Malve

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Die wilde Malve ist eine Schleimdroge, die aufgrund ihrer Wirkstoffe reizlindernd und entzündungshemmend wirkt. In der Volksmedizin ist die Malve seit der Antike sehr beliebt und kann unkompliziert zu Hause aufbereitet werden.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Malve

Malva sylvestris oder Malva negleita ist eine zweijährige Pflanze, die in der Regel einen Meter, bei geeigneten Wachstumsverhältnissen auch bis zu 3 m hoch wachsen kann.

Die rauhaarigen Stengel der Malve tragen langstielige samtige Herz-oder nierenförmige Blätter, die wechselständig angeordnet sind. Das Kraut blüht zwischen Mai und August mit zarten, aber auffälligen lila bis violetten Blüten, die mit dunkleren Adern durchzogen sind. Jede Blüte besteht aus fünf tief ausgerandeten Blütenblättern.

Die wilde Malve wächst an Feldrainen, Hecken und auf brachliegenden Flächen inzwischen nicht nur in Europa sondern auch den Vereinigten Staaten, Kanada oder Mexiko. Die Samen der Malve sehen wie Käsescheiben aus, weshalb die wilde Malve in einigen Regionen auch als Käseblume bezeichnet wird. Wenn die Malve zu blühen beginnt, verlieren die Blätter ihre tiefgrüne Farbe und die Pflanze insgesamt an Üppigkeit.

Anwendung & Verwendung

Hauptwirkstoffe der Malve sind der reichlich enthaltene Pflanzenschleim sowie Gerbstoffe, die Proanthocyane, Rosmarinsäure und Anthocyane aufweisen. Der Schleim besteht aus einer Verbindung von Kohlenhydraten, die der Malve ihre beruhigenden Eigenschaften gibt.

Klinische Studien haben inzwischen gezeigt, dass diese Kohlenhydratverbindung das Immunsystem des menschlichen Körper beeinflussen kann, weshalb sie stärker in den Fokus der medizinischen Forschung gerückt ist. Das in den Blüten enthaltene Flavonol beinhaltet Glykoside mit einem Gossypin-3-Sulfat, Kämpferol, Hypolaetin, Methylhypolaetin sowie lsoscutellarein. Die kräftige Farbe der Blüten basiert auf Anthocyan (Malvin), einem wasserlöslichen Pigment.

Die Ernte von Blättern und Blüten erfolgt in der Zeit von Juni bis September. Die getrockneten Drogen Malvae Polium und Malvao Flos kommen als Tee oder Tinktur zur Anwendung. Zur Fertigung eines Auszuges werden zwei Teelöffel getrocknete oder frische Malvenblätter mit einem Viertelliter lauwarmen Wassers übergossen und für 5 – 10 Stunden ziehen gelassen. Eine Abkochung für Kompressen erfolgt für 10 bis 15 Minuten im selben Mischungsverhältnis.

Wenn die Malve zu blühen beginnt, verlieren die Blätter ihre tiefgrüne Farbe und die Pflanze insgesamt an Üppigkeit.

In der Antike galt die Malve als wirksames Aphrodisiakum und fand Anwendung als Schwangerschaftstest. Blühte eine mit dem Urin der betreffenden Frau benetzte Pflanze, so schien eine Schwangerschaft sicher. Als Schmuck wurde die Malve an Türen geheftet und in Girlanden oder Kränze gewunden. Im Mittelalter wurde aus den Samen der wilden Malve ein nahrhafter Breis gekocht, um schwächliche Kinder aufzupäppeln. Die jungen Blätter werden teilweise als Wildgemüse zubereitet, mitunter werden auch die ausgekochten Wurzeln als Eiweißersatz verwendet.

Heute kommen die kräftigenden Eigenschaften der Wirkstoffe in der Naturkosmetik zum Einsatz. Vor allem reizarme Kosmetikprodukte für Kinder und kräftigende Haarshampoos beinhalten Malvenextrakte. Neuere Produktentwicklungen für Spezialmatratzen für Dekubitus-Patienten oder Allergiker sind ebenfalls mit reizlindernden Extrakten der Malve versetzt.

Bedeutung für Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Bereits Plinius empfahl die Anwendung der wilden Malve zur Beseitigung von Übelkeit. Während des 16. Jahrhunderts nahm die Malve einen Stellenwert als „omnimorbia“ – Allheilmittel ein, wovon sich heute vor allem der Einsatz als entzündungshemmendes Mittel bewährt hat.

Alle Pflanzenteile der Malve wirken zudem adstringierend, abführend, harntreibend sowie schleimlösend. Die reizlindernden Eigenschaften der Flavonoide machen die Malve zu einem geeigneten und vom BGA empfohlenen Mittel zur Linderung von Reizungen, Schwellungen und kleineren Entzündungen. In der Regel wird die Droge als Tee oder Lösung zum Gurgeln zur Behandlung von Zahnfleischentzündungen, Gastritis und Magengeschwüren, Kehlkopfentzündungen und Pharyngitis, Katarrhen der oberen Atemwege oder Bronchitis angewendet, da sich der in der Malve enthaltene Schleim wie eine Schutzschicht auf die entzündeten Schleimhäute legt.

Vor allem in Teemischungen mit Eukalyptus oder Schlüsselblumenwurzel kommen die Wirkstoffe besonders gut zur Entfaltung. Malvenauszüge können auch dem Badewasser zugesetzt werden, um Hautkrankheiten zu heilen und eine strahlende Haut zu befördern. Als Kompresse dient die Droge der Heilung von Abszessen, einfachen Verbrennungen und der Verringerung von Schwellungen infolge von Insektenstichen durch Entgiftung der betroffenen Areale.

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