Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit beim Mann

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2017
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Viele Paare in Deutschland wünschen sich sehnlichst ein Kind, jedoch bleibt etwa 15 Prozent der Paare dieser Wunsch verwehrt, denn entweder Mann oder Frau sind unfruchtbar beziehungsweise zeugungsunfähig. Während man bei der Frau von der Unfruchtbarkeit spricht, heißt dies beim Mann Zeugungsunfähigkeit.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Zeugungsunfähigkeit?

Als zeugungsunfähig wird ein Mann immer dann bezeichnet, wenn es Paaren nach einem Jahr mit ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht gelingt, Nachwuchs zu zeugen.

Nur ein Arzt kann dann allerdings herausfinden, ob dies am Mann oder der Frau liegt. Statistiken belegen, dass in 40 Prozent der Fälle die Ursachen beim Mann zu suchen sind. In nur 20 Prozent der Fälle wiederum liegt die Ursache bei beiden Partnern.

Ursachen

Die Zeugungsunfähigkeit beim Mann kann zahlreiche Ursachen haben und beginnt bei Stress über zu viel Alkohol und Rauchen bis hin zu Drogenmissbrauch. Auch bestimmte Medikamente und ein übermäßiger Kaffeekonsum können zu Zeugungsunfähigkeit führen.

Dies sind übrigens Ursachen, welche beide Geschlechter gleichermaßen betreffen können. Darüber hinaus gibt es aber auch etliche Gründe, die nur den Mann betreffen. Hierzu zählen beispielsweise eine Verlegung der Samenwege. In diesem Fall produzieren die Hoden zwar ausreichend Samen, doch ist deren Weg durch den Samenleiter versperrt.

Andere Männer wiederum produzieren einfach nicht genügend gut bewegliche Spermien (im Normalfall sollte ein Milliliter Samenflüssigkeit etwa 20 Millionen Samenzellen enthalten). Auch ein Hodenhochstand im Kindesalter kann eine spätere Zeugungsunfähigkeit beim Mann bewirken.

Auch einige Erkrankungen können diese Zeugungsunfähigkeit beim Mann auslösen. Hier besonders zu nennen sind die Nebenhoden- oder die Harnröhrenentzündung. Eine Infektion mit Chlamydien kann ebenso Zeugungsunfähigkeit beim Mann auslösen.

Diagnose & Verlauf

Infogramm zur Unfruchtbarkeit bei Männern mit den Merkmalen des Spermas. Klicken, um zu vergrößern.

Eine eindeutige Diagnose kann in der Regel nur der Urologe stellen. Da die Zeugungsunfähigkeit beim Mann keine körperlichen Beschwerden mit sich bringt, wird diese spätestens mit dem Kinderwunsch ersichtlich. Spätestens dann setzen sich die meisten Männer auch erst mit dem Thema Unfruchtbarkeit auseinander.

Möglich kann es aber auch sein, dass der Mann eine plötzliche Größenveränderung der Hoden oder aber eine starke Gewichtszu- oder -abnahme bemerkt. In diesem Fall sollte ein Arzt konsultiert werden, denn diese Symptome können durchaus auf eine Zeugungsunfähigkeit hinweisen.

Der Arzt wird zunächst die Krankengeschichte des Patienten genau untersuchen und insbesondere auf Kinderkrankheiten, wie z.B. Mumps, achten. Auch die Lebensgewohnheiten des Mannes werden genau betrachtet; immerhin sind starke Raucher weitaus häufiger unfruchtbar als Nichtraucher.

Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei welcher sowohl Hoden als auch Nebenhoden und Prostata abgetastet werden. Ebenso wird die Qualität der Spermien untersucht.

Komplikationen

Eine Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit beim Mann wirkt sich in erster Linie sehr negativ auf den Alltag und auch auf den psychischen Zustand des Patienten aus. Die meisten Betroffenen leiden dabei an einem deutlich verringerten Selbstwertgefühl und in vielen Fällen auch an Minderwertigkeitskomplexen. Die Betroffenen schämen sich dabei für die Beschwerden und gehen aus diesem Grund häufig nicht zu einem Arzt.

In der Regel kommt es bei der Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit beim Mann allerdings nicht zu einer Selbstheilung. Ebenso kann die Erkrankung möglicherweise zu Spannungen und Komplikationen in der Beziehung führen. Der weitere Verlauf der Erkrankung hängt allerdings sehr stark von der genauen Ursache ab, sodass hierbei keine allgemeine Voraussage möglich ist. Auch die Behandlung und ihr Erfolg sind sehr stark von der Grunderkrankung abhängig.

In den meisten Fällen kann die Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit beim Mann nicht vollständig behandelt werden. Die Betroffenen sind dann auf andere Möglichkeiten angewiesen, um dem Kinderwunsch nachzugehen. Besondere Komplikationen treten dabei nicht auf. Eine gesunde Lebensweise kann diese Krankheit vorbeugen. Bei genetischen Defekten ist das Vorbeugen der Erkrankung nicht möglich.

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Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Zeugungsunfähigkeit beim Mann richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Viele Paare verzichten bewusst gegen eine Therapie und entscheiden sich dazu, entweder kinderlos zu bleiben oder aber ein Kind zu adoptieren.

Ist jedoch der Wunsch nach dem eigenen Kind zu groß, sollte über die vielen Therapiemöglichkeiten nachgedacht werden. Eventuell ist die Zeugungsunfähigkeit beim Mann auch nicht körperlich bedingt sondern durch seelische Hintergründe verursacht. In diesem Fall kann eventuell schon eine Beratung beim Psychologen helfen. Bei hormonellen Störungen wiederum eignet sich eine Hormontherapie sehr gut.

Bei körperlichen Fehlstellungen, etwa bei verklebten Samenleitern, kann eine einfache Operation schnell helfen. Zu guter Letzt sollte auch die künstliche Befruchtung der Ehefrau nicht unerwähnt bleiben - eine Möglichkeit, für die sich ebenfalls viele Paare entscheiden. Allerdings ist das Risiko für Mehrlingsgeburten hier durchaus gegeben.

Vorbeugung

Einer Zeugungsunfähigkeit kann der Mann einzig durch eine gesunde Lebensweise vorbeugen. Der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten kann hier ebenso helfen wie ausreichend Bewegung und Sport. Fettleibigkeit sollte ganz vermieden werden, denn dann werden auch die Spermien träge. Stress sollte weitestgehend vermieden werden.

Entzündliche Erkrankungen müssen schnellstmöglich behandelt werden. Hier ist es auch Aufgabe der Eltern, auf ihren männlichen Nachwuchs zu achten. Besonders wichtig sind hier auch die Schutzimpfungen gegen Mumps, Röteln und Masern.

Bücher über Zeugungsunfähigkeit & Kinderwunsch

Quellen

  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014

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