Brustschmerzen und Schmerzen beim Atmen

Letzte Aktualisierung am 24. Januar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Schmerzen im Bereich des Brustkorbes (Brustschmerzen beim Atmen) gehören zu den häufig geklagten Beschwerden und können Ausdruck verschiedener Erkrankungen sein. Keineswegs sind diese Schmerzen immer Zeichen einer Lungenerkrankung, wie von den meisten Laien irrtümlicherweise angenommen wird.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen

Wenn sich die Beschwerden beim Husten und tiefen Atmen nicht wesentlich verstärken, spricht die Beobachtung gegen eine Mitbeteiligung des Rippenfells. Sehr häufig ist der Brustschmerz lediglich ein Begleitsymptom einer Infektionskrankheit, beispielsweise der Grippe, der Masern, des Scharlachs, der Röteln, oder auch Ausdruck eines Rheumatismus. Die Ursache der Schmerzen im Brustkorbbereich ist in diesen Fällen eine umschriebene und mehr oder weniger ausgedehnte Entzündung der Zwischenrippenmuskeln und der übrigen den Brustkorb umgebenden Muskel, nicht aber der Lunge.

Brustschmerzen, besonders im Bereich der linken Brustseite, brauchen keineswegs von den Atmungsorganen auszugehen, sondern können Zeichen einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels sein, besonders, wenn gleichzeitig ausstrahlende Beschwerden in den linken Arm bestehen. Überhaupt werden auf Grund eigentümlicher Nervenbeziehungen die Schmerzen oft weniger am wirklich erkrankten Organ als an ganz bestimmten Körperstellen geäußert.

Charakteristisch ist hierfür der Schmerz im Bereich des rechten Schulterblattes bei Erkrankungen der Gallenblase. Auch eine Gürtelrose kann zum Beispiel noch vor Auftreten irgendwelcher Hauterscheinungen mit ganz charakteristischen, sehr heftigen Beschwerden in einer Brustseite beginnen, die vom Nichtfachmann oft als Rippenfellentzündung gedeutet werden kann, während in Wirklichkeit die Zwischenrippennerven gereizt sind.

Brustkorbprellung

Besonders intensiv und oft sehr hartnäckig sind Beschwerden nach Brustkorbprellungen. Die Beschwerden verstärken sich bei tiefer Atmung und können besonders beim Husten stechende Schmerzen verursachen. Die Ursache liegt aber auch hier nicht etwa in einer Verletzung der Lungen, sondern in einem Rippenbruch, in einer Reizung der Knochenhaut, an den Rippen, oder in einer umschriebenen Blutung in den Muskeln.

Rippelfellentzündung

Erkrankungen des Rippen- und Lungenfells, insbesondere die sogenannte trockene Rippenfellentzündung, sind durch heftige, sich bei tiefer Atmung verstärkend Schmerzen gekennzeichnet, die in der Pause, die zwischen dem Aus- und Einatmen entsteht, spürbar nachlassen. Es kommt dabei zu einer Ausschwitzung und Ablagerung von Fibrin. Durch diesen Prozess wird das normalerweise spiegelnd glatte Rippen- und Lungenfell an umschriebener Stelle in eine raue, unebene Fläche umgewandelt, deren Reibungen der Arzt schon durch die aufgelegte Hand fühlt. Kommt es dagegen im Verlauf der trockenen Rippenfellentzündung aus irgendwelchen Ursachen zu einer stärkeren Ausschwitzung von Gewebswasser, so spricht man von einer feuchten Rippenfellentzündung.

Besondere Schwierigkeiten bereitet es manchmal, die Erkrankung zu erkennen, wenn der Teil des Rippenfells befallen ist, der das Zwerchfell überzieht, weil der untersuchende Arzt häufig nichts Krankhaftes erkennen kann und erst durch eine Röntgenuntersuchung ein einseitig schlecht bewegliches Zwerchfell festzustellen ist, wodurch die Krankheitsursache geklärt wird. Wie kompliziert die Verhältnisse manchmal sind, geht auch aus der Tatsache hervor, dass es, allerdings selten, auch angeborenen oder erworbene Zwerchfelllücken gibt, durch die beispielsweise ein Teil des Magen-Darm-Trakts in den Brustraum verlagert sein kann. Hierbei werden stärkere Beschwerden beim Anspannen der Bauchpresse angegeben, die Symptome von Laien aber wiederum auf die Brustorgane bezogen.

