Speicheldrüsenentzündung (Speichelstein)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. März 2014
Symptomat.deKrankheiten Speicheldrüsenentzündung (Speichelstein)

Eine Speicheldrüsenentzündung ist eine entzündliche Erkrankung der Speicheldrüse, die durch Bakterien oder Viren ausgelöst wird oder durch einen Speichelstein entsteht. Die medizinische Bezeichnung ist Sialadenitis oder auch Sialoadenitis. Typische Beschwerden der Speicheldrüsenentzündung sind Schwellungen in jenem Bereich sowie starke Schmerzen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Speicheldrüsenentzündung

Die Speicheldrüsenentzündung ist eine sehr schmerzhafte Schwellung der großen Speicheldrüsen. Sie kann ein- oder beidseitig sein und wird meist durch Viren, Bakterien oder Speichelsteine verursacht.

Nahezu der gesamte Speichel im Mund eines Menschen wird von sechs großen Speicheldrüsen produziert, welche sich in Paare anordnen. Die tägliche Menge an Speichel eines Erwachsenen wird mit 1,5 bis 2 Litern beziffert. Dabei handelt es sich um die Unterzungen-, Ohrspeichel- und die Unterkieferspeicheldrüse.

Ferner bestehen einige kleine Speicheldrüse im Rachen, an der Wagenschleimhaut sowie an den Lippen. Diese sind jedoch deutlich seltener von Erkrankungen betroffen. Meist leiden ältere Personen unter der Krankheit. Doch auch bei Menschen mit einer Immunschwäche tritt eine Speicheldrüsenentzündung gehäuft auf.

Ursachen für Speicheldrüsenentzündung

Ausgelöst wird eine Speicheldrüsenentzündung meist durch Bakterien oder Viren. So sind Mumps und die Coxsackie-A-Viren typische Ursachen für diese Krankheit. Des Weiteren sind oft Speichelsteine für die Speicheldrüsenentzündung verantwortlich. Durch sie wird ein Speichelrückstau verursacht, da sie den Ausführungsgang der betroffenen Drüse beeinflussen.

In der Folge wird ein Sekret aufgestaut, welches ein optimaler Nährboden für Bakterien ist. Diese können wiederum Entzündungen hervorrufen. Daneben können Tumore, Einengungen und Narben für die Speicheldrüsenentzündung verantwortlich sein.

Auch Entzündungen der Mundschleimhaut, welche durch eine unzureichende Mundhygiene entstehen, zählen zu den typischen Ursachen. Ferner können Medikamente, welche als Begleiterscheinung den Speichelfluss vermindern, eine Speicheldrüsenentzündung begünstigen.

Typische Symptome und Anzeichen bei Speicheldrüsenentzündung

  • entzündete Speicheldrüse ist hart und schmerzt
  • vor allem beim Essen kommt es zu diesen Beschwerden
  • wie bei vielen Entzündungen, kann es zu Fieber kommen
  • ggf. Eiter im Mundraum
  • in seltenen Fällen sind di Schmerzen so stark, dass der Patienten nicht mehr den Mund öffenen kann

Diagnose und Verlauf von Speicheldrüsenentzündung

Die Diagnose einer Speicheldrüsenentzündung erfolgt nach einer gründlichen Untersuchung der Speicheldrüse durch den Arzt. Meist tastet er erst einmal die Drüse ab, wobei häufig Eiter im Mund festgestellt wird. Im Labor werden der Eiter sowie das Blut analysiert, um die Gründe für die Speicheldrüsenentzündung zu bestimmen.

Ferner kann sich eine Ultraschalluntersuchung als sinnvoll erweisen, um nach einem Stein, Tumor oder Abszess zu suchen. In einigen Fällen wird eine Computer- oder Magnetresonanztomografie durchgeführt. Bei einer chronischen Speicheldrüsenentzündung kommt auch eine Feinnadelpunktion in Betracht.

Eine weitere Diagnosemethode stellt eine sogenannte Sialografie dar. Dafür spritzt der Arzt ein Kontrastmittel in den Ausführungsgang der Speicheldrüse, um so die Drüse auf einem Röntgenbild erkennbar zu machen.

Bei einem längeren Verlauf der Speicheldrüsenentzündung können Komplikationen wie Abszesse oder ein Schwund des Gewebes auftreten.

Behandlung von Speicheldrüsenentzündung

Begründet sich die Speicheldrüsenentzündung in einer bakteriellen Infektion, ist eine Therapie mit Antibiotika ratsam. Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente werden eingenommen, wenn die Erkrankung durch Viren ausgelöst worden ist.

Über sogenannte Speichellocker kann eine verstärkte Speichelproduktion erzielt werden, die der Reinigung der Speicheldrüsen dient. Ferner können auf die Art und Weise vorliegende Speichelsteine herausgespült werden. Klassische Speichellocker sind Getränke, Kaugummi und Bonbons.

Des Weiteren können Speichelsteine mithilfe einer Massage der Drüse oder extrakorporaler Stoßwellenlithotripsie vernichtet bzw. zertrümmert werden. Dabei werden Ultraschallwellen auf den Speichelstein gerichtet, sodass er auseinanderfällt. Durch den Speichelfluss werden sie meist anschließend ausgeschwemmt. Erzielt diese Therapieform bei der Speicheldrüsenentzündung keinen Erfolg, müssen die größeren Teilchen operativ entfernt werden.

Liegt ein Abszess vor, muss dieses gespalten werden. Nur so kann der Eiter abfließen. Eine vollständige Entfernung der Speicheldrüse ist nur dann notwendig, wenn sich die Entzündungen stetig wiederholen bzw. der Verdacht eines Tumors besteht.

Wurde ein bösartiger Tumor diagnostiziert, eignet sich als Behandlungsmethode lediglich die Entfernung des kranken Gewebes sowie der Speicheldrüse. Meist findet im Anschluss eine Strahlentherapie statt. Die geeignete Behandlung richtet sich demnach entscheidend nach den Ursachen der Speicheldrüsenentzündung.

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Vorbeugung von Speicheldrüsenentzündung

Einer Speicheldrüsenentzündung kann nur eingeschränkt vorgebeugt werden. Wichtige Maßnahmen einer Prävention sind eine hinreichende Flüssigkeitszufuhr sowie eine gründliche Mundhygiene und Zahnpflege. Ferner kann eine verstärkte Produktion von Speichel eine Vorbeugungsmaßnahme darstellen, da er die Speicheldrüsen reinigt und etwaige Speichelsteine herausspülen kann. Dies kann durch ein Lutschen saurer Bonbons erreicht werden. Wenn ein Speichelstein diagnostiziert wird, sollte dieser vorbeugend entfernt werden. Auch so kann eine Speicheldrüsenentzündung verhindert werden.

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