Brustschmerzen und Schmerzen beim Atmen

Schmerzen im Bereich des Brustkorbes (Brustschmerzen beim Atmen) gehören zu den häufig geklagten Beschwerden und können Ausdruck verschiedener Erkrankungen sein. Keineswegs sind diese Schmerzen immer Zeichen einer Lungenerkrankung, wie von den meisten Laien irrtümlicherweise angenommen wird.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen für Brustschmerzen beim Atmen

Wenn sich die Beschwerden beim Husten und tiefen Atmen nicht wesentlich verstärken, spricht die Beobachtung gegen eine Mitbeteiligung des Rippenfells. Sehr häufig ist der Brustschmerz lediglich ein Begleitsymptom einer Infektionskrankheit, beispielsweise der Grippe, der Masern, des Scharlachs, der Röteln, oder auch Ausdruck eines Rheumatismus. Die Ursache der Schmerzen im Brustkorbbereich ist in diesen Fällen eine umschriebene und mehr oder weniger ausgedehnte Entzündung der Zwischenrippenmuskeln und der übrigen den Brustkorb umgebenden Muskel, nicht aber der Lunge.

Brustschmerzen, besonders im Bereich der linken Brustseite, brauchen keineswegs von den Atmungsorganen auszugehen, sondern können Zeichen einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels sein, besonders, wenn gleichzeitig ausstrahlende Beschwerden in den linken Arm bestehen. Überhaupt werden auf Grund eigentümlicher Nervenbeziehungen die Schmerzen oft weniger am wirklich erkrankten Organ als an ganz bestimmten Körperstellen geäußert.

Charakteristisch ist hierfür der Schmerz im Bereich des rechten Schulterblattes bei Erkrankungen der Gallenblase. Auch eine Gürtelrose kann zum Beispiel noch vor Auftreten irgendwelcher Hauterscheinungen mit ganz charakteristischen, sehr heftigen Beschwerden in einer Brustseite beginnen, die vom Nichtfachmann oft als Rippenfellentzündung gedeutet werden kann, während in Wirklichkeit die Zwischenrippennerven gereizt sind.

Brustkorbprellung und Brustschmerzen

Besonders intensiv und oft sehr hartnäckig sind Beschwerden nach Brustkorbprellungen. Die Beschwerden verstärken sich bei tiefer Atmung und können besonders beim Husten stechende Schmerzen verursachen. Die Ursache liegt aber auch hier nicht etwa in einer Verletzung der Lungen, sondern in einem Rippenbruch, in einer Reizung der Knochenhaut, an den Rippen, oder in einer umschriebenen Blutung in den Muskeln.

Rippelfellentzündung und Brustschmerzen

Erkrankungen des Rippen- und Lungenfells, insbesondere die sogenannte trockene Rippenfellentzündung, sind durch heftige, sich bei tiefer Atmung verstärkend Schmerzen gekennzeichnet, die in der Pause, die zwischen dem Aus- und Einatmen entsteht, spürbar nachlassen. Es kommt dabei zu einer Ausschwitzung und Ablagerung von Fibrin. Durch diesen Prozess wird das normalerweise spiegelnd glatte Rippen- und Lungenfell an umschriebener Stelle in eine raue, unebene Fläche umgewandelt, deren Reibungen der Arzt schon durch die aufgelegte Hand fühlt. Kommt es dagegen im Verlauf der trockenen Rippenfellentzündung aus irgendwelchen Ursachen zu einer stärkeren Ausschwitzung von Gewebswasser, so spricht man von einer feuchten Rippenfellentzündung.

Besondere Schwierigkeiten bereitet es manchmal, die Erkrankung zu erkennen, wenn der Teil des Rippenfells befallen ist, der das Zwerchfell überzieht, weil der untersuchende Arzt häufig nichts Krankhaftes erkennen kann und erst durch eine Röntgenuntersuchung ein einseitig schlecht bewegliches Zwerchfell festzustellen ist, wodurch die Krankheitsursache geklärt wird. Wie kompliziert die Verhältnisse manchmal sind, geht auch aus der Tatsache hervor, dass es, allerdings selten, auch angeborenen oder erworbene Zwerchfelllücken gibt, durch die beispielsweise ein Teil des Magen-Darm-Trakts in den Brustraum verlagert sein kann. Hierbei werden stärkere Beschwerden beim Anspannen der Bauchpresse angegeben, die Symptome von Laien aber wiederum auf die Brustorgane bezogen.

Lungenkrankheiten und Brustschmerzen

Brustschmerzen

Erkrankungen der Lunge, zum Beispiel Lungenentzündung, Erweiterung der kleinen Luftröhrenverzweigung (Bronchiektasen), größere Hohlraumbildungen (Abszesse), Bronchialasthma sowie chronische Bronchitis, bringen sehr häufig mehr oder minder große Auswurfmengen und leicht überhöhte bis hohe Temperaturen (Fieber) mit sich.

Je nachdem, ob sich die entzündlichen Prozesse in unmittelbarer Nachbarschaft des Rippenfells abspielen, kann es auch zu stechenden Schmerzen beim Atmen und Husten kommen. Meist stehen jedoch diese Schmerzen nicht im Vordergrund.

Im Gegensatz dazu beginnt eine Lungentuberkulose oft ohne alarmierende Krankheitszeichen. Außer einer mäßigen Abgespanntheit und allgemeinen Mattigkeit, die eventuell mit nächtlichen Schweißausbrüchen verbunden ist, verursacht sie fast nie Beschwerden.

Auch dem Arzt gelingt es nur, sie mit dem Röntgenverfahren oder Computertomographie zu erfassen, da beim Abklopfen und Abhorchen der Lungen keine oder nur sehr geringfügige Veränderungen festzustellen sind.

Zusammenfassen ist zu sagen, dass der stechende Schmerz beim Atmen nicht einer Krankheit eigen ist, sondern Ausdruck der mannigfaltigsten krankhaften Veränderungen im Brustkorb oder Oberbauchbereich sein kann. Häufig können aber auch Störungen der Wirbelsäule schmerzhaft in die Brustregion ziehen.

Es empfiehlt sich in jedem Fall, bei stärkeren Beschwerden dieser Art einen Arzt aufzusuchen. Leider ist es so, dass alle ernsteren Erkrankungen einschließlich des in letzter Zeit häufig auftretenden Lungenkrebses zu Beginn meist ohne Schmerzen verlaufen. Deshalb ist es dringend erforderlich, im eigenen und der anderen Interesse, öfter beim Arzt vorbeugende Untersuchungen machen zu lassen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

der princ kommentierte am 05.03.2012 um 22:38 Uhr

Mein Vater hat Atemprobleme und das seit 2 Wochen. Er kan nicht mehr als eine Stunde schlafen und ich habe keine Ahnung, was mit ihm los ist. Ich komme aus dem Kosovo und die Ärzte sagen, er hat eine Erkältung im Hals. Aber ich weiß nicht genau, was los ist, weil er jeden Tag immer wieder das Problem hat. Wie kann ich meinem Vater helfen?

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