Muskelverhärtung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Dezember 2017
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Eine Muskelverhärtung oder Myogelose ist eine Verhärtung im Bereich der verschiedensten Muskel. Dabei kommt es zu schmerzhaften Verhärtungen, die als Knoten oder Wulste spürbar in Erscheinung treten können. Nur bei starken Schmerzen und wiederholtem Autreten sollte ein Arzt aufgesucht werden. Als Hausmittel gegen Muskelverhärtungen empfehlen sich Wärmebehandlungen wie Sauna oder warme Bäder. Auch leichte Massagen sind als Behandlung hilfreich.

Inhaltsverzeichnis

Definition Muskelverhärtung

Eine Muskelverhärtung oder Myogelose ist eine starke und meist schmerzhafte Verspannung der Muskulatur. Sie entsteht in den meisten Fällen bei übermäßigen sportlichen Aktivitäten. Eine derartige Überbelastung führt zu einer dauerhaften Verspannung der Muskulatur. Eine Muskelverhärtung kann jedoch auch durch das Einklemmen von Nerven oder Arthrose entstehen.

Gerade Sportler kennen diese oder ähnliche Situationen mit Sicherheit: Nach einem anstrengenden Langstreckenlauf oder Marathon kurz vor dem Zieleinlauf verspürt man ganz plötzlich im Oberschenkel, im Unterschenkel oder in der Wade einen stark stechenden Schmerz.

Eine Muskelverhärtung kann jedoch auch in den Oberarmen im Rücken oder im Schulterbereich auftreten. In vielen Fällen lässt der Schmerz nach einer kurzen Regenerationszeit wieder nach. Doch eine Muskelverhärtung kann auch über längere Zeit anhalten und zu einer großen Qual werden.

Ursachen

Doch wie entsteht eine solche Muskelverhärtung? Eine Muskelverhärtung entsteht durch eine lang anhaltende, starke Anspannung der Muskelfasern. Durch diese Anspannung drücken die Muskelfasern die feinen Kapillaren in der Muskulatur stark zusammen.

Dadurch werden diese nur eingeschränkt durchblutet und es entsteht eine Entzündung, welche die Muskulatur stark anspannen lässt. Das ist wiederum die Ursache für diese krampfartigen Schmerzen an den betroffenen Körperstellen. Man spricht hierbei von einer Muskelverhärtung.

Symptome

Krankheitsverlauf

Eine Physiotherapie ist besonders bei Sportverletzungen von Nutzen. Muskelverhärtungen werden gelockert, Laktat abgebaut, Zerrungen und kleine Muskelrisse frühzeitig erkannt und behandelt.

Dauert eine Muskelverhärtung trotz der weiter unten genannten Hausmittel und der vorbeugenden Maßnahmen mehrere Tage an, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, denn es könnte sich auch um eine nervliche Erkrankung handeln.

Nach einer ärztlichen Untersuchung kann die Lockerung und Entspannung der Muskeln mit entzündungshemmenden Medikamenten oder Magnesium-Präparaten gefördert werden. Sollte der Arzt keine andere medizinische Ursache finden, liegt das Entstehen einer Muskelverhärtung meist an einem zu starken oder einseitigem Training.

In diesem Fall sollte das Trainingsprogramm gründlich analysiert werden, damit der Grund für die Überbelastung der Muskeln festgestellt werden kann. Anschließend muss das Training so umgestellt werden, dass die Muskeln gleichmäßig belastet werden und eine erneute Muskelverhärtung vermieden wird.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: M62 Sonstige Muskelkrankheiten) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Durch die Muskelverhärtung leiden die Betroffenen in erster Linie an sehr starken und vor allem an stechenden Schmerzen. Diese Schmerzen können dabei die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verringern und einschränken. Ebenso kommt es auch zu Einschränkungen im Alltag, wobei die Durchführung bestimmter Arbeiten oder Sportarten durch die Muskelverhärtung nicht mehr ohne Weiteres möglich ist.

Auch die Ausübung des Berufes kann durch die Muskelverhärtung eingeschränkt sein. Weiterhin können Ruheschmerzen in der Nacht zu erheblichen Schlafstörungen und damit zu Depressionen oder zu einer allgemeinen Gereiztheit des Patienten führen. Weiterhin treten auch Bewegungseinschränkungen ein. Die genauen Einschränkungen und Komplikationen hängen bei der Muskelverhärtung auch stark vom betroffenen Muskel ab.

