Mimik

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Januar 2017
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Der Mensch drückt sich nicht nur mit Worten aus, sondern auch mit Gestik und Mimik. Der Gesichtsausdruck ist bei Konversationen nicht mehr wegzudenken. Er vermittelt Gefühle und unterstreicht nonverbal Worte und Gestik.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Mimik?

Die Mimik ist ein wesentlicher Teil der Körpersprache. Sie wird auch als Miene oder Mienenspiel bezeichnet und bedient sich einer Vielzahl von Gesichtsmuskeln. Ihr Zusammenspiel und die Kontraktion der Gesichtsmuskulatur ist für den Gesichtsausdruck des Menschen verantwortlich. Um ein Gesamtbild – einen Gesichtsausdruck – zu bilden, kommen verschiedene einzelne Muskelpartien zum Einsatz.

Mund und Augen zählen hierbei als am ausdrucksstärksten und werden durch Kontraktion der Muskeln hervorgehoben. Aber auch Augenbrauen und Stirn spielen eine entscheidende Rolle. Die nötigen Bewegungen für einen Gesamtausdruck laufen binnen Sekundenbruchteilen ab und vermitteln dem Gegenüber ein bestimmtes Bild.

Zusammen mit der Haltung und Gestik zählt die Mimik zu den wichtigsten Bestandteilen der nonverbalen Kommunikation. Die verwandten Wörter „mimen“ und „Mime“ werden im Theaterbereich genutzt und werden umgangssprachlich für eine schauspielerisch übertriebene Darstellung verwendet. Zudem gibt es nonverbale Theaterstücke, bei denen die Darsteller einzig über ihre Körpersprache die Geschichte vermitteln müssen. Hieran zeigt sich die kommunikative Bedeutung der Mimik.

Im Alltag kann die Mimik Gesagtes unterstreichen oder aber widerlegen und dadurch verschiedene Gefühle beim Gesprächspartner auslösen.

Funktion & Aufgabe

Tagtäglich erfüllt die Mimik verschiedene Funktionen und Aufgaben. Zunächst einmal ist sie für den Ausdruck von Gefühlen mitverantwortlich. Sie drückt Emotionalität aus, zeigt Trauer, Wut, Verwirrung, Skepsis oder Fröhlichkeit und ist damit aus Konversationen nicht wegzudenken. Hiermit hilft sie dem Gesprächspartner dabei, Situationen besser einzuschätzen oder die momentane Gefühlslage der anderen Person nachzuvollziehen.

Fehlende Mimik beim Gegenüber löst schnell Verwirrung aus und verunsichert, da die Worte nicht zusätzlich unterstrichen werden. Hiermit fehlt ein wichtiger Aspekt, der andeutet, wie das Gesagte aufzunehmen ist, wodurch auch die teilweise Begrenztheit von Sprache deutlich wird.

Zudem hat die Mimik lehrende Funktion und gehört somit zu einem der ersten Interaktionsfaktoren zwischen Eltern und Kind. Dadurch hat die Miene Appell- und Mitteilungsfunktion und kann auch dann genutzt werden, wenn das Kind Worte noch nicht ausreichend versteht. In Kombination mit dem Stimmton nimmt die Miene somit eine wichtige Rolle bei Babys und Kleinkindern ein. Ähnlich ist es bei der alltäglichen Kommunikation mit Personen, die nicht die gleiche Sprache sprechen. Über Gestik und Mimik ist eine Interaktion dennoch möglich.

Die Mimik ist ein wesentlicher Teil der Körpersprache. Sie wird auch als Miene oder Mienenspiel bezeichnet und bedient sich einer Vielzahl von Gesichtsmuskeln.

Trotzdem ist es oftmals nicht einfach, den Gesichtsausdruck eines Gesprächspartners zu deuten. Dies hängt mit einer gewissen Eigendynamik zusammen, die jeder Mensch innehat. Eigenheiten und spezifische Bewegungen der Gesichtsmuskulatur können zu bestimmten, typischen Charakteristika einer Person werden. Aufgrund dessen sind Fehlinterpretationen in der Mimik keine Seltenheit. Häufig können bereits kleine Veränderungen im Ausdruck eine gegenteilige Emotion ausdrücken.

Die Deutung der Mimik ist subjektiv. Verschiedene Personen nehmen verschiedene Mienen anders wahr und interpretieren sie unterschiedlich. Viele Deutungen erfolgen instinktiv, wobei oftmals Kleinigkeiten von Gesprächspartnern fehlinterpretiert werden. So kommt es zum Beispiel zu Missverständnissen, die verbaler Klärung bedürfen.

Allerdings kann die Mimik auch über die eigentlichen Gefühle hinwegtäuschen und Emotionen überdecken. Somit ist sie kein sicheres Indiz für das, was im Gegenüber wirklich vorgeht.

Je nach Lebenslage kann die richtig eingesetzte Mimik entscheidende Vorteile bieten. So kann eine passende, nicht aufgesetzt wirkende Miene bei Vorträgen, Präsentationen oder Vorstellungsgesprächen eine positive Wirkung erzielen.

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Krankheiten & Beschwerden

Im Rahmen verschiedener Erkrankungen ist die Mimik gestört. Dazu zählen beispielsweise verschiedene Lähmungserscheinungen, die die Bewegungen der Gesichtsmuskulatur einschränken oder gar vollständig blockieren. Solche Lähmungen können beispielsweise von Unfällen her rühren, die Nervenschädigungen nach sich gezogen haben.

Außerdem können auch im Gesicht Muskelkater oder Krämpfe auftreten, die für einige Zeit Beschwerden auslösen, meistens aber zügig wieder nachlassen. Menschen, die an Parkinson leiden, haben oftmals im Verlauf ihrer Erkrankung mit einer Einschränkung der Mimik zu kämpfen. Je nach Schweregrad kann es zu einem Maskengesicht kommen. Die Miene wird starr.

Bei einer Apraxie-Erkrankung handelt es sich um eine Störung willkürlich ausgeführter Bewegungen. Daher ist bei Betroffenen nicht selten auch die Mimik betroffen. Hier sind Schlaganfälle häufige Auslöser. Aber auch Demenz, Tumore, multiple Sklerose oder Alkoholismus können Grund für Apraxie sein.

Zudem können sich auch psychische Erkrankungen auf die Mimik auswirken. Beispielsweise kann es bei Schizophrenie-Patienten zu einer Störung in Miene und Gestik kommen. Nicht selten passt der aufgesetzte Gesichtsausdruck nicht zur Stimmung des Erkrankten. Ähnliche Formen sind auch bei Menschen mit Autismus zu beobachten, die je nach Ausprägung dazu neigen, Kontakt zu anderen Menschen zu meiden.

Zum Bereich der Wahrnehmung von Mienen gehört die sogenannte Prosopagnosie. Der Begriff entstammt dem Griechischen und bezeichnet eine Erkrankung, bei der die Gesichtsfeldwahrnehmung gestört ist. Es handelt sich um eine Gesichtsblindheit, bei der bekannte Personen nicht anhand ihrer Mimik identifiziert werden können. Gründe hierfür können Schlaganfälle oder Unfälle sein, die Schäden im Gehirn auslösen. Allerdings sind einige Formen der Krankheit auch vererbbar. Die Gründe hierfür sind bisher nicht bekannt.

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