Muskelfaserriss

Letzte Aktualisierung am 14. Februar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
Startseite » Krankheiten » Muskelfaserriss

Zu den typischen Sportverletzungen gehört der Muskelfaserriss. Meist tritt er im Bereich des Oberschenkels oder der Wade auf. Besonders Sprinter und Fußballer leiden oft an einem Muskelfaserriss, da die hohen Belastungen der Muskulatur bei diesen Sportarten besonders zur Geltung kommen. Fehlendes oder unzureichendes Aufwärmen und Dehnen sorgen dann meist für das Einreißen der Muskelfasern. Starke stechende Schmerzen sind dann die Folge.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Muskelfaserriss?

Ein Muskelfaserriss ist eine Sportverletzung, die häufig bei Laufsportarten und vor allem im Bereich der Oberschenkel oder der Waden auftritt. Es kommt bei dieser Verletzung zum Riss eines Muskelfaserbündels und nicht wie allgemein angenommen zum Riss einer einzigen Muskelfaser.

Ein Muskelfaserriss ist vergleichbar mit einer Muskelzerrung und einem Muskelriss, wobei die Muskelzerrung eine wesentlich leichtere und der Muskelriss eine deutlich schwerere Verletzung darstellt. Zu den Symptomen bei einem Muskelfaserriss gehören ein plötzlich auftretender, stechender Schmerz sowie später anhaltende Schmerzen beim Anspannen des entsprechenden Muskels. Es kommt bei einem Muskelfaserriss zudem zu Einblutungen im Muskel, die durch eine Ultraschalluntersuchung nachgewiesen werden können.

Ursachen

Ein Muskelfaserriss wird häufig durch zu starke oder auch zu abrupte Bewegungen verursacht. Dies kann ein Antritt oder auch ein Abbremsen einer Laufbewegung sein. Zurückzuführen ist der Muskelfaserriss oft auf eine Ermüdung oder Überlastung des Muskels, der den starken Kontraktionen und der Streckung nicht mehr Stand halten kann.

Auch ungenügendes Aufwärmen oder Kälte im Winter können als Ursachen dienen. Ist der Muskel nicht ordentlich auf das Training vorbereitet, wird er unzureichend durchblutet, die Kommunikation zwischen Muskel und Rezeptoren ist eingeschränkt und der Muskel reagiert nicht schnell genug. Auch grundsätzliche muskuläre Dysbalancen können einen Muskelfaserriss verursachen.

Dysbalancen liegen dann vor, wenn ein Muskel stärker ausgebildet ist als sein Gegenpart. Dann muss ein Muskel die Schwächen eines anderen ausgleichen und ist einer höheren Belastung ausgesetzt. Diese kann dann zu einem Muskelfaserriss führen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Muskelfaserriss äußert sich ohne Vorwarnung als akuter, krampfartiger Schmerz, ähnlich eines Messer- oder Nadelstiches. Der Betroffene versucht eine Schonhaltung einzunehmen, um den gerissenen Muskel möglichst nicht zu beanspruchen. Steigt das Schmerzempfinden durch das Anspannen, Drücken oder Dehnen eines Muskels stark an, sind dies weitere Anzeichen für einen Muskelfaserriss (meist ersten Grades).

Sind mehr als fünf Prozent der Fasern des Muskels gerissen, intensivieren sich die Symptome durch Schwellungen, die aber meist nach 24 Stunden bis zu zwei Tagen wieder abschwellen. Die Bildung eines Blutergusses (Hämatom) ist häufig die Folge. Schwerwiegende Muskelfaserrisse bis zum Muskelbündelriss werden auch durch Einblutungen sichtbar, wenn die aus Bindegewebe bestehende Muskelhülle einreißt und das Blut ins Gewebe dringt.

Der Patient spürt dabei den sofortigen Kraftverlust des Muskels, sodass dieser nur noch stark eingeschränkt aktiv sein kann und der Bewegungsablauf beeinträchtigt ist. Darüber hinaus kann ein Muskelfaserriss (ab Grad II) auch durch Ertasten festgestellt werden. Als Indiz wird eine Delle bis hin zur Verwölbung ersichtlich, weil sich die Muskelanteile zu den Sehnenenden zusammenziehen. Die exakte Deutung der Symptome und die Intensität der Verletzung ist von einem Arzt zu untersuchen.

Krankheitsverlauf

Eine Physiotherapie ist besonders bei Sportverletzungen von Nutzen. Muskelverhärtungen werden gelockert, Laktat abgebaut, Zerrungen und kleine Muskelrisse frühzeitig erkannt und behandelt.

Nach einem Muskelfaserriss sollte der Muskel möglichst nicht belastet werden, da er Zeit braucht, damit die Muskelfasern zusammenwachsen können. Ein Muskelfaserriss benötigt etwa 4-7 Wochen für die Heilung, wobei es Unterschiede je nach Sportler und Muskelfaserriss gibt.

