Verschwommenes Sehen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. November 2017
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Verschwommenes Sehen ist ein Symptom für eine Erkrankung oder eine Verletzung. Da die Ursachen vielfältig sein können und eine dauerhafte Schädigung der Sehkraft nicht ausgeschlossen werden kann, ist grundsätzlich immer eine medizinische Behandlung notwendig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist verschwommenes Sehen?

Unter dem Begriff verschwommenes Sehen verstehen Mediziner eine Einschränkung des Sehvermögens, bei der es zu einer Störung der Wahrnehmung kommt.

Die Umwelt oder einzelne Objekte erscheinen dem Betroffenen dabei undeutlich oder wie durch einen Nebel verschleiert. Es können beide Augen oder auch nur ein Auge betroffen sein. Das verschwommene Sehen kann unter Umständen auch nur vorübergehend auftreten und dann zeitweise wieder verschwinden.

Da es sich bei Sehstörungen immer um Symptome für eine Krankheit bzw. eine etwa durch eine Verletzung erfolgte Schädigung des Auges oder anderer beteiligter Organe handelt, ist das Aufsuchen eines Arztes in jedem Fall anzuraten. Je nach Ursache kann das verschwommene Sehen auch von weiteren Symptomen wie Kopfschmerzen begleitet werden.

Ursachen

Verschwommenes Sehen kann vielfältige Ursachen haben. Bei Brillenträgern kann es sein, dass die derzeit vorhandene Sehstärke der Sehhilfe nicht mehr ausreichend ist und eine neue Brille benötigt wird. Ein schnelles und deutliches Eintrüben der Sehkraft sollte unbedingt ernst genommen werden, da es sich hierbei um eine Erkrankung wie einen Katarakt oder auch ein Glaukom handeln kann.

Diabetes, Multiple Sklerose oder ein Migräneanfall können ebenfalls dazu beitragen, dass der Betroffene verschwommen sieht. Auch Störungen im Gehirn, etwa durch einen Schlaganfall hervorgerufen, beeinträchtigen nicht selten die Sehkraft.

Angst- und Panikpatienten leiden oftmals unter verschwommenem Sehen, das durch die Angst vor einer dauerhaften Erblindung nur noch verstärkt werden kann. Letztendlich kann auch eine direkte Beschädigung des Auges, etwa infolge eines Unfalls oder einer Verletzung, für die Beschwerden verantwortlich sein.

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Diagnose & Verlauf

Unter dem Begriff verschwommenes Sehen verstehen Mediziner eine Einschränkung des Sehvermögens, bei der es zu einer Störung der Wahrnehmung kommt.

Ist verschwommenes Sehen aufgetreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der sich zunächst ausführlich mit dem Patienten unterhält. Er bringt dadurch mehr über die Art der Sehstörung, das erste Auftreten derselben und eventuelle Begleitsymptome in Erfahrung.

Eine Untersuchung der Augen inklusive eines Sehtests, Augendruckmessungen und eventuell auch einer Augenspiegelung kann weitere Informationen über die Ursache der Beschwerden liefern. Eine Blutuntersuchung und/oder das Durchführen eines Ultraschalls können die Diagnose untermauern.

Verschwommenes Sehen sollte immer medizinisch abgeklärt werden, da sich dahinter eine ernste Erkrankung verbergen kann. In manchen Fällen verschlimmern sich die Beschwerden bis hin zu vorübergehender oder dauerhafter Blindheit. Manche Krankheiten können unbehandelt sogar zum Tod führen.

Komplikationen

Verschwommenes Sehen kann das alltägliche und berufliche Leben stark beeinflussen. Betroffene sind vor allem im Straßenverkehr nicht mehr richtig aufnahmefähig und Unfälle können sich so häufen. Zudem ist dies häufig eine psychische Belastung für den Menschen, die daraufhin Depressionen entwickeln können, wenn das verschwommene Sehen chronisch verläuft.

