Vaginale Blutungen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. November 2017
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Vaginale Blutungen, die oftmals auch als klassische Schmierblutungen bezeichnet werden, treten nicht nur während der Periode auf, sondern können auch als Zwischenblutung von sich bemerkbar machen. Die Gründe für vaginale Blutungen sind vielfältig. Da es zahlreiche Ursachen gibt, sollten vaginale Blutungen vom Arzt abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind vaginale Blutungen?

Bei vaginalen Blutungen, die auch als Schmierblutungen und Zwischenblutungen bezeichnet werden können, spricht der Mediziner dann, wenn unplanmäßige Blutungen auftreten, somit Blutungen entstehen, die nicht der Regelblutung entsprechen. Jene vaginalen Blutungen sind oftmals dunkel gefärbt, sodass sie relativ schnell auffallen. Im Rahmen einer Schwangerschaft können ebenfalls vaginale Blutungen auftreten, welche sofort medizinisch kontrolliert werden müssen.

Auch während oder nach den berühmt berüchtigten Wechseljahren können immer wieder vaginale Blutungen auftreten. Viele Frauen zeigen sich stark verunsichert, sofern eine Zwischenblutung auftritt, welche sie nicht erklären können. In vielen Fällen gibt es keine klaren Ursachen, weshalb vaginale Blutungen aufgetreten sind.

Oftmals gibt es aber sehr wohl eindeutige Hinweise und Gründe. Im Regelfall sind es aber harmlose Ursachen, die keine weitere medizinische Indikation benötigen. In wenigen Fällen können aber ernsthafte Erkrankungen für vaginale Blutungen sorgen. Es ist daher notwendig und unerlässlich, dass sogenannte Zwischenblutungen oder vaginale Blutungen vom Arzt untersucht werden.

Ursachen

Die Ursachen von vaginalen Blutungen sind vielfältig. Mitunter können diverse Erkrankungen an den Geschlechtsorganen dafür sorgen, dass Blutungen auftreten. Polypen, Myome oder auch Entzündungen, die direkt an der Gebärmutter festgestellt werden, sind klassische Gründe für vaginale Blutungen. Auch Entzündungen der Eierstöcke können vaginale Blutungen auslösen.

Weitere Gründe sind die Endometriose (Wucherungen an der äußeren Gebärmutter), eine Portioektopie (gutartige Wucherungen direkt am Muttermund) sowie auch bös- und gutartige Tumore, die an den inneren und auch äußeren Geschlechtsorganen auftreten können. Mitunter können auch hormonelle Störungen der Auslöser für vaginale Blutungen sein.

Im Rahmen einer Eileiterschwangerschaft können ebenfalls vaginale Blutungen auftreten. Durch Verletzungen der Blutgefäße, wobei die Verletzungen oftmals durch Geschlechtsverkehr herbeigeführt werden, können ebenfalls vaginale Blutungen entstehen. Mitunter können aber auch Stoffwechselerkrankungen, Erkrankungen der Nieren- oder auch der Leber dafür sorgen, dass die Frau vaginale Blutungen bekommt.

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Diagnose & Verlauf

Auch während oder nach den berühmt berüchtigten Wechseljahren können immer wieder vaginale Blutungen auftreten.

Die Diagnose erfolgt durch den Gynäkologen. Befindet sich die Patientin in einem gebärfähigen Alter, muss der Mediziner zuerst eine mögliche Schwangerschaft ausschließen. Es erfolgt daher eine gynäkologische Untersuchung der Frau sowie eine Ultraschalluntersuchung. Dabei kann der Mediziner sehr wohl bereits erste Erkenntnisse erlangen, ob es sich um eine Erkrankung der Geschlechtsorgane handelt oder ob mitunter eine andere Ursache der Auslöser für die vaginalen Blutungen ist.

Blutuntersuchungen geben mitunter einen Aufschluss, ob hormonelle Störungen die Schmierblutungen ausgelöst haben. Besteht eine Schwangerschaft, muss der Schwangerschaftstest abgewartet werden. Liegt eine Frühschwangerschaft vor, können vaginale Blutungen nur darauf hinweisen, dass es sich um eine Einnistung (Einnistungsblutung) gehandelt hat. Im Regelfall sind Blutungen in der Frühschwangerschaft harmlos und müssen nicht vom Arzt behandelt werden.

Eine Eileiterschwangerschaft stellt hingegen eine medizinische Behandlung dar; die Eileiterschwangerschaft kann über den Ultraschall festgestellt werden. Kommt der Mediziner jedoch zu der Erkenntnis, dass mitunter andere körperliche Ursachen für die vaginalen Blutungen verantwortlich sind, können auch weitere Mediziner (etwa der Internist) für die Diagnose herangezogen werden.

