Hodenschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. September 2014
Symptomat.deSymptome Hodenschmerzen

Hodenschmerzen können sehr vielfältige Ursachen haben. Auch bei kleinen Jungen, vor der Pubertät, können Hodenschmerzen auftreten. Da die Schmerzen aufgrund vieler Erkrankungen auftreten können, sollte immer eine Abklärung durch den Arzt erfolgen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Hodenschmerzen

Hodenschmerzen sind keine spezifische Erkrankung sondern treten als Symptom vieler verschiedener Erkrankungen auftreten. Hodenschmerzen können als diffuse Unterleibsschmerzen wahrgenommen werden. Meist handelt es sich jedoch um einen ziehenden Schmerz, der mit einem Schweregefühl in den Hoden einhergeht.

Die Schmerzen können explizit nach dem Geschlechtsverkehr oder aber ohne erkennbaren Grund oder Auslöser auftreten. Hodenschmerzen können als Symptom vieler, teilweise auch schwerwiegender Grunderkrankungen entstehen. Daher sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Bei kleinen Jungen können plötzlich auftretende Hodenschmerzen ein Hinweis auf eine Hodentorsion sein und sind damit ein absoluter Notfall, bei dem eine sofortige medizinische Hilfe notwendig ist. Je nach der vorliegenden Grunderkrankung können die Dauer und die Intensität von Hodenschmerzen völlig unterschiedlich sein.

Ursachen für Hodenschmerzen

Hodenschmerzen werden in den meisten Fällen durch Infektionen ausgelöst. Häufig ist dann eine Hodenentzündung die Ursache für die Schmerzen. Aber auch eine Infektion mit Mumps kann mit Hodenschmerzen einhergehen.

Hodenschmerzen aufgrund einer Hodentorsion (Verdrehung der Hoden) stellen besonders bei kleinen Jungen einen Notfall dar, bei dem eine sofortige Operation notwendig ist, um eine dauerhafte Schädigung des Hodens zu vermeiden.

Aber auch ein Bruch des Hodensacks oder eine Blutansammlung nach einer Verletzung äußern sich in Hodenschmerzen. Weitere Ursachen für Hodenschmerzen können Bandscheibenvorfälle und Leistenbrüche sein. Hodenschmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr können sehr vielfältige Ursachen haben, die unbedingt urologisch abgeklärt werden müssen.

Oftmals handelt es sich dabei um eine Entzündung der Nebenhoden, die neben den meist starken Schmerzen auch weitere Symptome hervorruft. Auch Krampfadern innerhalb des Hodensacks und Hodentumore können Hodenschmerzen auslösen.

Harmlose Hodenschmerzen äußeren sich auch, wenn eine langanhaltende Erektion des Penis, z.B. beim Schmusen und Petting, stattgefunden hat. In diesem Zustand sind die Hoden auch besonders berührungsempfindlich. Findet in diesem Zusammenhang kein Samenerguss statt, sodass sich Hoden und Penis wieder natürlich abreagieren, können die Hoden unangenehme Empfindungen hervorrufen. Nach ein paar Stunden sind diese dann jedoch auch wieder verschwunden und die Hoden schmerzen nicht mehr.

Diagnose und Verlauf bei Hodenschmerzen

Um die Ursachen für Hodenschmerzen zu diagnostizieren wird der Arzt zunächst die Krankengeschichte des Patienten aufnehmen. Dazu gehören Dauer der Beschwerden und eventuell weitere Beschwerden des Betroffenen. Durch eine körperliche Untersuchung können in vielen Fällen bereits Rückschlüsse auf vermutete Ursachen gezogen werden.

Bei Entzündungen sind die Hoden oftmals geschwollen und hart. Der Schmerz lässt bei Anheben der Hoden in den meisten Fällen nach. Zur weiteren Diagnosestellung wird der Arzt auf jeden Fall eine Blutuntersuchung machen. So können eventuell vorliegende Entzündungserreger festgestellt werden. Je nach der vermuteten Ursache werden weitere Untersuchungen folgen. Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung kann der Arzt zum Beispiel Hodenkrebs feststellen.

