Kaposi-Sarkom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2017
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Wenn das Immunsystem geschwächt ist, steigt die Gefahr sich mit dem humane Herpesvirus Typ 8 anzustecken, das verantwortlich gemacht wird, für die Ausbildung eines Kaposi-Sarkoms, einer Krebserkrankung, die sich durch braune bis bläuliche Flecken und Tumoren auf der Haut und den Schleimhäuten äußert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Kaposi-Sarkom?

In der Medizin spricht man von einem Kaposi-Sarkom bei einer bestimmten Krebserkrankung. Diese tritt nicht ausschließlich aber häufig bei Personen auf, die ebenfalls an AIDS leiden. Als Ursache für das Kaposi-Sarkom vermutet man das sogenannte Humane Herpesvirus Typ 8, abgekürzt auch als „HHV-8“ bezeichnet, das zusammen mit diversen Kofaktoren die für das Kaposi-Sarkom typischen Merkmale auslöst. Frauen sind sehr viel seltener betroffen als Männer.

Ursachen

Die Bildung eines Kaposi-Sarkoms kann nur erfolgen, wenn das Immunsystem eines Betroffenen massiv geschwächt ist.

Aus diesem Grund tritt das Kaposi-Sarkom besonders häufig bei Menschen auf, die sich mit dem HI-Virus infiziert haben oder bei denen aufgrund einer HIV-Infektion bereits die Immunschwächekrankheit AIDS ausgebrochen ist und sich dadurch mit dem Humane Herpesvirus Typ 8 infizieren konnten.

Neben einer HIV- oder AIDS-Erkrankung sind jedoch auch andere Ursachen für ein Kaposi-Sarkom denkbar. Menschen, denen ein Organ transplantiert wird, werden mit Immunsuppressiva behandelt, damit das eigene Immunsystem das neue Organ nicht als Fremdkörper wahrnimmt und infolgedessen abstößt. Aus diesem Grund treten Kaposi-Sarkome häufig auch bei Transplantations-Patienten auf.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose kann über das klinische Bild, das heißt über visuelle Merkmale gestellt werden, also über die für das Kaposi-Sarkom typischen sichtbaren Auffälligkeiten. Bei diesen handelt es sich um braunrote bis bläuliche Flecken, die sich auf der Haut bilden und eine Größe von einem Stecknadelkopf bis zu einem Handteller aufweisen können.

Zur Sicherung der Diagnose kann außerdem ein histologisches Präparat hinzugezogen werden. Hierbei handelt es sich um eine Gewebeprobe, die dem Patienten entnommen wird und die anschließend unter dem Mikroskop untersucht wird. Um zu unterscheiden, ob es sich bei dem Kaposi-Sarkom um die klassische Form oder die in Abhängigkeit mit dem HI-Virus auftretende Form handelt, werden außerdem Blutuntersuchungen gemacht, um eine Infektion mit HIV festzustellen.

Im weiteren Verlauf der der Krankheit entwickeln sich aus den Flecken schmerzhafte Knoten und Geschwüren. Besonders betroffen sind die Schleimhäute im Mund, im Darm oder Genitalbereich. Bei AIDS-Patienten zeigen sich Flecken in hoher Konzentration häufig auch an Armen und Beinen. Ohne entsprechende Behandlungsmaßnahmen breiten sich die Flecken und Tumore weiter aus. Dabei kommt es häufig zu Metastasen in den Lymphknoten aber auch in anderen Organen.

Bei Patienten, die nicht mit dem HI-Virus infiziert sind kann es auch zu einem direkten Befall der Lymphgefäße kommen, von wo sich die Krankheit dann auf die inneren Organe ausbreitet. Bei Transplantationspatienten hingegen zeigen sich bei einer Erkrankung mit einem Kaposi-Sarkom keine äußerlichen Auffälligkeiten. Stattdessen werden direkt die inneren Organe befallen.

Komplikationen

Durch das Kaposi-Sarkom kommt es in der Regel zur Ausbildung eines Tumors. Aus diesem Grund treten bei dieser Krankheit die gewöhnlichen Beschwerden einer Tumorerkrankung auf. Diese kann im schlimmsten Falle auch zum Tode des Patienten führen. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an Flecken und Knoten auf der Haut. Diese können blaue oder violett sein und führen dabei nicht selten zu einem verringerten Selbstwertgefühl oder zu Minderwertigkeitskomplexen.

