Wadenschmerzen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Wadenschmerzen sind ein unangenehmes Symptom, dem verschiedene Erkrankungen zugrunde liegen können. Sie treten häufig beim Laufen, Treppensteigen oder unnatürlichen Bewegungen auf. Betroffene sind durch die Beschwerden im täglichen Leben stark eingeschränkt, können den Problemen jedoch durch eine gezielte Behandlung entgegenwirken.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Wadenschmerzen?

Unter Wadenschmerzen versteht man einen zumeist ziehenden oder stechenden Schmerz in den Wadenmuskeln. Die Beschwerden können durch Durchblutungsstörungen auftreten, welche wiederum anatomischer Ursachen haben können.

So treten Schmerzen in den Waden vermehrt nach Unfällen auf. Betroffen ist meist nicht nur die Wade, sondern der ganze Fuß. Die Schmerzen breiten sich häufig erst über Monate oder Jahre im gesamten Bein aus.

Ursachen

Die Ursachen von Wadenschmerzen sind vielfältig. Sie treten durch Sportverletzungen wie Prellungen, Wadenkrämpfe und Blutergüsse auf, können jedoch auch durch Fehlhaltungen oder Überlastungen entstehen. Auch Durchblutungsstörungen sind eine Ursache von Schmerzen in den Waden. Das ist dann der Fall, wenn die Schmerzen vorwiegend beim Gehen auftreten und beim Sitzen wieder Nachlassen. Da diese Art der Wadenschmerzen auf ein erhöhtes Herzinfarktrisiko hindeuten, sollte schnell gehandelt werden.

Darüber hinaus können Probleme mit den Waden auch durch einen Bandscheibenvorfall und die damit verbundenen Irritationen von Nervenwurzeln auftreten. Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule sind auch ein Risikofaktor.

Zuletzt treten Wadenschmerzen häufig in Verbindung mit Thrombophlebitis auf. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der oberflächlichen Hautvenen, welche Schmerzen verursacht. Krampfadern, Arthritis und ähnliche Erkrankungen der Gefäße sind ebenfalls ein häufiger Auslöser für chronische Wadenprobleme.

Diagnose & Verlauf

Die Beschwerden in der Wade können durch Durchblutungsstörungen auftreten, welche wiederum anatomischer Ursachen haben können.

Die Diagnose von Wadenschmerzen hängt stark von der Ursache ab. Vorübergehende Probleme wie Schmerzen in den Waden nach dem Laufen lassen sich daran erkennen, dass die Schmerzen zwar stark und krampfartig sind, nach dem Ende der Belastung jedoch wieder verschwinden.

Allerdings kann es bei ständiger Überbelastung passieren, dass diese Schmerzen, welche auch als Logensyndrom bezeichnet werden, einen chronischen Verlauf nehmen. Sie bestehen dann auch im Ruhezustand. Die Diagnose erfolgt hier anhand eines ausführlichen Gesprächs mit dem Arzt und einer Untersuchung der Wadenmuskeln. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine Verdachtsdiagnose. Später werden weitere Untersuchungen vorgenommen, um andere Krankheiten als Ursache ausschließen zu können.

Liegt der Verdacht eines Logensyndroms vor, muss ein darauf spezialisierter Sportarzt konsultiert werden, welcher weitere Untersuchungen vornimmt und eine passende Therapie einleitet. Um dies zu bewerkstelligen, werden beispielsweise Druckmessungen und Belastungstests vorgenommen, aber auch ein Röntgenbild des Muskeln wird meist gemacht, um die abschließende Diagnose zu stellen.

