Hodenentzündung

Die Hodenentzündung, welche den medizinischen Namen Orchitis trägt, ist eine der besonders häufig auftretenden Männerkrankheiten. Charakteristisch für dieses Krankheitsbild sind starke Schmerzen und Schwellungen am betreffenden Hoden. Mitunter kann sich eine Hodenentzündung in eine chronische Erkrankung entwickeln.

Inhaltsverzeichnis

Definition Hodenentzündung

Die Hodenentzündung bzw. Orchitis gehört zu den Klassikern unter den Männerkrankheiten. Bei ihr handelt es sich um eine Infektionserkrankung, die meist durch Viren verursacht wird. In seltenen Fällen begründet sich die Erkrankung in einer bakteriellen Infektion. Meist sind erwachsene Männer von ihr Betroffen.

Vor Eintritt der Geschlechtsreife tritt sie nur selten auf. Bemerkbar macht sich die Hodenentzündung durch starke Schmerzen und Schwellungen im betroffenen Bereich sowie hohem Fieber. Vereinzelt greift die Erkrankung auch auf den Nebenhoden über, so dass zudem eine Nebenhodenentzündung entsteht.

Die Behandlung sollte rasch und konsequent erfolgen, damit die schmerzhafte Entzündung ohne Folgen abklingen kann. In besonders schwerwiegenden Fällen kann eine Hodenentzündung eine Schädigung des Hodengewebes verursachen, was zur Unfruchtbarkeit führen kann.

Ursachen für Hodenentzündung

Eine Hodenentzündung entwickelt sich fast immer aus einer anderen Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht worden ist. Häufig tritt sie als Begleiterscheinung einer Mumpserkrankung auf, wobei Kinder meist nicht darunter leiden.

Aber auch andere Viruserkrankungen können Gründe für diese Männerkrankheit sein. Dazu gehören das Pfeiffersche Drüsenfieber, Herpes Zoster, Windpocken und jegliche Infekte, die durch Coxsackieviren entstehen. Zudem können Bakterien Ursache einer Hodenentzündung sein. Sie kann daher beispielsweise als Folge der Geschlechtskrankheit Gonorrhö oder einer Tuberkulose an der Harnblase bzw. am Harnleiter auftreten.

Eine bereits bestehende Nebenhodenentzündung kann sich auf den Hoden übertragen und so ebenfalls diese schmerzhafte Entzündungskrankheit auslösen. In wenigen Fällen liegt der Grund für die Hodenentzündung in einer Verletzung der Hoden durch äußere Gewalteinwirkung.

Typische Symptome und Anzeichen bei Hodenentzündung

Diagnose und Verlauf bei Hodenentzündung

Bemerkbar macht sich die Hodenentzündung durch starke Schmerzen am betroffenen Hoden. Er ist zudem erheblich angeschwollen und reagiert auf Berührungen sehr empfindlich. Mit hohem Fieber versucht der Körper gegen die Entzündung anzukämpfen. Die Beschwerden einer Hodenentzündung klingen meist nach einer Woche deutlich ab.

Eine Diagnose zu einer Hodenentzündung beginnt mit einer ausführlichen Beschwerdeaufnahme seitens des Arztes. So lassen sich bereits im Vorfeld andere Erkrankungen ausschließen. Anschließend tastet der Arzt den Hoden vorsichtig auf die Symptome Berührungsempfindlichkeit, Schwellungen und Rötungen ab. Kommt der Arzt zu dem Schluss, dass eine Hodenentzündung wahrscheinlich ist, wird eine Untersuchung des Urins vorgenommen.

Damit wird eine Harnwegsinfektion ausgeschlossen. Eine Blutprobe offenbart, ob Viren oder Bakterien Ursache für die Entzündung sind. Eine bildliche Darstellung der Hodenentzündung bietet die Ultraschalluntersuchung.

Behandlung von Hodenentzündung

Nachdem der Arzt eine Hodenentzündung diagnostiziert hat, erfolgt eine konsequente und umfassende Behandlung. Diese sieht eine strenge Bettruhe vor und kühlende Umschläge für den betroffenen Hoden, um die Schwellung zu reduzieren. Manchmal wird zudem ein Suspensorium verschrieben, welches als beutelartige Tragvorrichtung der Ruhigstellung und Anhebung des entzündeten Körperteiles dient.

Nichtsteroidale entzündungshemmende Mittel können die Schmerzen lindern und die Infektion ein wenig mindern. Je nach Ursache der Entzündung ist die Einnahme weiterer Medikamente anzuraten. Liegt der Grund der Hodenentzündung in einer bakteriellen Infektion, müssen dementsprechende Antibiotika eingenommen werden. Ist sie eine Begleiterscheinung einer Virusinfektion, können diese Medikamente nicht eingesetzt werden.

Eine Verabreichung von kortisonhaltigen Präparaten kann jedoch bei der Abschwellung des Entzündungsherdes helfen. In Ausnahmefällen ist es für eine medikamentöse Behandlung der Hodenentzündung zu spät, so dass ein operativer Eingriff vorgenommen werden muss. Der Hoden ist bereits so massiv angeschwollen und vergrößert, dass schwerwiegende Schäden des Gewebes wahrscheinlich sind.

Diese können im späteren Verlauf eine Unfruchtbarkeit verursachen. Liegt dieses Krankheitsbild bei einer Hodenentzündung vor, öffnet der Arzt mit kleinen Schnitten die Bindegewebshülle.

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Vorbeugung von Hodenentzündung

Die Vorbeugungsmaßnahmen gegen eine Hodenentzündung sind beschränkt. Da diese Männerkrankheit meist eine Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung ist, sollte versucht werden, sich vor der Ursachenkrankheit zu schützen. Dazu zählen eine frühzeitige Impfung gegen Mumps und eine rechtzeitige medikamentöse Behandlung von einschlägigen Viruserkrankungen. Des Weiteren sollte zur Vorbeugung einer Hodenentzündung beim Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern nicht auf ein Kondom verzichtet werden.

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