Ein Grauer Star (Katarakt), der zum Beispiel ein verschwommenes Sehen verursacht, kann im schlimmsten Falle unbehandelt zur Erblindung führen. Doch auch eine Katarakt-OP kann in den seltensten Fällen verschiedene Komplikationen hervorrufen. Zum einen kann während der OP die Kapsel reißen. Durch die entstandene Öffnung kann die gallertartige Masse im Auge, nämlich der Glaskörper, entweichen.

Als Folge kann sich die Netzhaut ablösen und die Sehbeeinträchtigung verschlimmern. Zum anderen kann es auch zum Eindringen von Krankheitserregern in das Auge kommen oder zu Blutungen. Des Weiteren kann eine Multiple Sklerose zu einer starken Muskelschwäche führen, die bis hin zu einer Einschränkung der Bewegungen führen kann. Der Betroffene leidet meist auch unter Inkontinenz, so dass dieser pflegebedürftig wird.

Auch das Immunsystem wird etwas geschwächt, so dass sich Infektionen vor allem in den Atemwegen häufen. In einigen Fällen werden auch Veränderungen in der Persönlichkeit beobachtet. Zudem ist die Multiple Sklerose eine starke psychische Belastung für den Betroffenen, da die Erkrankung nicht heilbar ist.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Verschwommenes Sehen, das aufgrund von Blutdruckschwankungen während oder nach einer körperlichen Belastung auftritt, verschwindet meist innerhalb kurzer Zeit von selbst wieder und muss nicht ärztlich behandelt werden. Auch starke psychische Anspannung oder eine kurzzeitige Überlastung der Augen etwa durch zu lange Bildschirmarbeit kann zu einem vorübergehenden verschwommenen Sehen führen, das nicht behandlungsbedürftig ist.

Plötzlich einsetzende Sehstörungen ohne erkennbare Ursache sollten dagegen möglichst bald von einem Augenarzt abgeklärt werden, der im Gegensatz zum Allgemeinmediziner über die entsprechenden technischen Diagnosegeräte verfügt. Verschlechtert sich die Sehkraft durch chronische Erkrankungen wie einen erhöhten Blutdruck oder eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), muss die Grunderkrankung vom Hausarzt oder Internisten entsprechend behandelt werden.

Verschwommenes Sehen aufgrund einer Fehlsichtigkeit kann leicht durch eine Brille oder Kontaktlinsen ausgeglichen werden: Die Anpassung einer geeigneten Sehhilfe kann vom Optiker vorgenommen werden – um Augenerkrankungen auszuschließen, sollte dennoch eine Kontrolle beim Augenarzt erfolgen. Auch die plötzliche Verschlechterung einer bekannten Sehschwäche macht eine augenärztliche Untersuchung notwendig. Der Hausarzt oder ärztliche Notdienst sollte umgehend hinzugezogen werden, wenn das verschwommene Sehen von weiteren Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen begleitet wird.

Behandlung & Therapie

Wurde die Ursache für das verschwommene Sehen herausgefunden, kann der behandelnde Arzt (meist der Augenarzt) eine entsprechende Therapie einleiten. Diese richtet sich immer nach dem jeweiligen Grund für die Beschwerden.

Treten die Sehstörungen aufgrund einer Kurz- oder Weitsichtigkeit auf, ist es meist ausreichend, eine entsprechende Sehhilfe zur Verfügung zu stellen, um die Symptome zu beseitigen. Auch ein operativer Eingriff ist alternativ möglich, um die Sehstörungen aus der Welt zu schaffen. Ist eine Migräne der Auslöser für das verschwommene Sehen, werden meist Medikamente, sogenannte Antiemetika, eingesetzt, um die Symptome zu lindern.

Erkrankungen die Diabetes erfordern eine Regulierung des Insulinspiegels, sodass es in der Folge auch zu einer vollständigen Wiederherstellung der Sehkraft kommt. Eine Netzhautablösung, die ebenfalls zu verschwommenem Sehen führen kann, muss in vielen Fällen operativ behandelt werden. Dieser Eingriff wird mithilfe von Laserstrahlen durchgeführt und verspricht gute Erfolge.

