Antiemetika

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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In vielen Fällen kann es sinnvoll sein, Übelkeit und Erbrechen mit wirksamen Mitteln zu stoppen und so eine sofortige Verbesserung des Befindens herbeizuführen. Doch nicht immer ist die Behandlung mit Antiemetika angezeigt, weshalb zuerst die Ursache der Störung abgeklärt werden sollte.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Antiemetika?

Unter Antiemetika versteht man eine Arzneimittelgruppe, die direkt auf das Brechzentrum einwirkt und so im Fall von Übelkeit zu einer schnellen Besserung des Befindens führt.

Ihre wichtigsten Anwendungsgebiete sind chronischer Schwindel, Migräne, Reisekrankheit oder auch die Eindämmung unerwünschter Nebenwirkungen von Chemotherapien. Je nach Art und Schwere der Grunderkrankung kommt die Verwendung pflanzlicher oder chemischer Antiemetika in Betracht. Letztere sind sowohl als leichte Mittel zur Selbstmedikation im freien Verkauf erhältlich, während für hartnäckige Fälle auch verschreibungspflichtige Medikamente mit hohem Wirkstoffgehalt verfügbar sind.

Aufgrund ihrer spezifischen Wirkungsweise sind Antiemetika nur hilfreich, wenn die Übelkeit nicht durch mechanische Behinderungen des Magen-Darm-Trakts verursacht wurde. Kontraindiziert ist die antiemetische Behandlung von Übelkeit aufgrund von Vergiftungen, da das Erbrechen in diesen Fällen oft eine Schutzfunktion darstellt, die nicht unterbunden werden sollte.

Medizinische Anwendung, Wirkung & Gebrauch

Eine der häufigsten Ursachen für Übelkeit und Erbrechen ist die Bewegungskrankheit (Kinetose), wie sie als Reise- oder Seekrankheit bekannt ist.

Sie entsteht durch widersprüchliche Informationen, welche von den Sinnesorganen an das Gehirn weitergegeben und dort nicht adäquat verarbeitet werden. Antiemetika mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat gehören zur Gruppe der Antihistaminika, wirken besänftigend auf das zentrale Nervensystem ein und sind für Kinder auch in Form von Kaugummis und Zäpfchen erhältlich. Sie sollten bereits etwa eine Stunde vor Reiseantritt eingenommen werden, um Übelkeit und Erbrechen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Stecken schwerere Erkrankungen wie Migräne oder Morbus Menière hinter der Übelkeit, wird der Arzt gegebenenfalls stärkere Antiemetika mit Wirkstoffen wie Betahistin verschreiben, die gefäßerweiternd im Innenohr wirken und so einen positiven Effekt auf das Gleichgewichtsorgan ausüben.

Eine Behandlung mit Neuroleptika kommt in Betracht, wenn die Übelkeit auf psychische Ursachen zurückzuführen ist. Hierbei ist jedoch Augenmaß angesagt, da der antipsychotischen und antiemetischen Wirkung schwere Nebenwirkungen gegenüberstehen. Deshalb sollte vor der Einnahme von antiemetischen Neuroleptika unbedingt eine zweite ärztliche Meinung eingeholt werden.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Antiemetika

Unter Antiemetika versteht man eine Arzneimittelgruppe, die direkt auf das Brechzentrum einwirkt und so im Fall von Übelkeit zu einer schnellen Besserung des Befindens führt.

Wer regelmäßig unter Übelkeit und Erbrechen leidet, sollte die Behandlung mit den schonendsten Mitteln beginnen und zuerst auf pflanzliche Stoffe setzen. An erster Stelle ist hier der Ingwer zu nennen, der für seine antiemetische Wirkung schon seit Jahrhunderten bekannt ist.

Zur Behandlung wird die möglichst frische Ingwerwurzel verwendet, die als Gewürz oder frisch überbrüht als Tee genossen werden kann. Gegen den Brechreiz kommen auch Bitterstoffe zum Einsatz, wie sie in Wermut oder Artischocken enthalten sind. Sollte diese Behandlung im Einzelfall wirkungslos bleiben, sind auch homöopathische Mittel wie Nux vomica oder Cocculus gegen das Leiden verfügbar. Lohnenswert ist auch ein Versuch mit hoch dosiertem Vitamin B, das in der Apotheke erhältlich ist.

Ist eine Behandlung mit chemischen Mitteln nicht zu vermeiden, sollten zuerst die Wirkstoffe Dimenhydrinat und Diphenhydramin ausprobiert werden. In schweren Fällen, wenn hartnäckige Übelkeit die Lebensqualität massiv beeinträchtigt, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Er klärt nicht nur die Ursache zweifelsfrei ab, sondern verschreibt bei Bedarf auch Antiemetika mit Wirkstoffen wie Scopolamin oder Metoclopramid.

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Risiken & Nebenwirkungen

Grundsätzlich sollten die Risiken und Nebenwirkungen von Arzneimitteln nicht unterschätzt werden. Dies gilt auch für die Gruppe der Antiemetika.

Je nach Art des verwendeten Wirkstoffs können die unerwünschten Effekte sehr unterschiedlich sein: Sie reichen von trockener Mundschleimhaut, Müdigkeit und beschleunigtem Herzschlag bei der Anwendung von Reisekaugummis bis hin zu psychotischen Zuständen im Falle der Überdosierung von Scopolaminpräparaten oder Neuroleptika.

Auch Angstzustände, Schweißausbrüche und körperliche Unruhe können durch Antiemetika ausgelöst werden. In jedem Fall gilt: Je stärker der Wirkstoff, desto sorgfältiger sollten Nutzen und Risiken gegeneinander abgewogen werden. In jedem Fall sollten unklare Beschwerden unter der Einnahme stärkerer Antiemetika medizinisch abgeklärt werden.

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