Der Verlauf von Wadenschmerzen hängt ebenfalls von der zugrunde liegenden Ursache ab. Im Normalfall verstärken sich die Beschwerden über Monate oder Jahre hinweg, wenn keine Maßnahmen eingeleitet werden. Am Anfang ist es nur ein leichtes Stechen und im späteren Verlauf treten starke Schmerzen auf, die sich im gesamten Bein verteilen können. Dies hat eine starke Einschränkung der Lebensqualität zur Folge. Auch die Mobilität ist durch Schmerzen in den Waden geringer, da jede Bewegung beim Laufen und auch beim Autofahren äußerst unangenehm ist.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wadenschmerzen entstehen in den meisten Fällen durch eine ungewohnt starke Belastung, sodass es auch im Ruhezustand zu langanhaltenden Schmerzen kommt. Dennoch ist eine sofortige Behandlung durch einen Arzt nicht erforderlich, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich einfach um einen harmlosen Muskelkater.

Ein Muskelkater erfordert keine Behandlung durch einen Arzt, denn bereits nach zwei bis drei Tagen dürfte eine deutliche Besserung eintreten. Wenn nach diesem Zeitraum immer noch Schmerzen bestehen, dann sollte definitiv ein Arzt aufgesucht werden. Unter Umständen sind Muskeln oder Sehnen beschädigt, die nicht selbstständig heilen können. Wenn an dieser Stelle auf eine ärztliche und medikamentöse Behandlung verzichtet wird, drohen weitere Komplikationen. Bei einer weiteren Belastung der betroffenen Stellen, können einzelne Sehnen und Muskeln reißen, sodass eine Operation notwendig ist.

Somit gilt: Wadenschmerzen werden in den meisten Fällen durch ungewohnte Belastungen ausgelöst. Bestehen die Schmerzen allerdings auch noch nach zwei bis drei Tagen, so sollte eine ärztliche Untersuchung stattfinden. Ein entsprechender Arzt kann eine genaue Diagnose stellen, sodass ernsthafte Verletzungen frühzeitig erkannt und fachgerecht behandelt werden können. Wird auf eine solche Behandlung verzichtet, besteht die Gefahr von Langzeitschäden oder komplizierten Schädigungen einzelner Sehnen, Muskeln und Bänder.

Behandlung & Therapie

Wadenschmerzen können nach einer umfassenden Diagnose effektiv behandelt werden. Akute Muskelverletzungen, Zerrungen oder Prellungen werden durch eine Schonung der betroffenen Muskeln behandelt. Die so genannte PECH-Methode findet hier Anwendung (P wie Pause, E wie Eis, C wie Compression und H wie Hochlagern). Auch leichte Schmerzmittel sowie kühlende Schmerzsalben und Gele können verschrieben werden.

Letztere wirken entzündungshemmend und abschwellend. Liegt die Ursache der Wadenschmerzen in einem Muskelkrampf oder Verhärtungen, kommen Mineralstoffe wie Magnesium und Eisen zum Einsatz. Ebenso wird auf Massagen gesetzt, um Verhärtungen zu lösen und die Durchblutung der betroffenen Muskeln zu fördern.

Wadenschmerzen, welche aus einer chronische Fehl- oder Überlastung resultieren, lassen sich durch eine Schonung beheben. Es ist ratsam, die zugrunde liegenden Fehlhaltungen genau zu analysieren, um die Probleme zukünftig zu vermeiden. Probleme mit den Waden, die durch einen Muskelfaserriss entstehen, müssen operativ behandelt werden. Darüber hinaus wird zumeist das Tragen von Kompressionsstrümpfen verordnet, um die Muskeln nach dem chirurgischen Eingriff zu entlasten.

Aussicht & Prognose

Wadenschmerzen können eine harmlose Ursache haben. Die Aussichten und Prognosen richten sich danach, welche Ursache den Wadenschmerzen zugrunde liegen. Handelt es sich um Verspannungen, Magnesiummangel, Muskelkater, Wadenkrämpfe oder die Folgen sportlicher Überanstrengung, sind diese mit konventionellen Mitteln zu beheben. Schonung, Magnesium-Gaben, Massagen oder vorsichtige Dehnungen der verkürzten Muskeln sind angezeigt. Hat der Betroffene Sport betrieben, liegt es nahe, dass diese Ursachen infrage kommt. Ähnlich verhält es sich, wenn jemand seinen Körper durch Abführ- oder Entwässerungsmittel von Elektrolyten befreit.

