Hodenkrebs

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Dezember 2017
Startseite » Krankheiten » Hodenkrebs

Als Hodenkrebs wird ein bösartiger Tumor bzw. Krebserkrankung bezeichnet, der im Hoden eines Mannes aus den Keimzellen entstehen kann. Eindeutige Ursachen, die zu Hodenkrebs führen sind bisher noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Hodenkrebs kann heutzutage zumeist sehr gut behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hodenkrebs?

Unter Hodenkrebs versteht man einen bösartigen Tumor, welcher die männlichen Hoden befällt. Dieser entwickelt sich aus denselben Keimzellen des Hodens, aus welchem auch die Spermien entstehen. Etwa 95 Prozent dieser Tumoren sind bösartig, allerdings ist Hodenkrebs eine recht seltene Form der Krebserkrankung beim Mann. Nur etwa zwei Prozent der Krebserkrankungen bei Männern betreffen den Hodenkrebs.

Zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr tritt diese Erkrankung am häufigsten auf, wobei europäische Männer deutlich häufiger betroffen sind als beispielsweise Männer aus Afrika. Warum dies so ist, ist allerdings noch nicht eindeutig geklärt. Typisch bei Hodenkrebs ist eine harte Hodenschwellung, die in der Regel jedoch schmerzlos ist. Diese kann man gut selbst ertasten. Meist vergrößert sich diese auch; der Vorgang vollzieht sich jedoch nur langsam lange. Bei diesem ersten, aber eindeutigem Anzeichen, sollte grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden, um die Erkrankung auszuschließen.

Auch andere Symptome können bei Hodenkrebs durchaus auftreten, beispielsweise ein vermindertes sexuelles Verlangen, eine Vergrößerung der männlichen Brust oder auch die Ansammlung einer wässrigen Flüssigkeit um den Hoden. Ist die Krankheit bereits weiter fortgeschritten, können Probleme wie Rückenschmerzen oder Atemnot entstehen.

Ursachen

Die Ursachen für Hodenkrebs sind wissenschaftlich noch weitestgehend ungeklärt. Obwohl der der Hodenkrebs nicht erblich ist, kann man aber dennoch davon ausgehen, dass er genetisch veranlagt ist. Auch bei Personen, welche unter dem sogenannten Hodenhochstand leiden, tritt Hodenkrebs vermehrt auf.

Normalerweise wandert der Hoden bereits im Embryonalalter von der Bauchhöhle in den Hodensack. Dies kann durch bestimmte Faktoren jedoch gestört werden und der Hoden verbleibt im Bauch oder der Leistengegend - diesen Zustand nennt man dann auch Hodenhochstand und sollte in einer Operation behandelt werden. Obwohl dieser Krankheit gut heilbar ist, haben betroffene Männer ein deutlich erhöhtes Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken.

Vom Hodenkrebs ist meist nur ein Hoden betroffen. Männer, welche bereits auf einer Seite Hodenkrebs hatten, sind natürlich gefährdet, diesen auch auf der anderen Hodenseite zu bekommen.

Typische Symptome & Anzeichen

Bei Hodenkrebs sind zumeist keine allgemeinen und bekannten Symptome wie Schmerzen ersichtlich. Erste Anzeichen sind aber zumeist selbst ertatstete oder sichtbare kleine bis größere Schwellungen und Knoten am Hodensack. Erst im Verlauf der weiteren Erkrankung kommt es auch zu Schmerzen bzw. Ziehen am Hoden (Hodenstrang) und in Oberschenkel hinein.

Wird der Hodenkrebs gar nicht behandelt oder erst sehr spät erkannt können auch durch die entstandenen Metastasen weitere Symptome (Atemnot, Rückenschmerzen) auftreten.

Krankheitsverlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie des Hodens bei Hodenkrebs. Klicken, um zu vergrößern.

