Motorik

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Januar 2017
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Motorik unterscheidet sich in die Bereiche der Grobmotorik und der Feinmotorik. Die Grobmotorik ist die Grundlage der räumlichen Orientierung und fasst große Bewegungsabläufe des Körpers zusammen. Grobmotorik sind Bewegungskoordination und Reaktionsvermögen. Die Feinmotorik bezeichnet die Geschicklichkeit der Hände, Mimik und Mundmotorik. Grobmotorische und feinmotorische Entwicklung sind eng miteinander verbunden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Motorik?

Unter Motorik verstehen Mediziner die Gesamtheit aller Aktionen, die während aller Bewegungen im menschlichen Körper ablaufen, also sämtliche vom menschlichen Gehirn gesteuerten Bewegungsabläufe. Motorische Grundfähigkeiten sind Koordinationsfähigkeiten wie die Bewegungskoordination. Damit grundlegende motorische Bewegungen stattfinden können, ist eine gute Muskelspannung notwendig. Bestes Beispiel hierfür ist der Gleichgewichtssinn.

Es wird zwischen Grobmotorik und Feinmotorik unterschieden. Jeder Bereich lässt sich individuell fördern. Bei Feinmotorik denken wir zwar zunächst an Hände, beispielsweise das Halten eines Stiftes, doch auch Mimik und Mundmotorik gehören hierzu.

Zur Grobmotorik zählen alle größeren Bewegungsabläufe wie Klettern, Laufen, Springen und das Halten des Gleichgewichts. Es sind Abläufe, für die große Bewegungsumfänge notwendig sind. Ohne Haltung, Gleichgewicht und Stellung kann Zielmotorik nicht ausgeführt werden.

Für die Grobmotorik werden größere Muskelgruppen beansprucht, die Funktionen können aber bereits durch sehr kleine fehlende Bewegungen ausfallen. Die Feinmotorik entwickelt sich bis zum dritten Lebensjahr und stabilisiert sich bis zum fünften Lebensjahr.

Funktion & Aufgabe

Jede Muskelbewegung des Körpers wird direkt oder indirekt durch das Gehirn gesteuert. Die motorische Endplatte ist daran erheblich beteiligt. Sie ist eine Synapse und stellt die Verbindung zwischen einer motorischen Nervenzelle und einer Muskelzelle her.

Damit Grob- und Feinmotorik richtig funktionieren können, benötigt der Mensch unterschiedliche Koordinationsfähigkeiten. Es werden sieben Grundfähigkeiten unterschieden: Kopplungsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Gleichgewichtsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Rhythmisierungsfähigkeit und Umstellungsfähigkeit. Die koordinativen Fähigkeiten wirken bei jeder sportlichen Leistung mit den konditionellen Fähigkeiten zusammen.

Die motorischen Areale der Hirnrinde entwerfen und planen jede einzelne Bewegung und schicken die Informationen zur Ausführung an die Muskulatur. Damit die Information reibungslos umgesetzt werden kann, sind zwei andere Hirnstrukturen notwendig: das Kleinhirn und die Basalganglien.

Unter Motorik verstehen Mediziner die Gesamtheit aller Aktionen, die während aller Bewegungen im menschlichen Körper ablaufen, also sämtliche vom menschlichen Gehirn gesteuerten Bewegungsabläufe.

Nur mit Unterstützung des Kleinhirns kann eine gezielte Bewegung flüssig und genau ausgeführt werden. Ein Beispiel dafür ist die Bewegung des ausgestreckten Fingers zur Nasenspitze. Damit diese Bewegung richtig ablaufen kann, sind mehrere aufeinander abgestimmte Muskelkontraktionen von Schulter, Arm und Hand notwendig. Genauso ist es, wenn wir beispielsweise auf einem Bein stehen. Die Hirnrinde führt bei allen Bewegungen zusätzliche Feinkorrekturen aus. Heben wir ein Bein, gibt das Kleinhirn die Befehle an die Muskulatur, die das Umkippen verhindern, weiter. All das geschieht unbewusst.

Die Basalganglien wiederum wählen permanent zwischen erwünschten und unerwünschten Handlungssequenzen aus. Nur so ist feinmotorische Bewegung in die korrekte Richtung und in der richtigen Intensität möglich. Allein durch das Austarieren schaffen wir es, auch einen empfindlichen Gegenstand wie ein rohes Ei so anzufassen, dass er nicht zerbricht. Wiederum durch das Kleinhirn können initiierte Bewegungen in präzise und flüssige Handlungssequenzen übersetzt werden.

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Krankheiten & Beschwerden

Im Kleinhirn sitzen mehr als die Hälfte aller Nervenzellen des Gehirns. Daran lässt sich leicht erkennen, wie komplex die neuronalen Verknüpfungen in diesem Hirnbereich sind. Schon in der frühen Kindheit kann es zu starken motorischen Entwicklungsstörungen kommen, die sich in der Regel gut therapieren lassen.

Größere Mengen Alkohol stören die Funktion des Kleinhirns erheblich und es werden die gleichen Auswirkungen wie bei einem am Kleinhirn Erkrankten sichtbar. Es kommt zu Gleichgewichtsstörungen, der Betroffene torkelt und geht breitbeinig. Auch die Sprache wirkt abgehackt. Das Kleinhirn ist auch stark an motorischen Lernvorgängen beteiligt. Ist es beschädigt, können wir nicht mehr richtig lernen.

Die Hirnbereiche Basalganglien und Thalamus filtern die richtigen Bewegungsmuster heraus und erlauben die Weiterleitung der Impulse zur Großhirnrinde und damit die Ausführung der Bewegung. Um komplexe, gelernte Bewegungen machen zu können, ist die Filterung in den Basalganglien von größter Bedeutung.

Die Basalganglien können jedoch keine Bewegung initiieren. Bei der Parkinson-Krankheit bleiben zu viele Informationen in diesem Filter hängen, sodass Bewegungsimpulse nicht an die Großhirnrinde weitergeleitet werden. Auffällige Störungen sind erkennbar: Der Kranke hat eine starre Mimik, schluckt seltener als ein Gesunder und seine Arme schwingen beim Gehen kaum mit. Auch die Füße hebt er nur leicht an, sodass er häufig stolpert. Langsames Zittern und Muskelsteifigkeit sind weitere Symptome dieser Krankheit.

Bei der Erbkrankheit Chorea Huntington passiert genau das Umgekehrte, der Filter lässt viel zu viele Signale durch. Muskelbewegungen setzen plötzlich und unerwartet ein, der Kranke hat kaum Kontrolle darüber, zieht beispielsweise Grimassen oder schleudert Arme und Beine hin und her.

Mit zunehmendem Alter erfordern die meisten motorischen Aufgaben mehr Konzentration. Eine Störung der Grobmotorik ist schnell sichtbar, denn der Betroffene wird stark eingeschränkt. Radfahrern, auf einem Bein hüpfen oder Sport sind für Menschen mit grobmotorischen Störungen sehr schwierig.

Schäden des Großhirns führen fast immer auch zu motorischen Störungen im Bewegungsapparat. Es gibt Probleme bei der Haltungskontrolle und Lähmungen. Entweder ist die motorische Steuerung der Muskulatur eingeschränkt, fehlt ganz, oder es kommt zu Tonuserhöhungen im Muskel.

Erkrankungen der Basalganglinien erzeugen dagegen Bewegungsstörungen, weil die strategische Planung und die Initiierung von allen Bewegungen eingeschränkt werden.

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