Im Regelfall sollten vaginale Blutungen nach zwei bis drei Tagen komplett verschwunden sein. Hält die Blutung an, muss die Behandlung und die Diagnose des Mediziners überdacht werden. Je nach Ursache kann die Dauer und Intensität der Blutung variieren.

Komplikationen

Bei vaginalen Blutungen, die auf Verletzungen beim Geschlechtsverkehr oder auf eingeführte Gegenstände zurückzuführen sind, kann sich die Wunde in der Scheide infizieren, es kann zu scheren Entzündungen kommen, die medikamentös behandelt werden müssen. Sind die Verletzungen die Folge einer Straftat, gehen diese regelmäßig zu starken psychischen Belastungen beim Opfer einher.

Vaginale Blutungen in der Schwangerschaft sind häufig harmlos, sie können aber Störungen indizieren, die während der ersten 24 Wochen der Schwangerschaft einen Abort des Fötus und zu einem späteren Zeitpunkt eine Früh- beziehungsweise Totgeburt auslösen.

Bei endokrinen Störungen, die nicht behandelt werden, können die Blutungen zunehmend häufiger auftreten, stärker werden und mit Unterleibsschmerzen einhergehen. Sind die Blutungen auf ein Vaginalkarzinom, also eine bösartige Veränderung der Scheide, zurückzuführen, kann es zu Druckgefühlen in der Vagina, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie in fortgeschrittenen Fällen zu Beschwerden beim Wasserlassen und beim Stuhlgang kommen.

Des Weiteren ist mit einer Metastasenbildung, insbesondere im Rektum, der Harnröhre und der Harnblase zu rechnen. Auslöser für die vaginalen Blutungen kann auch ein Zervixkarzinom, also eine bösartige Veränderung des Gebärmutterhalses, sein . In diesen Fällen ist in einem frühen Stadion mit einer Metastasenbildung in den Beckenlymphknoten zu rechnen. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, gehört ein Befall der Leber, der Lunge und des Skeletts zu den häufigsten Komplikationen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Vaginale Blutungen offensichtlicher Herkunft sind kein Anlass für den Arztbesuch - das ist etwa bei Regelblutungen der Fall. Lediglich bei einem jungen Mädchen mit der vermutlich ersten Menstruationsblutung sollte abgeklärt werden, ob es sich wirklich um diese handelt. Zwingend erforderlich ist das aber nicht. Treten vaginale Blutungen bei einer nicht schwangeren Frau außerhalb der Regel auf, muss im Einzelfall abhängig von Schwere der Blutung, Häufigkeit solcher Blutungen und Leidensdruck der Frau entschieden werden.

Jede außergewöhnlich schwere Blutung muss ärztlich untersucht werden, da es hierbei zu ungesund hohem Blutverlust kommen kann. Treten vaginale Blutungen gehäuft, wenn auch nur in leichter bis sehr leichter Form auf, ist auch das ein Warnsignal. Von einer Unverträglichkeit des Verhütungsmittels über innere Verletzungen und Erkrankungen bis hin zu hormonellem Ungleichgewicht kann die Ursache weitreichend sein - und vor allem für die betroffene Frau alleine nicht zu erkennen. Während der Schwangerschaft können vaginale Blutungen durchaus einmal auftreten und harmlos sein, jedoch können sie auch auf ernste Komplikationen hindeuten.

Kurz nach der Einnistung einer Eizelle sowie Tage vor der Geburt sind blutige Scheidenausflüsse normal, in jedem anderen Fall muss die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Besonders gefährlich sind schwallartige oder schmerzhafte vaginale Blutungen. In diesen Fällen ist die Schwangere bestenfalls mit dem Krankenwagen in die Notaufnahme zu bringen.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung wird vor allem darauf geachtet, was der tatsächliche Auslöser der vaginalen Blutung ist. Besteht eine Erkrankung an den Geschlechtsorganen der Patientin, kann eine dementsprechende Behandlung der betroffenen Gebiete dafür sorgen, dass die Blutung gestoppt wird. So können Medikamente oder aber auch operative Eingriffe zur Linderung der Symptome beziehungsweise zur Behebung der Ursache führen.

Hormonelle Ursachen können beispielsweise durch sogenannte Hormonpräparate behandelt werden. Sind mitunter die Pille oder die Spirale für die Blutungen verantwortlich, sollten die Verhütungsmittel überdacht werden. So kann bereits der Wechsel der Antibabypille dafür sorgen, dass die Blutungen aufhören. Mitunter sollte die Spirale entfernt werden, wenn jene der Auslöser für die vaginale Blutung war.

Liegen andere körperliche Erkrankungen vor, die mitunter für Schmierblutungen gesorgt haben, sollte der Mediziner immer die Grunderkrankung behandeln. Eine direkte Behandlung der vaginalen Blutung gibt es im Endeffekt nicht, da jene nur ein Symptom, jedoch keine Krankheit ist. Liegt eine Eileiterschwangerschaft vor, muss eine Operation erfolgen. Dies deshalb, da in einem Eileiter kein Fötus heranwachsen kann.

