Pleuramesotheliom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. September 2017
Startseite » Krankheiten » Pleuramesotheliom

Beim Pleuramesotheliom handelt es sich um einen seltenen bösartigen Tumor des Brustfells. In den meisten Fällen kann als Ursache ein langjähriger Kontakt mit Asbeststäuben angenommen werden. Die Erkrankung ist nicht heilbar und kann nur palliativ behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Pleuramesotheliom?

Das Pleuramesotheliom stellt einen malignen Tumor der Pleura, also des Brustfells, dar. Es ist eine Krebserkrankung mit einer sehr schlechten Prognose. Oft wird der Tumor erst spät erkannt, weil sich die vorausgehenden Prozesse sehr langsam entwickeln. Nach der Diagnose beträgt die mittlere Lebensdauer jedoch nur noch 18 Monate.

Selbstverständlich gibt es in Einzelfällen auch extreme Abweichungen. Eine Heilung ist aber in der Regel nicht möglich, weil die Diagnose meist erst gestellt wird, wenn fast das gesamte Brustfell befallen ist. Nach der Asbestexposition kann sich nach circa 20 bis 50 Jahre ein Pleuramesotheliom entwickeln. Früher war dieser Krebs sehr selten.

Seine Häufigkeit steigt jedoch und wird nach Schätzungen von Wissenschaftlern in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts kulminieren. Denn erst dann kommen die Nachwirkungen der jahrzehntelangen Beeinflussung von Asbeststäuben zur Auswirkung. Betroffen sind hauptsächlich Personen, die beruflich mit Asbest zu tun hatten. Die Pleura stellt die Außenhaut der Lunge dar, überzieht diese vollständig und kleidet gleichzeitig die Brusthöhle aus.

Sie besteht aus einer Schicht Plattenepithel, welches durch den Pleuraspalt von einer Bindegewebsschicht getrennt ist. Beide Schichten können vom Tumor betroffen sein. Bei Tumoren des Plattenepithels wird von einem epithelioiden Mesotheliom und bei Tumoren der Bindegewebsschicht von einem sarcomadoiden Mesotheliom gesprochen.

Der Mischtyp aus beiden Mesotheliomen wird als biphasisches Mesotheliom bezeichnet. Am weitaus häufigsten tritt das epithelioide Mesotheliom auf. Am seltensten ist das sarcomadoide Mesotheliom.

Ursachen

Die Hauptursache für ein Pleuramesotheliom ist die langjährige berufliche Exposition der betroffenen Personen mit Asbeststäuben. Heutige Arbeitsschutzmaßnahmen verhindern das Einatmen von Asbest- oder anderen Mineralfaserstäuben weitgehend. Früher war jedoch die Gefährlichkeit dieser Stoffe nicht bekannt.

Asbest oder andere Mineralfasern bestehen aus langkettigen Silikatfasern. Wenn diese Fasern eingeatmet werden, setzen sie sich in der Lunge und der Pleura fest, ohne jedoch abgebaut werden zu können. Mit dem Versuch, die Fasern loszuwerden, erzeugt das Immunsystem in den betroffenen Bereichen Entzündungsreaktionen, die immer mit dem Absterben von Gewebe verbunden sind.

Da sich die Asbestfasern nicht auflösen, werden die Entzündungen chronisch. Dabei müssen jedoch die abgetöteten Gewebezellen des Brustfells oder der Lunge ständig ersetzt werden. Die dauerhafte Neubildung von Gewebe kann nach langer Zeit auch entartete Zellen hervorbringen, die ihre Kontrolle über die Zellteilung verloren haben. Es entsteht Krebs.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Beim voll ausgebildeten Pleuramesotheliom ist das gesamte Brustfell vom Krebs befallen. Der Prozess der Krebsbildung und des Krebswachstums dauert in der Regel sehr lange. Er beginnt bereits bei der erstmaligen Asbestfaserexposition mit den chronischen Entzündungsreaktionen. Am Anfang treten jedoch noch keine Symptome auf.

Im Vorfeld der Tumorentwicklung kann es unter anderem im Rahmen einer sogenannten Asbestose oder Staublunge zu Gewebeveränderungen kommen, die zu Atemwegsproblemen führen können. Ein Pleuramesotheliom kann sich aber auch ohne vorherige Asbestose entwickeln.

So treten erste Symptome oft erst in einem sehr späten Stadium auf, wenn bereits fast das gesamte Brustfell befallen ist. Typische Symptome sind Atemnot, chronischer Hustenreiz, starke Gewichtsabnahme, Erschöpfungszustände und starke Schmerzen im Brustbereich. Häufig kommt es zu sogenannten Pleuraergüssen.

