Gesuendernet

Muskelfaserriss

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Peter Hoffmann (Facharzt für Allgemeinmedizin)

Zu den typischen Sportverletzungen gehört der Muskelfaserriss. Meist tritt er im Bereich des Oberschenkels oder der Wade auf. Besonders Sprinter und Fußballer leiden oft an einem Muskelfaserriss, da die hohen Belastungen der Muskulatur bei diesen Sportarten besonders zur Geltung kommen. Fehlendes oder unzureichendes Aufwärmen und Dehnen sorgen dann meist für das Einreißen der Muskelfasern. Starke stechende Schmerzen sind dann die Folge.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Muskelfaserriss?

Ein Muskelfaserriss ist eine Sportverletzung, die häufig bei Laufsportarten und vor allem im Bereich der Oberschenkel oder der Waden auftritt. Es kommt bei dieser Verletzung zum Riss eines Muskelfaserbündels und nicht wie allgemein angenommen zum Riss einer einzigen Muskelfaser.

Ein Muskelfaserriss ist vergleichbar mit einer Muskelzerrung und einem Muskelriss, wobei die Muskelzerrung eine wesentlich leichtere und der Muskelriss eine deutlich schwerere Verletzung darstellt. Zu den Symptomen bei einem Muskelfaserriss gehören ein plötzlich auftretender, stechender Schmerz sowie später anhaltende Schmerzen beim Anspannen des entsprechenden Muskels. Es kommt bei einem Muskelfaserriss zudem zu Einblutungen im Muskel, die durch eine Ultraschalluntersuchung nachgewiesen werden können.

Ursachen für Muskelfaserriss

Ein Muskelfaserriss wird häufig durch zu starke oder auch zu abrupte Bewegungen verursacht. Dies kann ein Antritt oder auch ein Abbremsen einer Laufbewegung sein. Zurückzuführen ist der Muskelfaserriss oft auf eine Ermüdung oder Überlastung des Muskels, der den starken Kontraktionen und der Streckung nicht mehr Stand halten kann.

Auch ungenügendes Aufwärmen oder Kälte im Winter können als Ursachen dienen. Ist der Muskel nicht ordentlich auf das Training vorbereitet, wird er unzureichend durchblutet, die Kommunikation zwischen Muskel und Rezeptoren ist eingeschränkt und der Muskel reagiert nicht schnell genug. Auch grundsätzliche muskuläre Dysbalancen können einen Muskelfaserriss verursachen.

Dysbalancen liegen dann vor, wenn ein Muskel stärker ausgebildet ist als sein Gegenpart. Dann muss ein Muskel die Schwächen eines anderen ausgleichen und ist einer höheren Belastung ausgesetzt. Diese kann dann zu einem Muskelfaserriss führen.

Typische Symptome und Anzeichen bei Muskelfaserriss

Krankheitsverlauf Muskelfaserriss

Nach einem Muskelfaserriss sollte der Muskel möglichst nicht belastet werden, da er Zeit braucht, damit die Muskelfasern zusammenwachsen können. Ein Muskelfaserriss benötigt etwa 4-7 Wochen für die Heilung, wobei es Unterschiede je nach Sportler und Muskelfaserriss gibt.

Nach einigen Tagen oder Wochen sollte eine Besserung bemerkbar sein. Der Muskel fühlt sich wieder kräftiger an, wird belastbarer und die Dehnfähigkeit nimmt langsam zu. Es entstehen jedoch Narben in der Muskulatur, die auch langfristig zu einer eingeschränkten Elastizität des Muskels führen können.

Wird der Muskel nach einem Muskelfaserriss nicht ausreichend geschont, kann es zu Verknöcherungen kommen. Diese entwickeln sich aus Blutergüssen und beruhen meist auf einer falschen Behandlung nach dem Muskelfaserriss.

Rezeptfreie Medikamente bei Sportverletzungen

Hier Informieren:

Medikamente bei Unfällen und Verletzungen günstig und kompetent bei mycare Versandapotheke


Behandlung und Therapie von Muskelfaserriss

Die Behandlung bei einem Muskelfaserriss unterscheidet sich je nach Verletzungsschwere und den allgemeinen körperlichen Voraussetzungen des Verletzten. Die Erstversorgung läuft dabei nach dem PECH-Schema ab. Dementsprechend kommen bei einem Muskelfaserriss Pause, Eis, Compression (Druckverband) und Hochlegen zum Einsatz. So werden starke Blutungen und Schwellungen verhindert. Diese Sofortmaßnahmen können zudem für den weiteren Erfolg der Behandlung und die Dauer der Verletzung entscheidend sein.

In den folgenden Tagen sollte der Muskel ausgiebig geschont werden. Bei einem Muskelfaserriss im Bein erleichtern Armstützen das Gehen. Dazu kommen Kältebehandlungen und Übungen zur Muskelentspannung. Die Übungen sorgen zudem dafür, dass die Muskelkraft erhalten bleibt. Förderlich für die Heilung nach einem Muskelfaserriss können auch spezielle Tape-Verbände sein, die den Muskelfasern beim Zusammenwachsen helfen.

Ob eine Operation sinnvoll ist, wird individuell bestimmt. In der Regel wird jedoch nur operiert, wenn ein Großteil des Muskelfaserbündels gerissen ist und so das natürliche Zusammenwachsen der Muskelfasern bei einem schweren Muskelfaserriss unmöglich ist.

Bücher über Muskelfaserriss

Weitere Infos

Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2013; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2013, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Muskelfaserriss?

Name oder Pseudonym:
E-Mail (optional):
(Wird nicht angezeigt. Nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden.)
Kommentar:
(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)
Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?