Schmerzen beim Stuhlgang

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. November 2017
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Wenn sowohl Frauen als auch Männer vorübergehend oder dauerhaft unter Schmerzen beim Stuhlgang leiden, dann kann dies zu einer enormen Einschränkung des Wohlbefindens und der Lebensqualität führen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schmerzen beim Stuhlgang?

Schmerzen beim Stuhlgang sind häufiger als viele Menschen annehmen. Leider bleiben diese aus Gründen der Scham und aus Peinlichkeit meist verdeckt und die Betroffenen leiden still. Grundsätzlich besitzen die Schmerzen beim Stuhlgang in der Medizin eine große Bedeutung. Schmerzen beim Stuhlgang entstehen beim Entleeren des Darmes, wenn der Kot aus dem Anus austritt.

Die Schmerzen sind teilweise so unerträglich, dass es die Patienten so lange wie möglich vermeiden, die Toilette aufzusuchen. Unter diesen Voraussetzungen können Schmerzen beim Stuhlgang weitere Folgeerscheinungen bedingen, welche das Allgemeinbefinden mehr oder weniger stark beeinträchtigen.

Ursachen

Der Gang zur Toilette ist eine natürlich Notwendigkeit, die unter verschiedenen gesundheitlichen Umständen mit Schmerzen beim Stuhlgang verbunden sein kann. In den überwiegenden Fällen haben sich die betroffenen Patienten Verletzungen des Afters zugezogen. Diese führen in Form sogenannter Analfissuren zu extremen Schmerzen beim Stuhlgang.

Darüber hinaus sind Abszesse im Bereich des Afters, bestehende Hämorrhoiden oder ein zu fester Kot die Ursachen für Schmerzen beim Stuhlgang.

Unterschiedliche organische Erkrankungen des Enddarms sind ebenfalls durch Schmerzen beim Stuhlgang gekennzeichnet. Manchmal bedingt die Bildung von Thrombosen, kleinen Blutgerinnseln in den Gefäßen des Anus Schmerzen beim Stuhlgang. Analkrebs, Enddarmkrebs, einige Geschlechtskrankheiten, sowie Durchfall oder Verstopfung rufen Schmerzen beim Stuhlgang hervor.

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Verlauf

Zu Beginn der Schmerzen beim Stuhlgang sind diese nur gelegentlich zu beobachten. Ein quälender Juckreiz weist jedoch auf bestehende Beeinträchtigungen des Afters und des Enddarms hin. Im Laufe der Zeit treten bei weiterem hartem Stuhl oder bei Bestehen der ursächlichen Auslöser immer stärker werdende Schmerzen beim Stuhlgang auf.

In der Analregion fühlen die Betroffenen einen brennenden und stechenden Schmerz beim Stuhlgang, der ein Absetzen von Kot fast unmöglich macht und dies nur unter heftigsten Beschwerden realisiert werden kann.

Komplikationen

Schmerzen beim Stuhlgang sorgen bei vielen Menschen dafür, dass der Stuhldrang zurückgehalten wird. Daraus können sich jedoch weitreichende Komplikationen entwickeln. Zum einen sorgt das Einhalten des Stuhls dafür, dass dieser weiter eingedickt wird. So entsteht eine Verstopfung. Das Herauspressen von hartem Stuhl sorgt aber erneut für Schmerzen.

Harte, große Massen an Kot können zu einer weiteren Komplikation führen: Dem Entstehen von so genannten Analfissuren. Darunter versteht man kleinste Einrisse in der Afterschleimhaut. Diese können so winzig sein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sein müssen. Dennoch können sie zu sehr großen Schmerzen beim Pressen führen.

Auch Analfissuren sind ein Grund, warum Menschen bewusst oder unbewusst den normalen Stuhldrang versuchen einzuhalten. Gewöhnt man sich dieses Verhalten über einen längeren Zeitraum an und setzt immer nur kleine Mengen an Kot ab, entwickelt sich als Komplikation daraus eine chronische Verstopfung. Diese kann auch in so genannten Kotsteinen münden. Darunter versteht man steinartig verhärtete Kotmassen, die über einen längeren Zeitraum im Darm verblieben sind.

