Bronchopneumonie

Letzte Aktualisierung am 29. Mai 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Eine Lungenentzündung oder Pneumonie ist eine ernste Krankheit. Bei einer derartigen Erkrankung ist das Lungengewebe akut entzündet. Auch chronische Formen sind nicht selten. Die Bronchopneumonie ist eine Sonderform einer gewöhnlichen Lungenentzündung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bronchopneumonie?

Die Bronchopneumonie ist die häufigste Form der Lungenentzündung. Der Arzt spricht dabei von einer morphologischen Form des Verlaufs einer Lungenentzündung.

Die Beschreibung der Erkrankung ist vom genauen Ort des Geschehens bestimmt, denn die Entzündungen betreffen dabei zunächst die Bronchien. Die Luftröhre teilt sich in zwei Äste auf, die Bronchi. Diese verzweigen sich dann weiter in kleinere Äste, bis sie in den Lungenbläschen, den Alveolen enden. In diesen Lungenbläschen findet der Austausch der Gase beim Ein- und Ausatmen statt.

Die Entzündung ist herdförmig, wobei die Entzündungsherde verschieden groß und in der Nähe und der Umgebung der Bronchien angesiedelt sind. Die Entzündungen weiten sich aus und wandern von den Bronchien in die Lunge.

Ursachen

Die Ursachen für eine Bronchopneumonie sind vielfältig. Oft entwickelt sich eine Bronchopneumonie aus einer Bronchitis, also einer Entzündung der Bronchien. Die Ansteckung geschieht in den meisten Fällen über die Luft.

Das Einatmen von Krankheitserregern, zum Beispiel von Grippeviren, kann ebenfalls zu einer solchen Lungenentzündung führen. Wenn die Abwehrkräfte der Lunge gestört und geschwächt sind, wird das Eindringen von Bakterien und Viren, aber auch von Pilzen und Parasiten erleichtert.

Ebenso können Allergien Auslöser für eine Lungenentzündung sein. Eher selten entzünden sich die Bronchien mit einer nachfolgenden Lungenentzündung durch das Einatmen von Reiz- oder Giftstoffen. Bei älteren Personen oder Kindern können auch verschluckte Gegenstände oder Partikel vom Essen zu einer Entzündung führen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bei der Bronchopneumonie leiden die Betroffenen an verschiedenen Atembeschwerden und Lungenbeschwerden. Dabei kann es im schlimmsten Fall auch zum Tod des Betroffenen oder zu dauerhaften Schäden am Körper kommen, falls die Erkrankung nicht richtig behandelt wird. In erster Linie leiden die Patienten dabei an einem starken Husten, der mit Auswurf verbunden ist.

Dieser wirkt sich negativ auf die Lebensqualität des Patienten aus und kann dabei auch zu Einschränkungen im Alltag führen. Ebenso kann es zu einem hohen Fieber und zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl kommen, wobei die Betroffenen auch an einer Müdigkeit oder na einer Abgeschlagenheit leiden. Diese Symptome können dabei nicht durch Schlaf ausgeglichen werden.

Da es durch die Bronchopneumonie auch zu einer Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff kommt, kann es zu einer Blaufärbung der Haut und zur Schädigung der inneren Organe oder sogar des Gehirns kommen. Diese Schäden sind in der Regel nicht behandelbar. Weiterhin treten auch krankhafte Atemgeräusche auf, die zu Schlafbeschwerden oder zu Komplikationen mit dem eigenen Partner führen können.

In einigen Fällen führt die Erkrankung dabei auch zu Schmerzen in der Brust, zu Krämpfen oder sogar zu Erbrechen. Sollte die Bronchopneumonie nicht behandelt werden, so kann es dadurch auch zu einer verringerten Lebenserwartung des Patienten kommen.

Diagnose & Verlauf

Um mit Sicherheit festzustellen, ob ein Patient an einer Bronchopneumonie leidet, wird der Arzt zunächst die Krankengeschichte aufnehmen. Vor allem aber fragt er nach den aktuellen Beschwerden. Er wird den Patienten mit dem Stethoskop gründlich abhören. Dabei wird er in den meisten Fällen bereits feststellen können, ob eine Entzündung der Lungen vorliegt. Die Untersuchung des Auswurfs und ein Röntgenbild könne in zweifelhaften Fällen zu einer sicheren Diagnose führen. Auch ein Blutgasanalyse und eine Lungenfunktionsprüfung können Aufschluss über das Ausmaß der Entzündung bringen.

Die Symptome einer Bronchopneumonie sind anfänglich Fieber, Husten und Auswurf. Wenn es sich um eine schwere Form der Erkrankung handelt, kann auch Atemnot auftreten. Wenn Bakterien die Ursache für die Entzündungen sind, so verläuft die Erkrankung recht heftig. Das Fieber steigt rasch an, das Allgemeinbefinden ist stark verschlechtert.