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Lungenkrankheiten

Erkrankungen des Rippen- und Lungenfells, sind durch heftige, sich bei tiefer Atmung verstärkende Schmerzen gekennzeichnet.

Erkrankungen der Lunge, zum Beispiel Lungenentzündung, Erweiterung der kleinen Luftröhrenverzweigung (Bronchiektasen), größere Hohlraumbildungen (Abszesse), Bronchialasthma sowie chronische Bronchitis, bringen sehr häufig mehr oder minder große Auswurfmengen und leicht überhöhte bis hohe Temperaturen (Fieber) mit sich.

Je nachdem, ob sich die entzündlichen Prozesse in unmittelbarer Nachbarschaft des Rippenfells abspielen, kann es auch zu stechenden Schmerzen beim Atmen und Husten kommen. Meist stehen jedoch diese Schmerzen nicht im Vordergrund.

Im Gegensatz dazu beginnt eine Lungentuberkulose oft ohne alarmierende Krankheitszeichen. Außer einer mäßigen Abgespanntheit und allgemeinen Mattigkeit, die eventuell mit nächtlichen Schweißausbrüchen verbunden ist, verursacht sie fast nie Beschwerden.

Auch dem Arzt gelingt es nur, sie mit dem Röntgenverfahren oder Computertomographie zu erfassen, da beim Abklopfen und Abhorchen der Lungen keine oder nur sehr geringfügige Veränderungen festzustellen sind.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der stechende Schmerz beim Atmen nicht einer Krankheit eigen ist, sondern Ausdruck der mannigfaltigsten krankhaften Veränderungen im Brustkorb oder Oberbauchbereich sein kann. Häufig können aber auch Störungen der Wirbelsäule schmerzhaft in die Brustregion ziehen.

Es empfiehlt sich in jedem Fall, bei stärkeren Beschwerden dieser Art einen Arzt aufzusuchen. Leider ist es so, dass alle ernsteren Erkrankungen einschließlich des in letzter Zeit häufig auftretenden Lungenkrebses zu Beginn meist ohne Schmerzen verlaufen. Deshalb ist es dringend erforderlich, im eigenen und der anderen Interesse, öfter beim Arzt vorbeugende Untersuchungen machen zu lassen.

Krankheiten mit diesem Symptom

Komplikationen

Schmerzen beim Atmen treten meist als Begleiterscheinung relativ ungefährlicher Krankheiten auf, können jedoch auch schwerwiegende Komplikationen mit sich bringen. Treten die Schmerzen als Folge einer Lungenentzündung auf, ist von einer Intensivierung der Beschwerden auszugehen. Außerdem kann es zu blutigem Ausstoß und weiteren Entzündungen im Bereich von Lunge und Rachen kommen.

Schmerzen beim Atmen, die als Folge eines Rippenbruchs oder einer Prellung auftreten, verstärken sich zunächst ebenfalls, nehmen im Verlauf der Genesung jedoch meist wieder ab. Anders bei Schmerzen als Folge eines grippalen Infekts. In diesem Fall gehen die Schmerzen beim Atmen mit vielfältigen Komplikationen einher. Es kommt zu Schmerzen im gesamten Halsbereich, den bekannten Grippesymptomen wie Schnupfen und Husten sowie zu einem körperlichen Unwohlsein. Auch bei Scharlach, Röteln, Masern oder Windpocken sowie bei rheumatischen Erkrankungen kommt es bisweilen zu starken Schmerzen beim Atmen.