Nach einigen Tagen oder Wochen sollte eine Besserung bemerkbar sein. Der Muskel fühlt sich wieder kräftiger an, wird belastbarer und die Dehnfähigkeit nimmt langsam zu. Es entstehen jedoch Narben in der Muskulatur, die auch langfristig zu einer eingeschränkten Elastizität des Muskels führen können.

Wird der Muskel nach einem Muskelfaserriss nicht ausreichend geschont, kann es zu Verknöcherungen kommen. Diese entwickeln sich aus Blutergüssen und beruhen meist auf einer falschen Behandlung nach dem Muskelfaserriss.

Komplikationen

Ein Muskelfaserriss ist ein Krankheitsbild, das mit verschiedenen Komplikationen verbunden ist. In der Regel entsteht ein Muskelfaserriss durch eine Überbelastung des entsprechenden Muskels. Die betroffene Person ist besonders im Bewegungsablauf gestört, da ein solcher Muskelfaserriss sehr schmerzhaft ist. Auch im Ruhezustand kann es zu stechenden Schmerzen in der jeweiligen Körperregion kommen.

Unter Umständen kann sich sogar eine Entzündung bilden, wenn die betroffene Stelle weiterhin stark belastet wird. In besonders schlimmen Fällen bildet sich sogar ein Abszess, der mit Eiterflüssigkeit gefüllt ist. Eine solche Ansammlung von Eiter kann diverse andere Komplikationen hervorrufen. Wenn diese Flüssigkeit in den Blutkreislauf gelangt, kann es sogar unter Umständen zu einer Blutvergiftung kommen.

Auch ein Infekt kann so entstehen. Starke Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen sind die Folge. Wer diese Komplikationen vermeiden möchte, der sollte sich frühzeitig in ärztliche Behandlung begeben. Durch die Einnahme entsprechender Medikamente kann eine schnelle Heilung erfolgen und Komplikationen treten erst gar nicht auf.

Somit gilt: Ein Muskelriss ist unter Umständen mit verschiedenen Komplikationen verbunden, die immer von einem Arzt entsprechend behandelt werden sollte. Andernfalls können permanente Folgeschäden drohen, sodass eine vollständige Genesung nicht mehr möglich ist.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Behandlung & Therapie

Die Behandlung bei einem Muskelfaserriss unterscheidet sich je nach Verletzungsschwere und den allgemeinen körperlichen Voraussetzungen des Verletzten. Die Erstversorgung läuft dabei nach dem PECH-Schema ab. Dementsprechend kommen bei einem Muskelfaserriss Pause, Eis, Compression (Druckverband) und Hochlegen zum Einsatz. So werden starke Blutungen und Schwellungen verhindert. Diese Sofortmaßnahmen können zudem für den weiteren Erfolg der Behandlung und die Dauer der Verletzung entscheidend sein.

In den folgenden Tagen sollte der Muskel ausgiebig geschont werden. Bei einem Muskelfaserriss im Bein erleichtern Armstützen das Gehen. Dazu kommen Kältebehandlungen und Übungen zur Muskelentspannung. Die Übungen sorgen zudem dafür, dass die Muskelkraft erhalten bleibt. Förderlich für die Heilung nach einem Muskelfaserriss können auch spezielle Tape-Verbände sein, die den Muskelfasern beim Zusammenwachsen helfen.

Ob eine Operation sinnvoll ist, wird individuell bestimmt. In der Regel wird jedoch nur operiert, wenn ein Großteil des Muskelfaserbündels gerissen ist und so das natürliche Zusammenwachsen der Muskelfasern bei einem schweren Muskelfaserriss unmöglich ist.

Das können Sie selbst tun

Wenn der Verdacht auf einen Muskelfaserriss besteht ist die sportliche Aktivität sofort einzustellen, um den Schaden zu begrenzen. Je früher die richtigen Maßnahmen getroffen werden, desto schneller verheilt der Riss.

Der verletzte Muskel sollte mittels einer Schlinge oder einem Verband ruhiggestellt werden. Anschließend hilft kühlen gegen den Schmerz. Dazu eignen sich feuchtkalte Umschläge und Eispackungen. Wichtig: Eispackungen sollten nicht direkt mit der Haut in Kontakt kommen, sondern in einem Tuch eingewickelt werden. Andernfalls drohen Erfrierungen. Die Eisbehandlung für etwa 20 Minuten anwenden. Eine ähnliche Wirkung wie das Kühlen mit Eis hat auch ein Druckverband. Der Vorteil dabei: Der elastische Verband stabilisiert den Muskel zusätzlich und schränkt die Beweglichkeit ein. Der Verband darf jedoch nicht zu eng angebracht werden, um keine Nerven und Blutgefäße einzuklemmen.

Das Hochlagern des betroffenen Körperteils hilft dabei, den Blutstrom im verletzten Gewebe zu verringern. Dadurch verringert sich der Schmerz und die Schwellung geht zurück. Aus diesem Grund ist auch Wärme unmittelbar nach der Verletzung zu vermeiden, da hierdurch die Durchblutung angeregt wird. Diese Maßnahmen entfalten ihre Wirkung optimal, wenn sie in Kombination angewendet werden.

Bücher über Muskelfaserriss

Quellen

  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren: