Panarteriitis nodosa

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. September 2017
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Eine Panarteriitis nodosa oder Polyarteriitis nodosa ist eine rheumatische Erkrankung, die zu Entzündungen der Blutgefäße führt. Die Erkrankung ist zwar ohne Behandlung lebensgefährlich, mit Behandlung lässt sich jedoch meistens eine Beschwerdefreiheit der Patienten erreichen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Panarteriitis nodosa?

Panarteriitis nodosa, auch klassische Polyarteriitis nodosa genannt, gehört zu den rheumatischen Erkrankungen der Gruppe Vaskulitiden.

Diese rheumatischen Erkrankungen sind geprägt durch Entzündungen der Blutgefäße. Bei Panarteriitis nodosa werden zumeist die mittelgroßen Arterien befallen. Insbesondere betroffen sind dabei die Arterien des Magen-Darm-Traktes, des Nervensystems, des Bewegungsapparates und der Nieren.

Alle Wandschichten der betroffenen Arterien können nekrotisch und entzündlich werden und es kommt gelegentlich zu knotigen Veränderungen. Es drohen Gefäß-Aussackung, sogenannte Aneurysmen, die zu der Bildung von Thromben führen können.

Des Weiteren kommt es bei Panarteriitis nodosa aufgrund der Zerstörung der Gefäße zu einer schlechteren Blutversorgung in den betroffenen Körperbereichen. Dadurch kann eine Panarteriitis nodosa zum Absterben des, durch die betroffenen Arterien versorgten, Gewebes führen.

Ursachen

Die Ursachen für die Erkrankung an Panarteriitis nodosa sind bisher noch nicht vollständig geklärt.

Es wird jedoch davon ausgegangen, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, die aufgrund vorheriger Infektionskrankheiten ausbricht. Unter einer Autoimmunerkrankung ist eine Erkrankung zu verstehen, bei der sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen richtet und diese angreift.

Ein Teil der Erkrankten litt vor der Erkrankung an einer Infektion mit Hepatitis B. Es konnte nachgewiesen werden, dass es bei diesen Betroffenen zu Ablagerungen von Antikörpern an den Gefäßwänden kommen kann. Diese Ablagerungen lösen dort Immunreaktionen aus, die zu den genannten entzündlichen Prozessen und deren Folgen führen.

Neben Hepatitis B stehen beispielsweise Erreger wie das Coxsackie-, das Epstein-Barr-, das Cytomegalie- und ein humanes Herpes-Virus im Verdacht, Panarteriitis nodosa auslösen zu können.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Symptome bei einer Panarteriitis nodosa Erkrankung können recht vielfältig sein. So kann es zu hohem Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schwäche und Nachtschweiß kommen.

Weitere Symptome sind abhängig von dem Bereich, in welchem die Panarteriitis nodosa vorkommt:

Starke Bauchschmerzen lassen auf Erkrankung einer Arterie im Magen-Darm-Trakt schließen. Bei Beteiligung des Bewegungsapparates ist mit Muskel- und Gelenkschmerzen zu rechnen.

Im Bereich der Herzgegend kommt es zu einem ausstrahlenden Schmerz in den Brustkorb, Druck hinter dem Brustbein oder dem Gefühl von Sodbrennen. Kommt es durch Panarteriitis nodosa im Bereich des Herzens zu einem Verschluss des Gefäßes droht ein Herzinfarkt.

Im Gehirn kann Panarteriitis nodosa Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, Lähmungen, Sprachstörungen oder sogar einen Schlaganfall auslösen.

Ist eine Arterie der Nieren betroffen, kommt es zunächst zu erhöhtem Blutdruck. Später droht eine Niereninsuffizienz.

Aufgrund der vielfältigen Symptome ist die Stellung einer Diagnose nicht leicht. Hilfreich ist hier eine Röntgen-Darstellung der Blutgefäße, da hier die Veränderungen sichtbar sind. Durch Ultraschalluntersuchungen lassen sich Gefäßverengungen feststellen und mit bildgebenden Verfahren wie MRT, Röntgen oder CT werden Krankheitsherde im Körper aufgezeigt. Der Verdacht auf Panarteriitis nodosa lässt sich letztendlich durch die Entnahme und Untersuchung von Gewebeproben aus den betroffenen Bereichen bestätigen.

Komplikationen

In der Regel kommt es bei der Panarteriitis nodosa nicht zu einer Selbstheilung. Da es sich bei dieser Krankheit um eine lebensgefährliche Krankheit handelt, ist auf jeden Fall eine Behandlung durch einen Arzt notwendig. Sollte die Panarteriitis nodosa nicht behandelt werden, so kommt es in den meisten Fällen zum Tode des Betroffenen.

Die Patienten leiden bei dieser Krankheit in erster Linie an einem starken Gewichtsverlust. Auch hohes Fieber und eine Abgeschlagenheit können auftreten und damit die Lebensqualität des Patienten deutlich verringern. Weiterhin kommt es auch zu Magenbeschwerden und zu Darmbeschwerden, sodass die Betroffenen auch an Übelkeit und Erbrechen leiden. Ebenso können die Gelenke schmerzen und angeschwollen sein, sodass es zu Bewegungseinschränkungen und damit zu Einschränkungen im Alltag des Patienten kommt.

In der Nacht leiden die Betroffenen nicht selten an Schlafbeschwerden und an Nachtschweiß. Damit kann es auch zu Depressionen und zu einer Reizbarkeit des Patienten kommen. Ohne Behandlung führt die Panarteriitis nodosa zu einer Niereninsuffizienz und damit zum Tode des Patienten. Mit Hilfe von Medikamenten kann die Krankheit behandelt werden. Komplikationen treten dabei nicht auf. Bei einer richtigen und frühzeitigen Behandlung kommt es auch nicht zu einer verringerten Lebenserwartung des Patienten.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Panarteriitis nodosa erfolgt zunächst mit sehr hochdosierte Kortikoiden, um die Entzündungsreaktionen abklingen zu lassen.

Anschließend wird die Dosis der Kortikoide langsam reduziert bis die kleinst mögliche und noch wirksame Dosis gefunden wurde. Mit dieser Dosis wird die Behandlung längerfristig fortgesetzt. Außerdem ist es möglich zusätzlich oder alternativ ein Immunsuppressiva zu geben, um die Reaktion des Immunsystemes gegen den eigenen Körper zu unterbinden.

Um schwere Schädigungen zu verhindern, sollte die Behandlung so schnell wie möglich erfolgen. Auch kann es hilfreich sein, die Behandlung in einem auf Panarteriitis nodosa spezialisierte Zentrum durchführen zu lassen.

Ist als Ursache für die Panarteriitis nodosa eine Infektionskrankheit ersichtlich, muss diese selbstverständlich ebenfalls behandelt werden. Mit der richtigen und frühzeitigen Behandlung kann zumeist eine vollständige Beschwerdefreiheit für die Patienten erreicht werden. Ohne Behandlung verstirbt jedoch ein großer Teil der Betroffenen innerhalb von fünf Jahren.

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Vorbeugung

Da es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt, ist das Vorbeugen nicht möglich. Zumindest sollten jedoch Infektionskrankheiten wie Hepatitis B durch Impfungen verhindert werden.

Bücher über Autoimmunerkrankungen

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Murphy, K., Travers, P., Walport, M.: Janeway – Immunologie. Spektrum, Heidelberg, 2010
  • Schütt, C., Bröker, B.: Grundwissen Immunologie. Spektrum, Heidelberg 2011

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