Muskelfaserriss
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Friedrich (Facharzt für Innere Medizin)Anzeige
Zu den typischen Sportverletzungen gehört der Muskelfaserriss. Meist tritt er im Bereich des Oberschenkels oder der Wade auf. Besonders Sprinter und Fußballer leiden oft an einem Muskelfaserriss, da die hohen Belastungen der Muskulatur bei diesen Sportarten besonders zur Geltung kommen. Fehlendes oder unzureichendes Aufwärmen und Dehnen sorgen dann meist für das Einreißen der Muskelfasern. Starke stechende Schmerzen sind dann die Folge.
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Was ist ein Muskelfaserriss?
Ein Muskelfaserriss ist vergleichbar mit einer Muskelzerrung und einem Muskelriss, wobei die Muskelzerrung eine wesentlich leichtere und der Muskelriss eine deutlich schwerere Verletzung darstellt. Zu den Symptomen bei einem Muskelfaserriss gehören ein plötzlich auftretender, stechender Schmerz sowie später anhaltende Schmerzen beim Anspannen des entsprechenden Muskels. Es kommt bei einem Muskelfaserriss zudem zu Einblutungen im Muskel, die durch eine Ultraschalluntersuchung nachgewiesen werden können.
Ursachen für Muskelfaserriss
Auch ungenügendes Aufwärmen oder Kälte im Winter können als Ursachen dienen. Ist der Muskel nicht ordentlich auf das Training vorbereitet, wird er unzureichend durchblutet, die Kommunikation zwischen Muskel und Rezeptoren ist eingeschränkt und der Muskel reagiert nicht schnell genug. Auch grundsätzliche muskuläre Dysbalancen können einen Muskelfaserriss verursachen.
Dysbalancen liegen dann vor, wenn ein Muskel stärker ausgebildet ist als sein Gegenpart. Dann muss ein Muskel die Schwächen eines anderen ausgleichen und ist einer höheren Belastung ausgesetzt. Diese kann dann zu einem Muskelfaserriss führen.
Typische Symptome und Anzeichen bei Muskelfaserriss
Krankheitsverlauf Muskelfaserriss
Nach einem Muskelfaserriss sollte der Muskel möglichst nicht belastet werden, da er Zeit braucht, damit die Muskelfasern zusammenwachsen können. Ein Muskelfaserriss benötigt etwa 4-7 Wochen für die Heilung, wobei es Unterschiede je nach Sportler und Muskelfaserriss gibt.
Nach einigen Tagen oder Wochen sollte eine Besserung bemerkbar sein. Der Muskel fühlt sich wieder kräftiger an, wird belastbarer und die Dehnfähigkeit nimmt langsam zu. Es entstehen jedoch Narben in der Muskulatur, die auch langfristig zu einer eingeschränkten Elastizität des Muskels führen können.
Wird der Muskel nach einem Muskelfaserriss nicht ausreichend geschont, kann es zu Verknöcherungen kommen. Diese entwickeln sich aus Blutergüssen und beruhen meist auf einer falschen Behandlung nach dem Muskelfaserriss.
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Behandlung und Therapie von Muskelfaserriss
In den folgenden Tagen sollte der Muskel ausgiebig geschont werden. Bei einem Muskelfaserriss im Bein erleichtern Armstützen das Gehen. Dazu kommen Kältebehandlungen und Übungen zur Muskelentspannung. Die Übungen sorgen zudem dafür, dass die Muskelkraft erhalten bleibt. Förderlich für die Heilung nach einem Muskelfaserriss können auch spezielle Tape-Verbände sein, die den Muskelfasern beim Zusammenwachsen helfen.
Ob eine Operation sinnvoll ist, wird individuell bestimmt. In der Regel wird jedoch nur operiert, wenn ein Großteil des Muskelfaserbündels gerissen ist und so das natürliche Zusammenwachsen der Muskelfasern bei einem schweren Muskelfaserriss unmöglich ist.
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Weitere Infos
Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2012; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2012, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.
Von Dr. med. Albrecht Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin).
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