Ebenso bei Durchblutungsstörungen, wobei die Komplikationen in diesem Fall von der jeweiligen Grunderkrankung abhängen und sehr stark variieren können. Mögliche Komplikationen sind Herzinfarkt, eine Vergrößerung des Schmerzzentrums, Atemschwäche, Kreislaufprobleme und damit einhergehend eine Einschränkung der Lebensqualität des Patienten. Sind die Schmerzen beim Atmen auf einen Unfall zurückzuführen, liegt unter Umständen eine Verletzung im Bereich der Lungen vor, die nicht ausreichend behandelt wurde. Blutungen, Entzündungen und Knochenhautreizungen sind mögliche Komplikationen.

Aussicht & Prognose

Brustschmerzen und Schmerzen beim Atmen sind ernst zu nehmen. Husten und schwere Lungenerkrankungen können sich in Brustschmerzen und Schmerzen beim Atmen äußern. Damit die Prognosen auf eine Heilung gut ausfallen, ist es wichtig, dass die betroffene Person die Symptome schnell wahrnimmt und einen Arzt kontaktiert.

Sollte eine Lungenerkrankungen vorliegen, ist eine weitere Untersuchungen bei einem Lungenspezialisten notwendig, da dieser eine genaue und detaillierte Diagnose aufstellen kann. Man kann auch selber etwas für die Heilung und Besserung tun. Damit die Beschwerden nicht so schlimm werden, kann es hilfreich sein, wenn die betroffene Person über den Tag verteilt immer wieder frisch aufgebrühten Tee zu sich nimmt. So kann man die betroffenen Stellen beruhigen und es kann zu einer Linderung der Schmerzen kommen.

Die Aussichten bei einer Behandlungen sehen sehr gut aus, wenn man rechtzeitig handelt. Hierbei kommt es auch darauf an, welche Ursache für die Brustschmerzen und Schmerzen beim Atmen vorliegen. Ohne eine richtige Behandlung können sich nicht nur die Schmerzen verschlimmern, sondern auch die zugrundeliegende Krankheit. Sollte es sich um eine Lungenkrankheit handeln, sollte man unverzüglich einen Lungenarzt kontaktieren, damit sich die Krankheit nicht zu einer lebensbedrohlichen Situation entwickelt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Für Brustschmerzen und Schmerzen beim Atmen gibt es viele mögliche Ursachen. Theoretisch können sämtliche im Brustkorb befindlichen Organe schmerzen. Außerdem strahlen gelegentlich auch Schmerzen der Bauchorgane in die Brust aus. Bei Brustschmerzen oder Schmerzen beim Atmen sollte vorsichtshalber umgehend der Hausarzt aufgesucht werden. Medizinische Laien können kaum harmlose Brustschmerzen und Schmerzen beim Atmen von eventuell sogar lebensbedrohenden Erkrankungen unterscheiden.

Brustschmerzen und Schmerzen beim Atmen können ein normales Begleitsymptom einer Infektionskrankheit wie starke Erkältung, Grippe, Scharlach, Röteln oder Masern sein. Auch Durchblutungsstörungen, eine Entzündung der Zwischenrippenmuskeln oder eine Rippenfellentzündung führen zu Brustschmerzen und Schmerzen beim Atmen.

Sportler führen das Phänomen häufig auf Brustkorbprellungen zurück, was durchaus zutreffen kann. Zu denken ist jedoch auch an eine potenziell lebensgefährliche Erkrankung wie einen Herzinfarkt oder eine beschädigte Aorta. Speiseröhrenprobleme, Lungenentzündungen oder gar Lungenkrebs sind weitere überzeugende Argumente, bei auftretenden Brustschmerzen und Schmerzen beim Atmen lieber unverzüglich einen Arzt aufzusuchen.

Bereits der Hausarzt, der seinen Patienten meistens schon über einen längeren Zeitraum kennt, wird die Situation bei ihm hinsichtlich Brustschmerzen und Schmerzen beim Atmen gut einschätzen können. Zur Vertiefung der Diagnose wird er an einen Facharzt überweisen, beispielsweise an einen Internisten, Kardiologen, Gastroenterologen, Pulmologen, Orthopäden oder Neurologen.

