Kognition

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Januar 2017
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Einfach ausgedrückt ist die Kognition die menschliche Fähigkeit des Denkens. Dieser Vorgang bedient sich jedoch verschiedener Prozesse der Informationsverarbeitung, darunter kognitive Fähigkeiten wie die Aufmerksamkeit, Lernfähigkeit, Wahrnehmung, das Erinnern, die Orientierung, Kreativität, Imagination und ähnliche, daneben mentale Prozesse wie Meinungen, Gedanken, Absichten oder Wünsche. Emotionen haben dabei einen wichtigen Einfluss auf das Denken. Wahrnehmung und Auffassung bestimmen die Denkrichtung und machen damit auch den Charakter eines Menschen aus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Kognition?

Kognition beinhaltet alle Prozesse der Informationsspeicherung und Aufnahme, ebenso der Anwendung des gelernten oder aufgefassten Inhalts. Wissen und Denken machen einen Teil der Kognition aus, psychologisch betrachtet wird der Begriff wiederum sehr vielfältig verwendet. Auseinandergesetzt haben sich Menschen mit derartigen kognitiven Prozessen schon über Jahrhunderte hinweg, als wissenschaftliche Disziplin fand der Begriff dann in der experimentellen Psychologie Eingang und wurde erstmals im 19. Jahrhundert genauer erforscht. Hier bildete vor allen Dingen die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen einen bedeutenden Teil der Auseinandersetzung, insbesondere die visuelle Wahrnehmung.

Neben den Bereichen der Psychologie, wurden auch die Biologie, die Philosophie, die Neurowissenschaften und die Forschung an künstlicher Intelligenz auf die kognitiven Vorgänge aufmerksam. All diese Bereiche bilden die Kognitionswissenschaften.

Funktion & Aufgabe

Kognition bezieht sich in diesem Sinne auf die gesamte neuronale Informationsverarbeitung innerhalb des Gehirns, auf alle Prozesse, die mit Wahrnehmung, Denken und Erinnerung verbunden sind. Mentale Ereignisse werden durch Kognition vertieft, darunter Wissen, Überzeugungen, Einstellung zu Sein und Welt oder Erwartungen. Kognition kann bewusst oder unbewusst stattfinden. Will der Mensch beispielsweise eine mathematische Formel lösen, nutzt er bewusste Prozesse, zum Bilden seiner eigenen Ansicht hingegen oft auch unbewusste Prozesse.

Kognitive Vorgänge stehen seit dem Behaviorismus in Zusammenhang mit einem Reiz-Reaktions-Muster. Besonders das Verhalten bei Denkprozessen wurde so erforscht und durch Verarbeitungsstufen genauer definiert. Alle internen Vorstellungen gehören dazu, wie der Mensch seine Welt in seiner subjektiven Sichtweise auffasst, auf sie reagiert, was er erfasst, weiß und sieht, verarbeitet oder neu konstruiert. Informationsverarbeitungsprozesse gehören genauso zur Kognition wie das Denken des Menschen über sich selbst, seine Umwelt, was er erlebt hat und was er von seiner Zukunft erwartet. Genauer bedeutet das, dass nicht nur Emotionen Einfluss auf die Kognition haben, sondern umgekehrt diese auch Einfluss auf die Gefühlswelt hat.

Einfach ausgedrückt ist die Kognition die menschliche Fähigkeit des Denkens. Dieser Vorgang bedient sich jedoch verschiedener Prozesse der Informationsverarbeitung.

Die Leistung der kognitiven Fähigkeiten ist hierbei begrenzt. Die Wahrnehmung über die Sinnesorgane nutzt Informationen zum Filtern und verändert das, was erfasst wurde, bis es ins Bewusstsein des Menschen selbst dringt. Vorgefasste Meinungen werden geprägt und lassen damit nicht zu, Bedingungen einfach als neutral aufzunehmen und zu speichern. Sie werden immer durch das eigene Wissen, Denken und Fühlen gesteuert und verändert. Die Wahrnehmung wird also permanent transformiert, verarbeitet, gespeichert, reduziert, aktiviert oder reaktiviert. Mitunter kann das zu kompletten Veränderungen der Wahrnehmung kommen, so z. B. bei einer Deutung nichtvorhandener Bedingungen, wie es unter dem Eintreten von Halluzinationen der Fall ist.