Schlechter sieht die Prognose aus, wenn es sich um anders bedingte Wadenschmerzen handelt. Die Symptome können auf eine tief liegende Beinvenenthrombose, einen Muskelfaserriss oder Probleme mit den Füßen hindeuten. Bei anhaltenden Wadenschmerzen ist daher ärztlicher Rat einzuholen - insbesondere, wenn begleitende Symptome wie Schwellung, Rötung oder bläuliche Verfärbung, Fieber und ähnliches beobachtet werden.

Bestehen die Wadenschmerzen aufgrund von Fußproblemen, ist gegebenenfalls ein Orthopäde der richtige Ansprechpartner. Möglicherweise sind Einlagen notwendig. Sind die Wadenschmerzen als Folge einer Thrombose entstanden, ist die Prognose unterschiedlich. Bei sofortiger Konsultation eines Arztes kann der Thrombus medikamentös aufgelöst werden. In anderen Fällen kann es durch sein Wandern zu einer lebensbedrohlichen Embolie kommen. Daher sind Wadenschmerzen - vor allem nach langen Flügen oder stundenlangem Sitzen - genau zu hinterfragen.

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Vorbeugung

Schmerzen in den Waden lassen sich durch einen schonenden Umgang mit den Muskeln vorbeugen. Gerade Sportler können durch ein umfassendes Aufwärmprogramm und regelmäßige Dehnübungen eine Menge Probleme vermeiden. Zudem müssen erste Anzeichen einer drohenden Muskelverletzung frühzeitig erkannt werden, was einige Erfahrung voraussetzt.

Darüber hinaus entlastet der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten die Venen und Muskeln in den Waden. Allgemein kann eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung Wadenschmerzen in vielen Fällen vorbeugen. Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung verhindert zudem, dass vorliegende Probleme mit den Waden sich verschlimmern.

Das können Sie selbst tun

Bei Wadenschmerzen muss nicht immer ein Arzt konsultiert werden. Meistens lassen sich die Beschwerden mit Hilfe einiger Hausmittel und Maßnahmen selbst lindern. Zunächst empfiehlt es sich, die Beine möglichst oft hochzulagern und mit natürlichen Mitteln zu behandeln. Außerdem sollten die Waden vorerst geschont werden, damit die Schmerzen nicht noch weiter zunehmen.

Außerdem empfehlen sich bei Wadenkrämpfen Anwendungen mit kaltgepresstem Rosmarin- oder Lavendelöl sowie leichte Massagen. Bei einer möglichen Übersäuerung helfen frisches Obst und Gemüse, aber auch Basentabletten aus der Apotheke. Wadenschmerzen in Folge einer Venenerkrankung können mit Hilfe von Rosskastanien-Tee und dem venenkräftigenden Steinklee behandelt werden. Kühle Umschläge und Wickel mit Heilerde lindern akute Schmerzen und helfen auch bei chronischen Wadenproblemen. Bei beidseitigen Wadenschmerzen helfen warme Anwendungen und Naturheilmittel wie Pferdesalbe. Außerdem sollten die Waden morgens und abends abwechselnd kalt und heiß abgeduscht werden.

Wenn die Waden während des Wachstums schmerzen, helfen vor allem Entspannung, Bettruhe und ein gesunder Lebensstil. Treten die Wadenschmerzen trotz dieser Maßnahmen immer wieder auf, sollte ein Arzt hinzugezogen werden. Eine frühzeitige Abklärung ermöglicht eine zielgerichtete Behandlung und verhindert weitere Komplikationen.

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Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Pongratz, D., Zierz, S.: Neuromuskuläre Erkrankungen: Diagnostik, interdisziplinäre Therapie und Selbsthilfe. Deutscher Ärzteverlag, Köln 2003

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