Wird der Hodenkrebs rechtzeitig erkannt ist der Verlauf der Krebserkrankung zumeist günstig, da eine Operation bzw. Therapie fast immer zu einer Heilung führt. Wird die Krankheit aber erst spät erkannt und haben sich eventuell bereits Metastasen gebildet, so sinkt die Heilungschance beträchtlich. Dennoch ist auch hier durch Chemotherapie und Strahlentherapie die Überlebenschance recht hoch.

Zumeist bildet sich der Hodenkrebs auf einer Seite aus. Nur selten sind beide Hodenhälften betroffen. Nur wenn beide Hoden befallen sind und mit einer Operations entfernt werden müssen, ist der Patient nicht mehr zeugungsfähig. Ist nur ein Hoden betroffen, so steht auch weiterhin dem Kinderwunsch des Betroffenen nichts im Wege.

Komplikationen

Bei frühzeitiger Erkennung und entsprechender Behandlung sind die Heilungschancen sehr hoch. Bleibt der Hodenkrebs dagegen unbehandelt, führt er zum Tod. Insbesondere im fortgeschrittenen Stadium kann die Erkrankung zu Komplikationen führen. Die Symptome verschärfen sich und die Schmerzen werden immer stärker. Darüber hinaus kann die Therapie Nebenwirkungen verursachen.

Wie bei jedem Tumor können sich Metastasen bilden, Tochtertumore, die sich an angrenzende Organe ausbreiten. Diese sind meistens mit Rückenschmerzen und Schwellungen der Lymphknoten in der anliegenden Körperregion verbunden. Weitere Komplikationen ergeben sich ja nach Behandlungsart. Müssen beispielsweise beide Hoden entfernt werden, muss das männliche Geschlechtshormon mittels Medikamenten künstlich zugeführt werden.

Bei einseitiger Entfernung ist dies nicht der Fall, da es noch ausreichend produziert wird. Außerdem kann die Chemotherapie belastend auf den gesamten Körper wirken. Neben Haarausfall gehören hier eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte und Gefühlsstörungen zu möglichen Nebenwirkungen.

Desweiteren kann es zu Impotenz kommen, wenn die Spermienproduktion durch die Chemotherapie beeinträchtigt wird. In vielen Fällen wird die Zeugungsfähigkeit nur für eine gewisse Zeit herabgesetzt, unter Umständen kann sie aber auch bestehen bleiben. Der Arzt berät vor der Behandlung über auftretende Risiken und deren Vorbeugung.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arztbesuch ist anzuraten, wenn es zu Schmerzen oder Schwellungen im Hoden kommt. Vergrößert sich der Hoden ohne einen nachvollziehbaren Grund, besteht Anlass zur Besorgnis. Bevor Schmerzmittel eingenommen werden, sollte mit einem Arzt gesprochen werden. Bei sexuellen Funktionsstörungen, Auffälligkeiten bei Berührungen oder grundsätzlich einem unangenehmen Gefühl im Hodensack sollte ein Kontrollbesuch bei einem Arzt erfolgen.

Stellen sich Verfärbungen der Haut ein oder kommt es zu anderen Veränderungen der Haut im Intimbereich, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Bei Verhaltensauffälligkeiten des Betroffenen, einem Krankheitsgefühl, Angst oder Panikattacken ist ein Arztbesuch notwendig. Breiten sich vorhandene Beschwerden aus oder nehmen sie an Intensität zu, ist schnellstmöglich eine ärztliche Untersuchung einzuleiten.

Ziehende Schmerzen im Unterleib, Rückenbeschwerden oder Atemnot sind Warnhinweise für einen Krankheitsfortschritt. Da ohne eine medizinische Behandlung ein frühzeitiges Ableben des Patienten droht, ist unverzüglich ein Arzt zu konsultieren. Kommt es bei der Fortbewegung zu ungewöhnlichen Empfindungen im Intimbereich oder leidet der Betroffene unter einem Engegefühl, wird ein Arzt zur Abklärung der Wahrnehmungen benötigt. Bei Gefühlen wie Scham und Ekel sowie bei plötzlichen partnerschaftlichen Konflikten sollte ein Arztbesuch erfolgen.

