Perniziöse Anämie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. September 2017
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Erkrankungen des Blutsystems nehmen neben Krankheiten des Lymphsystems einen großen Part in der Medizin ein. Eine perniziöse Anämie kommt sowohl bei sehr jungen als auch bei erwachsenen Menschen vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine perniziöse Anämie?

Hinter dem Begriff Anämie verbirgt sich eine Blutkrankheit, welche als Blutarmut auch im umgangssprachlichen Gebrauch bekannt ist. Dies stammt sicherlich daher, dass eine perniziöse Anämie sogar äußerlich sichtbar ist, wenn dieser Zustand nicht behandelt wird.

Die perniziöse Anämie ist nur eine Erkrankung des blutführenden Systems, welche sich ausschließlich auf die roten Blutkörperchen bezieht. Die Erkrankung basiert auf einer verminderten Reifung und Einlagerung des roten Blutfarbstoffs in den Erythrozyten.

Wird eine perniziöse Anämie nicht adäquat therapiert, können die auftretenden Defizite, welche innerhalb der Blutversorgung auftreten, mit einem tödlichen Ausgang verbunden sein. Eine andere Benennung der perniziösen Anämie ist Morbus Biermer.

Ursachen

Die Ursachen, welche eine perniziöse Anämie bedingen und einen unter Umständen sehr problematischen Verlauf auslösen können, liegen innerhalb solcher Prozesse, die mit der Herstellung von Hämoglobin verbunden sind.

Der rote Blutfarbstoff kann nur dann gebildet werden, wenn entsprechende Voraussetzungen bestehen. Fehlen die Grundlagen, wie Vitamin B12, ist die Synthese von Hämoglobin nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Tritt eine Unterversorgung mit Vitamin B12 durch eine zu geringe orale Aufnahme ein, kann dies zu einer Beeinträchtigung der sogenannten Hämoglobinsynthese führen.

Eine unzureichende Bereitstellung von Vitamin B12 kann durch Alkoholismus, die Aufnahme von Magenschutzpräparaten sowie durch verschiedenen Erkrankungen des Magens und Magenkrebs verursacht werden. Lachgas bindet zudem Vitamin B12 und auch ein vermehrter Verbrauch von Vitamin B12 durch eine Schwangerschaft kann eine perniziöse Anämie bedingen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die perniziöse Anämie zeigt sich im äußeren Erscheinungsbild der Betroffenen durch eine auffällige Blässe der Haut sowie der Schleimhäute. Außerdem ist das Leistungsvermögen der Patientinnen und Patienten durch eine Blutarmut und eine bestehende Unterversorgung mit Sauerstoff typisch.

Darüber hinaus ist der Verlauf der perniziösen Anämie durch neurologische Auffälligkeiten wie Durchblutungsstörungen mit Kribbeln und Taubheit in den Extremitäten sowie Störungen des Gleichgewichts gekennzeichnet. Außerdem verschlechtert sich das Krankheitsbild einer perniziösen Anämie durch Störungen der Sehfähigkeit und Depressionen, demenzielle Defizite und eine gelblich-graue Färbung der Haut.

Weitere Anzeichen sind eine abnorme Glätte der Zungenoberfläche sowie eine zunehmende Neigung zum Kreislaufkollaps. Diese Symptome sind wichtig für die Diagnostik. Diese wird bei der perniziösen Anämie durch eine Untersuchung des Blutes ergänzt. Verschiedene Tests ermöglichen zudem eine eindeutige Differentialdiagnose. Sie umfassen im Zusammenhang mit der Erkrankung die Überprüfung des Gastringehaltes im Blutplasma, den sogenannten Schillingtest und die Bestimmung von speziellen Antikörpern.

Komplikationen

Eine perniziöse Anämie kann zu unterschiedlichen Komplikationen führen. Die meisten Patienten leiden insbesondere unter Müdigkeit und Schwächegefühlen, was auf den Mangel an Sauerstoff innerhalb des Körpers zurückzuführen ist. Ohne eine fachgerechte Behandlung drohen ernsthafte Probleme an unterschiedlichen Organen.

Von Folgeerscheinungen der perniziösen Anämie ist häufig das Herz betroffen. So muss es mehr arbeiten, um Sauerstoff für Organe und Gewebe bereitstellen zu können. Aufgrund der ungewöhnlich hohen Leistung kann es zu Beschwerden wie Herzgeräuschen, raschen Herzschlag, Herzrhythmusstörungen oder eine Vergrößerung des Herzens kommen.

Im schlimmsten Fall leidet der Betroffene an einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche). Der Mangel an Cobalamin kann zudem Herzkrankheiten begünstigen. So erhöht sich im Körper die Konzentration der chemischen Substanz Homocystein. Im weiteren Verlauf sind ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall möglich.

Auch die Nervenzellen werden aufgrund der perniziösen Anämie häufig in Mitleidenschaft gezogen. Bemerkbar macht sich dies an neurologischen Beschwerden wie Kribbeln an den Gliedmaßen, Taubheitsgefühle, Schwierigkeiten beim Gehen sowie den Verlust des Gleichgewichts. Der niedrige Cobalaminspiegel hat zudem Auswirkungen auf Geschmackssinn, Geruchssinn und Sehvermögen. Mitunter zeigen sich auch Veränderungen des Geistes wie Gedächtniseinbußen oder Verwirrtheit.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung der perniziösen Anämie basiert hauptsächlich auf dem Ausgleich des Mangels an Vitamin B12 durch Medikamente. Grundsätzlich verlangen die blutbildenden Organe des Menschen eine stete Zufuhr dieses Vitamins. Nur so kann die Hämoglobinsynthese ermöglicht werden.

Wenn es durch eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut zu einer perniziösen Anämie gekommen ist, muss die Verabreichung von Vitamin B12 über die Muskeln erfolgen, da die Schleimhaut nicht in der Lage ist, diese Substanz zu resorbieren. Zeigen labortechnische Untersuchungen einen unzureichenden Vorrat an Eisen, muss dieser Mangel zusätzlich aufgefüllt werden, um die Krankheit zu therapieren.

Zur besseren Aufnahme des Vitamins B12, sollte eine entsprechende Behandlung der Gastroenteritis vorgenommen werden. Diese Therapie ist dann unumgänglich, wenn die Magenschleimhaut nicht in der Lage ist, das über die Nahrung aufgenommene Vitamin B12 in den Stoffwechsel zu überführen.

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Vorbeugung

Die Prophylaxe gegen eine perniziöse Anämie umfasst zunächst eine ausreichende Aufnahme von Vitamin B12 durch eine orale Zufuhr über entsprechende Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel.

Entsteht ein Mehrbedarf an Vitamin B12, sollte dieser ebenfalls durch Vitamin B 12-haltige Präparate ausgeglichen werden. Eine Umstellung der Ernährungsweise und die Therapie eines diagnostizierten Mangels an Folsäure ist ebenfalls bedeutsam, um eine perniziöse Anämie zu vermeiden. Liegt der Verdacht auf einer Magenschleimhautentzündung vor, ist ein großes Blutbild wichtig, um der Erkrankung vorbeugend entgegen zu wirken.

Bücher über Vitamin B12

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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