Netzhautablösung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. August 2017
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Eine Netzhautablösung ist eine akute Augenerkrankung. Bei Verdacht sollte umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden, um eine mögliche Erblindung zu verhindern.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Netzhautablösung?

Die Netzhautablösung innerhalb des menschliche Auges ist eine Erkrankung, die relativ selten in Erscheinung tritt. Doch eine einmal eingetretene Netzhautablösung stellt einen absoluten augenärztlichen Notfall dar, da oft ein Fortschreiten in Richtung des Sehzentrums zu beobachten ist. Sofortige umfangreiche operative Maßnahmen sind dann erforderlich, um die Sehkraft des Patienten zu erhalten.

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Netzhautablösung, die aber insgesamt meist gut behandelbar sind. Der überwiegende Teil der betroffenen Patienten ist meist zwischen 40-70 Jahre alt. Es handelt sich hier also um eine typische Alterserkrankung.

Die Netzhaut liegt im hinteren Abschnitt des Auges auf einem Gewebeabschnitt aus Pigmenten auf und enthält Sinneszellen, die sogenannten Stäbchen und Zapfen. Diese Stäbchen und Zapfen sind mit den Zellen des Pigmentgewebes auf spezielle Art verzahnt, diese Verzahnung dient dazu, Saugkräfte innerhalb des Auges aufrechterhalten. Die Netzhaut ist für die Weiterleitung der aufgenommenen optischen Sinnesreize an das Gehirn zuständig. Löst sie sich von dem Pigmentgewebe, auf dem sie liegt, dann spricht man von einer Netzhautablösung.

Ursachen

Wirken Zugkräfte auf die Verbindungsstellen zwischen Netzhaut und Pigmentgewebe, werden diese Verbindungen unterbrochen und ein Verlust der Sehkraft droht. Die von einer Netzhautablösung betroffenen Menschen sind in der Regel zwischen 50 und 70 Jahre alt. Das heisst, die Netzhautablösung ist in den meisten Fällen altersbedingt, wobei hier die Gruppe der kurzsichtigen Patienten ein größeres Risiko hat, von einer Netzhautablösung betroffen zu werden.

Im Alter können Risse in der Netzhaut entstehen, da sich der Glaskörper des Auges im Laufe der Zeit verändert. Möglicherweise entstehen auch Verwachsungen an den Rissen, so dass der Glaskörper die Netzhaut mit sich zieht, wenn er beginnt einzuschrumpfen. Diese Zugwirkung kann so stark sein, dass eine Netzhausablösung eintritt. Einige Vorerkrankungen, die auch das Auge in Mitleidenschaft ziehen, können ebenfalls die Ursache für eine Netzhautablösung sein.

Zu diesen Erkrankungen gehören beispielsweise Diabetes, Morbus Coats, Borreliose und Tuberkulose. Bei diesen Erkrankungen wird der Flüssigkeitsaustausch im Auge gestört. Dies führt zu Einlagerungen, die einen Keil zwischen die Netzhaut und die darunterliegende Gewebsschicht treiben. In der Folge kommt es dann zu einer Netzhautablösung. Auch ein Tumor des Auges kann Ursache für eine Netzhautablösung sein, da er die Netzhaut verdrängen kann.

Typische Symptome & Anzeichen

  • Lichtblitze oder Lichtreflexe bei ruckartigen Augenbewegungen
  • plötzlich auftretender Rußregen (optische Punkte oder Schwebeteilchen beim Sehen)
  • Sehstörungen
  • Blindheit wenn die Erkankung unbehandelt bleibt

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau des Auges mit Netzhautablösung. Klicken, um zu vergrößern.

Beim Patienten selbst macht sich eine Netzhautablösung zuerst durch Irritationen des Sehfeldes bemerkbar. Die Betroffenen sehen plötzlich kleine Lichtblitze, Punkte, Nebelschwaden oder Linien. Auch in Form einer Art „Rußregens“ können sich die Anzeichen einer Netzhautablösung bemerkbar machen.

Auch das Wahrnehmen von Schatten oder eines dunklen Vorhanges ist möglich. Beim Auftreten derartiger Sehstörungen sollte umgehend und ohne zu Zögern ein Augenarzt aufgesucht werden, es könnte sich um eine Netzhautablösung handeln! Der Arzt wird mit speziellen Untersuchungsmethoden feststellen, ob eine Netzhautablösung vorliegt und weitere Maßnahmen zur Behandlung einleiten.

