Weihrauch

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Weihrauch (oder Olibanum) ist ein Gummiharz, das luftgetrocknet wird und vom Weihrauchbaum stammt. Er wird sowohl als Räucherwerk als auch für therapeutische Zwecke verwendet. Der Rauch, der beim Verbrennen entsteht, wird ebenfalls Weihrauch genannt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Weihrauchs

Weihrauch wird aus dem Weihrauchbaum gewonnen. Der Baum wird etwa vier bis sechs Meter hoch und gedeiht nur auf sehr trockenen, kargen Böden, die einen bestimmten Mineralgehalt aufweisen müssen. Hauptanbaugebiete sind das Hinterland der Küste Ostafrikas, der Süden von Arabien und Indien. Der Baum enthält eine milchige Flüssigkeit, die an der Luft getrocknet wird und aus der dann das so genannte Weihrauchharz entsteht. Die Produktion von Weihrauch erfolgt von Ende März bis Anfang April. Die Bäume werden an den Ästen angeschnitten, wobei die Qualität des Harzes zunächst minderwertig ist und sich dann im Laufe der Wochen verbessert.

Das Harz des Weihrauchs enthält eine Substanz, die eine sehr gute Wirkung auf verschiedenste chronische Entzündungen hat. Diese Substanz wird Boswellisäure genannt.

Durch das Anschneiden tritt das Harz aus, wird an der Luft getrocknet und in weiterer Folge als so genannte Harztränen geerntet. Die Ausbeute hängt dabei von der Größe, vom Alter beziehungsweise vom Zustand des jeweiligen Baumes ab und beträgt etwa drei bis zehn Kilogramm. Weihrauch besteht aus Harzen, ätherischen Ölen, Proteinen und Schleim und wurde bereits im alten Ägypten für verschiedenste Kulte verwendet. So kam es beispielsweise bei der Mumifizierung als desinfizierendes Heil- und Räuchermittel zum Einsatz.

Beim Verglühen entsteht ein aromatischer Rauch, der in unterschiedlichen Religionen auch heute noch Verwendung findet. In antiken Zeiten war der Weihrauch eine sehr hochbezahlte Handelsware, mit der auf der Weihrauchstraße gehandelt wurde. Weltweit sind mehr als zehn unterschiedliche Arten von Weihrauch zu finden, wobei die bekannteste Art Boswellia serrata ist, die in Nord- beziehungsweise Zentralindien beheimatet ist.

Wirkung & Anwendung

Die Ägypter verwendeten Weihrauch zur Wundbehandlung und für Salben. Erwähnung fand der Weihrauch bereits in der ältesten ägyptischen Schrift, dem Papyrus Ebers. Hier wurde zerstampfter Weihrauch mit Honig als Heilmittel beschrieben, ein Rezept, das sich in Ägypten bis heute erhalten hat. Hippokrates setzte das Heilmittel gegen Atemwegserkrankungen beziehungsweise bei Problemen mit der Verdauung ein.

In Ostafrika dient Weihrauch zur Bekämpfung von Krankheiten wie Bilharziose, Syphilis beziehungsweise Magenleiden. Bereits seit mehr als 5000 Jahren verwendet auch die indische Ayurvedamedizin die Pflanze bei Gelenk- und Muskelbeschwerden, rheumatischen Erkrankungen, Ischalgie und Arthritis. Als Salbe wird sie hier außerdem bei Geschwüren, Drüsenschwellungen beziehungsweise Knochenbrüchen äußerlich aufgetragen.

Innerlich wird Weihrauch in der Naturheilkunde des Ayurveda außerdem bei Hämorrhoiden sowie bei Entzündungen des Mundraums eingesetzt. In der klassischen Naturheilkunde dient Weihrauch zur Linderung von rheumatischen Beschwerden. Darüber hinaus konnte belegt werden, dass Weihrauch bei chronischen Erkrankungen wie chronischer Polyarthritis hilft, aber auch die Symptome von Multipler Sklerose und Neurodermitis können durch Weihrauchpräparate gemildert werden.

Das Harz des Weihrauchs enthält eine Substanz, die eine sehr gute Wirkung auf verschiedenste chronische Entzündungen hat. Diese Substanz wird Boswellisäure genannt und sie hat die Fähigkeit, die Leukotriensynthese zu blockieren, wodurch die Entzündungen zurückgehen. Im Körper werden Entzündungen durch das Enzym 5-Lipoxygenase hervorgerufen. Mit Hilfe dieses Enzyms werden Leukotrienen gebildet, körpereigene Stoffwechselprodukte, die chronische Entzündungen aufrechterhalten.

Bei entzündlichen Erkrankungen ist die Leukotrienen-Bildung im Körper daher immer erhöht. Wenn die Leukotrienen-Produktion jedoch gestoppt werden kann, so gehen die Entzündungen zurück. Genau diese Funktion erfüllen die Boswelliasäuren: Sie inaktivieren das Enzym 5-Lipoxygenase, sodass keine Leukotrienen mehr gebildet werden. Boswelliasäuren haben geringere Nebenwirkungen als beispielsweise Entzündungshemmer wie Indometacin oder Diclofenac.

Erhöhte Leukotrienenwerte finden sich beispielsweise bei folgenden Erkrankungen wie Lungenfibrose und Asthma, allergisch bedingte Nasenschleimhautentzündung sowie allergisch bedingte Bindehautentzündung. Auch Gicht, Nesselsucht, Schuppenflechte, Morbus Crohn finden sich darunter ebenso wie Leberzirrhose und Nikotinsucht.

Außerdem soll Weihrauch seine Wirkung auch bei Hirntumoren zeigen, da die Boswelliasäuren im Stande sind, Wasseransammlungen zurückzudrängen, die rund um den Tumor gebildet werden. Dadurch ist eine bessere chirurgische Behandlung möglich. Darüber hinaus wirkt Weihrauch ausgleichend und kann den Körper in stressigen Situationen unterstützen. Da im Heilmittel auch Sesquiterpene zu finden sind, beeinflusst Weihrauch das limbische System. Er wirkt gegen Depressionen und kann das Immunsystem stimulieren.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Weihrauchpräparate werden in Tablettenform oder als pulverisiertes Weihrauchharz eingesetzt. Bisher ist nur ein Medikament, das so genannte H15 erhältlich, dass aber nach ärztlicher Verschreibung aus Indien importiert werden muss. Bei chronischen Beschwerden empfiehlt sich zu Beginn einer Therapie eine Dosis von 3 x 800mg pro Tag, sofern die Beschwerden sehr stark sind. Sonst reicht eine Dosis von täglich 3 x 400mg Trockenextrakt aus. Weihrauchtabletten wirken allerdings erst nach etwa vier Wochen und sind also nicht akut schmerzstillend, wodurch begleitende Medikamente empfehlenswert sind.

Durch die Einnahme gehen Gelenkschwellungen zurück, das Allgemeinbefinden oder Morgensteifigkeit verbessern sich und die Entzündungswerte sinken. Als Nebenwirkungen können eventuell Hautausschläge und Juckreiz sowie Magen-Darmbeschwerden auftreten, die aber im Zuge der Behandlung wieder verschwinden.

Bei Venenleiden können auch homöopathische Weihrauch-Tropfen beziehungsweise ein Weihrauch-Balsam helfen, da die Boswelliasäuren Wassereinlagerungen verhindern und Schmerzen vorbeugen. Äußerlich kann Weihrauch darüber hinaus auch in Form von Umschlägen oder Salben eingesetzt werden, für die innere Behandlung stehen neben Tabletten auch Kapseln beziehungsweise Destillate zur Verfügung.

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