Künstliche Befruchtung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. September 2017
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Eine künstliche Befruchtung kommt für alle Paare infrage, die auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können - dies betrifft immerhin 15 Prozent aller Paare. Etwa jedes siebente Paar in Deutschland ist von einer ungewollten Kinderlosigkeit betroffen.

Die Gründe für die Kinderlosigkeit können sowohl beim Mann als auch bei der Frau liegen; beide Geschlechter sind etwa gleich häufig von einer Unfruchtbarkeit betroffen. Bei der Frau ist meist eine mangelnde Durchlässigkeit der Eierstöcke ein Grund für die Unfruchtbarkeit, während beim Mann die Samen eine mangelnde Spermaqualität aufweisen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die künstliche Befruchtung?

Frauen werden heutzutage immer später Mütter. Allerdings nimmt bereits ab dem 20. Lebensjahr die Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Wege spontan schwanger zu werden, kontinuierlich ab. Die künstliche Befruchtung ist daher besonders für ältere Frauen einer der letzten Auswege, ein Kind zu bekommen. Wann aber ist der geeignete Zeitpunkt, sich von einem Arzt zur künstlichen Befruchtung beraten zu lassen?

Wenn eine junge Frau unter 35 nach zwei Jahren ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht schwanger wird, ist dies ungewöhnlich; bei einer über 40-jährigen hingegen völlig normal. Wenn ein Kinderwunsch vorhanden ist, sollte man spätestens nach einem Jahr vergeblichen Versuchen einen Arzt aufsuchen. Dieser wird zunächst ein sogenanntes Spermiogramm durchführen, um Fruchtbarkeitsprobleme beim Mann auszuschließen. Hat man sich schließlich für eine künstliche Befruchtung entschieden, ist nicht nur der behandelnde Frauenarzt eine der ersten Anlaufstellen, sondern auch die Kinderwunschkliniken.

Eine künstliche Befruchtung kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen. Grundsätzlich aber werden der Frau Eizellen und dem Mann Samenzellen entnommen; diese werden dann künstlich zusammengeführt. Wie hoch die Chancen auf eine Schwangerschaft sind, hängt unter anderem von der ausgewählten Methode und auch vom Alter der Frau ab; eine 100-prozentige Garantie gibt es auch bei der künstlichen Befruchtung nicht. Einen Teil der Kosten für die künstliche Befruchtung übernimmt die Krankenkasse; Voraussetzung ist allerdings, dass das Paar verheiratet ist und zudem ein bestimmtes Alter nicht überschritten hat.

Die Frau darf höchstens 40 Jahre, der Mann höchstens 50 Jahre alt sein. Laut dem Gesetz müssen die Krankenkassen mindestens 50 Prozent der Kosten für die ersten drei Versuche übernehmen; einige Kassen bezahlen sogar noch mehr. Gut beraten ist, wer bei der Knappschaft versichert ist; diese übernimmt die Kosten für die ersten drei Versuche komplett. Aufgrund der immer stärker zurückgehenden Geburtenrate wird es angestrebt, künstliche Befruchtungen in Zukunft mehr zu fördern.

Funktion, Wirkung & Ziele

Je nachdem, wo der Grund für den nicht erfüllten Kinderwunsch liegt, kommen verschiedene Verfahren der künstlichen Befruchtung zum Einsatz. Eines der bekanntesten und häufig angewandten Verfahren der künstlichen Befruchtung ist die In-vitro-Fertilisation. Dies ist die klassische "Befruchtung im Glas", bei welcher der Frau zunächst Eizellen entnommen werden und diese dann im Reagenzglas mit den Samenzellen des Mannes verbunden werden.

Findet nun eine Befruchtung statt, werden bis zu drei befruchtete Eizellen wieder in die Gebärmutter der Mutter eingesetzt; das Risiko oder die Chance einer Mehrlingsschwangerschaft steigt damit deutlich. Solch eine Mehrlingsschwangerschaft wiederum ist nicht nur eine höhere Belastung für die Frau, auch steigt die Gefahr einer Frühgeburt deutlich an. Dieses Verfahren hat eine Erfolgschance von 20 Prozent. Vor der Entnahme der Eizellen ist allerdings eine länger dauernde hormonelle Behandlung der Mutter nötig.

Eine künstliche Befruchtung kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen. Grundsätzlich aber werden der Frau Eizellen und dem Mann Samenzellen entnommen; diese werden dann künstlich zusammengeführt.

Eine weitere Methode ist die intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Recht häufig kommt die homologe Insemination zum Einsatz; das Wort Insemination bedeutet dabei nichts anderes als Einsetzen von Samenzellen. Die Befruchtung findet also im Körper der Frau statt. Die zuvor aufbereiteten Samen des Mannes werden entweder in den Gebärmutterhals gespritzt oder aber direkt in die Gebärmutter eingesetzt. Die Insemination kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Samen des Mannes nicht beweglich genug oder einfach zu wenige Samenzellen vorhanden sind.

Bei dieser Art der künstlichen Befruchtung wird zwischen der homologen und der heterologen Insemination unterschieden. Bei erstgenannter stammen die Samenzellen vom eigenen Partner der Frau; bei der heterologen Insemination werden Samen eines fremden Mannes verwendet. Diese hat eine Erfolgsquote von 20 Prozent; bei der homologen Insemination sind es lediglich zwischen fünf und zehn Prozent.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Eine künstliche Befruchtung ist eine starke Belastung für die Frau. Insbesondere bei einer vorangehenden Hormonbehandlung kann es zu einer Vielzahl von Nebenwirkungen kommen; Übelkeit, Atemnot und Schmerzen sind nur einige davon. Auch ist es nicht selten, dass es bei hormonbehandelten Frauen zu Mehrlingsgeburten kommt.

Ein Risiko bei der Entnahme der Eizellen sind Infektionen der Eierstöcke oder der Eileiter, die durchaus keine Seltenheit sind. Auch bei den Männern kann es während der Samenentnahme aus dem Hoden mittels Biopsie oder Punktion zu einer Verletzung der Blutgefäße kommen. Nicht unerwähnt bleiben sollte zudem der psychische Druck, der auf den Patienten lastet. Die Frage, ob die künstliche Befruchtung zum Wunschkind führt, belastet beide Partner und damit nicht zuletzt auch die Partnerschaft.

Weiterhin können finanzielle Probleme zur Belastung werden; obwohl die Krankenkasse einen Teil der Kosten übernimmt, ist die künstliche Befruchtung ein nicht zu unterschätzender finanzieller Aufwand. Jeder Versuch einer künstlichen Befruchtung kostet etwa 4.000 Euro.

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Quellen

  • Croon, M.: Schwanger werden. TRIAS Verlag, Stuttgart 2004
  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014

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