Komplikationen

Bei der Behandlung einer Netzhautablösung können verschiedene Komplikationen auftreten. So besteht nach einer erfolgreichen Operation das Risiko, dass sich die Netzhaut erneut ablöst, was einen weiteren operativen Eingriff nötig macht. In diesem Fall könnte auch eine Pars-Plana-Vitrektomie erforderlich werden, bei der der Glaskörper des Auges entfernt wird.

In seltenen Fällen können für die Behandlung der Netzhautablösung eingesetzte Materialien wie Schaumstoffplomben oder Bänder, die um den Augapfel befestigt werden, Unverträglichkeit und Abwehrreaktionen seitens des Körpers auslösen. In einem solchen Fall müssen die Materialien wieder entfernt werden. Bei einer Pars-Plana-Vitrektomie wird der Glasköper des Auges durch Gas oder Silikonöl ersetzt.

Letzteres kann beim Patienten zu Grauem Star führen und muss in jedem Fall nach einem Jahr wieder aus dem Auge entfernt werden. Grundsätzlich besteht bei allen Eingriffen an der Netzhaut das Risiko eines sekundären Glaukoms, bei dem der Augendruck ansteigt. Auch bei einer erfolgreichen Behandlung einer Netzhautablösung bleibt die Sehqualität des Patienten im betroffenen Auge beeinträchtigt.

Sind eine Entzündung oder eine Tumorerkrankung Ursache für die Netzhautablösung, hängt die erfolgreiche Behandlung wesentlich auch vom Abklingen der Entzündung beziehungsweise der Entfernung tumorösen Gewebes ab. Eine Netzhautablösung sollte in jedem Fall behandelt werden, da sie ansonsten zur Erblindung des Auges führt.

Behandlung & Therapie

Sollte sich der Verdacht erhärten, dass eine Netzhautablösung eingetreten ist, dann ist eine operative Behandlung des betroffenen Auges meist nicht zu umgehen. Für welche Art der Behandlung sich der Augenarzt letztendlich entscheidet, hängt von den genauen Ursachen und dem Umfang der jeweiligen Netzhautablösung ab.

Wenn nur kleine Risse an der Netzhaut vorliegen, dann können diese mit Hilfe von Lasersonden wieder repariert werden. Auch Kältesonden kommen mitunter zum Einsatz. Hat sich der Glaskörper nach innen zurückgezogen und auf dieses Weise die Netzhaut mit sich gezogen, dann muss er künstlich ausgedellt werden. Dies wird durch den Einsatz von Silikonplomben vollzogen.

Ist der Glaskörper schon zu stark deformiert, dann muss er eventuell entfernt und durch andere geeignete Materialien, wie zum Beispiel ein spezielles Silikonöl ersetzt werden.

Die allermeisten Fälle der Netzhautablösung sind operativ heilbar, wenn auch bei einigen wenigen Patienten eine dauerhafte Verschlechterung des Sehvermögens nach einer Netzhautablösung eintreten kann.

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Vorbeugung

Eine wichtige Voraussetzung für einen Behandlungserfolg bei einer einmal eingetretenen Netzhautablösung, ist die rechtzeitige Hinzuziehung eines Augenarztes. Aus diesem Grund sollte jedes noch so kleine Alarmsignal sehr ernst genommen werde. Treten plötzliche Sehstörungen oder Sehverschlechterungen auf, dann gibt es keinen Grund, lange zu überlegen.

Schnell sollte man den Arzt aufsuchen, denn es könnte sich um eine Netzhautablösung handeln. Menschen über 40 und Diabetikern sei geraten, sich einmal im Jahr dem Augenarzt vorzustellen, der mögliche Veränderungen an der Netzhaut erkennen und eine Behandlung einleiten kann, bevor es zu einer Netzhautablösung kommt.

Insgesamt läßt sich feststellen, dass die Netzhautablösung heutzutage ihren Schrecken verloren hat. Bei einer achtsamen Einhaltung oben genannter Ratschläge zur Verhaltensweise beim Verdacht auf eine Netzhautablösung, kann in den allermeisten Fällen eine Beeinträchtigung der Sehkraft als Folge einer Netzhautablösung durch die Behandlung in einer augenärztlichen Praxis verhindert werden.

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Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Burk, A. et al.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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