Mundfäule

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. August 2017
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Bei Mundfäule, medizinisch als primäre Gingivostomatitis herpetica bezeichnet, handelt es sich um eine entzündliche Infektion des Mundes. Überwiegend tritt die Erkrankung bei Kindern auf, eine Übertragung auf erwachsene Personen ist aber prinzipiell ebenso möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Mundfäule?

Die Mundfäule wird durch Viren ausgelöst. Die Beschwerden bilden sich bereits bei der ersten Infektion mit Herpes-Viren aus. Das Haupterkrankungsalter liegt zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Nur selten sind die erkrankten Personen über 20 Jahre alt.

Besonders schwer betroffen sind Säuglingen, wenn die Erkrankung in den ersten Wochen des Lebens auftritt. Mundfäule ist ansteckend, daher sollten betroffene Personen den Kontakt zu anderen Menschen und insbesondere Kindern meiden. Die Übertragung erfolgt per Tröpfcheninfektion. Die gemeinsame Nutzung von Besteck ist beispielsweise eine häufige Ursache für die Ansteckung.

Ursachen

Mundfäule entsteht immer dann, wenn sich die Erstinfektion mit Herpes in der Mundhöhle manifestiert. Verantwortlich ist das HSV-1 Herpesvirus. In seltenen Fällen kann jedoch auch das Virus HSV-2 die Krankheit auslösen.

Mundfäule ist hochgradig ansteckend, daher ist eine Übertragung durch eine infizierte Person eine der häufigsten Krankheitsursachen. Ballungsgebiete sind zumeist Kindergärten und Schulen. Hier breitet sich die Mundfäule rasant aus, die Inkubationszeit ist mit einem bis drei Tagen sehr gering.

Zu beachten ist, dass nicht jede Infektion mit Mundfäule auch zur Ausbildung der typischen Symptome führt. Ein Großteil aller infizierten Personen zeigt keinerlei Symptome, stellt aber dennoch ein Ansteckungsrisiko für andere Menschen dar.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose Mundfäule kann meist erst nach einer Laboranalyse gestellt werden, da andere Krankheiten im Mundraum ähnliche Symptome auslösen. Die Krankheit verläuft unterschiedlich stark ausgeprägt, besonders Säuglinge leiden oft unter stärkeren Beschwerden als ältere Kinder.

Zu Beginn der Mundfäule ist meist die Körpertemperatur erhöht, die Kinder verweigern die Nahrung und sind weinerlich. Die Nahrungs- und oft auch Flüssigkeitsablehnung resultiert aus den brennenden Schmerzen im Mund, welche bereits vor Sichtbarkeit der ersten Bläschen auftreten können. Erst im Verlauf der Erkrankung zeigt sich die Herpesinfektion direkt auf der Schleimhaut.

Am Zahnfleisch, an der Lippe und an der Zunge bilden sich kleine, schmerzende Blasen welche der Hauptgrund für die Nahrungsverweigerung sind. Im Schnitt dauert eine Infektion mit Mundfäule mindestens eine Woche an, erst danach trocknen die Blasen langsam aus und die Schmerzen werden geringer. Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung meist mit deutlich weniger Symptomen als bei kleineren Kindern.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: B00.2 Gingivostomatitis herpetica und Pharyngotonsillitis herpetica) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Mundfäule ist ein Krankheitsbild, bei dem natürlich auch verschiedene Komplikationen möglich sind. In der Regel macht sich Mundfäule durch kleine Bläschen bemerkbar, die nach einer kurzen Zeit aufplatzen. Gleichzeitig rufen diese kleinen Bläschen starke Schmerzen hervor, sodass die betroffene Person mit erheblichen Komplikationen bei der Nahrungsaufnahme rechnen muss.

In besonders schlimmen Fällen entstehen aus den geplatzten Bläschen sogar offene Wunden, sodass eine erhöhte Gefahr einer Entzündung besteht. Eine offene Wunde ist sehr anfällig für Viren und Bakterien. Wenn sich diese in der offenen Wunde eingenistet haben, kann es sogar zur Eiterbildung kommen. Die Bildung von Eiter ist immer ein Anzeichen für eine deutliche Verschlimmerung der bestehenden Entzündung.

Wer weitere Komplikationen an dieser Stelle vermeiden möchte, der sollte so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Nur durch die Einnahme entsprechender Medikamente kann eine schnelle und effektive Genesung stattfinden. In seltenen Fällen gelangen durch die offene Wunde Viren und Bakterien in den Blutkreislauf der betroffenen Person.

Dadurch kann sich ein Infekt entwickeln, sodass es zu Kopfschmerzen, einer erhöhten Temperatur, Übelkeit und Erbrechen kommen kann. Aus diesem Grund sollte Mundfäule sehr schnell von einem geeigneten Arzt behandelt werden. Nur wenn zeitnah eine Behandlung stattfindet, können die oben genannten Komplikationen vermieden werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Mundfäule dient in erster Linie der Symptom- und Schmerzlinderung. Insbesondere bei Kindern ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von hoher Wichtigkeit, da es sonst zur Austrocknung des Körpers kommen kann.

Die Kinder müssen zum Trinken animiert werden, da sie aufgrund der Schmerzen sonst ein Vermeidungsmuster entwickeln. Gegen die Schmerzen verordnen Ärzte bei Mundfäule zum einen Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol, zum anderen werden lokale Anästhetika auf die Bläschen aufgetragen. Bei einem schweren Befall von Mundfäule bei Erwachsenen kommen mitunter stärkere Schmerzmittel wie z.B Novalgin zum Einsatz.

Zur lokalen Desinfektion des Mundraums sind Spülungen mit Chlorhexidin angezeigt. Auch wenn die Nahrungsaufnahme Schmerzen bereitet, darf diese auf keinen Fall vernachlässigt werden. Bei starker Blasenbildung im Mund kann die Gabe von flüssiger Nahrung den täglichen Kalorienbedarf decken. Unterernährung ist während des Krankheitsverlaufs unbedingt zu vermeiden, da dass Immunsystem noch weiter abgeschwächt würde und die Gefahr von einem schweren Verlauf der Mundfäule gegeben ist.

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Vorbeugung

Eine Mundfäule entsteht nicht durch das Verschulden der Betroffenen, daher ist es auch kaum möglich einer Infektion vorzubeugen. Werden in der näheren Umgebung Fälle von Mundfäule bekannt, sollte der Kontakt zu den erkrankten Personen nach Möglichkeit vermieden werden. Die gemeinsame Nutzung von Besteck oder Trinkflaschen sollte unterbleiben, da sich die Viren sehr schnell verbreiten und es zur Ansteckung kommt. Grundsätzlich gilt, je früher Mundfäule behandelt wird, umso schneller verschwindet die Krankheit wieder. Aus diesem Grund sollte schon bei mäßigen Schmerzen im Mundraum eine desinfizierende Therapie begonnen werden.

Bücher über Mundgeruch

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Ott, R., Vollmer, H.P., Krug, W.: Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2003

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