Kokzygodynie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Oktober 2017
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Schmerzen der unteren Wirbelsäule kennzeichnen die Kokzygodynie bzw. die Steißbeinschmerzen. Häufig heilt die Erkrankung nach einigen Wochen. Medizinisch erfolgt meist eine Symptombehandlung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Kokzygodynie?

Die Kokzygodynie wird gelegentlich auch als Steißbeinneuralgie bezeichnet. Damit ist die Kokzygodynie eine Erkrankung, die sich an der unteren Wirbelsäule in Höhe des Steißbeins (einige Wirbel, die verkümmert und miteinander verbunden sind) vor allem durch charakteristische Schmerzen äußert.

Die Schmerzen, die bei einer vorliegenden Kokzygodynie auftreten, sind häufig brennend, ziehend oder stechend. In der Regel treten die Schmerzen bei einer Kokzygodynie vor allem in sitzenden Positionen auf.

Entwicklungsgeschichtlich betrachtet ist das von der Kokzygodynie betroffene Steißbein ein rückgebildeter Teil des Schwanzskeletts. Die Bezeichnung der Kokzygodynie geht auf die Knochengruppe (Os coccygis) zurück, die bei der Erkrankung von Schmerzen betroffen ist.

Die Kokzygodynie ist eine Erkrankung, die relativ selten auftritt. Kommt es zu einer Kokzygodynie, so sind davon überwiegend Frauen betroffen.

Ursachen

Mögliche Ursachen einer Kokzygodynie sind vielfältig. Nicht immer kann die Kokzygodynie auf eine konkrete Ursache zurückgeführt werden. Häufig ist die Kokzygodynie Folge von Verletzungen, die bei Stürzen auf die Gesäßregion entstehen.

Aber auch durch anderweitige Belastungen kann eine Kokzygodynie hervorgerufen werden; beispielsweise durch langes Sitzen auf hartem Untergrund. Ursache einer Kokzygodynie können darüber hinaus auch andere zugrunde liegende Erkrankungen sein: Zu einer Kokzygodynie führen können beispielsweise sogenannte Lumbalgien (im Volksmund auch als Hexenschuss bezeichnet), Bandscheibenvorfälle oder Tumore in der Region des Steißbeins.

Verursacht werden kann eine Kokzygodynie außerdem durch gynäkologische Erkrankungen oder durch Fehlbildungen des Steißbeins. Des Weiteren können etwa Entbindungen oder operative Eingriffe eine Kokzygodynie begünstigen. In vielen Fällen liegen einer Kokzygodynie außerdem psychische Belastungen zugrunde.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schmerzen am Steißbein sollten medizinisch untersucht werden.

Um eine Kokzygodynie zu diagnostizieren, erfolgt meist zunächst ein umfassendes Arztgespräch. Diesem Gespräch folgt dann eine körperliche Untersuchung.

Ergibt sich in diesem Zusammenhang der Verdacht auf eine Kokzygodynie, kann dieser Verdacht durch verschiedene Verfahren bestätigt werden. Welches diagnostische Verfahren sinnvoll ist, hängt unter anderem von der vermuteten Ursache einer Kokzygodynie ab. Hilfreich kann beispielsweise die Durchführung einer MRT (Magnetresonanztomografie) oder CT (Computertomografie) der Beckenregion sein. Auch das Ultraschallverfahren findet Anwendung zur Diagnose einer organisch bedingten Kokzygodynie.

Abhängig von der Ursache einer Kokzygodynie kann diese individuell sehr unterschiedlich verlaufen. In vielen Fällen dauert eine Kokzygodynie über einige Tage bis Wochen an, um dann wieder abzuklingen. Gelegentlich kann eine Kokzygodynie aber auch mehrere Jahre anhalten und sich schließlich chronisch entwickeln.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei einer Kokzygodynie auch ohne medizinische Behandlung zu einer Heilung der Krankheit. Die Schmerzen in der Wirbelsäule verschwinden dabei in den meisten Fällen von alleine wieder und es kommt zu keinen besonderen Komplikationen. Nicht selten leiden die Betroffenen an brennenden oder stechenden Schmerzen.

Diese Schmerzen können sich dabei aus dem Steißbein auch in andere Regionen des Körpers ausbreiten und auch in diesen zu erheblichen Beschwerden führen. Die Lebensqualität des Betroffenen wird durch die Kokzygodynie deutlich eingeschränkt und verringert. Ebenso kommt es dabei nicht selten zu Einschränkungen in der Bewegung und auch zu Koordinationsstörungen. Bestimmte Tätigkeiten oder die Ausübung von Sportarten ist für den Betroffenen dabei in der Regel nicht mehr möglich.