Dabei kann es sogar zu Sauerstoffmangel mit bläulicher Verfärbung der Lippen, der Finger und Zehen kommen. Bei einer viralen Pneumonie sind die Symptome schwächer ausgeprägt. Das Allgemeinbefinden ist nur wenig beeinträchtigt. Bei Kindern kann sich eine Bronchopneumonie mit Erbrechen, Krämpfen und Schmerzen in der Brust darstellen.

Komplikationen

Durch die Bronchopneumonie leiden die Patienten an starken Beschwerden an der Lunge, welche einer Lungenentzündung gleichen. Dabei treten laute und krankhafte Atemgeräusche auf, die ebenso mit einer Atemnot zusammenhängen. Oft leiden die Patienten bei Atemnot auch an Panikattacken. Durch die Bronchopneumonie kommt es ebenfalls zu Fieber und zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl.

Der Betroffene ist nicht mehr in der Lage, seinen Alltag in gewöhnlicher Weise zu meistern. Die Lippen färben sich oft blau und es kommt neben Erbrechen und ein Schmerz in der Brust auf. Das Fieber bei einer Bronchopneumonie ist relativ hoch und kann nur mit Bettruhe behandelt werden. In der Regel erhöht der Patient bei der Behandlung ein Antibiotikum und andere Medikamente, um den Schleim zu lösen.

Komplikationen können vor allem dann auftreten, wenn die Bronchopneumonie nicht behandelt wird oder wenn der Patient während der Erkrankung dem Körper keine Möglichkeit zur Erholung gibt. Durch die Atembeschwerden und das hohe Fieber kann es vor allem bei älteren Menschen zu einem lebensgefährlichen Zustand kommen. Falls die Bronchopneumonie behandelt wird und ausheilt, treten in der Regel keine weiteren Beschwerden ein.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Da es sich bei der Bronchopneumonie um eine sehr ernste und weiterhin auch lebensgefährliche Krankheit handelt, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Eine Selbstheilung tritt bei dieser Erkrankung nicht ein, sodass ein Besuch beim Arzt unerlässlich ist. Vor allem bei dauerhaftem Husten mit Auswurf muss ein Arzt aufgesucht werden. Die Bronchopneumonie zeigt sich durch Atemnot und in vielen Fällen durch Fieber.

Sollten diese Beschwerden nicht im Rahmen einer gewöhnlichen Erkältung verschwinden, muss ein Arzt aufgesucht werden. Ebenso können krankhafte Atemgeräusche auf die Bronchopneumonie hinweisen und müssen untersucht werden. Durch die Atembeschwerden kann es auch zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit und zu Blaufärbungen von Lippen und Haut des Patienten kommen. Die Bronchopneumonie kann durch einen Allgemeinarzt oder durch einen HNO-Arzt diagnostiziert und behandelt werden. In akuten Notfällen sollte ein Notarzt gerufen oder das Krankenhaus aufgesucht werden.

Behandlung & Therapie

Zur Bekämpfung der Bronchopneumonie wird der Arzt zunächst allgemeine Maßnahmen anordnen. Bettruhe, leichte Nahrung und vor allem ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit bilden den Boden für eine schnelle Genesung. Weiter können Inhalationen den Heilungsprozess zu unterstützen. Atemübungen und Klopfmassagen tragen ebenfalls dazu bei, die Heilung voranzutreiben. Bei Atemnot kann die Zufuhr von Sauerstoff hilfreich sein.

Diese allgemeinen Maßnahmen werden aber nicht ausreichen. Bei einer bakteriellen Bronchopneumonie wird ein Breitbandantibiotikum eingesetzt. Ist der Erreger nachgewiesen, kann ein spezielles Antibiotikum gegeben werden. Zusätzlich können Medikamente zur Schleimlösung, bei hohem Fieber auch fiebersenkende Medikamente zum Einsatz kommen. Weil Antibiotika nicht gegen Viren wirken, werden sie bei einer durch Viren ausgelösten Entzündung nicht eingesetzt. Umstritten ist ihr Einsatz als Vorbeugung gegen eine bakterielle Superinfektion bei einer Pneumonie.

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Aussicht & Prognose

In den meisten Fällen kann die Bronchopneumonie relativ gut behandelt werden. Vor allem bei einer frühzeitigen Diagnose kommt es in der Regel zu einem positiven Krankheitsverlauf. Sollte es nicht zu einer Behandlung kommen, so leiden die Betroffenen an einem erheblichen Sauerstoffmangel und damit auch an einer Blaufärbung der Haut und der Lippen. Es kann dabei auch zur Schädigung der inneren Organe kommen, falls auch hierbei die Sauerstoffzufuhr unterbrochen wird.