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Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen so umfangreich wie möglich. Notieren Sie auch zusätzliche Fragen und stellen Sie diese dann Ihrem Arzt.


  • Wann traten die Brustschmerzen zum ersten Mal auf?
  • Wann traten die Brustschmerzen letztmalig auf?
  • Wie oft treten die Brustschmerzen auf (täglich, wöchentlich, monatlich)?
  • Wie beginnen die Brustschmerzen (plötzlich/allmählich)?
  • In welchen Situationen empfinden Sie besonders intensiv die Brustschmerzen (z.B. bei körperlicher Arbeit & Anstrengung, beim Schlafen)?
  • Empfinden Sie die Brustschmerzen als brennend oder stechend? Beschreiben Sie Ihre Brustschmerzen.
  • Wie lange halten die Brustschmerzen an? Beschreiben Sie den Verlauf.
  • Spüren Sie neben den Brustschmerzen auch andere Symptome, wie Beklemmung, Herzschmerzen, Lungenbeschwerden oder andere?
  • Wie klingen Ihre Brustschmerzen wieder ab (z.B. abrupt oder langsam ausklingend)?
  • Haben Sie selbst Behandlungsformen für sich entdeckt, die Ihnen helfen, Ihre Brustschmerzen zu lindern (z.B. Spazierengehen, frische Luft, Massage)? Wenn ja, beschreiben Sie diese.
  • Welche Medikamente nehmen Sie allgemein gegen welche Beschwerden?
  • Leiden oder litten Sie an einer Lungenerkrankung oder haben Sie derzeit Beschwerden beim Atmen?
  • Kommen Brustschmerzen in Ihrer Familie häufig oder regelmäßig vor? (z.B. bei Geschwistern oder Eltern)
  • Rauchen Sie? Wenn ja, wie lange rauchen Sie schon? Wie viele Zigaretten (oder andere Produkte) rauchen Sie täglich/wöchentlich?

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Das können Sie selbst tun

Einige Hausmittel und Selbsthilfemaßnahmen können die Beschwerden lindern. Die Einnahme von Thymian über die Nahrung oder als Tee wirkt auswurffördernd und krampflösend. Schleimlösende Mittel, die Efeuextrakt enthalten, unterstützen das wichtige Abhusten. Bettruhe ist wichtig für den Genesungsprozess. Das Einnehmen von hustenreizdämpfenden Mitteln wie isländischem Moosextrakt verbessert die Nachtruhe. Bei trockenem Husten ist die Kombination mit Mitteln, die zeitgleich den Schleim lösen und den Hustenreiz dämpfen, nicht vorteilhaft.

Schwitzkuren durch Saunagänge und Kneipp-Brustwickel sind bewährte Hausmittel. Den Brustwickel, beschichtet mit einer ein Zentimeter dicken Quarkschicht auf der Innenseite, für 30 bis 90 Minuten aufgelegt, fördert das Wohlbefinden. Ein gut belüftetes Zimmer verbunden mit feuchter Raumluft wirkt belebend.

Wenn es sich um chronische Atembeschwerden handelt, helfen Lockerungs- und Fußreflexzonenmassagen. Ruhiges und gleichmäßiges Ein- und Ausatmen bestärkt den Heilungsverlauf. Die Einnahme von Heilkräutern wie Hasenfuß- und Spitzwegerich über Smoothies oder als Teeaufguss verbessert das Wohlbefinden. Trinkt der Betroffene mindestens zwei Liter Wasser am Tag, wirkt dies aufbauend. Vitaminreiche Kost stärkt die Abwehrkräfte.

Bei Schmerzen verursacht durch geprellte Rippen wirken kühlende Maßnahmen mit Kühlakkus oder Gel schmerzlindernd. Der Betroffene unterstützt den Verlauf der Genesung, indem er größere körperliche Aktivitäten vermeidet.

Quellen

  • Battegay, E. (Hg.): Siegenthalers Differentialdiagnose. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017

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