Durch diese Einschränkungen kommt es nicht selten zu psychischen Beschwerden oder zu anderen Verstimmungen und Depressionen. In den meisten Fällen findet die Behandlung selbst nur symptomatisch statt, sodass vor allem die Schmerzmittel mit Hilfe von Medikamenten oder durch verschiedene Therapien behandelt werden. Dabei treten keine besonderen Komplikationen auf. Die Lebenserwartung wird durch die Kokzygodynie in den meisten Fällen nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Die Therapie einer Kokzygodynie orientiert sich zunächst an den Ursachen, die der Erkrankung beim Einzelnen zugrunde liegen. In Fällen, in denen keine organische Ursachen für eine Kokzygodynie gefunden werden können, zentriert sich die medizinische Behandlung der Kokzygodynie in der Regel vor allem auf die Symptombekämpfung; die Bekämpfung der Schmerzen.

Begegnet werden kann den Schmerzen, die bei einer Kokzygodynie auftreten, beispielsweise mithilfe eines Lokalanästhetikums (eines Mittels zur lokalen Betäubung). Das Anästhetikum wird an der schmerzenden Körperstelle injiziert und behebt so im Rahmen seiner Wirkungsdauer die Schmerzen.

Maßnahmen, die schmerzlindernd wirken können, sind darüber hinaus beispielsweise gezielte Physiotherapien, die Akupunktur oder verschiedene Entspannungsverfahren. Hilfsmittel, die bei einer Kokzygodynie zur kurzfristigen Schmerzlinderung beitragen können, sind etwa Sitzkeile oder -ringe.

Liegen einer Kokzygodynie unter anderem psychische Faktoren zugrunde, so können individuelle Psychotherapien zur Bekämpfung der Schmerzen beitragen. Ist eine Kokzygodynie bei einem Betroffenen mit sehr ausgeprägten und kontinuierlichen Schmerzen verbunden, gibt es Möglichkeiten, über Katheter für eine längerfristige Versorgung mit anästhetischen bzw. schmerzlindernden Wirkstoffen zu sorgen.

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Vorbeugung

Um eine Kokzygodynie zu verhindern, kann es beispielsweise hilfreich sein, Verletzungen nach Stürzen auf das Steißbein zügig zu behandeln. Möglich ist das etwa mithilfe von schmerzlindernden Salben. Auch die Inanspruchnahme von Frühuntersuchungen auf Erkrankungen des Beckenbereichs, die zu einer Kokzygodynie beitragen können, kann zur Prävention der Kokzygodynie beitragen. Um zu verhindern, dass psychische Konflikte zu einer Kokzygodynie führen, können diese beispielsweise psychotherapeutisch aufgearbeitet werden.

Das können Sie selbst tun

Bei einer Kokzygodynie stehen dem Betroffenen verschiedene Möglichkeiten der Selbsthilfe zur Verfügung. Die Erkrankung kann in der Regel einfach vermieden werden, indem Verletzungen oder Beschwerden am Steißbein sehr schnell untersucht und behandelt werden. Auch schmerzlindernde Salben oder Cremes können sich dabei positiv auf den Verlauf der Krankheit auswirken. Weiterhin sind auch regelmäßige Untersuchungen im Bereich des Beckens ratsam, vor allem dann, wenn es in diesem Bereich zu Beschwerden kommt.

Die Schmerzen der Kokzygodynie können durch verschiedene Therapien gelindert werden. Dabei eignen sich Akupunktur oder verschiedene Entspannungsübungen, wie zum Beispiel Yoga. Weiterhin können auch verschiedene Gegenstände, wie zum Beispiel Sitzkeile die Schmerzlinderung des Patienten fördern. Bei sehr starken Schmerzen oder akuten Notfällen sollten diese allerdings von einem Arzt untersucht und betäubt werden.

Sollte die Kokzygodynie zu psychischen Beschwerden führen, so können dabei Gespräche mit einem Psychologen oder mit einem Therapeuten helfen. Hierbei sind auch Gespräche und Kontakte mit anderen Betroffenen oder mit den engen Freuden oder der Familie sinnvoll. Andere Betroffene können dabei zu einem Informationsaustausch beitragen und eventuell Ratschläge zur Verringerung der Symptome geben.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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