In Ausnahmefällen muss der schmerzhafte Hoden durch eine Operation freigelegt werden, um die Ursachen für die Hodenschmerzen zu finden. Werden andere Erkrankungen als Ursache vermutet können entsprechend der vermuteten Grunderkrankung auch Röntgenuntersuchungen oder Computertomographie weiterhelfen, um die Ursachen der Hodenschmerzen zu finden.

Da die Ursachen vielfältig sein können, ist auch der Verlauf von Hodenschmerzen nicht ganz einheitlich. Akute Entzündungen heilen in der Regel bei entsprechender Behandlung innerhalb von einer Woche ab und die Hodenschmerzen lassen nach oder verschwinden vollständig.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: N50 Sonstige Krankheiten der männlichen Genitalorgane) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung von Hodenschmerzen

Bei Hodenschmerzen richtet sich die Behandlung immer nach der auslösenden Ursache. Werden die Schmerzen durch Viruserkrankungen verursacht, genügen meist schon Bettruhe, Kühlung und Hochlagerung der Hoden. Bakterielle Infektionen werden in der Regel mit Antibiotika behandelt.

In seltenen Fällen können sich durch die Entzündung im Hoden eitrige Abszesse bilden. Diese müssen dann durch einen operativen Eingriff entfernt werden. Hodentumore werden durch Strahlentherapie, in manchen Fällen auch operativ behandelt. Ist eine Hodentorsion, also eine Verdrehung der Hoden, die Ursache für die Hodenschmerzen, ist eine sofortige Operation notwendig. Nur so können Schäden an den Hoden vermieden werden.

Sind andere Grunderkrankungen, wie zum Beispiel Bandscheibenvorfälle, Leistenbrüche oder Krampfadern, ursächlich für die Hodenschmerzen, werden diese je nach Krankheitsbild behandelt. Eine richtige und umfassende Diagnosestellung ist äußerst wichtig, um Hodenschmerzen nachhaltig und richtig zu behandeln.

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Vorbeugung von Hodenschmerzen

Hodenschmerzen können nicht in allen Fällen vorgebeugt werden. Gegen die häufigsten Ursachen, den Viruserkrankungen und bakteriellen Infektionen, können jedoch sehr wohl vorbeugende Maßnahmen getroffen werden. Bei den Viruserkrankungen ist häufig Mumps der Auslöser der Beschwerden. Es ist daher ratsam, sich gegen Mumps entsprechend impfen zu lassen. Die Impfung ist schon im Säuglingsalter möglich und kann zuverlässig vor der Ansteckung mit Mumps schützen.

Bakterielle Infektionen werden oftmals durch die Erreger der Gonorrhoe ausgelöst. Der beste Schutz gegen Gonorrhoe ist die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr. In manchen Fällen haben die Schmerzen jedoch andere Ursachen. Dann ist eine Vorbeugung gegen Hodenschmerzen kaum möglich.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Thomas kommentierte am 13.01.2014 um 19:19 Uhr

Guten Tag. Ich habe seit längerer Zeit Hodenschmerzen, diese ziehen bis in die Beine. Dazu kommen noch Hinterohrenspeicheldrüsenschmerzen, die ebenfalls sehr unangenehm sind. Das Ziehen ist so schlimm, dass ich es nur mit starken Schmerzmitteln aushalte.
Die Lymphknoten in der Leistengegend sind stark angeschwollen. Ich war beim Urologen, die Blutwerte sind in Ordnung. Der Hoden war laut Ultraschall unauffällig, nachdem eine Entzündung mit Antibiotika behandelt wurde. Über die geschwollenen Lymphknoten hat der Arzt eine Weile gegrübelt. Als Nächstes steht ein CT an. Ich denke aber nicht, dass da etwas Entscheidendes herausgefunden wird. Mein Zustand allgemein ist derzeit nicht so gut. Gerade erst habe ich eine Gürtelrose überstanden und zehn Kilo verloren. Freundliche Grüße, Thomas.

joe kommentierte am 08.05.2014 um 23:55 Uhr

Hast du schon mal einen HIV-Test gemacht?