Postnasal-Drip-Syndrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. September 2017
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Das Postnasal-Drip-Syndrom beschreibt eine Überproduktion von Nasensekret durch die Schleimdrüsen der Nebenhöhlen. Dies ist unangenehm und kann zu viralen oder bakteriellen Infektionen und Entzündungen führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Postnasal-Drip-Syndrom?

Das Postnasal-Drip-Syndrom verursacht eine verstärkte Produktion der Schleimdrüsen des Körpers. Diese Drüsen befinden sich an den Innenwänden des Nebenhöhlen und sie produzieren eine dickflüssige, weiße Flüssigkeit, welche diese Bereiche feucht hält und gegen Eindringlinge wie Viren und Bakterien schützt.

Bei einer normalen Schleimproduktion wird niemand diesen Ausfluss bemerken. Der Schleim läuft kontinuierlich in kleinen Mengen in den Rachenbereich und wird automatisch geschluckt. Nur wenn der Körper mehr Sekret produziert als normal oder der Schleim deutlich dicker ist, wird der Betroffene es bemerken.

Eine Überproduktion dieses Schleims läuft dann aus dem vorderen Ende der Nase und wird schlicht als laufende Nase bezeichnet. Wenn der Schleim jedoch am hinteren Ende der Nase in den Hals hineinläuft, bezeichnet man es als Postnasal-Drip-Syndrom.

Ursachen

Die Überproduktion von Nasensekret, welche das Postnasal-Drip-Syndrom auslöst, kann eine Vielzahl von Ursachen haben.

Dazu zählen: Erkältung, Grippe, Allergie (allergisches Postnasal-Drip-Syndrom), Nasennebenhöhlenentzündung, fremdes Objekt in der Nase (häufig bei kleinen Kindern), Schwangerschaft, Medikamente (vor allem Geburtenkontrolle und Blutdruckmittel), verzogenes Septum (abnormaler Wuchs der Wand zwischen den Nasenlöchern) oder eine andere Fehlstellung, Wetterveränderung (sehr kaltes oder trockenes Wetter), bestimmte Lebensmittel (bspw. sehr scharfes Essen), Dampft von Chemikalien, Parfums, Reinigungsmittel, Zigarettenrauch oder anderen Quellen.

Hin und wieder liegt das Problem nicht an einer Überproduktion des Nasensekrets, sondern daran dass die Flüssigkeit nicht richtig abgebaut werden kann. So können auch Schluckprobleme zu einem Postnasal-Drip-Syndrom führen, wenn das Nasensekret sich im Hals aufbaut und nicht abgeführt werden kann. Solche Probleme können mit ansteigendem Alter auftreten oder bei Störungen wie der gastroösophagealen Refluxkrankheit.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Das Postnasal-Drip-Syndrom verursacht ein unangenehmes Gefühl im Rachenbereich, das den Betroffenen zum fortgehenden Schlucken reizt. Die sich im Hals stauende Flüssigkeit ist in vielen Fällen tatsächlich reizend, da sie Substanzen enthält, die Entzündungen hervorrufen können und zu einem Husten führen.

Dieser wird in den meisten Fällen nachts besonders schlimm. Das Postnasal-Drip-Syndrom ist die häufigste Ursache für chronischen Husten. Begleiterscheinungen sind ein Kratzen im Hals und eine heißere Stimme. Wenn der Schleim bis zur Eustachischen Röhre steigt (diese Verbindet den Rachen mit dem Mittelohr), kann es zu einer schmerzhaften Ohrenentzündung kommen. Ein Arzt diagnostiziert das Postnasal-Drip-Syndrom mit einer physischen Untersuchung des Patienten und einer Befragung nach den genauen Symptomen.

Komplikationen

Aufgrund des Postnasal-Drip-Syndroms leiden die Betroffenen an unterschiedlichen Beschwerden. In erster Linie kommt es allerdings zu einem chronischen Schnupfen, welcher nicht mit den gewöhnlichen Medikamenten und Mitteln wieder behandelt werden kann. Ebenso kann sich der Infekt auch in die Bronchien übertragen, sodass es zu schwerwiegenden Beschwerden bei der Atmung kommt.

Die Betroffenen wirken dabei abgeschlagen und müde und leiden nicht selten an einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Auch die Belastbarkeit des Patienten sinkt durch das Postnasal-Drip-Syndrom merklich. Nicht selten fällt den Patienten auch das Sprechen schwer, sodass diese sich andauernd räuspern oder husten müssen. Auch in der Nacht kann sich der Husten sehr negativ auf die Schlafqualität auswirken, sodass es eventuell zu Schlafbeschwerden oder anderen psychischen Verstimmungen kommen kann.

Im schlimmsten Falle führt das Postnasal-Drip-Syndrom unbehandelt zu Asthma. Eine Selbstheilung tritt bei dieser Krankheit in der Regel nicht ein, sodass die Patienten in der Regel auf eine ärztliche Behandlung angewiesen sind. Dabei kommt es meistens nicht zu besonderen Komplikationen. Die Beschwerden können mit Hilfe von Medikamenten gut eingeschränkt und gelindert werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung des Postnasal-Drip-Syndrom ist abhängig von seiner Ursache. Eine bakterielle Infektion wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. Doch auch grünes oder gelbes Nasensekret ist nicht immer ein Zeichen für eine bakterielle Infektion.

Auch Erkältungen können den Schleim verfärben und diese werden durch Viren verursacht und sprechen nicht auf Antibiotika an. Antihistamine oder Dekongestiva können bei einem Postnasal-Drip-Syndrom helfen, das durch Viren verursacht wird. Auch spezielle Nasensprays für Allergie können helfen. Alte Antihistamine (Benadryl, Chlor-Trimetron) die in Sprayform kommen sind evtl. nicht die beste Lösung, da sie das Sekret verdicken. Hier sollte mit dem Arzt Absprache gehalten werden.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Verdünnung des zu dicken Sekrets. Dies kann durch viel Flüssigkeitsaufnahme geschehen, dem feucht halten der Raumluft und durch die Einnahme bestimmter Medikamente (bspw. Guaifenesin). Falls eine Allergie vorliegt, sollten die Allergene ausfindig gemacht und vermieden werden. Falls eine Erkältung mit erhöhter Schleimproduktion für mehr als zehn Tage nicht abheilt, sollte der Arzt aufgesucht werden, da es sich evtl. um eine bakterielle Infektion handelt.

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Vorbeugung

Viralen oder bakteriellen Infektionen ist nur schwer vorzubeugen. Um den unangenehmen Symptomen eines Postnasal-Drip-Syndrom entgegenzuwirken, sollte vor allem darauf geachtet werden viel zu trinken. Nur wenn ausreichend Flüssigkeit im Organismus vorhanden ist, bleibt das Nasensekret dünnflüssig und verringert die Gefahr auf Infektionen. Auch auf Koffein sollte verzichtet werden, da es zu einer vermehrten Produktion von Nasensekret führt.

Bücher über Schnupfen

Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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