Herpesviren

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Herpeserkrankungen sind vielfältig und machen sich auf unterschiedlichste Art bemerkbar. Das bekannteste Herpesvirus äußert sich durch brennende Bläschen, meistens in den Mundwinkeln. Sie sind unangenehm und kehren oftmals trotz einer fachgerechten Behandlung zurück. Es gibt jedoch nicht nur ein Herpesvirus, sondern viele verschiedene Herpesviren.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Herpesviren?

Die hartnäckigen Herpesviren lassen sich in drei Gruppen aufteilen. Alpha-, Beta- und Gammaherpesviren führen zu Erkrankungen von Haut und Schleimhäuten, dem Auge oder des Nervensystems. Ebenfalls verantwortlich sein können sie für die Tumorbildung.

Für den Menschen bedrohlich werden acht Herpesviren. Gerade bei Erstinfektionen kann es passieren, dass der Betroffenen seine Erkrankungen nicht auf Herpesviren zurückführt, weil diese sich in einem untypischen Rahmen bemerkbar machen. Es ist ebenfalls möglich, das Virus in sich zu tragen, ohne dass es ausbricht und krankheitstypische Symptome äußert. Weltweit sind 85 Prozent der Bevölkerung tragen das HSV-1 Virus in sich.

Herpesviren besitzen eine doppelsträngige DNA und eine Größe von etwa 150- 200 nm im Durchmesser. Sie entwickeln sich seit 200 Millionen Jahren weiter und sind somit eine alte Virenfamilie. Dabei infizieren sie nicht nur Menschen, sondern ebenfalls Tiere. Verbreitet werden die Viren durch die Tröpfcheninfektion.

Bedeutung & Funktion

Bei der Primärinfektion von Alpha-Herpesviren werden zuerst die Epithelzellen, das heißt Haut- und Schleimhaut, infiziert. Die betroffenen Zellen sterben ab, während das Virus sich stark im Körper verbreitet. Nun tritt das Immunsystem auf, welches versucht, die Virusinfektion einzudämmen.

Bevor dies geschieht, haben die HSV-Viren jedoch bereits Nervenzellen, die Ganglienzellen, infiziert. Das Immunsystem schafft es jetzt, den größten Teil der Viren unter Kontrolle zu bringen und die Infektion heilt. Dabei bleiben einige Viren jedoch im Zellkern der Neuronen, wo das Immunsystem sie nicht bekämpfen kann. Dadurch, dass sie den Körper nie verlassen haben, ist jederzeit eine Reaktivierung der Infektion möglich.

Man unterscheidet bei Auftreten der Symptome somit zwischen einer Erstinfektion und einer Reaktivierung der Herpesviren. Haben die Viren einmal die Spinalganglien erreicht, verbleiben sie dort das gesamte Leben des Wirtes. Ausgelöst wird eine Reaktivierung oftmals durch Stress, Fieber, Schlafmangel und UV-Licht.

Trägt der Betroffene ein Herpesvirus in sich, ohne dass Krankheitsausbrüche auftreten, wird dies latente Infektion genannt, das Virusgenom ist stumm. Herpesviren sind für eine Vielzahl von Erkrankungen verantwortlich, welche die Gesundheit des Menschen bedrohen können. Sie sind breit gefächert und können mit anderen Krankheitserregern interagieren, wobei sie ernsthafte Erkrankungen auslösen.

Viele Menschen stecken sich bereits im Kindesalter mit den Viren an. Während sich auftretende Symptome behandeln und die Infektion eindämmen lassen, ist es bisher unmöglich, die Herpesviren aus dem Körper zu verbannen. Im Verlauf kann dann jederzeit mit einem erneuten Ausbruch gerechnet werden.

Krankheiten & Beschwerden

Herpesviren machen sich oft durch Bläschenbildung bemerkbar. Diese können an Lippen und Nase, jedoch ebenfalls an Genitalien, dem Gesäß, Augenbindehaut, Mundschleimhaut oder in Gesicht und an den Wangen auftreten. Dabei können die Viren bei sehr schwerem Verlauf zum Tod führen. Da es jedoch nicht im Sinne des Virus ist, seinen Wirt zu töten, treten Todesfälle relativ selten auf.

Viruserkrankungen können ebenfalls die Leber und das [[Gehirn] befallen, wo sie autoimmune Prozesse auslösen. Das HHV-1 Virus, welches meistens in Form von Bläschen auftritt, ist einer der harmlosesten. In extrem seltenen Fällen kann es jedoch auch zu Lähmungen, Krampfanfällen, Fieber und zum Koma führen, welche unbehandelt in 70 Prozent der Fälle zum Tod führen.

Der Genitalherpes, HHV2, verläuft bei gesunden Menschen ohne Komplikationen und die Ansteckungsgefahr ist niedriger als die des HI-Virus. HHV-6 wird ebenfalls in Verbindung mit Multiple Sklerose gebracht. Es befällt die T-Zellen und ändert dabei das zentrale Nervensystem. Tritt es nun mit anderen Krankheitserregern in Verbindung, kann sich Multiple Sklerose bilden. HHV-6 wird besonders häufig bei Menschen gefunden, die unter einer Autoimmunerkrankung des Bindegewebes leiden.

Andere Krankheiten, die durch Herpesviren ausgelöst werden, sind Windpocken und die Gürtelrose. Treten sie in Form von Windpocken auf, wandern einige Viren in die Nähe der Wirbelsäule, wo sie in Nervenzellen verbleiben und meistens erst im Erwachsenenalter reaktiviert werden. Bei der nun auftretenden Infektion handelt es sich um Gürtelrose, welche sich mit leichtem Fieber und geröteten Flecken sowie Knötchen, die zum Teil erhebliche Schmerzen mit sich bringen.

Auch das Pfeifferische Drüsenfieber geht auf eine der unterschiedlichen Herpesviren zurück, dem Epstein-Barr-Virus. Während der Infektion bildet der Körper Antikörper, wordurch eine erneute Infektion ausgeschlossen wird, weil der Körper immun geworden ist. Typisch für das Pfeifferische Drüsenfieber sind Anschwellen von Lymphknoten in Hals und Nacken, Fieber, Schluckbeschwerden, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Bei dem Epstein-Barr-Virus handelt es sich um das HHV4-Herpesvirus.

Herpesviren werden oftmals nur mit Bläschenbildung in Verbindung gebracht, ihr wahres Ausmaß ist jedoch wesentlich größer.

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