Ebenso kommt es zu verschiedenen Beschwerden im Magen und im Darm, wobei die meisten Patienten auch an Wassereinlagerungen leiden. Nicht selten treten auch Blutungen auf der Haut auf, die nicht ohne Weiteres gestoppt werden können. Der Tumor kann sich dabei auch in andere Regionen des Körpers ausbreiten und dort gesundes Gewebe befallen. Dadurch wird die Lebenserwartung des Patienten unter Umständen verringert.

Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Hilfe von Medikamente und operativen Eingriffen. Dabei kann es dann zu Komplikationen kommen, wenn das Immunsystem des Patienten schon durch eine andere Krankheit geschwächt ist. Unter Umständen ist dann die Lebenserwartung des Betroffenen durch das Kaposi-Sarkom verringert.

Behandlung & Therapie

Da das Kaposi-Sarkom häufig Patienten auftritt, deren Immunsystem bereits stark geschwächt ist, müssen bei der Behandlung des Kaposi-Sarkoms Maßnahmen ergriffen werden, die das Immunsystem nicht noch weiter schwächen.

Aus diesem Grund wird bei HIV- und AIDS-Patienten zur Behandlung des Kaposi-Sarkoms meist die sogenannte antivirale Kombinationstherapie angewandt, die auch zur Behandlung des HI-Virus angewandt wird. Hierbei bekommen die Patienten drei unterschiedliche antiretrovirale Medikamente, die auch als ARV abgekürzt werden. Die Antiretroviralen Wirkstoffe führen dazu, dass sich die Symptome des Kaposi-Sarkom kontinuierlich zurückbilden.

Auch bei Transplantationspatienten muss darauf geachtet werden, dass das Immunsystem nicht noch weiter geschwächt wird. Häufig führt hier bereits eine Umstellung der Immunsuppressiva dazu, dass sich das Kaposi-Sarkom zurückbildet.

Darüber hinaus kommen zur Behandlung eines Kaposi-Sarkoms häufig je nach Patient ebenfalls weitere Therapiemethoden zum Einsatz. Lokal können im Frühstadium auch Laser- oder Strahlenbehandlungen sowie Exzisionen oder andere physikalische Therapien helfen. In manchen Fällen wird für eine erfolgreiche Behandlung eines Kaposi-Sarkoms auch der Einsatz einer Chemotherapie notwendig.

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Vorbeugung

Als Vorbeugung gegen die klassische Form des Kaposi-Sarkoms empfiehlt sich eine präventive Impfung gegen onkogene Viren, zu denen auch das humane Herpesvirus Typ 8 zählt.

Das können Sie selbst tun

Wurde ein Kaposi-Syndrom festgestellt, ist auf jeden Fall eine ärztliche Behandlung vonnöten. Der Betroffene kann die medizinische Therapie durch eine Reihe von Selbsthilfe-Maßnahmen und Mittel aus dem Haushalt und der Natur unterstützen.

Wichtig ist in erster Linie eine Umstellung des Lebensstils. Das bereits geschwächte Immunsystem darf nicht noch weiter belastet werden, weshalb anstrengende körperliche Aktivitäten vermieden werden sollten. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung stärkt die Abwehrkräfte und kann einzelnen Symptomen, wie zum Beispiel Wassereinlagerungen oder Hautblutungen, vorbeugen. Auch die Vermeidung Stress ist wichtig. Sollte das Kaposi-Syndrom nach einer Transplantation auftreten, müssen die Vorgaben des zuständigen Arztes eingehalten werden. Grundsätzlich sind Schonung und Bettruhe angezeigt, unterstützt durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch einen Mediziner.

Weitere Selbsthilfe-Maßnahmen hängen von den Symptomen ab. So kann einer Zyanose unter Umständen durch Atemtraining vorgebeugt werden. Gegen Hautveränderungen helfen Salben und Cremes aus der Homöopathie, etwa Ringelblumensalbe oder Präparate mit Kamille, Belladonna oder Arnika. Sollten diese Maßnahmen keine Wirkungen zeigen, muss der Arzt konsultiert werden. Um einen erneuten Ausbruch des Kaposi-Syndroms zu vermeiden, sollte zudem eine Impfung gegen onkogene Viren stattfinden.

Bücher über HIV Infektion & AIDS

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Schütt, C., Bröker, B.: Grundwissen Immunologie. Spektrum, Heidelberg 2011

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