Gegebenenfalls müssen diese chirurgisch entfernt werden. Verhindern werden können solche Komplikationen, indem bei ersten Anzeichen von Schmerzen beim Stuhlgang die Stuhlgewohnheiten mit einem Facharzt besprochen werden. Sofern das Problem neu und nur kurzfristig auftritt, können auch sanfte Abführmittel helfen und damit Komplikationen wie Verstopfung, Fissuren und Kotsteine verhindern.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Schmerzen beim Stuhlgang gehören für viele Betroffene zu den Tabuthemen. Ein Arztbesuch wird gerne hinausgezögert oder sogar ganz vermieden. Tatsächlich ist der Gang zum Hausarzt auch nicht immer zwingend notwendig. Wenn die Ursache für den schmerzhaften Stuhlgang beispielsweise in einer einmaligen Verstopfung (Obstipation) liegt, löst sich dieses Problem häufig entweder von selbst oder unter Zuhilfenahme klassischer Hausmittel.

Manchmal kommt es durch harten Stuhlgang (vor allem bei regelmäßigem Auftreten) zu Hämorrhoiden, einer Thrombosierung der Analvenen oder der Analfissur, die mit einem scharfen Schmerz und einer Blutung einhergeht. Hier macht der Besuch beim Hausarzt Sinn. Dieser klärt, unter Umständen auch mithilfe einer Überweisung zum Proktologen oder Internisten, die Ursache der Schmerzen beim Stuhlgang genau ab. Anschließend ist ein weiterer Arztbesuch oft nicht nötig.

Erst bei auftretenden Komplikationen ist der Rat und gegebenfalls die Therapie durch den Mediziner empfehlenswert. Zu solchen Ereignissen gehören die schmerzhafte Analvenenthrombose, die sich durch ein bläuliches, prallelastisches Knötchen am After bemerkbar macht, oder schlecht heilende Fissuren. Auch ein Abzess in der Analaregion, der Schmerzen beim Stuhlgang oder auch beim Sitzen verursacht, sollte unter sterilen Bedingungen beim Facharzt kurz geöffnet werden, um dem Patienten schnell und wirkungsvoll eine spürbare Erleichterung zu verschaffen. Schmerzhafte Hämorrhoiden, die von Hand in den Analkanal zurückgeschoben werden müssen, sollten ebenfalls mit dem Arzt besprochen werden.

Behandlung & Therapie

Schmerzen beim Stuhlgang entstehen beim Entleeren des Darmes, wenn der Kot aus dem Anus austritt.

Die Schmerzen beim Stuhlgang können im Rahmen schulmedizinischer und alternativer Heilmethoden behandelt werden. Welche Therapieformen die Betroffenen nutzen möchten, hängt von deren individueller Einstellung und dem Ausmaß der Beschwerden ab. Sind die Schmerzen beim Stuhlgang so intensiv, dass sie einen Stuhlgang nur unter höchsten Qualen erlauben, dann können in der Regel operative Maßnahmen nach einer entsprechenden Diagnosestellung erforderlich sein.

Ergibt die Ursachenanalyse im Rahmen der diagnostischen Möglichkeiten eine bestehende Obstipation, dann werden Arzneistoffe verabreicht, welche durch eine Verflüssigung des Stuhls Schmerzen beim Stuhlgang vorbeugen. Eine reichliche Aufnahme an Flüssigkeit und eine ballaststoffreiche Ernährung sowie körperliche Bewegung werden therapiebegleitend häufig empfohlen.

Als äußerliche Anwendungen gegen Schmerzen beim Stuhlgang eignen sich schnell wirksame und lindernde Salben. Diese bekämpfen die Entzündung und lindern die Schmerzen beim Stuhlgang lokal. Als enorm sanfte und äußerst wirksame Arzneistoffe, die eine baldige Linderung der Schmerzen beim Stuhlgang herbeiführen, gelten antibiotisch wirkende Medikamente, Kortison, Lidocain oder Hamamelis. Empfehlenswert sind gleichsam Sitzbäder mit entsprechenden Zusätzen, die Schmerzen beim Stuhlgang auf natürliche Weise beheben helfen.

Darüber hinaus gelten Klysmen und Zäpfchen ebenfalls als erfolgreiche Behandlungsvariante gegen Schmerzen beim Stuhlgang. Weitere Behandlungen sind in Abhängigkeit von den diagnostischen Ergebnissen eine Verödung von Hämorrhoiden, eine chirurgische Beseitigung der abnormalen Knötchen sowie eine Chemo- oder Strahlenbehandlung gegen Schmerz auslösende Tumorgewebe. Diese treten meist am Enddarm auf und zeigen unterschiedliche Symptome, zu denen Schmerzen beim Stuhlgang gehören.

