Sportverletzungen
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)Sportverletzungen und Sportunfälle sind körperliche Schäden aller Art, die sich Freizeit- und Leistungssportler bei der Betätigung sportlicher Ausübungen zuziehen. Dabei unterscheidet sich das Verletzungsbild von Verletzungen, wie sie beispielsweise im Alltag vorkommen, erheblich. Auf die Gesamtheit aller Unfälle betrachtet, entfallen 20% auf Sportunfälle. Dies entspricht einer jährlichen Zahl von ca. zwei Millionen Deutschen. Hierbei sind Überlastungsschäden von akuten Sportverletzungen zu unterscheiden. Unterliegen Überlastungsschäden einem eher schleichenden Prozess, bei dem die Verletzung auf kein echtes Unfallereignis zurückzuführen ist, (Bsp. Achillessehnenentzündung), entstammen akute Schäden aus einem plötzlichen Vorfall (z.B. beim Sturz).
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Ursachen für Sportverletzungen
Die Folge ist eine fehlerhafte Technikausübung die zu ernsthaften Verletzungen führen kann. Darüber hinaus sind eine mangelhafte oder unzureichende Ausrüstung (z.B. Mountainbiken) sowie das Fehlen spezieller Kleidung (Kälte, Nässe, etc.) für viele Sportunfälle verantwortlich. Dagegen sind Sportverletzungen bei Leistungssportlern oftmals auf Überlastungen des Körpers und eine unzureichende Ausheilung einer Verletzung zurück zu führen.
Häufige und typische Sportverletzungen
Typische und häufige Sportverletzungen und Sportunfälle sind Prellungen und Verstauchungen (35,5%), Verrenkungen (28,4%) und Verletzungen von Bändern, Sehnen und Muskeln (20,3%). Charakteristisch für akut auftretende Sportverletzungen sind ein klares Ereignis mit sofortigem Schmerzbeginn, eine genaue Schmerzlokalisation sowie das Auftreten einer erkennbaren Symptomatik (Schwellung, Bluterguss, Rötung, etc.).
Prellungen und Verstauchungen sind typische Folgen einer Sportverletzung und begründen sich zum Beispiel durch einen Schlag, Aufprall oder Sturz. Bei einer Prellung (Kontusion) wird Gewebe gequetscht, hingegen Verstauchungen (Distorsionen) immer ein Gelenk betreffen.
Auch Bänderdehnungen- oder Risse an Schulter, Knie, Finger etc. werden oft durch unkontrollierte, über das normale Maß hinaus vollzogene Bewegungen verursacht. Praktisch jede Sportart hat ihre typischen Verletzungsmuster und Überlastungserscheinungen. So ist eine stundenlange Überlastung einzelner Muskelgruppen bei monotonen Bewegungsabläufen vorprogrammiert. Je nach Sportart werden Bänder, Sehnen und Muskeln unterschiedlich stark beansprucht. Dabei treten Verletzungen an Beinen und Füssen bei Sportarten wie z.B. Squash, Fußball oder auch Ski fahren besonders häufig auf.
Der Riss der Achillessehne beispielsweise, verursacht dabei ein knallartiges, peitschenhaftes Geräusch. Sportarten, bei deren Aktivität vorzugsweise die oberen Gliedmaßen wie Schultern, Arme und Hände zum Einsatz kommen, weisen auch hier eine erhöhte Verletzungsanfälligkeit auf (Bsp. Strecksehnenriss der Finger durch einen Angriffsschlag bei Volleyball).
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Vorbeugung von Sportverletzungen
Sportverletzungen und Sportunfälle können auf unterschiedliche Art und Weise vorgebeugt werden. Jedoch kann dabei eine hundertprozentige Verletzungsprävention nie erreicht werden. Das Risiko einer Verletzung wird lediglich gemindert.
Oft entstehen Sportverletzungen durch falschen Ehrgeiz, Übereifer und Überlastung, das Überschätzen eigener Fähigkeiten oder mangelhafte oder fehlende materielle Bedingungen. Dies gilt insbesondere für Freizeitsportler. Werden diese Komponenten ausreichend beachtet, minimiert sich das Risiko einer Körperschädigung bereits um ein Vielfaches. Das sogenannte Stretching, oder auch als Warm-Up bezeichnete aktive Aufwärmen der Muskulatur, ist heutzutage in der Wissenschaft umstritten. Daher sollte jeder für sich selbst einschätzen, ob und wann ein Warm-Up für seine Sportart sinnvoll ist (beispielsweise beim Turnen, Ballett, etc.).
Jedoch sollte die sekundär beanspruchte Muskulatur nicht außer Acht gelassen werden um muskuläre Dysbalancen zu verhindern. Beispielsweise ist eine kräftige Rumpfmuskulatur in fast jeder Sportart vonnöten. Arme und Beine dagegen können Kraft gegen äußere Widerstände nur dann optimal und effektiv entwickeln, wenn ihnen der Rumpf ein stabiles Widerlager bietet.
Durch den Einsatz eines Krafttrainings wird neben dem Aufbau von Kraft das Zusammenwirken von Kraft, Ausdauer und Koordination erzielt und trägt neben einer Verletzungsprophylaxe auch zur Leistungssteigerung bei.
Bücher über Sportverletzungen und Sportunfälle
Weitere Infos
- Sportunfälle und Verletzungen Teil 1
- Behandlung bei Prellungen
- Behandlung bei Verstauchungen
- Behandlung bei Zerrungen