Kinder leiden durch die Bronchopneumonie an Krämpfen, Erbrechen und ebenso an starken Schmerzen in der Brust. Es kommt dabei nicht zu einer Selbstheilung, wobei sich die Entzündung auch weiterhin ausbreitet. Die Betroffenen fühlen sich im Allgemeinen müde und abgeschlagen.

Eine Behandlung der Bronchopneumonie führt in den meisten Fällen relativ schnell zu einem positiven Verlauf und zu einer vollständigen Heilung. Durch die Einnahme von Antibiotika werden die Beschwerden vollständig gelindert. Da die Bronchopneumonie auch mit Fieber verbunden sein kann, sind auch fiebersenkende Mittel notwendig. Besondere Komplikationen und Nebenwirkungen treten dabei nicht auf. Durch eine zusätzliche Bettruhe wird die Genesung beschleunigt. Nach der Behandlung kommt es zu keinen weiteren Einschränkungen im Leben des Patienten.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung besteht darin, sich vor Ansteckung zu schützen. Vor allem sollte man den Kontakt zu bereits erkrankten Personen meiden. Die Impfung gegen die Grippe, die eine Bronchopneumonie auslösen kann, ist vor allem für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen und chronischen Krankheiten (Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch AIDS) sollten sich impfen lassen.

Nachsorge

Bei einer Bronchopneumonie ist eine Nachsorge zwar nicht immer zwingendend notwendig, wirkt sich allerdings immer positiv auf den Verlauf der Erkrankung aus und kann weitere Komplikationen vermeiden. Der Betroffene sollte bei dieser Erkrankung auf anstrengende Tätigkeiten und auf sportliche Betätigungen auf jeden Fall verzichten. Im Allgemeinen muss sich die Lunge von der Bronchopneumonie erholen.

Der Patient darf unter keinen Umständen rauchen und sollte auf einen gesunden Lebensstil mit einer gesunden Ernährung achten. In einigen Fällen ist jedoch die künstliche Beatmung durch Sauerstoff notwendig. Nach der Erkrankung ist auch auf die Einnahme von Antibiotika und anderen Medikamenten zu achten.

Die Antibiotika dürfen nicht mit Alkohol eingenommen werden, wobei der Patient auch auf die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten achten sollte. Diese können mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Auch Atemübungen können die Heilung beschleunigen und sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken.

Diese Übungen können häufig auch im eigenen Zuhause durchgeführt werden. Ebenfalls sollte der Betroffene auf eine ausreichende Zufuhr an Flüssigkeit achten. In der Regel kommt es zu einer vollständigen Heilung ohne bleibende Schäden. Im Falle von psychischen Beschwerden oder bei Depressionen kann auch ein Psychologe aufgesucht werden.

Das können Sie selbst tun

Da die Bronchopneumonie eine ernsthafte Erkrankung der Bronchien und der Lunge ist, darf sie keinesfalls wie eine einfach Erkältung selbst behandelt werden. Die Therapie muss unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, um ernsthaften und dauerhaften Gesundheitsschäden vorzubeugen. Die Patientinnen und Patienten können aber viel dazu beitragen, die Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verkürzen.

Für letzteres ist es unbedingt erforderlich, dass die Betroffenen die Anweisungen des Arztes strikt befolgen, wenn dieser Bettruhe oder zumindest ein Arbeitsverbot erteilt hat. Überanstrengung oder eine (erneute) Unterkühlung durch Aufenthalt im Freien können den Genesungsprozess erheblich verzögern. Unterstützt wird der Genesungsprozess durch ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, leichte, vitaminreiche vegetarische oder vegane Ernährung und viel Schlaf. Stress sollten Patienten dagegen unbedingt vermeiden.

Eines der Symptome, die mit einer Bronchopneumonie fast immer einhergehen, ist starker Husten, häufig mit schleimigen oder blutigem Auswurf. Hier sorgen, neben den ärztlich verordneten Medikamenten, auch einige Hausmittel für Besserung. Salbeiprodukte, die als Bonbons, Drops oder Tee erhältlich sind, beruhigen den Hustenreiz und wirken schleimlösend und adstringierend. Nasenspülungen mit Salzwasser halten den gesamten Hals-Nasen-Ohrenbereich feucht und wirken der Besiedelung der angegriffenen Areale mit Bakterien entgegen. Bei starkem Fieber helfen Wadenwickel oder kalte Bäder. Letztere eignen sich allerdings nicht für Patienten mit instabilem Kreislauf.

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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