Behandlung & Therapie

Zur Behandlung von Hodenkrebs stehen verschiedene Möglichkeiten der Therapie zur Verfügung. Sowohl eine Operation als auch eine Strahlen- oder Chemotherapie kommen in Frage. Die Wahl der geeigneten Behandlung richtet sich nach der Art des Krebses beziehungsweise dem Stadium, in welchem sich die Erkrankung befindet.

In den meisten Fällen wird der betroffene Hoden in einer Operation entfernt. Diese Entfernung des Hodens samt Nebenhoden und Samenstrang hat jedoch keinen Einfluss auf Zeugungsfähigkeit und Sexualität. Ist diese Operation erfolgt, wird die sogenannte Überwachungsstrategie angewandt und abgewartet, ob der Krebs besiegt werden konnte. Ist dies nicht der Fall, folgen eventuell Strahlen- oder Chemotherapie.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen gegen Hodenkrebs sind bis zum heutigen Stand der Forschung keine bekannt. Wichtig ist es lediglich, bereits bei ersten Anzeichen einen Arzt aufzusuchen, denn je früher Hodenkrebs erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung. Im Anfangsstadium beträgt die Heilungschance nahezu 100 Prozent.

Doch auch wenn der Krebs weiter fortgeschritten ist, sind die Heilungschancen in der Regel bei dieser Krebsart recht gut. Als einzige vorbeugende Maßnahme sollten Männer ihre Hoden regelmäßig auf eventuelle Veränderungen hin abtasten. Dies gilt insbesondere für Männer zwischen dem 15. und dem 40. Lebensjahr, denn in diesem Alter tritt der Hodenkrebs am häufigsten auf.

Wissenschaftlich nicht bewiesen werden konnte eine Vorbeugung durch häufigen Geschlechtsverkehr oder Masturbation.

Das können Sie selbst tun

Hodenkrebs bedarf immer einer ärztlichen Behandlung. Die Heilungschancen sind hier sehr gut, wobei diese aber zusätzlich durch die Mithilfe der betroffenen Patienten noch verbessert werden können.

So sollten die Männer ihre Hoden regelmäßig auf Veränderungen abtasten. Das verbessert die Chancen, einen Hodenkrebs frühzeitig festzustellen mit der hohen Chance, die Hoden auch nach der Therapie noch voll funktionsfähig zu erhalten. Da das Risiko für Hodenkrebs bei frühkindlichem Hodenhochstand oder familiärer Vorbelastung am höchsten ist, sollte besonders in diesen Fällen eine Selbstuntersuchung stattfinden. Dabei werden die Hoden beim Duschen oder Baden nach Knoten und Schwellungen abgetastet. Wenn zusätzlich noch ein Schweregefühl oder Ziehen sowie schmerzende Brustdrüsen auftreten, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Bei frühzeitiger Behandlung kann der Krebs bis zu 95 Prozent vollständig geheilt werden. Wenn der Arzt allerdings zu spät konsultiert wird, ist es möglich, dass einer oder gar beide Hoden entfernt werden müssen. Bei noch nicht abgeschlossener Familienplanung kann der Samen vor der Chemotherapie und Bestrahlung in Absprache mit dem Arzt in einer Samenbank tiefgefroren werden, um ihn später für eine künstliche Befruchtung wieder zu verwenden. Des Weiteren sollte während der Strahlen- und Chemotherapie beim Geschlechtsverkehr mit Kondomen verhütet werden, um ein Übertritt der Chemotherapeutika in den Muttermund der Partnerin zu verhindern.

Bücher über Hodenkrebs

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Hautmann, R.: Urologie. Springer, Berlin Heidelberg 2014
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: