Speicheldrüse

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Bei den Speicheldrüsen handelt es sich um exokrine Drüsen, die Speichel bilden. Der Vorgang dient dazu, den Schluckvorgang zu erleichtern. Die Speicheldrüsen haben noch anderweitige Aufgaben. Erkrankungen der Glandulae salivariae sind eher selten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Speicheldrüsen?

Als Speicheldrüsen bezeichnet man die exokrinen Drüsen des Körpers. Sie bilden den Speichel und ermöglichen damit das Schlucken von Speisen. Ohne Speichel wären Zahnschmelz, Mundinnenraum und Rachen großen Belastungen ausgesetzt. Zudem sind die Speicheldrüsen für die Verdauung essentiell, da der produzierte Speichel stärkespaltende Enzyme enthält.

Die Speicheldrüsen können in geringem Umfang von Erkrankungen wie dem Sjögren-Syndrom betroffen sein. Auch Schwellungen, Zysten oder Tumore treten in manchen Fällen auf. Die Ursachen der Erkrankungen sind unterschiedlich. Die Behandlung gestaltet sich in der Regel einfach, da im Gegensatz zu Erkrankungen lebenswichtiger Organe nur einzelne Drüsen oder kleine Teilbereiche betroffen sind. Dadurch stehen die Heilungschancen auch bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Tumoren gut.

Anatomie & Aufbau

Die Speicheldrüsen sind für die Produktion von rund 90% des menschlichen Speichels verantwortlich. Es existierten drei Speicheldrüsenpaare. Das erste Paar sind die Ohrspeicheldrüsen, auch als Glandula parotis bezeichnet, welche beidseitig vor den Ohren liegen.

Das zweite Paar sind die Unterkieferdrüsen, auch als Glandula submandibularis bezeichnet, welche sich an der Innenseite des Kiefers befinden. Das dritte und letzte Paar sind die Unterzungendrüsen, welche im Mundboden unter der Zunge liegen. Sie werden auch als als Glandula sublingualis bezeichnet.

Neben den drei großen Drüsenpaaren besitzt der menschliche Körper noch ungefähr 1.000 kleinere Drüsen. Sie liegen im Bereich der Lippen, im Mundraum und im Rachen und liefern bei einem erwachsenen Menschen rund 1.500 ml Speichel pro Tag. Insbesondere vor oder beim Essen steigt die Produktion stark an.

Der Speichel selbst setzt sich überwiegend aus vier Elementen zusammen. Neben Wasser enthält er Elektrolyten, Proteine und Enzyme. Während bei andere Säugetieren noch weitere Enzyme beigemengt werden, sind es bei Menschen hauptsächlich Stoffe, die den Schluckvorgang erleichtern.

Funktion & Aufgaben

Die Speicheldrüsen haben die Aufgabe, Nahrung mit Hilfe von Speichel gleitfähig zu machen und unter Umständen mit bestimmten Stoffen anzureichern. Diese sind für den späteren Verdauungsprozess notwendig.

Auch die Geschmacksstoffe werden durch die Zugabe von Proteinen und verschiedenen Enzymen für den Transport vorbereitet. Daneben wird Speichel benötigt, um die Schleimhaut im Mund zu schützen. Das und die Reinigung derselben sind wichtige Funktionen der Speicheldrüsen. Damit sind die Speicheldrüsen dafür verantwortlich, Krankheitserreger abzutöten. Auch für die Zahnsubstanz sind die Speicheldrüsen wichtig. Der produzierte Speichel neutralisiert Säuren, die den Zahnschmelz beschädigen könnten. Die Mineralien härten überdies die Zähne.

Zuletzt dienen die Speicheldrüsen der Ausscheidung von körpereigenen und körperfremden Stoffen. So enthält der ausgeschiedene Speichel je nach Situation Antibiotika, Schwermetalle, Viren und andere Substanzen. Auch Jod und körpereigene Antikörper werden auf diesem Weg ausgeschieden. Die Funktionen der Speicheldrüse sind also vielfältig und für den menschlichen Organismus unabdingbar.

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Krankheiten & Beschwerden

Die Speicheldrüsen können von unterschiedlichen Erkrankungen betroffen sein. Die Mundspeicheldrüse kann Speichelsteine aufweisen. Ebenso verschiedene krankhafte Veränderungen wie eine Sialadenitis. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Speicheldrüsen, welche schmerzhafte Schwellungen zur Folge hat.

Risse an den Ausführungsgängen führen zu unkontrolliertem Speichelfluss in das Gewebe. Dadurch können Speichelzysten entstehen. Die Ursachen für die Sialadenitis sind unterschiedlich. Es gibt zum einen die chronisch-aktive Form, welche durch Bakterien ausgelöst wird und zum anderen die Autoimmunsialadenitis, auch als Sjögren-Syndrom bezeichnet.

Die Erkrankung zeichnet sich durch eine Schwellung einzelner Speicheldrüsen aus. Damit einher gehen Schmerzen beim Schlucken und Fieber. Die Behandlung geht relativ einfach vonstatten und konzentriert sich auf die Verabreichung von Medikamenten, welche die Speichelproduktion fördern. In den meisten Fällen ist das Sjögren-Syndrom unproblematisch.

Die chronisch-aktive Sialadenitis wird nochmals in eine akute, eine chronisch unspezifische und in eine chronisch sklerosierende Form eingeteilt. Bei der letzten Variante können unter Umständen große Teile des Speicheldrüsengewebes betroffen sein. Dieses verhärtet, wodurch der Speichelfluss erheblich gehemmt ist. Damit es nicht zu weitergehenden Verletzungen des Rachens und der Speiseröhre kommt, müssen auch hier entsprechende Medikamente verabreicht werden.

Neben diesen Erkrankungen kann es zu verschiedenen Tumoren an den Speicheldrüsen kommen. Häufig tritt etwa das pleomorphe Adenom auf. Dabei handelt es sich um einen gutartigen Speicheldrüsentumor. Auch der Warthin-Tumor tritt vergleichsweise häufig auf. Des Weiteren gibt es noch eine Vielzahl von malignen Tumoren, etwa das Adenokarzinom-NOS.

Kommt es zu einer Erkrankung der Ohrspeicheldrüsen, spricht man von einer Parotis. Im Verlaufe der Krankheit kommt es zu einer Verstopfung der Speicheldrüsen, wodurch der Speichelfluss behindert wird.

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