Auch beim Denken und Lernen gibt es Beeinträchtigungen der Kognition. Denken basiert auf dem Arbeits- bzw. Kurzzeitgedächtnis. Dieses weist eine eher kleine Kapazität auf und ist hauptsächlich für das vorübergehende Speichern von Inhalten da, auf die dann in kurzer Zeit zurückgegriffen werden kann. So ist es möglich, die Umwelt oder beispielsweise einen gelesenen Satz zu erfassen und zu begreifen. Für das Langzeitgedächtnis erweist sich die kognitive Fähigkeit sogar als manipulativ. Gespeicherte Inhalte werden im Voraus und im Nachhinein verändert. Erwartungen beeinflussen z. B. die Wahrnehmung für das Gemerkte. Ähnlich ist es mit neu hinzukommenden Informationen.

Konzentration, Aufmerksamkeit und Motivation hängen grundsätzlich von der kognitiven Leistungsfähigkeit ab und werden durch Ablenkung, Müdigkeit, Lustlosigkeit und ähnliche Bedingungen beeinträchtigt. Dabei bestimmen nicht nur physikalische Eigenschaften der Sinnesreize die Auffassung und Wahrnehmung des Menschen, sondern auch interne Prozesse im Gehirn. Erwartungen basieren auf bestimmten und erlernten Erfahrungen. Vorgänge des Erkennens und der Informationsverarbeitung werden dabei immer beeinflusst.

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Krankheiten & Beschwerden

Kognitionsstörungen treten in Form verschiedener Merkmale auf. Vor allen Dingen als Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörungen, die meistens Folge psychischer Erkrankungen sind, darunter Depressionen oder Schizophrenie. Ähnlich ist es bei organischen Erkrankungen im Bereich des Nervensystems. Zu erheblichen Kognitionsstörungen kommt es etwa bei Multiple Sklerose, Alzheimer oder Demenz.

Forschungsergebnisse zeigten dabei auch, dass sogar die Ernährungsweise einen Einfluss auf kognitive Prozesse und Störungen hat. Bei Demenz ist meistens der Homocysteinspiegel erhöht und das Blutplasma niedrig. Der Körper ist dann oft nicht ausreichend mit Vitaminen versorgt. Kognitive Beeinträchtigungen sind dann nicht nur im Bereich der Denk- und Gedächtnisleistung festzustellen, sondern haben auch Wirkung auf das Sprachvermögen und Lernen neuer Inhalte. Das Bewältigen der Alltagssituation ist dann häufig nicht mehr möglich. Die Wahrnehmungsfähigkeit verändert sich komplett.

Eine Einschränkung der Kognition kann ebenso durch Medikamenteneinnahme hervorgerufen werden. Das basiert einerseits auf der Empfindlichkeit älterer Menschen auf zentralnervöse Nebenwirkungen, da sich im Alter der gesamte Stoffwechsel verändert, gerade im Bereich der Neurotransmitter. Die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke ist erhöht und die Wirkung der Medikamente ist schneller. Die Arzneistoffe erreichen dann das Zentrale Nervensystem leichter. Nebenwirkungen sind dann durch Arznei verursachte kognitive Einschränkungen wie Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwächen, Gedächtnisprobleme, die bis ins Delirium reichen, Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörungen. Weitere Symptome sind eine langsamere Motorik und beständige Unruhezustände.

Medikamente, die anticholinerge Eigenschaften aufweisen, sind besonders problematisch, da cholinerge Neurone eine wesentliche Rolle für Kognition und Bewusstsein spielen. Die Parkinson-Krankheit wird beispielsweise mit diesem Medikament behandelt, das weitere kognitive Störungen auslösen kann, insbesondere bei älteren Menschen.

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