Des Weiteren bedeutet eine Eileiterschwangerschaft eine akute Lebensgefahr, sofern der Fötus im Eileiter wächst. Treten vaginale Blutungen im Rahmen einer normalen Schwangerschaft auf, muss dies kein Grund zur Beunruhigung sein. Jedoch sollte - wenn die Patientin schwanger ist - medizinisch abgeklärt werden, warum vaginale Blutungen aufgetreten sind.

Aussicht & Prognose

Vaginale Blutungen können normaler Bestandteil des Lebens sein, wenn die Periode auftritt. Außerhalb der Menstruation sind sie allerdings ein Warnsignal. Nimmt die Frau hormonelle Verhütungsmittel ein und bekommt außerplanmäßige vaginale Blutungen, handelte es sich meist um Zwischen- oder Schmierblutungen. Diese deuten auf eine Unverträglichkeit des Verhütungsmittels hin. Wird es gewechselt oder abgesetzt, bessert sich das Symptom bald wieder.

Bei schwangeren Frauen kann es ebenfalls aus unterschiedlichen Gründen zu vaginalen Blutungen kommen. Eine kleine Einnistungsblutung kurz nach der Befruchtung der Eizelle ist normal, sollte aber nicht zu schwer ausfallen - sonst kann die Eizelle mit abgestoßen werden. Das geschieht unbemerkt und es folgt eine gewöhnliche Regelblutung darauf. Auch gegen Ende der Schwangerschaft sind geringfügige vaginale Blutungen normal und können das baldige Einsetzen der Geburt andeuten.

Gefährlich dagegen sind schwere Blutungen, denn sie deuten auf körperliche Probleme und schlimmstenfalls auf lebensbedrohliche Komplikationen hin. In diesen Fällen sollte sich die Frau sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme begeben, denn der Blutverlust kann gefährlich werden und auch das Leben des Babys ist vielleicht in Gefahr.

Vaginale Blutungen können auch durch Geschlechtskrankheiten ausgelöst werden. In diesen Fällen bessern sie sich meist kurz nach Beginn der Behandlung. Anders ist das bei Blutungen durch Erkrankungen der inneren Geschlechtsorgane wie Krebs oder Vorstufen davon. Bis eine Behandlung anschlägt, kann es eine ganze Weile dauern.

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Vorbeugung

Vaginale Blutungen können im Endeffekt nicht von der Patientin vorgebeugt werden. Dies deshalb, da die Ursachen von vaginalen Blutungen äußerst vielfältig sind. Wichtig ist, dass die Blutungen medizinisch abgeklärt werden. Nur so kann garantiert werden, dass es sich um harmlose Blutungen handelt und keine ernsthaften Krankheiten dafür verantwortlich sind, die mitunter die Gesundheit und das Leben der Betroffenen gefährden.

Das können Sie selbst tun

Bei vaginalen Blutungen sollte zunächst mit dem Frauenarzt gesprochen werden. Ergänzend zur ärztlichen Behandlung lassen sich die typischen Regelbeschwerden mit Hilfe einiger Maßnahmen und Mitteln aus dem Haushalt und der Natur lindern.

Zunächst empfehlen sich Schonung und Kühlung. Kalte Kompressen reduzieren den Blutfluss und helfen gegen Schmerzen im Unterbauch. Bettruhe und Entspannung verbessern das Allgemeinbefinden insgesamt. Ansonsten helfen bei vaginalen Blutungen auch Anwendungen mit Apfelessig, Koriandersamen und Himbeerblättern. Blutungen im Rahmen des prämenstruellen Syndroms kann mit Zimt und Cayennepfeffer entgegengewirkt werden.

Liegt den Beschwerden ein Magnesiummangel zugrunde, helfen Lebensmittel wie Avocados, Wassermelone und Haferflocken. Generell sollte auf eine ausgewogene Ernährung mit gesunden und nährstoffreichen Lebensmitteln geeignet werden. Eisen und Vitamin C fördern die Blutgerinnung und wirken dadurch besonders effektiv gegen vaginale Blutungen vor.

Bewährte Alternativheilmittel sind unter anderem Akupressur und Akupunktur. Bereits eine Anwendung setzt Stoffe in den Muskeln frei, die den Menstruationszyklus regulieren und den Hormonhaushalt ausgleichen. Nehmen die vaginalen Blutungen trotz aller Maßnahmen nicht ab oder kommt es begleitend zu starken Krämpfen und Mangelerscheinungen, sollte der Hausarzt oder ein Gynäkologe konsultiert werden.

Bücher über Menstruationsbeschwerden

Quellen

  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014
  • Sohn, C. et al.: Ultraschall in Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2012
  • Uhl, B.: Gynäkologie und Geburtshilfe compact. Thieme, Stuttgart 2013

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