Spirale

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. September 2017
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Mittlerweile existieren zahlreiche verschiedene Verhütungsmethoden. Zu den beliebtesten gehören vor allem die Antibabypille und das Kondom, aber auch die Spirale wird regelmäßig bei Frauen eingesetzt. Neben Vorteilen lassen sich jedoch ebenfalls Risiken feststellen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Spirale?

Bei der Spirale handelt es sich um ein Element der Empfängnisverhütung. 1928 erstmalig von Gräfenberg beschrieben, wurde die Spirale bis heute fortlaufend weiterentwickelt. Mittlerweile besteht sie aus flexiblem Kunststoff, der in die Gebärmutter implantiert wird. Die Spirale misst etwa 2,5 bis 3,5 Zentimeter und weist eine T-Form auf.

Heutzutage kann zwischen verschiedenen Spiralen differenziert werden. Zum einen lassen sich Spiralen aus Kupfer, aus Kunststoff ohne Zusätze oder welche mit Hormonzusatz einsetzen. Einige Modelle verzeichnen zudem ein Goldplättchen, damit die Spirale bei einem Ultraschallbild einfacher lokalisiert werden kann. Die Verhütung mit der Spirale gilt als sehr sicher. In der Regel muss sie jede fünf Jahre gewechselt werden, insofern eine gute Verträglichkeit besteht. Die Methode eignet sich jedoch nicht für alle Frauen.

So wird die Spirale normalerweise erst bei Frauen eingesetzt, die bereits ein Kind zur Welt gebracht haben. Junge Mädchen und Frauen mit unregelmäßigen Zyklen oder Entzündungen in der Region von Gebärmutter und Eierstöcken sollten auf andere Methoden ausweichen. Dasselbe gilt für das Vorliegen bestimmter Grunderkrankungen wie Diabetes und Nierenbeschwerden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die heutigen Spiralen werden nach einer vielfältigen Weiterentwicklung auch Intrauterinsystem genannt, abgekürzt IUPs. Zum einen differenzieren sich die Spiralen in ihrem Aufbau, zum anderen können teilweise auch Unterschiede bezüglich ihrer Wirkung festgestellt werden. Dabei ist der genaue Wirkmechanismus noch nicht vollständig erforscht. Bei der IUP mit Kupfer ist einer der Arme der T-förmigen Spirale von einem Kupferdraht umgeben.

Dieser ist eng um das Material gewickelt und stabilisiert so die Befestigung in der Gebärmutter. Abhängig von dem gewählten Produkt misst die Oberfläche des Kupfers 195 Quadratmillimeter bis 375 Quadratmillimeter. Das Kupfer gibt Ionen in die umliegenden Zellen ab. Die Kupferspirale löst in der Gebärmutter eine Entzündung aus, die als ungefährlich gilt. Wie bei jeder Entzündung reagiert der Körper mit dem Aufbau von Zellen, welche die Eindringlinge vernichten sollen, um die allgemeine Gesundheit nicht zu gefährden. Somit kommt es zu einer vermehrten Ansammlung weißer Blutkörperchen und Makrophagen im Bereich der Gebärmutter. Die Einnistung einer Eizelle kann auf diese Weise erschwert werden.

Bei der Spirale handelt es sich um ein Element der Empfängnisverhütung.

Gleichzeitig wirken die Kupferionen der Spirale auf die Spermien. Diese werden durch die Toxine beschädigt und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Je größer der Kupfergehalt ist, als desto intensiver gilt der Effekt auf die Spermien. Die Kupferionen verüben eine ähnliche Wirkung auf die Eileiter, wodurch die Einnistung direkt gehemmt wird. Deswegen eignet sich die Kupferspirale ebenfalls als ein Mittel des Schwangerschaftsabbruchs.

Die Spirale mit Gestagenzusatz gleicht äußerlich der Kupferspirale. Sie verfügt jedoch nicht über einen Kupferarm, stattdessen ist der Teil der Spirale mit Gestagen versehen. Die Wirkung beruht wiederum auf einer Entzündung durch den Fremdkörper. Darüber hinaus nimmt das Gebärmutterhalssekret eine dickflüssigere Konsistenz an, die Eileiter werden unbeweglicher und die Blutungsintensität reduziert. Einige Frauen profitieren durch die Spirale von weniger schmerzhaften Regelblutungen. IUPs ohne Zusatz werden in Deutschland nicht mehr eingesetzt. Diese reizen die Gebärmutter und gelten als gesundheitsgefährdend. Das Einsetzen einer Spirale sollte durch einen erfahrenen Frauenarzt erfolgen.

Nicht jede Spirale eignet sich für jede Frau, wichtiger Faktor ist hier zum Beispiel die Größe. Der Einsatz erfolgt normalerweise während der Menstruation, weil der Gebärmutterhals bei der Blutung leichter zu erreichen ist. Nicht selten verspüren Frauen während des Einsetzens Schmerzen. Nach Abschluss des Vorgangs ist eine regelmäßige Kontrolluntersuchung unausweichlich. Das Ziel der Spirale ist es somit, das Einnisten einer Eizelle und eine daraus resultierende Schwangerschaft zu vermeiden. Sexuell übertragbare Krankheiten lassen sich durch diese Verhütungsmethode jedoch nicht eliminieren.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Spirale gehört weltweit zu den beliebtesten Verhütungsmethoden. Dabei ist sie jedoch auch mit Risiken verbunden, die vor dem Einsetzen bedacht werden sollten. Die Stabilisierung der Spirale erfolgt durch einer Durchlochung des Gewebes in der Gebärmutter. Sitzt die Spirale zu tief, können starke Regelblutungen erscheinen.

Unter Umständen lässt sich der Faden nicht mehr lokalisieren. Ist dies der Fall, so muss die Spirale durch ein Ultraschallbild geortet und eine eventuelle Schwangerschaft getestet werden. Abhängig von dem Modell kommt es bei 0,5 bis 10 Prozent aller Patientinnen zu einem unbemerkten Ausstoßen der Spirale. Besonders häufig erfolgt diese in den ersten Monaten nach dem Einsetzen während der Menstruation. Weitere Nebenwirkungen und Beschwerden entwickeln sich durch Keime, die in die Gebärmutter gelangen und sich an der Spirale ansiedeln. Es kommt zu Entzündungen, Schmerzen und Blutungsstörungen.

Entzündungen können zu einer großflächigen Beschädigung der Eileiter führen. Unter Umständen resultiert aus einer solchen Entzündung eine bedingte Unfruchtbarkeit. Bei der Kupferspirale werden sehr starke oder außergewöhnlich schwache Blutungen beobachtet, bei der gestagenhaltigen Spirale können Zwischenblutungen und Schmierblutungen nicht ausgeschlossen werden. Bei etwa 20 Prozent aller Frauen kann nach einem Jahr der Anwendung gar keine Menstruation mehr festgestellt werden. Trotz eines niedrigen Pearl Indexes besteht weiterhin das Risiko einer Schwangerschaft. 50 bis 60 Prozent aller Schwangerschaften, die trotz einer Spirale entstanden sind, entwickeln sich zu Fehlgeburten.

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Quellen

  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Uhl, B.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2010
  • Weyerstahl, T., et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

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