Ayurveda

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. September 2017
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Als älteste bekannte Gesundheitslehre der Welt kann Ayurveda auf eine lange Tradition zurückblicken. Entwickelt während der Zeit der vedischen Kultur im alten Indien, übte er unter anderem maßgeblichen Einfluss auf die ägyptische Heilkunde sowie die chinesische Medizin aus. Sein individueller Bezug auf Körper und Geist eines jeden Patienten macht ihn zu einem ganzheitlichen Ansatz, der als Therapieverfahren auch im Westen zunehmend Anhänger findet. Das ayurvedische Heilsystem wird dort nicht zuletzt auch wegen seines hohen Wellnessfaktors geschätzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ayurveda?

Der Name Ayurveda entstammt der altindischen Sanskritsprache, wobei "Ayus" für Leben und "Veda" für Wissen steht. Nicht nur in Indien, sondern auch in Sri Lanka und Nepal ist Ayurveda der Schulmedizin gesetzlich gleichgestellt.

Auch die WHO erkennt ihn als medizinische Wissenschaft an. Ayurveda stellt ein Lebenskonzept dar, das den Patienten beim Erreichen der Harmonie von Körper und Geist unterstützen soll. Durch den damit verbundenen Stressabbau in Kombination mit innerer Ausgeglichenheit werden lebenslange Gesundheit und Vitalität angestrebt. Die Grundlage dieses alten Therapieverfahrens bilden die drei Energieprinzipien (Doshas), welche sich aus den Elementen Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde zusammensetzen:

Pitta - das Energieprinzip (Feuer und Wasser)

Kapha - das Strukturprinzip (Wasser und Erde)

Vata - das Bewegungsprinzip (Äther und Luft)

Diese drei Doshas sollten sich in einem gesunden Körper im individuellen Gleichgewicht befinden. Für jeden Patienten sind andere Verhältnisse dieser drei Typen charakteristisch, woraus sich seine körperlichen und geistigen Merkmale ableiten. Ist die Balance gestört, so resultieren daraus laut ayurvedischer Lehre Krankheit und Unwohlsein.

Anwendung, Funktion, Wirkung & Ziele

Die Anwendungsgebiete von Ayurveda haben ihren Schwerpunkt in der Behandlung chronischer Leiden. Dazu gehören beispielsweise Arthrose, Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2, das Burnout-Syndrom, Schlafstörungen, chronische Schmerzen, Akne vulgaris, das Reizdarmsyndrom sowie Depressionen.

Die medizinischen Behandlungen des Ayurveda setzen sich aus einer Mischung pflanzlicher Heilmittel, gesunder Ernährung und Reinigungsverfahren zusammen. Sehr bekannt ist die Durchführung unterschiedlicher Massagen. Ayurvedische Ölsalbungen wirken durch die Verwendung unterschiedlichster Öle, mit denen entweder der gesamte oder nur Teilbereiche des Körpers einmassiert werden. Die individuelle Konstitution des Patienten bestimmt im Rahmen der ayurvedischen Behandlung die Zusammensetzung der genutzten Mittel. Dieses Therapieverfahren wird zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems sowie zur Linderung von Stress und Schlafstörungen eingesetzt.

Trockenmassagen werden nach ayurvedischer Lehre oft im Anschluss an eine Ölmassage durchgeführt und wirken vorwiegend reinigend. Dabei wird der Körper mit einer Mixtur aus Kräutern, Pulvern und Gewürzen abgerieben. Ziel ist die Entgiftung des behandelten Gewebes, der Abbau von Fettpolstern sowie die Bekämpfung von Wassereinlagerungen. Nachfolgend durchgeführte Schwitzkuren helfen laut ayurvedischem Wissen beim Ausschleusen der Abfallstoffe aus dem Körper.

Gegen Störungen des Bewegungsapparates – wie zum Beispiel Muskelverhärtungen und Verletzungen – wird der unter ayurvedischer Therapie stehende Patient mit Beuteln massiert, die gekochten Reis mit unterschiedlichen Gewürzen enthalten. Diese Heilmethode nennt sich „Pinda Sveda“, die Massage mit Gazesäckchen. Eine sehr bekannte Methode des Ayurveda ist der Stirnguss, bei dem über einen Zeitraum von zwanzig Minuten ein warmer Ölstrahl auf die Stirn des Patienten geleitet wird. Er kommt im Kampf gegen Kopfschmerzen und Depressionen, aber auch im Wellnessbereich zur allgemeinen Entspannung zum Einsatz.

Nicht zuletzt wird im Rahmen einer Ayurvedabehandlung Wert auf eine ausgewogene, dem Verhältnis der verschiedenen Doshas angepasste Ernährung gelegt. Bei Krankheit kann sie durch Abstimmung der Lebensmittel auf die im Ungleichgewicht liegenden Energieprinzipien umgestellt werden und so den Heilungsprozess unterstützen.

Bedeutsame Elemente des Ayurvedas sind: Ayurveda-Massage und -Reinigungstechniken, die Ernährungslehre, spirituelle Yogapraxis, Pflanzenheilkunde

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Verfahren des Ayurveda gelten als gut verträglich und universell einsetzbar. Risiken finden sich besonders in der Verwendung verschiedener Kräuter, die im Einzelfall zu allergischen Reaktionen führen können.

Außerdem wirken einige durch Ayurveda verwendete Pflanzenarten leicht giftig und es besteht die Möglichkeit, dass sie die Wirksamkeit gleichzeitig eingenommener Medikamente beeinflussen. Weiterhin können in einigen ayurvedischen Mitteln Verbindungen von Schwermetallen enthalten sein, die langfristig gesundheitsschädlich wirken. Dies gilt besonders für Heilpflanzen aus jenen Regionen Indiens, die nachweislich mit Giftstoffen wie Blei oder Quecksilber belastet sind.

Es ist daher ratsam, im Rahmen einer Ayurvedatherapie nur auf Qualität geprüfte Mittel einzusetzen. Vorsicht ist auch bei der Auswahl des ayurvedischen Arztes anzuraten: da es bisher keine nationalen Standards für eine derartige Ausbildung gibt, sollte sich der Patient möglichst genau über die Qualifikationen des Mediziners informieren.

Bücher über Ayurveda

Quellen

  • Augustin, M., Schmiedel, V.: Leitfaden Naturheilkunde, Urban & Fischer, München 2012
  • Ernst, E.: Praxis Naturheilverfahren. Springer, Berlin 2005
  • Kraft, K., Stange, R. (Hrsg): Lehrbuch Naturheilverfahren. Hippokrates, Stuttgart 2010

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