Ohrenentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. August 2017
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Unter einer Ohrenentzündung verstehen Mediziner eine entzündliche Veränderung im Bereich des Ohres. Dabei kann es sich um eine Entzündung des äußeren, des mittleren oder auch des inneren Ohres handeln. Je nachdem, wo sich die Entzündung befindet und wie schwer sie ausfällt, kann sie unter Umständen negative Auswirkungen auf die weitere Gesundheit des Betroffenen haben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Ohrenentzündung?

Eine Ohrenentzündung wird in Medizinerkreisen auch Otitis genannt. Die Erkrankung bezeichnet eine Entzündung im Bereich des Ohres. Unterschieden wird hier zwischen einer Otitis externa (einer Entzündung des Gehörgangs), einer Otitis media (Mittelohrentzündung) und einer Otitis interna (einer Entzündung des Innenohres).

Um welche Art der Ohrenentzündung es sich handelt, hängt demnach von der genauen Lage der entzündeten Stellen ab. Alle Formen der Otitis äußern sich in den meisten Fällen durch recht stark ausfallende Ohrenschmerzen, die nicht selten von anderen Symptomen wie Fieber oder Schwerhörigkeit begleitet werden.

Ohrenentzündungen sollten grundsätzlich behandelt werden, da sie sonst schlimmstenfalls etwa zu dauerhaften Hörproblemen führen können.

Ursachen

Die Ursachen einer Ohrenentzündung liegen oftmals in einer Infektion durch Bakterien oder Pilze. Grundsätzlich sind der Gehörgang und alle dahinterliegenden Bereiche des Ohres gut unter anderem durch feine Härchen und das Ohrenschmalz geschützt.

Unter Umständen können aber dennoch Erreger in diese empfindlichen Bereiche gelangen und dort unangenehme Infektionen hervorrufen. Das dauerhafte Tragen von Innenohrhörern oder Ohrstöpseln kann den körpereigenen Schutz ebenso schwächen wie das Eindringen von Wasser etwa beim Schwimmen oder Duschen.

Allergien und Ekzeme im Bereich der Ohren können ebenfalls zu einer Otitis führen. Auch verschiedene Kinderkrankheiten bringen oftmals eine Ohreninfektion, besonders des Mittelohrs, mit sich.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie der Ohres bei einer Außenohrentzündung (Otitis externa). Klicken, um zu vergrößern.

Eine Ohrenentzündung macht sich in den meisten Fällen durch mittelstarke bis starke Schmerzen bemerkbar. Sucht der Betroffene daraufhin einen Arzt auf, wird dieser einen genaueren Blick in das Ohr werfen.

Mithilfe des sogenannten Otoskops kann er das Innere des Ohres begutachten und auf diese Weise häufig bereits eine Diagnose stellen. Zusätzlich kann eine umfassende Blutuntersuchung stattfinden, um das Vorhandensein einer Entzündung zu bestätigen. Sollte Flüssigkeit austreten, kann ein Abstrich weitere wichtige Informationen liefern.

Bleibt eine Ohrenentzündung unbehandelt, kann sie im schlimmsten Fall zu einer dauerhaften Schwerhörigkeit führen. Besonders eine Otitis interna kann sich bis ins Gehirn ausbreiten und so schwere Folgeschäden verursachen.

Komplikationen

Welche Komplikationen bei einer Ohrentzündung auftreten können, hängt davon ab, welcher Abschnitt des Sinnesorgans von der Infektion betroffen ist. Am ehesten ist mit Komplikationen bei einer unbehandelten oder nicht rechtzeitig behandelten Entzündung des Mittelohrs zu rechnen. Akute Mittelohrentzündungen sind ein medizinischer Notfall. Die möglichen Komplikationen werden in die Kategorien extrakraniell (außerhalb des Schädels) und intrakraniell (innerhalb des Schädels) eingeteilt.

Eine häufig vorkommende extrakranielle Komplikation, die vorwiegend Kinder betrifft, ist die Mastoiditis. Dabei handelt es sich um eine eitrige Entzündung des Schädelknochens hinter dem Ohr. Darüber hinaus besteht die Gefahr einer entzündlichen Fazialisparese (Gesichtslähmung), da der Knochenkanal des siebten Hirnnervs nah am Mittelohr verläuft. Dieser Nerv steuert die Mimik des Gesichts.

Greift die Entzündung vom Mittelohr auf den Nerv über, kann dies zu einer einseitigen Lähmung führen. Die Betroffenen verlieren, meist vorübergehend, die Kontrolle über eine Gesichtsseite und werden durch stark hängende Mund- und Augenwinkel entstellt.

Zu den gefährlichen intrakraniellen Komplikationen zählt die otogene Hirnhautentzündung. Eine Meningitis bildet sich dadurch, dass die Krankheitserreger über das Labyrinth im Ohr oder die Blutgefäße zur Hirnhaut gelangen und diese infizieren. Darüber hinaus können sich intrakranielle Abszesse, also Eiteransammlungen im Schädelinneren, bilden, die lebensgefährlich sein können. Bei Auftreten einer Mastoiditis ist zudem eine Sinusvenenthrombose nicht ausgeschlossen.

Behandlung & Therapie

Hat der behandelnde Arzt (meist HNO-Arzt) eine Ohrenentzündung diagnostiziert, wird er eine entsprechende Behandlung einleiten. Diese richtet sich besonders danach, welcher Bereich des Ohres betroffen ist und wodurch die Infektion genau verursacht wird.

Bei einer bakteriellen Entzündung wird höchstwahrscheinlich ein Antibiotikum verordnet, das die Bakterien bekämpfen und ein erneutes Aufkeimen der Infektion verhindern soll. Ein Pilzbefall des Ohres wird mit einem Antipilzmittel behandelt. Bei Entzündungen des Gehörgangs kann das Medikament in Form einer Salbe aufgetragen werden; sitzt die Infektion tiefer, müssen Tabletten eingenommen werden.

Zusätzlich kann der Heilungsprozess mit Wärmeanwendungen beispielsweise durch Rotlicht unterstützt werden. Eine Mittelohrentzündung kann unter anderem auch durch einen Riss im Trommelfell verursacht werden. Hier kann gegebenenfalls ein chirurgischer Eingriff notwendig werden. Dies gilt auch, wenn eine chronische Entzündung des Mittelohres vorliegt und die Knochenstruktur des Ohres von der Infektion angegriffen wird.

Im Falle einer Otitis Externa ist ein operativer Eingriff nötig, zum Beispiel dann, wenn sich eine größere Eiteransammlung gebildet hat, die entfernt werden muss. Wird eine Ohrenentzündung rechtzeitig fachmännisch behandelt, bleibt sie meist ohne Folgen für das Hörvermögen und die Gesundheit des Betroffenen.

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Vorbeugung

Einer Ohrenentzündung, besonders im äußeren Bereich, kann auf verschiedene Weisen vorgebeugt werden. So sollte der Gehörgang etwa nicht mit Wattestäbchen gereinigt werden, um ein Eindringen von Erregern zu vermeiden. Bildet sich regelmäßig viel Ohrenschmalz, sollte der Gehörgang vom Arzt gesäubert werden, damit sich keine Infektionen bilden. Treten die ersten Anzeichen einer Otitis auf, sollte frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden, um eine entsprechende Therapie einzuleiten und Spätfolgen auszuschließen.

Bücher über Mittelohrentzündung

Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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