen bereits ab der neunten Woche der Schwangerschaft von einem Fötus.

Die zeitlichen Grenzen für die entsprechenden Begrifflichkeiten können zudem je nach Entwicklungsstand variieren. Kritisiert wird außerdem, dass es keinen Überbegriff für den gleichen Sachverhalt gibt. So wird ein und dasselbe Lebewesen in Abhängigkeit vom Entwicklungsstadium vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Geburtsvorgang als Zygote, Morula, Blastozyste, Embryo, Fötus oder Kind bezeichnet.

Allgemein gilt für die ungeborene Leibesfrucht ab der Befruchtung bis zur Geburt der Begriff Embryo. Beim Menschen wird der Embryo, wie bereits erwähnt, jedoch ab der Ausbildung der inneren Organe auch als Fötus oder Fetus bezeichnet.

Anatomie & Aufbau

Im Laufe der Schwangerschaft ändert sich die Gestalt des Fötus. Von Beginn an besitzt es bereits alle inneren Organe, die jedoch erst während der Fetogenese vollständig ausreifen. Ab der 15. Schwangerschaftswoche bekommt der Fetus ein zunehmend menschliches Aussehen. Allmählich bilden sich alle Sinnesorgane aus.

Bis zur 34. Schwangerschaftswoche ist der Fötus dann vollständig entwickelt. Er nimmt bis zur Geburt nur noch an Gewicht zu. Zu dieser Zeit reagiert das ungeborene Kind bereits auf Licht und Schall. Es erkennt die Stimme der Mutter. Die Geschmacksknospen sind schon voll ausgebildet. Des Weiteren kann der Fötus auch riechen. Bei der Geburt haben sich bereits alle Nervenzellen des Gehirns ausdifferenziert.

Das Gehirn ist noch klein. Seine Größe beträgt nach der Geburt ungefähr 0,35 Liter. Bis zum Erwachsenenalter erreicht es dann aber eine Größe von 1,35 Litern. Das geschieht dann nicht mehr durch die Zunahme von Gehirnzellen, sondern nur noch durch die isolierende Ummantelung der Nervenleitungen mit Myelin-Fett. Der vorgeburtliche Blutkreislauf des Fötus ist über die Plazenta mit dem mütterlichen Blutkreislauf verbunden.

Entwicklung

Noch vor Beginn der Fetogenese bilden sich von der fünften bis zur achten Schwangerschaftswoche die Organe aus. Nach dessen Ausdifferenzierung wird der Embryo ab der neunten bis elften Schwangerschaftswoche dann als Fötus bezeichnet. In der 15. Woche der Schwangerschaft zeichnet sich, wie erwähnt, seine zunehmend menschliche Gestalt ab.

In dieser Zeit ist sogar schon die optische Bestimmung des Geschlechts möglich. Ab der 18. Woche öffnet der Fötus den Mund und schluckt Fruchtwasser. Das Verdauungssystem beginnt zu arbeiten. Gleichzeitig entwickelt sich auch das Geschmacksempfinden. Von der 19. bis zur 24. Schwangerschaftswoche entwickeln sich nacheinander Beweglichkeit des Fötus, Herztätigkeit, Iris, Großhirnrinde und die Lungenbläschen. Bis zur 26. Woche ist das Gehör voll ausgebildet. Der Fötus kann Herzschlag, Atemgeräusche und Sprache der Mutter hören. Außerdem lernt er, die Stimme der Mutter zuzuordnen.

Ab der 28. Woche kann der Fötus riechen und ab der 30. Woche bildet sich auf seinen Lungenbläschen ein Oberflächenfilm aus, der dem Kind das Atmen nach der Geburt ermöglicht. Zum Ende der 34. Schwangerschaftswoche sind alle Organe vollständig ausgebildet, sodass der Fötus bis zur Geburt nur noch wächst und an Gewicht zunimmt.

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Krankheiten

Die Entwicklung des Fötus läuft nicht immer reibungslos ab. Die rasante Neubildung von Körperzellen und Ausdifferenzierung der Körperorgane bedarf gut funktionierender Regulierungs- und Steuermechanismen. Durch schädliche Umweltfaktoren, hormonelle Fehlsteuerungen und genetische Ursachen kann es während der Schwangerschaft zu Komplikationen kommen.

Als Folge können Fehlgeburten, Risikoschwangerschaften und Krankheiten bei Mutter und Kind auftreten. Zu den schädlichen Umwelteinflüssen gehören in erster Linie Alkohol und Nikotin. Oft neigen die Kinder zu leichten bis schweren Entwicklungsstörungen in Abhängigkeit vom Ausmaß der Belastung und genetischen Faktoren. Zu den Umweltfaktoren gehören aber auch Belastungen der Mutter mit Umweltgiften, Strahlung oder Stress. Auch einige Medikamente können schädigend wirken.

So kam es Anfang der sechziger Jahre zum sogenannten Contergan-Skandal, als aufgedeckt wurde, dass das Medikament Contergan gegen Schwangerschaftsübelkeit Missbildungen bei den Föten hervorrief. Deshalb sollte bei einer Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft zur Risikoabschätzung immer ein Arzt zurate gezogen werden. Auch einige Infektionskrankheiten, wie Röteln, Toxoplasmose oder Listerose sind in der Schwangerschaft für den Fötus sehr gefährlich. Als Folge kann das Kind gegebenenfalls lebenslang unter körperlichen und geistigen Einschränkungen leiden.

Für Schwangere ist es auch wichtig, auf eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien zu achten. Eine Fehlernährung kann beim Kind zu einer verzögerten Entwicklung führen. Auch chronische Erkrankungen der Mutter sind manchmal für Risikoschwangerschaften und Entwicklungsstörungen des Kindes verantwortlich.

Des Weiteren treten immer wieder genetisch bedingte Behinderungen und Entwicklungsstörungen auf wie Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 13 (Pätau-Syndrom), Marfan-Syndrom (Bindegewebserkrankung), Turner-Syndrom und viele weitere Erkrankungen. Die Kinder bedürfen einer lebenslangen Betreuung. Aber auch in der letzten Phase der Schwangerschaft sind noch Komplikationen möglich. Der Fötus kann beispielsweise unter der Geburt durch eine Sauerstoffunterversorgung schwer geschädigt werden. In diesem Fall sind schnelle Notmaßnahmen erforderlich.

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