Chlorhexidin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Chlorhexidin ist ein Antiseptikum. Es verfügt über weitreichende antibakterielle Wirkungen und wird vor allem in der Zahnheilkunde eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Chlorhexidin?

Chlorhexidin gehört zur Gruppe der Polyguanide. Es handelt sich um einen antibakteriellen Wirkstoff. Da es sich nicht gut in Wasser löst, ist es als Spüllösung nicht geeignet.

Im Handel wird es meistens als Chlorid oder Acetat angeboten. Für medizinischen Anwendungen steht es vor allem in Form von Gluconat zur Verfügung. In diesem Zustand erzielt die gleiche Wirkung wie Chlorhexidin. In neutraler wässriger Lösung verfügt das Molekül über eine zweifach positive Ladung. Es ist spielgelsymmetrisch und besitzt zwei Benzolringe.

Das Arzneimittel erweist sich in organischen Lösungsmitteln wie Dichlormethan als gut löslich. Für einzelne medizinische Anwendungsgebiete ist es in Form von Cremes, Gels, Salben oder Lösungen erhältlich. Arzneimittel, die Chlorhexidin enthalten, sind in der Apotheke frei verkäuflich.

Pharmakologische Wirkung

Chlorhexidin besitzt umfangreiche antibakterielle Eigenschaften. Aufgrund seiner positiven Ladung zieht es Bakterien mit ihrer negativen Ladung an.

Es haftet zudem lange auf dem jeweils behandelten Körperbereich, so dass es eine ausdauernde und nachhaltige Depotwirkung zeigt. Die antiseptische Wirksamkeit tritt auf, da sich der Wirkstoff in die Zellmembranen der Bakterien einfügt und diese dadurch zerstört. Die Details des Wirkmechanismus werden derzeitig noch erforscht. Resistenzen gegen den Stoff konnten bisher bei keiner Erregerart ermittelt werden.

Bei behüllten Viren zeigt das Arzneimittel eine geringfügige Wirkung, bei unbehüllten Viren keine. Es wird nicht über die Schleimhäute vom Körper aufgenommen. Chlorhexidin wird nahezu hundertprozentig wieder ausgeschieden, eine Verstoffwechselung findet nicht statt.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Chlorhexidin ist ein Antiseptikum. Es verfügt über weitreichende antibakterielle Wirkungen und wird vor allem in der Zahnheilkunde eingesetzt.

Chlorhexidin wurde ursprünglich vor allem Hautinfektionen eingesetzt. Heute findet es vor allem in der Zahnmedizin Anwendung, u. a. bei der Desinfektion vor und nach Operationen.

So wird beispielsweise nach dem Einfügen eines Zahnimplantats durch die Nachsorge mit dem Wirkstoff das Risiko periimplantärer Entzündungen gemindert. Weiterhin kommt das Arzneimittel in der Therapie der bakteriell bedingten Gingivitis, der Parodontitis und bei Mundgeruch zum Einsatz. Die Konzentration der in der Zahnmedizin verwendeten Lösungen liegt zwischen 0,03 und 2 Prozent. Zur Kariesprävention empfiehlt es sich, die Zähne mit einem entsprechenden Gel zu betupfen oder mit Hilfe einer Schiene zu applizieren. Das Arzneimittel ist auch als Lack erhältlich, der auf die Zähne aufgetragen wird.

Durch die lange Haftung gibt es den Wirkstoff drei bis vier Monate lang kontinuierlich ab. Weiterhin stehen Sprays, -Gels und -Chips zur Verfügung. Der Wirkstoff wird auch als Inhaltstoff bei Mundspüllösungen im Rahmen der Mundhygiene eingesetzt. Vergleichsstudien mit über die Wirkung antibakterieller Lösungen zeigen, dass die diese Lösungen anderen Produkten überlegen sind.

Auch bei der Reinigung von Zahnprothesen erweist es sich als vorteilhaft, die Zahnprothese regelmäßig mit gewissem zeitlichem Abstand nachts in einer Chlorhexidindigluconatlösung zu lagern. Auf diese Weise werden die Keime reduziert, die eine prothesenbedingte Entzündung der Schleimhäute verursachen. Der Wirkstoff findet im Bereich der Wundpflege weitere Anwendungsmöglichkeiten. So werden Pflaster, Salben und Heilpuder mit dem Wirkstoff zur Desinfektion angeboten. Chlorhexidin wird ebenfalls bei bakteriellen Halsinfektionen verwendet.

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Risiken & Nebenwirkungen

Die längere Anwendung von Chlorhexidin kann zu wenigen Nebenwirkungen führen. Diese Erscheinungen erweisen sich jedoch in den meisten Fällen als komplett reversibel. Als Nebenwirkungen können auftreten: Geschmacksempfindungsstörungen, bräunliche Beläge an Zähnen und in der Mundhöhle.

In seltenen Fällen kommen eine verzögerte Wundheilung oder eine Abschuppung der Epithelschicht vor. Bei einer längerfristigen Anwendung einer Chlorhexidin-haltigen Mundspullösung kann es unter Umständen ratsam sein, diese wöchentlich im Wechsel mit einem anderen Präparat zu benutzen, um die bräunlichen Ablagerungen auf Zähnen und Zunge zu vermeiden.

Bei der kombinierten Anwendung mit bestimmten Stoffen kommt es zur Inaktivierung des Antiseptikums. Der Einsatz von Natriumlaurylsulfat etwa führt zum Funktionsverlust. Aus diesem Grund sollte der Wirkstoff in großem zeitlichen Abstand nach der Nutzung Natriumlaurylsulfat-haltiger Zahnpasta oder Mundspüllösung, eingenommen werden. Bei Iod und Triclosan handelt es sich ebenfalls um Wirkstoffe, die Chlorhexidin inaktivieren.

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