Polypen (Geschwulst)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. September 2017
Startseite » Krankheiten » Polypen (Geschwulst)

Polypen sind meist gutartige Wucherungen, Geschwulste oder Vorwölbungen in der Schleimhaut. Polypen können an verschiedenen Stellen des Körpers wachsen, jedoch sind sie im Darm, in der Nase und in der Gebärmutter am häufigsten zu finden. Sie weisen eine Größe von wenigen Millimetern bis hin zu mehreren Zentimetern auf und sollten entfernt werden. Polypen (Geschwulst) können im Laufe der Zeit entarten und Krebs hervorrufen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Polypen?

Polypen in der Nase sind oftmals vergrößerte Rachenmandeln und i.d.R. immer gutartig. Nur wenn die Betroffenen stark unter den Beschwerden leiden, können diese Nasenpolypen in einer Operation chirurgisch entfernt werden. Polypen im Darm sind meist Zufallsbefunde, die i.d.R. bei Vorsorgeuntersuchungen festgestellt werden.

Darmpolypen sind Vorwölbungen in der Darmschleimhaut (Mukosa). So lange diese Geschwülste gutartig sind, werden sie als Adenome bezeichnet. Die Polypen variieren in Form, Größe und Anzahl. Sie können breitbasig auf der Schleimhaut aufsitzen oder auch über einen Polypenstiel verfügen. Adenome wachsen meist max. 1 mm pro Jahr.

Im weiteren Verlauf kann sich aus dem gutartigen Adenom ein sog. Karzinom (bösartige Geschwulst) entwickeln. Der Anteil der Darmpolypen liegt bei über 90 Prozent und zählt zu den häufigsten gutartigen Polypen (Geschwülste).

Ursachen

Polypen können verschiedene Ursachen haben. Belegte Gründe sind Infektionen durch Viren oder Bakterien, Erkrankungen, Ernährungsverhalten und Gendefekte.

Bei den Nasenpolypen wurde beobachtet, dass Betroffene häufig unter viralen oder bakteriellen Entzündungen leiden. Auch Asthmatiker weisen ein häufigeres Auftreten von Polypen auf.

Bei den Darmpolypen spielt die Ernährung eine große Rolle. Eine einseitige Ernährung mit einem hohen Anteil an tierischen Fetten und einem niedrigen Ballaststoffanteil begünstigen die Entwicklung von Polypen. Des Weiteren haben Studien belegt, dass Rauchen, Alkohol als auch Übergewicht wichtige Faktoren bei der Entstehung sind.

Bei bestimmten Erbkrankheiten, wie z.B. das Gardner-Syndrom, die familiäre adenomatöse Polyposis, das Cowden- und das Turcot-Syndrom, treten Darmpolypen vermehrt auf. Im Verbund mit diesen Krankheiten ist das Risiko, dass aus gutartigen Polypen ein Karzinom (Darmkrebs) entsteht, stark erhöht.

Diagnose & Verlauf

Diagnostiziert werden die Polypen je nach Fachrichtung. Polypen in der Nase werden i.d.R. vom HNO-Arzt (Hals-Nasen-Ohren) diagnostiziert. Mithilfe eines Otoskops als auch einem Endoskop werden die Nasengänge sowie auch die Nebenhöhlen untersucht. Des Weiteren werden radiologische Untersuchungen wie Computertomographie oder Kernspintomographie durchgeführt.

Die Polypen im Darm werden vom Internisten diagnostiziert. Bei Polypen im unteren Bereich des Enddarms wird mittels Tastbefund eine erste Diagnose gestellt. Wird bei der rektalen Tastuntersuchung ein positiver Befund erhoben, wird i.d.R. eine Koloskopie (Darmspiegelung) durchgeführt.

Die Koloskopie gewährleistet einen tiefen Einblick in den Dickdarm bis hin zum Dünndarm. Entdeckte Polypen können mittels sog. Greifinstrumente gleich bei der Untersuchung entfernt und auf Malignität (Krebs) untersucht werden.

Der Verlauf bei Polypen ist unterschiedlich zu bewerten. Da Polypen zu Beginn gutartig sind, verursachen sie in der Regel auch keine Beschwerden. Nasenpolypen werden mittels eines kleinen, chirurgischen Eingriffs entfernt, jedoch besteht die Gefahr, dass diese wieder nachwachsen oder an anderer Stelle erneut wachsen.