Grundsätzlich gilt: Je früher ein Arzt aufgesucht wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Sehkraft wiederhergestellt und dauerhaft erhalten werden kann.

Aussicht & Prognose

Ein verschwommenes Sehen kann in vielen Situationen auftreten und nach einer kurzen Zeit wieder verschwinden. Hierbei handelt es sich um ein harmloses Symptom, welches nicht behandelt werden muss. Nicht selten tritt es bei einer Migräne oder bei starken Kopfschmerzen auf. Nach einer kurzen Zeit verschwindet das verschwommene Sehen allerdings von alleine.

Sollte die Sehstärke abnehmen, so ist der Besuch bei einem Augenarzt oder bei einem Optiker notwendig. Der Betroffene sollte auf keinen Fall auf eine Sehhilfe verzichten, denn falls er keine Sehhilfe trägt, verschlechtert sich die Sehstärke in der Regel noch weiter und nimmt ab. In den meisten Fällen verschwindet eine langfristige Sehschwäche nicht von alleine. Sie kann sich allerdings andersherum im Laufe der Zeit verschlechtern.

Im Erwachsenenalter ist es möglich, die Sehfehler durch einen Laser zu korrigieren. Dieser Eingriff wird bei Kindern und Jugendlichen nicht durchgeführt, da sich die Sehstärke im jungen Alter in der Regel verändert. Durch das verschwommene Sehen wird der Alltag nur dann eingeschränkt, wenn keine Sehhilfe genutzt wird. Mit einer Sehhilfe gibt es in der heutigen Zeit keine besonderen Einschränkungen oder Schwierigkeiten mehr.

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Vorbeugung

Verschwommenem Sehen kann nur in bedingtem Maße vorgebeugt werden. Sicherlich hilft eine gesunde Lebensführung dabei, die Sehkraft sowie die allgemeine Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu vermeiden. Treten dennoch die ersten Symptome auf und wird verschwommenes Sehen festgestellt, ist es ratsam, sich zeitnah ärztliche Hilfe zu suchen, denn dies erhöht die Heilungschancen selbst im Falle einer ernsteren Erkrankung. Der Ansprechpartner in diesem Fall ist der Augenarzt.

Das können Sie selbst tun

Abhängig von der Ursache, lässt sich eine verschwommene Sicht mit diversen Hausmitteln und Maßnahmen lindern. Sollten Fremdkörper im Auge (Shampoo, Staub, u.a.) zu den Sehstörungen führen, genügt es meist, die Augen auszuspülen und vor weiteren Reizungen zu bewahren. Spezielle Augenspülungen aus der Apotheke sowie Hausmittel wie Kamillentee oder Rosenwasser befreien die Augen zuverlässig von Fremdkörpern und wirken akut gegen Juckreiz und Schmerzen.

Verschwommenes Sehen in Folge einer Bindehautentzündung sollte von einem Augenarzt behandelt werden. Begleitend dazu lässt sich die Sicht durch kalte Umschläge und Schonung verbessern. Außerdem sollten Reizquellen- und stoffe wie grelles Licht, Pollen oder Allergene vermieden werden. Wer regelmäßig unter verschwommenem Sehen leidet, benötigt womöglich eine Sehhilfe. Der Kneif-Test gibt Aufschluss darüber, ob die verschwommene Sicht auf schlechte Augen zurückzuführen ist. Neben dem Besuch beim Augenarzt lässt sich die Sicht mitunter auch durch einfache Augenübungen verbessern.

Wird das verschwommene Sehen durch Kontaktlinsen verursacht, verschafft der Wechsel zu einer Brille oftmals Abhilfe. Zusätzlich können Augentropfen und eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eisen, Zink und Vitaminen die Sehkraft verbessern und das verschwommene Sehen langfristig lindern. Zeigen diese Maßnahmen keinen Effekt, sollte ein Augenarzt konsultiert werden.

Bücher über Sehstörungen

Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Dahlmann, C., Patzelt, J.: Basics Augenheilkunde. Urban & Fischer, München 2014
  • Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2012

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