Emotionen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2016
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Emotionen sind eine der wichtigsten Antriebskräfte des Menschen. Vielmehr als das logische Denken veranlassen uns Gefühlsregungen wie Hass, Verachtung, Zorn, Neid aber auch Mitleid, Freude, Ausgelassenheit und Empathie zu mittelbaren oder unmittelbaren Reaktionen und definieren damit in erheblichem Maße unser Sozialverhalten und unser gesellschaftliches Zusammenleben. Vielfach erfahren wir durch die Entstehung von Emotionen bestimmte Impulse, welche unser Handeln beeinflussen, unsere kognitiven Wahrnehmungen verändern und sich sogar auf unseren gesundheitlichen Zustand auswirken – im positiven wie auch im negativen Sinne.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Emotionen?

Eine Emotion definiert eine innere Empfindung, welche für den Fühlenden von unangenehmer oder angenehmer Natur sein kann. Diese kann durch ein bewusstes oder auch unbewusstes Erleben einer Wahrnehmung ausgelöst werden.

Jene Form der psychischen Erregung kann sich in Emotionen wie Angst, Trauer, Kummer oder Freude, Zuversicht und Liebe äußern und dabei unterschiedlichste Wirkungen hervorrufen: Eine Emotion setzt ein komplexes Gefüge verschiedener physiologischer Reaktionen in Gang, welches sowohl aus inneren wie auch aus äußeren Reaktionen bestehen kann. So kann eine Emotion sichtbare physische Auswirkungen haben, welche direkt am menschlichen Körper erkennbar sind. Beispielsweise können Erregungszustände wie Angst oder auch Liebe eine Erhöhung des Blutdrucks zur Folge haben, die Pulsfrequenz erhöhen und die Körperschweißbildung beeinflussen. Darüber hinaus regt eine Emotion kognitive Prozesse wie eine Erinnerung oder die Interpretation eines Sachverhaltes an.

Die Kombination aus einer Empfindung und einer Kognition verleitet den Fühlenden daraufhin zu konkreten reaktiven Verhaltensweisen, welche sich in äußerlich sichtbaren Regungen wie Lachen, Weinen oder Schreien widerspiegeln können.

Funktion & Aufgabe

Emotionen sind in vielfacher Hinsicht für den Menschen von Bedeutung: Sie beeinflussen nicht nur unsere kognitiven Wahrnehmungen, sondern helfen auch beim Treffen von Entscheidungen und sind daher maßgebende Initialzündungen für unser Handeln und Sozialverhalten. Dabei kann zwischen handlungsleitenden und informativen Emotionen unterschieden werden. Informative Emotionen informieren den Fühlenden über Veränderungen in seiner Umgebung und helfen ihm daher dabei, die Chancen, das Potential sowie die Risiken eines geplanten Ereignisses abzuwägen. Der Fühlende kann daher bereits im Vorfeld die möglichen Konsequenzen seiner Entscheidung überblicken und dementsprechend handeln.

Handlungsleitende Informationen vermitteln dagegen in der Regel einen Impuls, welcher zu einer unmittelbaren Reaktion auf ein Ereignis oder einen Umstand führt.

Eine Emotion definiert eine innere Empfindung, welche für den Fühlenden von unangenehmer oder angenehmer Natur sein kann.

So kann eine Emotion wie Furcht, welche im Rahmen einer Bedrohung entsteht, den Fühlenden zu einem Fluchtverhalten veranlassen. Damit gibt ihm die Emotion den entscheidenden Impuls, um sich selbst zu schützen. Entstehender Ekel, welcher etwa bei der Betrachtung eines ungenießbaren Objekts auftritt, kann dagegen den Impuls des Ausspuckens oder Wegwerfens dessen auslösen und hat damit präventiven Charakter.