Bei den Darmpolypen ist die Prognose umso besser, je frühzeitiger diese entdeckt und entfernt werden. Im Laufe der Zeit wachsen die Polypen und können ab einer bestimmten Größe den Darm einengen, was einen Darmverschluss zur Folge haben kann. Des Weiteren können sich die Adenome (gutartige Polypen) im weiteren Verlauf zu einem Karzinom entwickeln.

Komplikationen

Polypen sind meist harmlos und verursachen zunächst keine Beschwerden. Mit zunehmenden Wachstum können die Geschwülste allerdings verschiedene Komplikationen auslösen. Nasenpolypen können Probleme beim Atmen hervorrufen und Infektionen in den oberen Atemwegen begünstigen. Dadurch kann es zu anhaltenden Infekten wie Asthma bronchiale oder chronischer Bronchitis kommen.

In schweren Fällen kann die Infektion auf umliegendes Gewebe übergreifen und gefährliche Entzündungen von Augenhöhle, Hirnhaut und Gehirn hervorrufen. Darmpolypen können je nach Größe und Anzahl die Darmtätigkeit beeinträchtigen. Mitunter kommt es zu Verstopfung, Durchfall und anderen Verdauungsbeschwerden. Wenn sich ein Darmpolyp öffnet, kann dies Blutungen, Schmerzen und Entzündungen hervorrufen. Meist harmlos sind dagegen Polypen der inneren Gebärmutterschleimhaut.

Nur in äußert seltenen Fällen können diese bösartig entarten und einen Tumor bilden. Bei Polypen an den Mandeln besteht die Gefahr von Schlafstörungen, Entzündungen und einer erhöhten Infektanfälligkeit. Begleitend dazu können Schmerzen, Schluckbeschwerden und andere Komplikationen auftreten. Bei der Entfernung von Polypen kann es zu empfindlichen Verletzungen kommen. Außerdem können Wundheilungsstörungen, Schmerzen, Infektionen und sichtbare Narben sowie Narbenbrüche auftreten. Verordnete Medikamente können die üblichen Neben- und Wechselwirkungen hervorrufen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung bei Polypen in der Nase beinhaltet die operative Entfernung der Geschwulst. Bei sehr kleinen Geschwülsten können diese auch mit einem Nasenspray behandelt werden, jedoch ist die Erfolgsrate hierbei gering. Mithilfe von täglicher Anwendung von Salzwasser-Nasenduschen und Kortison-Sprays, kann man nach einer Langzeitbehandlung das erneute Auftreten von Nasenpolypen verhindern.

Polypen im Darm werden ebenfalls chirurgisch entfernt, wobei dies meist schon bei der Koloskopie geschieht. Die Therapie erster Wahl ist die sofortige Entfernung der Polypen und eine anschließende histologische Untersuchung auf Malignität.

Haben die Polypen bereits eine Größe von mehreren Zentimetern erreicht ist eine endoskopische Entfernung nicht mehr möglich, so dass eine Operation unter Vollnarkose notwendig ist.

Die Behandlung von Polypen umfasst auch eine umfangreiche Nachkontrolle. Vor allem beim Vorliegen von Erbkrankheiten als auch eines bereits diagnostizierten Colonkarzinoms (Darmkrebs), sind regelmäßige Koloskopien (Darmspiegelungen) durchzuführen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Zurzeit gibt es keine vorbeugenden Maßnahmen gegen die Entstehung von Polypen. Bei Darmpolypen (gilt auch für die Nasenpolypen) sollte man - vor allem wenn eine erbliche Komponente vorliegt - auf eine gesunde Ernährung achten, auf Rauchen und Alkohol verzichten und versuchen mit ausreichender Bewegung Übergewicht zu vermeiden.

Eine weitere Möglichkeit der Vorsorge ist ein sog. Hämocculttest, mit dessen Hilfe man Blut im Stuhl nachweisen kann, das i.d.R. auf blutende Polypen im Darm hindeutet. Eine jährlich durchgeführte Darmspiegelung dient zur Früherkennung von Polypen. Man kann zwar damit die Entstehung von Polypen nicht vermeiden, aber man senkt damit nachweislich das Risiko an Darmkrebs zu erkranken.

Bücher über Darmpolypen & Nasenpolypen

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: