Nebenhodenentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. August 2017
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Eine Nebenhodenentzündung oder Epididymitis kann aufgrund der Empfindlichkeit des gesamten Bereiches eine sehr schmerzhafte Erkrankung sein. Obwohl sie mit einer richtigen Therapie meist problemlos abheilt, kann es ohne Behandlung zu schwerwiegenden Komplikationen kommen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Nebenhodenentzündung

Die Nebenhodenentzündung, in Fachkreisen auch Epididymitis genannt, ist eine Infektion, die meistens durch Viren oder Bakterien hervorgerufen wird und den Nebenhoden betrifft.

Aufgrund der anatomischen Gegebenheiten, die Nebenhoden befinden sich gleich oberhalb der Hoden, kann die Nebenhodenentzündung auch leicht auf den Hoden übergreifen, sodass es des Weiteren noch zu einer Hodenentzündung kommen kann.

Die Symptome einer Nebenhodenentzündung entwickeln sich zu Beginn recht schleichend, sodass sich die Entzündung recht schnell weiterbilden und auf nahe Körperteile übergreifen kann.

Ursachen

Eine Nebenhodenentzündung wird zumeist durch Bakterien oder Viren ausgelöst. In den meisten Fällen gelangen sie über die Harnröhre von außen in den Körper und steigen an den Samenwegen bis zu den Nebenhoden auf. Dies wird auch aufsteigender Infekt genannt.

Häufig stammen die Erreger von einer Blasen-, Prostata- oder Harnröhrenentzündung, die sich im Körper weiter ausbreitet. Bei Männern im jüngeren Alter wird eine Nebenhodenentzündung auch gelegentlich durch Chlamydien ausgelöst, die durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Weitere mögliche Ursachen einer Nebenhodenentzündung können jedoch auch operative Eingriffe oder ein Katheder sein. Eine Nebenhodenentzündung kann jedoch auch durch eine Verletzung der Nebenhoden ausgelöst werden. Dies kann beispielsweise durch einen Unfall oder Tritt passieren.

Sehr selten erfolgt eine Infektion der Nebenhoden auch über die Blutbahn. Von einem Entzündungsherd an einer anderen Stelle des Körpers, gelangen die Infektionserreger mit dem Blut zu den Nebenhoden und lösen hier eine weitere Infektion aus.

Bei Rheumapatienten kann eine Nebenhodenhodenentzündung auch eine Begleiterscheinung des Rheumas sein.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose einer Nebenhodenentzündung ist nach dem Auftreten der ersten stärkeren Symptome recht unproblematisch. Daher erfolgt die Diagnose nach grünlicher Untersuchung und Anamnese. Es kommt zu starken Schmerzen an den Nebenhoden. Diese werden begleitet von einer Schwellung und Erwärmung. Auch ist es möglich, dass es zu einer Rötung des Hodensackes kommt.

In schlimmeren Fällen können auch allgemeine Entzündungsreaktionen wie Schüttelfrost, Fieber und Erschöpfungszustände auftreten. Die Diagnose kann durch verschiedene Verfahren erhärtet werden. Hierzu gehören: Blut- und Urinuntersuchungen, Ultraschalldiagnostik und das Abtasten der Hoden.

Mit Hilfe der Ultraschalldiagnostik kann festgestellt werden, ob der Nebenhoden bereits vergrößert ist und ob es bereits zu einer Abszessbildung gekommen ist.

Normalerweise heilt eine Nebenhodenentzündung bei einer richtigen Behandlung vollständig wieder ab. In seltenen Fällen kann es jedoch auch zu einer Ausweitung auf den zweiten Nebenhoden oder zu einem chronischen Verlauf kommen. Dies kann die Zeugungsunfähigkeit des betroffenen Mannes zur Folge haben. Mögliche Komplikationen einer Nebenhodenentzündung können Abszessbildungen oder sogar eine Blutvergiftung sein.

Komplikationen

In der Regel ist eine Nebenhodenentzündung mit sehr unangenehmen Schmerzen verbunden. Die Schmerzen aus den Hoden können sich dabei in den Bauch, in den Rücken und weiterhin auch in die Beine ausbreiten, sodass es zu einer deutlichen Verringerung der Lebensqualität des Patienten kommt. In den meisten Fällen sind die Hoden geschwollen und deutlich gerötet.

Auch die Haut kann dabei jucken, wobei der Juckreiz in der Regel durch Kratzen nur noch weiter verstärkt wird. Ohne Behandlung leiden die Patienten an Fieber und an Schmerzen in den Extremitäten. Auch Schüttelfrost oder ein allgemeines Schwächegefühl kann durch die Nebenhodenentzündung auftreten und den Alltag des Patienten dabei erschweren. In den meisten Fällen führt die Nebenhodenentzündung auch zu Schmerzen, die beim Wasserlassen auftreten.

Diese sind vor allem brennend und können zu psychischen Beschwerden oder zu einer Gereiztheit des Patienten führen. Die Behandlung der Nebenhodenentzündung erfolgt in der Regel mit Hilfe von Antibiotika. Dabei kommt es nicht zu besonderen Komplikationen. Die Beschwerden verschwinden in der Regel nach einer kurzen Zeit wieder. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Nebenhodenentzündung nicht negativ beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Die Therapie der Nebenhodenentzündung sollte möglichst frühzeitig erfolgen, dies ermöglicht eine vollständige Abheilung.

Zunächst kann der betroffenen Nebenhoden gekühlt und hochgelagert werden. Auch sollte der gesamte Hoden ruhig gestellt werden. Um die allgemeinen Entzündungsreaktionen zu bekämpfen können entsprechende schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente eingenommen werden. Die verursachenden Bakterien eine Nebenhodenentzündung werden durch den Einsatz eines Antibiotikums bekämpft.

In den seltenen Fällen einer virusbedingten Nebenhodenentzündung wird auf die Verabreichung spezieller Medikamente gegen die Viruserkrankung verzichtet. Es erfolgt lediglich die genannte Therapie zur Linderung der Symptome. Um einen chronischen Verlauf zu verhindern, sollte auf eine konsequente Durchführung der Therapie geachtet werden. Dies ermöglicht ein Abheilen der Nebenhodenentzündung in ungefähr zwei bis drei Wochen. Das Abschwellen des betroffenen Hodensackes kann jedoch länger dauern.

Kam es durch die Nebenhodenentzündung bereits zu einer Abszessbildung oder ähnlichen Komplikationen, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden. Zur Unterstützung der Therapie sollte auf körperliche Anstrengungen verzichtet werden.

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Vorbeugung

Es kann einer Nebenhodenentzündung nur schwer vorgebeugt werden. Personen mit wechselnden Geschlechtspartnern sollten auf jeden Fall Kondome benutzen, da dies eine Ansteckung mit Chlamydien verhindert. Anderer Infektionen, wie Blasen- oder Prostataentzündungen, sollten frühzeitig behandelt werden, um ein Übergreifen der Infektion zu verhindern.

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Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014
  • Hautmann, R., Huland, H.: Urologie. Springer, Heidelberg 2010

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