Vor allem bei einer weiteren starken Belastung kann es bei der Muskelverhärtung zu deutlichen Schmerzen und weiteren Folgeschäden kommen. Bei dauerhaften Schmerzen sollte aus diesem Grund auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Die Behandlung der Muskelverhärtung erfolgt in der Regel mit Hilfe von Massagen oder durch Wärmebehandlungen.

Dabei treten keine weiteren Komplikationen oder Beschwerden auf und es kommt in den meisten Fällen zu einem positiven Krankheitsverlauf. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Muskelverhärtung in der Regel nicht eingeschränkt oder verringert.

Behandlung & Therapie

Die geeignetste Methode, um einer bereits entstandenen Muskelverhärtung entgegen zu wirken, ist eine Wärmebehandlung und Sauna. So sind warme oder heiße Bäder, warme Umschläge oder das gezielte Auflegen einer Wärmflasche auf die verkrampften Stellen sehr empfehlenswert. Wärme fördert die Durchblutung und bringt auch starke Verspannungen zum Abklingen.

Eine sehr hilfreiche Maßnahme gegen eine Muskelverhärtung ist außerdem eine Massage der verhärteten Muskeln. Während einer bestehenden Muskelverhärtung, sollte das übliche Trainingspensum auf jeden Fall reduziert werden. Sportliche Aktivitäten trotz einer Muskelverhärtung können zu einer Verschlimmerung führen und den Muskel im schlimmsten Fall weiter schädigen.

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Vorbeugung

Der Nutzen einer Massage liegt in: der Förderung der Durchblutung, der Entspannung der Muskulatur, in der Schmerzlinderung und in der psychischen Entspannung.

Doch es muss nicht erst zu einer ausgeprägten Muskelverhärtung kommen. Es gibt einige hilfreiche Tipps, um einer Muskelverhärtung vorzubeugen. Auch wenn es draußen noch kalt ist, sollten Sportler immer genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Manchmal entsteht eine Muskelverhärtung auch durch einen Magnesiummangel im Körper. Daher ist es empfehlenswert, täglich eine in Wasser aufgelöste Magnesiumtablette zu sich nehmen.

Auch das richtige Aufwärmtraining vor einer jeden sportlichen Betätigung wirkt einer Muskelverhärtung entgegen, denn es regt die Muskelaktivität an. Gerade wenn ein Marathon oder ein anderes größeres Sportturnier ansteht, sollte man sich ausreichend aufwärmen und die Muskeln dehnen.

Auch das Tragen der richtigen Kleidung beugt einer Muskelverhärtung vor. Wenn der Körper bei starker Anstrengung sehr viel schwitzt, sollte die Kleidung nicht zu luftig sein, denn beim Schwitzen kühlt der Körper sehr schnell aus. Dies schadet der Muskulatur. Daher empfehlen Experten wärmere Kleidung, da die Durchblutung durch die Wärme gefördert wird.

Das können Sie selbst tun

Bei einer Muskelverhärtung ist es zunächst wichtig, sportliche Aktivitäten zu reduzieren oder ganz einzustellen. Um den betroffenen Muskel rasch wieder zu entspannen, sind kurze Dehnübungen empfehlenswert. Dies sollte jedoch niemals bis zur Schmerzgrenze gehen, da hier unter Umständen ernsthafte Schäden im Gewebe entstehen können. Anschließend ist Entspannung angebracht. Jede Art von Stress kann den Zustand verschlechtern oder die Heilung verlangsamen.

Ein 15-minütiges Bad mit warmen Wasser entspannt die Muskulatur schnell. Wärmende Umschläge aus der Apotheke lockern den Muskel ebenfalls gründlich auf. Weitere Wärmebehandlungen sind Saunagänge und Rotlichtbestrahlung. Je nach Wetter kann auch Sonnenbestrahlung eine Linderung der Schmerzen bewirken. Eine weitere Möglichkeit, die Verspannung zu lösen sind lokale Massagen an den betreffenden Muskeln. Dabei können zusätzlich entzündungshemmende Salben zur Schmerzlinderung sanft einmassiert werden. Dies empfiehlt sich besonders abends, kurz vor dem Schlafengehen.

Wichtig ist, während der gesamten Selbstbehandlung genügend Flüssigkeit aufzunehmen, um die Verspannung abklingen zu lassen. Für längerfristigen Erfolg gegen Muskelverhärtungen ist hingegen ein ausgeglichener Magnesiumhaushalt im Körper die beste behandelnde und vorbeugende Maßnahme. Dazu sind Magnesium-Präparate und Nahrungsmittel mit besonders hohem Magnesium-Anteil bestens geeignet.

Bücher über Muskelverhärtung

Quellen

  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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