Diese entstehen durch Flüssigkeitsbildung im Rahmen entzündlicher Prozesse im Brustfell. Die Atembeschwerden und Schmerzen werden einerseits durch diese Flüssigkeitsansammlungen und andererseits durch die Verfestigung der Pleura infolge des Krebswachstums hervorgerufen. Die Lunge kann sich nicht mehr richtig ausdehnen.

Metastasen bilden sich relativ spät. Die Krankheit führt unbehandelt immer zum Tode. Auch durch eine Therapie ist sie in der Regel nicht heilbar. Aber die Überlebenszeit kann etwas erhöht werden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Meist erfolgt die Diagnose eines Pleuramesothelioms erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Es werden bildgebende Verfahren wie CT, MRT oder Röntgenuntersuchungen durchgeführt. Zur differenzialdiagnostischen Abgrenzung gegen ein Bronchialkarzinom findet eine Bronchoskopie mit Probeentnahme statt.

Bei einer Pleurapunktion ist in einigen Fällen der Nachweis von Tumorzellen möglich, wobei ein fehlender Nachweis ein Pleuramesotheliom jedoch nicht ausschließt. Am sichersten kann die Diagnose durch eine Thorakoskopie bestätigt werden.

Komplikationen

Leider kann ein Pleuramesotheliom nicht mehr behandelt oder vollständig wieder geheilt werden. Aufgrund des Tumors wird die Lebenserwartung des Betroffenen drastisch verringert. Allerdings hängt der weitere Verlauf der Krankheit sehr stark von der Ausprägung und der genauen Position dieses Tumors ab, sodass eine allgemeine Voraussage nicht möglich ist. Die Patienten leiden bei dieser Erkrankung in erster Linie an starken Atembeschwerden.

Es kommt dabei zu einer Schnappatmung und zu einer Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff. Auch eine dauerhafte Müdigkeit und Abgeschlagenheit kann durch das Pleuramesotheliom auftreten und die Lebensqualität des Betroffenen erheblich verringern. In den meisten Fällen leiden die Betroffenen auch an Schmerzen im Bereich der Brust und an einem starken Gewichtsverlust. Auch Metastasen können sich dabei ausbilden und weiterhin zu Krebs in anderen Regionen des Körpers führen.

In der Regel kommt es aufgrund des Pleuramesothelioms zu einem vorzeitigen Tod des Betroffenen. Das Pleuramesotheliom kann nicht mehr behandelt werden. Mit verschiedenen Therapien können die Beschwerden gelindert und die Lebenserwartung des Patienten verlängert werden. Allerdings handelt es sich dabei immer um Palliative Maßnahmen. Besondere Komplikationen treten dabei in der Regel nicht ein.

Behandlung & Therapie

Ähnlich wie bei anderen malignen Tumoren werden auch bei einem Pleuramesotheliom die drei Behandlungsmethoden Chirurgie, Bestrahlung und Chemotherapie miteinander kombiniert. Dabei gibt es keine allgemeingültige Empfehlung zur Durchführung der Therapie. Die Behandlung hängt von der körperlichen Fitness und vom Krankheitsstadium ab.

Bei einem einseitigen Pleuramesotheliom kann die Entfernung einer Lungenhälfte inklusive Pleura zu einer Lebensverlängerung beitragen. Die chirurgische Methode wird dann mit Chemotherapie und Bestrahlung kombiniert. Bei der Chemotherapie wird das Zytostatikum Permetrexed zusammen mit einem platinhaltigen Präparat verabreicht.

Es hat sich außerdem erwiesen, dass die zusätzliche Gabe des gefäßwachstumshemmenden monoklonalen Antikörpers Bevacizumab die Überlebenszeit verbessert. Meist handelt es sich dabei jedoch nur um einige Monate. In seltenen Fällen wurde die Lebenserwartung aber auch um mehrere Jahre verlängert. Bei den Therapien handelt es sich um palliative Maßnahmen. Eine Heilung ist nicht anzunehmen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Einem Pleuramesotheliom kann effektiv nur durch eine Verhinderung einer Asbest- oder Mineralfaserexposition vorgebeugt werden. Vorbelastete Personen sollten auch unbedingt auf das Rauchen verzichten, da es das Risiko der Entwicklung eines Pleuramesothelioms noch zusätzlich erhöht.

Bücher über Pleuramesotheliom, Krebs & Krebserkrankungen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: