Gesuendernet

Trockener Mund (Mundtrockenheit)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Peter Hoffmann (Facharzt für Allgemeinmedizin)

Ein trockener Mund ist ein Erlebnis, das jeder schon einmal hatte und durch Trinken beheben konnte. Was aber, wenn der Mund dauerhaft trocken bleibt oder sogar weitere Symptome wie Schmerzen beim Kauen, Schlucken oder Sprechen hinzukommen? Dann spricht der Mediziner von einer Xerostomie bzw. Mundtrockenheit.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein trockener Mund?

Mit Mundtrockenheit bezeichnet man die subjektiv empfundene Trockenheit der Mundhöhle aufgrund zu geringer Speichelproduktion oder unzureichende Enzyme im Speichel.

Ist nicht mehr ausreichend Speichel in der Mundhöhle vorhanden, so fallen wichtige Funktionen des Speichels aus, so kommt es zu einer Störung des Geschmackssinnes. Zudem kann die Mundhöhle aufgrund des Fehlens von Enzymen nicht ausreichend gereinigt und geschützt werden, was zu Komplikationen wie Zahnproblemen, Mundgeruch, Schmerzen oder häufigen Entzündungen in der Mundhöhle führt.

In Fällen, in denen Mundtrockenheit ein über längere Zeit auftretendes und nicht durch Flüssigkeitszufuhr behebbares Symptom ist, spricht man von Xerostomie, krankhafter Mundtrockenheit, die mit einem Arzt besprochen werden sollte.

Ursachen für einen trockenen Mund

Die Ursachen von Mundtrockenheit sind vielfältig und bewirken entweder eine verminderte Speichelproduktion oder die veränderte Speichelzusammensetzung mit dem Fehlen wichtiger, die Mundhöhle schützender, Enzyme.

Leicht zu behebende, und daher unbedenkliche, Ursachen der Mundtrockenheit sind Flüssigkeitsmangel und häufige, lange Mundatmung zum Beispiel bei [Erkältung]]en.

Auftreten kann der trockene Mund auch als Nebenwirkung von Medikamenten. Diuretika, Psychopharmaka, Anticholinergika, Antiallergika, Antihypertonika und Atropin sind als verursachende Medikamente bekannt. Das Erkrankungsrisiko erhöht sich mit der Anzahl der einzunehmenden Medikamente, insbesondere bei älteren Patienten und schlechterem Allgemeinzustand. So sind circa 40% der über 60-jährigen von Xerostomie betroffen.

Weitere Ursachen der Xerostomie sind eine eingeschränkte Kaufunktion, ausgelöst durch Mundschleimhaut- oder Zahnerkrankungen, Pilzinfektionen und Mundfäule, Autoimmun- und Stoffwechselerkrankungen, wie das Sjögren-Symptom oder Diabetes mellitus, emotionaler Stress und psychische Erkrankungen, Funktionsstörungen der Nebennieren und Speicheldrüsenerkrankungen. Bestrahlungs- und Chemotherapien können ebenfalls Auslöser der Mundtrockenheit sein.

Diagnose und Verlauf bei trockenem Mund

Da Mundtrockenheit verschiedene Ursachen haben kann, sollten Patienten zunächst einen Allgemeinmediziner aufsuchen. Dieser wird nach den wahrscheinlichen Ursachen und weiteren Beschwerden fragen. Zudem sind zwei Untersuchungen nötig, um eine Diagnose stellen zu können:

1. Die Messung der Speichelfließrate, die aussagekräftigste Untersuchungsmethode. Der Arzt definiert die Speichelproduktion in Ruhe und nach Stimulation.

2. Die Untersuchung von Speicheldrüsen und Lymphknoten, Mundschleimhaut und Mundhöhle.

Kann nach dieser Untersuchung keine eindeutige Ursache gefunden werden, so folgen weitere Diagnoseverfahren. Darunter fallen die Untersuchung des Speichels im Labor, ein Erregerabstrich aus der Mundhöhle und Röntgenuntersuchungen des Schädelbereiches. In einigen Fällen wird das Röntgen der Speichelgänge mit Kontrastmitteln nötig sein. Eine Blutuntersuchung kann vorgenommen werden, um weitere mögliche Ursachen der Mundtrockenheit auszuschließen.

Je nach Diagnose wird der Allgemeinmediziner zum zuständigen Spezialisten überweisen. Mit einer frühzeitigen Untersuchung und Diagnostik können Komplikationen wie Zahnprobleme meist aufgehalten werden, da diese die Basis einer guten Therapie der Xerostomie sind.

Behandlung und Therapie von trockenem Mund

Der trockene Mund kann nur symptomatisch behandelt werden. Die Therapie richtet sich nach der Ursache, so müssen auslösende Grunderkrankungen behandelt werden, und ist auf ausreichende Flüssigkeitseinnnahme zu achten.

Hilfreich können, den Speichelfluss anregende, saure Getränke, Bonbons oder Kaugummis sein, auch sollte der Mund regelmäßig, mit Wasser oder zuckerfreiem Tee, ausgespült werden.

Verursacht ein Medikament die Xerostomie, so muss der behandelnde Arzt entscheiden, ob dieses abgesetzt oder ersetzt werden kann.

Helfen diese Maßnahmen nicht, so kann sich der Patient mit Mundspülungen, Mundgels oder Mundsprays gegen den trockenen Mund Linderung verschaffen. Zusätzlich gibt es künstliche Speichellösungen, die ähnlich zusammengesetzt sind wie der natürliche Speichel und die für den Schutz der Mundhöhle wichtigen Speichelenzyme enthalten.

Rezeptfreie Medikamente gegen Mundgeruch

Hier Informieren:

Medikamente gegen Mundgeruch günstig und kompetent bei mycare Versandapotheke


Vorbeugung von trockenem Mund

Der Mundtrockenheit kann nicht in ausreichend schützendem Maße vorgebeugt werden. Der Patient sollte aber in engem Kontakt mit seinem Behandler bleiben, um die richtige Medikation und Dosierung zu besprechen. Zudem sind regelmäßige zahnärztliche Kontrollen unabdingbar, um auftretende Zahnprobleme rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. So kann die Mundtrockenheit zwar nicht geheilt, aber in ihrem Verlauf mit Munschleimhautentzündungen und Zahnbeschwerden aufgehalten werden.

Bücher über Mundpflege und Hygiene

Weitere Infos

Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2013; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2013, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Trockener Mund (Mundtrockenheit)?

Name oder Pseudonym:
E-Mail (optional):
(Wird nicht angezeigt. Nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden.)
Kommentar:
(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)
Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

rieke03 kommentierte am 21.04.2013 um 08:57 Uhr

Ich habe seit kurzer Zeit einen trockenen Mund trotz übermäßigem Speichelfluss. Im Liegen läuft mir der Speichel so aus dem Mund, steh ich auf ist der Mund trocken. Ursache? (Bin Diabetiker)