Aussicht & Prognose

Der genaue Verlauf bei Schmerzen beim Stuhlgang lässt sich nur sehr ungenau voraussagen, da die Ursache dafür zuerst geklärt werden muss. Werden die Schmerzen durch einen zu harten Stuhlgang verursacht, so kann es bei einer Nichtbehandlung durchaus zu einer Analfissur kommen. Dabei handelt es sich um Einrisse im Afterbereich, die sich in seltenen Fällen sogar schwer entzünden können. Kommt es zur Bildung eines Abszesses, so ist ein Arztbesuch unausweichlich. Ansonsten besteht die Gefahr einer Blutvergiftung, die sogar bis zum Tod führen kann.

Durch die Einnahme entsprechender Medikamente kann der Stuhlgang jedoch in seiner Konsistenz verändert werden, sodass die Schmerzen innerhalb kürzester Zeit nachlassen sollten. In besonders schweren Fällen, kann der Schmerz auch durch einen Tumor im Darm ausgelöst werden. Rechnen Sie nicht gleich mit dem Schlimmsten, beobachten Sie aber den Schmerz und suchen Sie einen Arzt auf, falls er lang anhaltend ist und nicht durch eine Fissur oder eine Unverträglichkeit ausgelöst wird.

Werden die Schmerzen beim Stuhlgang durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ausgelöst, so ist der Verlauf dabei sehr simpel und einfach: Sobald der Verdauungsvorgang der entsprechenden Lebensmittel vollständig abgeschlossen ist, sollten demnach auch die Schmerzen vollständig verschwinden. In der Regel dauert dieser Vorgang maximal 24 Stunden.

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Vorbeugung

Schmerzen beim Stuhlgang sind äußerst unangenehm und können durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden. Wenn es sich um krankhafte Ursachen handelt, ist eine vorbeugende Maßnahme eine sofortige Abklärung der Schmerzen beim Stuhlgang durch einen Proktologen.

Eine ausgewogene Ernährung, innerhalb derer viel Ballaststoffe aufgenommen werden, regt die Darmtätigkeit an und fördert die schmerzlose Darmentleerung. Bei einer ausreichenden Zufuhr an Flüssigkeiten treten keine Verfestigungen des Kotes in Form einer Obstipation auf.

Eine sinnvolle Intimhygiene durch Feuchtpapier und die Verwendung eines nicht hautreizenden Toilettenpapiers beugen Verletzungen am After und somit Schmerzen beim Stuhlgang vor.

Das können Sie selbst tun

Schmerzen beim Stuhlgang sind in der westlichen Welt leider nicht selten und hängen mit der Ernährung zusammen. Sie liegen meistens an Verstopfungen, denn harter Stuhl verursacht verständlicherweise Schmerzen beim Stuhlgang. Zur schnellen Abhilfe empfiehlt es sich, eine Handvoll Pflaumen zu sich zu nehmen. Das weicht den Stuhl auf, weshalb auch nicht zu viele Pflaumen auf einmal gegessen werden dürfen. Ein sanftes Abführmittel in geringer Dosis kann ebenfalls ausprobiert werden. Allerdings sollten Medikamente nicht zur Regel werden.

Dauerhaft hilfreich gegen Schmerzen beim Stuhlgang ist eine Umstellung der Ernährung. Weniger Fett und Fertiggerichte, dafür mehr Ballaststoffe aus Obst, Gemüse und frisch zubereitetem Essen sorgt für eine gesunde Konsistenz des Stuhls. Bis eine Umstellung der Ernährung sich spürbar und dauerhaft auswirkt, kann es jedoch einige Wochen dauern, da der Stoffwechsel sich an die veränderten Umstände erst gewöhnen muss. Bald aber werden die Schmerzen beim Stuhlgang wesentlich weniger und treten seltener auf. Generell sei noch erwähnt, dass stets auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten ist. Dies fördert einen leichteren und schnelleren Abtransport des Stuhls.

Auf der Toilette kann es im Ernstfall helfen, eine Hockstellung einzunehmen, da auf diese Weise die richtigen Muskeln angespannt werden. In der Praxis lässt sich das umsetzen, indem die Knie angezogen werden. Es kann auch helfen, eine andere Sitzhaltung auszuprobieren, sich etwa zur Seite zu lehnen. Nach vorne oder hinten sollte man sich allerdings nicht lehnen, da das definitiv keine gesunde Haltungen für den Stuhlgang sind.

Bücher über Schmerzen beim Stuhlgang

Quellen

  • Arastéh, K., et al.: Innere Medizin, Thieme, Stuttgart 2012
  • Brühl, W., Wienert, V., Herold, A.: Aktuelle Proktologie. Uni-Med, Bremen 2011
  • Grüne, S., Schölmerich, J.: Anamnese, Untersuchung, Diagnose. Springer, Heidelberg 2007

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