Rhinosinusitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. Oktober 2017
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Eine Rhinosinusitis oder Nasenschleimhautentzündung ist eine häufige entzündliche Veränderung der nasalen Schleimhaut bei gleichzeitiger Entzündung der Nasennebenhöhlenschleimhaut. In den meisten Fällen kann eine Rhinosinusitis auf einen viralen Infekt zurückgeführt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Rhinosinusitis?

Als Rhinosinusitis wird eine Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis) in Kombination mit einer entzündlichen Veränderung der Mukosa (Schleimhaut) der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) bezeichnet.

In Abhängigkeit vom Zeitverlauf wird generell zwischen einer akuten und einer chronischen Variante differenziert, wobei ab einer Beschwerdedauer von mehr als 12 Monaten von einer chronischen Rhinosinusitis gesprochen wird. Darüber hinaus wird bei einer chronischen Rhinosinusitis zwischen der polypenbildenden Form und einer Rhinosinusitis ohne Manifestierung von Polypen unterschieden.

Eine akute Rhinosinusitis äußert sich anhand einer purulenten (eitrigen) Nasensekretion, einer nasalen Obstruktion sowie einem Schmerz- und Druckgefühl im Bereich des Gesichts. Dagegen verläuft die chronische Form einer Rhinosinusitis in vielen Fällen weniger markant und manifestiert sich neben den diskreteren akuten Symptomen anhand einer erhöhten Infektanfälligkeit, einem allgemeinen Erschöpfungszustand sowie einer reduzierter Belastbarkeit.

Ursachen

Eine akute Rhinosinusitis stellt eine entzündliche Veränderung nach einer nasalen Infektion dar, die zu Abflussbeeinträchtigungen sowie einer gestörten Ventilation in den Nasennebenhöhlen führt.

Die zunehmende Obstruktion und Gewebebildung führt zu einer gestörten Ventilation und Drainage sowie der Entwicklung der chronischen Form. Ausgelöst wird die Infektion in den meisten Fällen viral durch Influenza-, Parainfluenza- oder Rhino-Influenza-Viren sowie bakteriell durch Mycoplasmen und Chlamydia pneumoniae.

Zudem können die bakteriellen Erreger Haemophilus influenzae und Streptococcus pneumoniae im Anschluss an eine virale Infektion zu einer Superinfektion führen. Die chronische Rhinosinusitis wird unter anderem mit Staphylococcus aureus, Staphylococcus epidermidis, Moraxella catarrhalis und Enterobakterien assoziiert.

Die polypenbildende Form der chronischen Rhinosinusitis wird zudem mit einer Intoleranz gegenüber Acetylsalicylsäure, Asthma bronchiale sowie mit nicht-invasiven Pilzinfektionen in Verbindung gebracht. Anatomisch bedingte Veränderungen der lateralen Nasenwand sowie eine allergische Rhinitis gelten als begünstigende Faktoren, insbesondere für rezidivierende Rhinosinusitiden.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Rhinosinusitis wird anhand der charakteristischen klinischen Symptome (u.a. entzündliche Veränderungen der Nasenschleimhaut, Nasenbluten, ausgeprägte Schmerzen, Schwellungen, Sehbeeinträchtigungen, Sensibilitätsstörungen im Bereich des Trigeminus) diagnostiziert.

Zusätzlich kann bei einer Rhinosinusitis in vielen Fällen Pus (Eiter) rhinoskopisch oder computertomographisch nachgewiesen werden. Eine nasale Endoskopie ermöglicht eine differenzierte Beurteilung der nasalen und paranasalen Schleimhautstruktur.

Differenzialdiagnostisch sollte auch im Hinblick auf die zu wählenden Therapiemaßnahmen zwischen einer bakteriellen und viralen Rhinosinusitis unterschieden werden, wobei Krankheitsdauer und Ausprägung erste Schlüsse zulassen. Wird eine Rhinosinusitis frühzeitig diagnostiziert und konsequent therapiert, weist die Erkrankung einen komplikationslosen Verlauf auf.

Untherapiert kann eine ausgeprägte Rhinosinusitis angrenzende Strukturen wie Augen, Hirnhaut oder Hirn beeinträchtigen und im Extremfall zu einer lebensbedrohlichen Meningitis oder Enzephalitis führen.

Durch eine Rhinosinusitis sind mitunter Komplikationen möglich. So besteht die Gefahr, dass sich die Infektion von ihrem Ursprungsort in benachbarte Körperregionen ausbreitet.

Komplikationen

Normalerweise heilt eine akute Entzündung der Nasennebenhöhlen und der Nasenschleimhaut komplett ab. Manche Betroffene leiden jedoch mehrere Male pro Jahr unter einer schweren Rhinosinusitis. Dabei ist es möglich, dass die akute Rhinosinusitis in eine chronische Form übergeht. Diese liegt vor, wenn die Beschwerden mehr als zwei Monate lang anhalten.