Somit können Emotionen den Menschen vor folgenschweren Handlungen bewahren und ihn ebenfalls in seinem Verhalten anderen gegenüber anleiten. Beispielsweise kann eine Emotion wie Mitleid eine empathische Reaktion gegenüber einem Mitbürger auslösen, wohingegen Verachtung oder gar Hass eher Gegenteiliges bewirken.

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Krankheiten & Beschwerden

Die moderne Medizin hat bereits in mehrfachen Studien bewiesen, dass Emotionen den menschlichen Gesundheitszustand in großem Maße beeinflussen können. Positive Empfindungen nehmen in der Regel einen gutartigen Einfluss auf unseren Körper – sie machen ihn widerstandsfähiger und unterstützen Heilungsprozesse. Negative Emotionen dagegen, welche der Betroffene als unangenehm empfindet, können den Ausbruch von Krankheiten begünstigen oder sogar selbst ursächlicher Faktor für eine Erkrankung sein.

Hauptsächlich betroffen von den Auswirkungen negativer Empfindungen wie Angst, Kummer oder Wut ist das körpereigene Immunsystem des Menschen – Infektionskrankheiten aller Art sind meist die Folge.

Dieser Umstand liegt in der engen Verknüpfung von Nerven-, Hormon- und Immunsystem begründet. Die Schaltzentrale für unser Nervensystem ist das Gehirn. Hier werden Gefühlsregungen wie Trauer, Verzweiflung, Liebe und Freude produziert; Millionen von Ionenkanälen leiten die verschiedenen Botenstoffe weiter. Daher wird ein Großteil der Hormone im Gehirn ausgeschüttet – stark abhängig von den hier entstandenen Emotionen.

Das im Nerven- und Hormonsystem produzierte Emotionsgefüge wirkt nun seinerseits auf das Immunsystem. Hier widmen sich weiße Blutkörperchen, Antikörper und T-Lymphozyten der täglichen Aufgabe, den menschlichen Körper vor krankmachenden Eindringlingen und Schädlingen aller Art wie Viren, Bakterien und Krebszellen zu schützen. Überwiegen nun im Hormon- und Nervensystem negative und bedrückende Emotionen, richtet auch das Immunsystem seine Produktion danach aus – der T-Lymphozyten-Spiegel im Blut wird abgesenkt, die Aktivität der Antikörper läuft auf Sparflamme.

Dies erklärt, warum vor allem verwitwete oder depressive Menschen häufiger unter Infektionskrankheiten leiden als andere. Besonders oft betroffen sind jedoch auch Studenten oder Berufstätige, welche unter großem Leistungsdruck oder kurz vor einer Prüfung stehen. Die Angst vor dem Versagen führt meist nicht nur zu einem unruhigen Schlaf, sondern greift auch das Immunsystem an – die Betroffenen beklagen oftmals Infektionen wie Herpes oder Schnupfen.

Eine ähnliche Wirkung lässt sich bei Personengruppen feststellen, die sich in einem emotionalen Ausnahmezustand befinden und eine starke Hilflosigkeit oder emotionale Überforderung verspüren. Vielfach handelt es sich hierbei um Menschen, die beispielsweise ein krankes Familienmitglied über einen längeren Zeitraum pflegen oder eine geliebte Person auf ihrem letzten Weg begleiten. Bei jenen Personen lassen sich in der Regel schlechtere Immunwerte und damit einhergehend eine erhöhte Neigung zu Infektionskrankheiten feststellen. Selbiges gilt für Personen, welche unter anderweitigen psychischen Belastungen wie Geldsorgen leiden oder sich in Zuständen von Kummer oder Trauer befinden.

Patienten, bei welchen eine Depression diagnostiziert wurde, leiden oftmals unter einer gestörten Regulation des Stresshormons Cortisol – dieser Umstand hemmt die Immunzellen und ist daher nicht selten Ursache für Erkrankungen, welche auf eine mangelhafte Funktionsfähigkeit des Immunsystems schließen lassen.

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