Zwischenblutung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Oktober 2017
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Viele Frauen kennen eine Zwischenblutung, die unabhängig von der Menstruation während des weiblichen Zyklus auftreten. Zwischenblutungen können sowohl harmlos sein, als auch Ausdruck von schlimmeren Erkrankungen. Eine Zwischenblutung sollte daher immer ärztlich abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Zwischenblutung?

Unter einer Zwischenblutung versteht man eine zusätzliche Blutung, die unabhängig von der weiblichen Menstruation im Lauf des Zyklus auftritt. Es handelt sich hierbei um eine Blutungsstörung, die sich in leichten Schmierblutungen mit hellem oder bräunlichem Blut äußern kann.

Zwischenblutungen können aber auch mehrere Tage lang anhalten und sehr stark sein. Eine Zwischenblutung sollte unbedingt ernst genommen werden, da sie sehr unterschiedliche - teilweise nicht ungefährliche - Ursachen haben kann. Deshalb sollte eine Zwischenblutung immer vom behandelnden Arzt, optimalerweise einem Gynäkologen, abgeklärt werden.

Bei plötzlich auftretenden, sehr starken Blutungen, die eventuell auch mit Schmerzen einhergehen, sollte die Patientin unverzüglich einen Arzt oder das nächste Krankenhaus aufsuchen, da es sich bei einer solchen Zwischenblutung um einen akuten Notfall handeln kann.

Ursachen

Die Ursachen für eine Zwischenblutung sind vielfältig. Sie können harmlos sein, wenn es sich beispielsweise um eine Eisprungsblutung oder eine Kontaktblutung nach dem Geschlechtsverkehr handelt. Häufig sind Zwischenblutungen hormonell bedingt, wie beispielsweise bei einem Mangel an Gelbkörperhormonen, Menstruationsstörungen oder bei der Einnahme hormoneller Verhütungsmittel.

Hormonelle Störungen des weiblichen Zyklus kommen besonders häufig zu Beginn der Geschlechtsreife (Pubertät) oder vor den Wechseljahren vor. In Zusammenhang mit einer (Früh)Schwangerschaft können ebenfalls Zwischenblutungen auftreten, wenn sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet oder wenn eine Eileiterschwangerschaft besteht. Auch seelische oder psychische Probleme eine Zwischenblutung begünstigen.

Allerdings kommen auch Erkrankungen der Geschlechtsorgane wie Gebär- oder Eileiterentzündungen, gutartige Myome oder Polypen, Endometriose oder gut- und bösartige Tumoren als Auslöser in Frage. Stoffwechselerkrankungen wie etwa Schilddrüsenfehlfunktionen oder Diabetes und Organerkrankungen wie Leber- und Nierenstörungen müssen ebenfalls vom Arzt als Ursache für eine Zwischenblutung abgeklärt werden.

Diagnose & Verlauf

Bei einer Zwischenblutung sollte die Patientin immer ihren Frauenarzt um Rat fragen. Dieser wird zunächst durch die Befragung der Frau die Begleitumstände wie Schmerzen, Fieber, Dauer und Stärke der Blutung in Erfahrung bringen und anschließend anhand seiner Verdachtsdiagnose die Untersuchungsmethode wählen.

Durch eine Tastuntersuchung und die mikroskopische Untersuchung des Scheidensekret-Abstrichs erhält er erste Hinweise auf eventuell vorhandene Unterleibsentzündungen. Eine Blutuntersuchung gibt dem Arzt Hinweise auf eine Entzündung, hormonelle Probleme oder Stoffwechselerkrankungen. Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung kann der Frauenarzt abklären, ob Veränderungen wie Tumore, Myome oder Polypen im Unterleib zu erkennen sind.