Zu den möglichen Folgen der Rhinosinusitis gehört eine Entzündung der Nasenhöhlenwand. Bricht diese sogar durch, droht die Ausbreitung der Infektion auf sämtliche angrenzenden Organe. Es besteht deswegen das Risiko einer gefährlichen eitrigen Hirnhautentzündung (Meningitis purulenta). Erstreckt sich die Entzündung weiter bis in die Augenhöhle, kann es zu einem Lidödem kommen.

Des Weiteren ist es denkbar, dass der Augapfel hervortritt. Zeigen sich zudem Sehstörungen, muss zumeist ein umgehender chirurgischer Eingriff in der verantwortlichen Nebenhöhle vorgenommen werden. Weitere Folgeerscheinungen der Rhinosinusitis ziehen oftmals das Atmungssystem in Mitleidenschaft. Dabei drohen eine chronische Bronchitis und Asthma bronchiale.

Außerdem gilt die chronische Rhinosinusitis als Risikofaktor für eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Bei fünf bis zehn Prozent aller Patienten kommt es aufgrund der Nasennebenhöhlenentzündung auch zu knöchernen Komplikationen. Dazu zählt vor allem die Stirnbeinosteomyelitis. Darüber hinaus birgt eine chronische Rhinosinusitis die Gefahr einer Tumorbildung im Nasen-Rachen-Raum.

Behandlung & Therapie

Die therapeutischen Maßnahmen hängen bei einer Rhinosinusitis von der spezifisch vorliegenden Ursache sowie der Form, dem Verlauf und den Symptomen ab. Zur Schmerzreduzierung können Analgetika bzw. Antiphlogistika wie Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac zum Einsatz kommen.

Zudem kann bei einer bakteriell bedingten akuten Rhinosinusitis eine Antibiotika-Therapie mit Amoxicillin bzw. Aminopenicillin bei schweren Verläufen angezeigt sein. Eine bakterielle chronische Rhinosinusitis kann längerfristig ebenfalls antibiotisch in Kombination mit Steroiden therapiert werden. Zusätzlich können Dekongestiva (abschwellende Nasensprays bzw. –tropfen) zur symptomatischen Therapie kurzfristig (7 bis 10 Tage) bei einer akuten Rhinosinusitis angewandt werden.

Bei Vorliegen einer chronischen Rhinosinusitis mit Polyposis können topisch applizierte nasale Kortikosteroide die Symptomverbesserung (Schmerzreduzierung, Rückgang der Obstruktion und des eitrigen Sekrets) unterstützen. Bei betroffenen Allergikern ist gegebenenfalls eine unterstützende Antihistaminika-Therapie angezeigt. Ferner können Phytotherapeutika wie Myrtol oder Cineol symptomlindernd und kurativ bei einer nicht-bakteriellen akuten Rhinosinusitis appliziert werden, während eine additive Therapie mit Sinupret (Primelmischung) im Falle einer bakteriellen akuten Rhinosinusitis zum Einsatz kommen kann.

Den Phytotherapeutika Pelargonium sidoides und Bromelaine wird ebenfalls ein additiver therapeutischer Effekt bei akuter Rhinosinusitis zugesprochen. Bei chronischen Rhinosinusitiden wird zudem die Applikation von Salzlösungen zur Verbesserung der mukoziliären Clearance (Selbstreinigung der Bronchien) empfohlen. Ist im Rahmen der konservativen Therapiemaßnahmen keine Verbesserung der Symptome feststellbar, kann ein chirurgischer Eingriff, insbesondere bei beeinträchtigter Ventilation und Drainage bzw. drohenden entzündlichen Komplikationen, angezeigt sein.

Mit der minimal-invasiven endoskopischen Nasennebenhöhlenoperation wird durch Herdsanierung, Entfernung hyperplastischer bzw. pathologisch veränderter Schleimhautareale sowie Polypektomie (Polypenresektion) auf die Rekonstruktion der nasalen Physiologie gezielt. Eine topische Kortikoidapplikation wird nach einem operativen Eingriff zur Rezidivvermeidung bei Rhinosinusitiden empfohlen.

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Vorbeugung

Einer Rhinosinusitis kann durch eine frühzeitige und konsequente Therapie der auslösenden Grunderkrankung, insbesondere eines grippalen Infekts, vorgebeugt werden. Zudem kann das Risiko einer Rhinosinusitis durch prophylaktische Maßnahmen (Grippeimpfungen, häufiges Händewaschen, Vermeidung von Nasenschleimhautreizungen, ausreichend befeuchtete Raumluft) gegen bakterielle oder virale Infekte, insbesondere in der Erkältungszeit, reduziert werden.

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Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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