Hirtentäschel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Der Hirtentäschel ist ein unscheinbares Kraut und wird aufgrund seiner kleinen Blätter an Wegesrändern kaum wahrgenommen. Hirtentäschel verfügt über ein erstaunliches Heilpotenzial und ist überall in Europa verbreitet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Hirtentäschel

Die Gewöhnliche Hirtentäschel, Capsella bursa pastoris, gehört botanisch gesehen zu den sogenannten Kreuzblütlern und ist im Volksmund auch unter einer ganzen Reihe von anderen Bezeichnungen und Namensgebungen bekannt. Blutwurz, Beutelschneider, Löffeldieb oder Burenschinken sind im volkstümlichen Sprachgebrauch häufige Ausdrücke für den Hirtentäschel.

Wird Hirtentäschel als Heilpflanze eingesetzt, dann wird stets das ganze Kraut verwendet, die Sammelzeit ist von Juni bis August. Da Hirtentäschel nährstoffreiche Böden liebt, ist er besonders in Gärten oder an Ackerrändern anzutreffen. Weitere typische Lokalisationen sind Böschungen, Wegesränder, Gräben, Weiden oder Schutthalden. Es handelt sich beim Hirtentäschel um ein Gewächs, das sowohl einjährig als auch mehrjährig wachsen kann.

Die in Bodennähe wachsende Rosette des Hirtentäschels ähnelt in Form und Aussehen der des Löwenzahns, sie ist jedoch weitaus unregelmäßiger gezackt. Die Stängel der Pflanze können bis zu einem halben Meter hochwachsen, am oberen Ende der Stängel kommt es dann zur Ausbildung kleiner, weißer Blüten. Diese Blüten entwickeln sich schließlich zu herzförmigen, flachen Täschchen, die der Pflanze ihren Namen gegeben haben. Bis zu einem halben Zentimeter können diese Schoten des Hirtentäschels groß werden.

Wirkung & Anwendung

Der Hirtentäschel ist eine europäische Heil- und Kulturpflanze mit einer langen Tradition. Seine heilkräftigen Wirkungen sind allerdings über die Jahrhunderte zunehmend in Vergessenheit geraten. In der sogenannten Schulmedizin spielt der Hirtentäschel daher heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Die traditionelle Volks- und Kräuterheilkunde hat den Hirtentäschel und seine Heilkraft für Mensch und Tier aber wiederentdeckt.

Hirtentäschel wird seit jeher mit einer blutstillenden Wirkung in Verbindung gebracht, die Hauptwirkung der Heilpflanze, die deshalb auch den Namen Blutwurz trägt. Dabei bezieht sich die blutstillende Wirkung nicht nur auf äußere Verletzungen und Läsionen, bei denen das zerstampfte Kraut in Form eines Breis direkt auf die blutenden Stellen aufgetragen werden kann.

Denn um die gefürchteten Nachblutungen nach einer Geburt zu minimieren, kann eine Teezubereitung aus den frischen oder getrockneten Pflanzenanteilen nach der Geburt schluckweise getrunken werden. Der Tee aus Hirtentäschelkraut ist ebenfalls erfolgreich in der Behandlung gegen zu starke Regelblutungen und die damit meist einhergehende Unterleibskrampfneigung.

Da Hirtentäschel nährstoffreiche Böden liebt, ist er besonders in Gärten oder an Ackerrändern anzutreffen.

Wird der Teesud rechtzeitig vor dem Einsetzen der Regelblutung getrunken, so lassen sich die Symptome meist abmildern. Neben dieser wichtigsten inneren und äußeren Wirkungsweise der Blutstillung wirkt Hirtentäschelkraut aber auch gegen eine ganze Reihe anderer gesundheitlicher Beschwerden und Befindlichkeitsstörungen. Neben der Förderung der Verdauungstätigkeit wurde eine Heilwirkung auf Hautekzeme sowie eine blutdruckregulierende Wirkung beobachtet.

Menschen mit hohem oder zu niedrigem Blutdruck können von einer Anwendung gleichermaßen profitieren. Da Hirtentäschelkraut völlig ungiftig und gut verträglich ist, eignet sich die Teezubereitung auch für den Dauergebrauch. Außer der Teezubereitung, am besten aus dem frisch geernteten Kraut kann auch eine alkoholische Tinktur zubereitet werden, die dann das ganze Jahr über zur Verfügung steht. Wer unter Nasenbluten leidet, kann den abgekühlten Hirtentäscheltee auch schnupfen.

Pharmakologische Analysen konnten unter anderem Acethylcholin, Tyramin, Brusasäure, ätherische Öle, Saponine, Kalium und verschiedene Gerb- und Bitterstoffe im Hirtentäschelkraut nachweisen. Es muss angenommen werden, dass das Zusammenspiel aller dieser und weiterer Inhaltsstoffe für die heilkräftige Wirkung des Hirtentäschelkrautes verantwortlich ist.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Hauptwirkung der Blutstillung wird durch ein sogenanntes Adstringieren der Blutgefäße erreicht. Die feinen Blutgefäße ziehen sich also unter der Wirkung des Hirtentäschels zusammen und die Blutung kann so meist schnell gestillt werden. Während der Schwangerschaft soll Hirtentäschel nicht verwendet werden, wegen der bis heute nicht bekannten Wirkung auf das Ungeborene. Sobald der Geburtsvorgang aber beendet ist, kann mit dem Teetrinken begonnen werden.

Auch wenn die innere blutstillende Wirkung von Hirtentäschelkraut signifikant ist, darf der Tee nur therapiebegleitend und nach ärztlicher Rücksprache angewendet werden. Die vorbeugende Wirkung von Hirtentäschel spielt besonders in der Frauenheilkunde zur Abmilderung von Menstruationsbeschwerden eine Rolle. Bei Neigung zu Unterleibskrämpfen oder starken Regelblutungen kann der Tee als Kur über mehrere Wochen getrunken werden. Die zusammenziehende Wirkung auf Gefäße kommt auch Patienten zugute, die unter Hämorrhoiden oder Krampfadern leiden. Außerdem kann das Hirtentäschelkraut gegen eine Neigung zur Gefäßverkalkung, Arteriosklerose, eingesetzt werden.

Allgemein wird dem Hirtentäschelkraut eine stoffwechselfördernde Heilwirkung zugeschrieben, was unter anderem seine große Bedeutung für Gesundheit und Vorbeugung in der traditionellen Naturheilkunde ausmacht. Nicht so bekannt, aber dennoch durchschlagend und hilfreich ist die entzündungshemmende Wirkung des Hirtentäschels. Deshalb können gute Heilerfolge auch in der Behandlung von Erkältungskrankheiten und Atemwegsinfektionen beobachtet werden.

Durch die Zusammensetzung des Pflanzensaftes ergeben sich antibakterielle, antivirale sowie antimykotische Wirkungen. Bei Halsentzündung ist es deshalb auch sinnvoll, mit dem lauwarmem Teesud zu gurgeln. Wegen seiner stoffwechselfördernden Eigenschaften hat sich Hirtentäschel auch einen Namen als Naturheilmittel gegen bestimmte Formen von Rheuma sowie Fettleibigkeit gemacht.

Der Teeaufguss kann also auch zur Unterstützung im Rahmen einer Diät eingesetzt werden. Aus Geschmacksgründen können dem Tee dabei andere wohlschmeckende Kräuter, beispielsweise Pfefferminze, Kamille oder Salbei, beigemengt werden. Gelangt der Tee in den Magen, so zieht sich die Magenschleimhaut sanft zusammen, was den Verdauungsprozess insgesamt unterstützen kann.

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