Gegebenenfalls ist zur Abklärung weitere Diagnostik notwendig: Verschiedene operative Eingriffe wie beispielsweise eine Gebärmutterspiegelung oder Bauchspiegelung stehen zur Diagnosefindung der Zwischenblutung zur Verfügung. Der Verlauf von Zwischenblutungen ist abhängig von der Ursache und kann je nachdem harmlos oder schwerwiegend sein.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: N92.1 Zu starke oder zu häufige Menstruation bei unregelmäßigem Menstruationszyklus) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Zwischenblutungen sind meistens unproblematisch. Komplikationen können auftreten, wenn die Blutungen besonders stark sind oder übermäßig lange anhalten. Dann kann es zu Blutarmut und Mangelerscheinungen kommen, und auch das Risiko einer ernsten Grunderkrankung steigt. Selbst leichte Blutungen können auf ein ernstes Leiden der reproduktiven weiblichen Organe hindeuten, wie zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs oder eine Eileiterentzündung, die unbehandelt zu schweren Komplikationen führen können.

Liegen einer Zwischenblutung Myome in der Gebärmutter zugrunde, kann es im weiteren Verlauf zu geschwollenen Beinen, Kreuzschmerzen, Verstopfung und anderen Folgeerscheinungen kommen, die einer eigenständigen Behandlung bedürfen. Manchmal deutet eine Blutung außerhalb der Regel auch auf ein hormonelles Ungleichgewicht hin – seelische Beschwerden und körperliche Veränderungen können damit verbunden sein.

Auch Infektionen äußern sich gelegentlich anhand von Zwischenblutungen und können sich bei fehlender Behandlung zu schwerwiegenden Entzündungen im Bereich der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses entwickeln. Bei schwangeren Frauen können Zwischenblutungen auf eine sogenannte Plazentalösung hindeuten. Dabei löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand und ruft lebensbedrohliche Komplikationen für Frau und Kind hervor. Um diese und andere Komplikationen auszuschließen, sollten Zwischenblutungen auf jeden Fall von einem Gynäkologen abgeklärt werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Zwischenblutung erfolgt immer angepasst an die Ursache. Der Frauenarzt berät seine Patientin über die möglichen Optionen. Handelt es sich bei der Ursache um eine Eisprungs- oder Kontaktblutung, so ist meist keine weitere Behandlung erforderlich. Liegt ein hormonelles oder ein Schilddrüsenproblem zugrunde, so strebt der Frauenarzt eine medikamentöse Therapie (Hormonersatztherapie bzw. Schilddrüsenhormontherapie) an, um die Beschwerden zu lindern.

Eventuell kommt bei hormonellen Problemen auch die Therapie mit der Anti-Baby-Pille in Frage, wenn aktuell kein Kinderwunsch besteht. Bei Zwischenblutungen in der Schwangerschaft kommt ebenfalls eine hormonelle Therapie so wie körperliche Schonung und hochdosierte Magnesiumgabe zum Einsatz.

Sollten Myome, Endometriose, Polypen oder Tumoren die Ursache der Zwischenblutung sein, so kommt neben einer hormonellen Therapie auch eine Operation in Frage. Oberstes Ziel bei der operativen Entfernung der Wucherungen ist immer die Erhaltung der Geschlechtsorgane, vor allem, wenn die Frau noch einen Kinderwunsch hat. Ist die Patientin an Krebs erkrankt, so steht die übliche Krebstherapie wie operative Entfernung des Tumors, Chemotherapie und Bestrahlung zur Verfügung.

Handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung wie Diabetes oder um organische Probleme wie Leber- oder Nierenprobleme, so überweist der Frauenarzt seine Patientin gegebenenfalls an einen Facharzt zur Weiterbehandlung der Erkrankungen, die der Zwischenblutung zugrunde liegen.

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Vorbeugung

Um einer Zwischenblutung vorzubeugen, ist eine gesunde Lebensweise empfehlenswert. Frauen sollten daher Übergewicht vermeiden, nicht rauchen, sich gesund ernähren und viel Sport treiben. Regelmäßige Untersuchungen beim Frauenarzt helfen dabei, Veränderungen des Unterleibs frühzeitig zu erkennen und eine geeignete Therapie einzuleiten. Schwangere Frauen, die zu Zwischenblutungen neigen, sollten sich körperlich schonen und Stress vermeiden.

Bücher über Menstruationsbeschwerden

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013

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