Schmierblutung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. Oktober 2017
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Schmierblutungen, die oftmals auch im Zusammenhang mit einer Zwischenblutung stehen, können zusätzlich zu den normalen Periodenblutungen, während der Schwangerschaft oder auch während oder nach den Wechseljahren auftreten. Die Ursachen können vielfältig sein. Daher sollten sie immer ärztlich abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition Schmierblutung

Eine Schmierblutung ist eine unplanmäßige Blutung, die zusätzlich zur Regelblutung auftreten kann. Sie ist meist bräunlich oder dunkel gefärbt und fällt daher besonders auf. Auch während der Schwangerschaft und während oder nach den Wechseljahren kann es zu Schmierblutungen kommen.

Dabei handelt es sich um eine schwache Blutung, auch Spotting genannt, die meist nur kurz, manchmal jedoch auch mehrere Tage anhalten kann. Die meisten Frauen sind beim Auftreten von Schmierblutungen stark verunsichert, da die Gründe für die unerwartend auftretende Blutung meist nicht klar erkennbar sind.

Nicht nur deshalb ist eine ärztliche Abklärung der Ursachen ratsam. Schmierblutungen können viele Ursachen haben. Oftmals sind diese harmlos und kein Grund zur Sorge. In manchen Fällen sind jedoch durchaus ernsthafte Erkrankungen für eine auftretende Schmierblutung verantwortlich.

Ursachen

Die Ursachen für eine Schmierblutung können vielfältig sein. So können verschiedene Erkrankungen an den Geschlechtsorganen Schmierblutungen auslösen. Dazu gehören Myome, Polypen oder auch Entzündungen an der Gebärmutter oder den Eierstöcken. Auch Wucherungen außerhalb der Gebärmutter (Endometriose) und gutartige Wucherungen am Muttermund (Portioektopie), sowie andere gut- oder bösartige Tumore an den inneren und äußeren Geschlechtsorganen können der Grund für eine Schmierblutung sein.

Häufig treten die außerplanmäßigen Blutungen auch aufgrund hormoneller Störungen auf. Dazu gehören Schmierblutungen, die unter der Einnahme von Verhütungsmitteln wie der Pille auftreten, aber auch zu Beginn einer Schwangerschaft. Bei einer Eileiterschwangerschaft kommt es ebenfalls zu leichten Blutungen. Auch Verletzungen der Blutgefäße, zum Beispiel nach sexuellem Kontakt oder durch das Tragen einer Spirale, können zu Schmierblutungen führen.

Darüber hinaus können psychische Belastungen, verschiedene Stoffwechselerkrankungen, sowie Leber- und Nierenerkrankungen eine Schmierblutung verursachen.

Diagnose & Verlauf

Die Diagnosestellung bei einer Schmierblutung obliegt in erster Linie immer einem Gynäkologen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter wird der Arzt zunächst einmal eine Schwangerschaft ausschließen. Durch eine gynäkologische Untersuchung und Ultraschalluntersuchungen können eventuell vorliegende Erkrankungen an den Geschlechtsorganen festgestellt werden.

Eventuell hormonell bedingte Ursachen lassen sich durch Blutuntersuchungen diagnostizieren. Bei einer bestehenden Schwangerschaft hängt eine endgültige Diagnose vom Schwangerschaftsstadium ab. Gerade in der Frühschwangerschaft sind Schmierblutungen nicht ungewöhnlich und sind meist harmlos. Eine eventuelle Eileiterschwangerschaft lässt sich durch eine Ultraschalluntersuchung feststellen.

Vermutet der Arzt psychische oder andere körperliche Ursachen sind weitere Untersuchungen bei einem Internisten oder eine psychologische Beratung notwendig, um den Auslöser zu finden. In der Regel dauert eine Schmierblutung nur kurz an und tritt maximal zwei bis drei Tage auf. Wird die Ursache jedoch nicht beim ersten Auftreten ermittelt, kann es vorkommen, dass es zu einer wiederholten Schmierblutung kommt.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: N93 Sonstige abnorme Uterus- oder Vaginalblutung) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Eine Schmierblutung muss nicht unbedingt zu Komplikationen führen. Meist ist der Ausfluss harmlos und tritt in Folge vorübergehender hormoneller Veränderungen oder kleinster Verletzungen im Bereich der Gebärmutterschleimhaut auf. Vorblutungen liegt manchmal eine Schilddrüsenerkrankung zugrunde und diese kann mit einer Unfruchtbarkeit im Zusammenhang stehen. Wenn der Schmierblutung ein Östrogenmangel zugrunde liegt, kann dies zu depressiven Verstimmungen, Herzrhythmusstörungen, Osteoporose und anderen gesundheitlichen Problemen führen.

Liegen organische Ursachen – also beispielsweise eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut oder Polypen – zugrunde, können diese unbehandelt ebenfalls schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen. Die Schmierblutungen selbst stellen also meist ein Symptom einer anderen Ursache dar und haben selbst keine weiteren Beschwerden zur Folge. Bei mangelnder Intimhygiene kann es jedoch zu Entzündungen, Juckreiz und Rötungen kommen.

Die medikamentöse Behandlung birgt die typischen Risiken. So sind Neben- und Wechselwirkungen möglich und gelegentlich kommt es auch zu allergischen Reaktionen und Symptomen einer Unverträglichkeit. Liegt den Schmierblutungen eine Krebserkrankung zugrunde, kann die Chemotherapie oder die Strahlentherapie gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Auch eine Hormonbehandlung oder eine Ausschabung ist unter Umständen mit weiteren Komplikationen verbunden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Schmierblutung hängt immer von der auslösenden Ursache ab. Liegt eine Erkrankung an den Geschlechtsorganen vor, wird diese entsprechend behandelt. Dies kann mit Hilfe von Medikamenten, aber auch durch operative Eingriffe erfolgen. Hormonelle Ursachen können durch die Einnahme entsprechender Hormonpräparate behandelt werden.

Sind die Einnahme der Pille oder das Tragen einer Spirale die Ursache für die Schmierblutung können auftretende Schmierblutungen durch das Entfernen der Spirale oder durch einen Wechsel der Antibabypille behoben werden. Psychische Ursachen bedürfen meist einer psychologischen Therapie. Sind andere körperliche Erkrankungen ursächlich für die Schmierblutung verantwortlich, werden diese je nach vorliegender Grunderkrankung behandelt.

Eine Eileiterschwangerschaft muss operativ beendet werden. Im Eileiter kann kein gesunder und vollständig ausgereifter Fötus heranwachsen. Für die Mutter kann das weitere Wachstum des Embryos Lebensgefahr bedeuten. Sowohl zu Beginn, als auch zum Ende einer normalen Schwangerschaft sind Schmierblutungen in aller Regel harmlose Erscheinungen, die ohne weitere Behandlung von alleine wieder aufhören. Bei einer bestehenden Schwangerschaft muss der Arzt von Fall zu Fall entscheiden, ob eine Schmierblutung behandelt werden muss.

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Vorbeugung

Einer plötzlich einsetzenden Schmierblutung kann nicht vorgebeugt werden, da die Ursachen äußerst vielfältig sein können. Damit es nicht zu wiederholten Schmierblutungen mit ungeklärter Ursache kommt, ist es ratsam schon beim ersten Auftreten einer außergewöhnlichen Blutung die Ursache durch Arzt abklären zu lassen. So kann eine erneute Schmierblutung vermieden werden.

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Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013

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