Pleuraerguss

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. November 2017
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Ein Pleuraerguss ist eine Ansammlung von Flüssigkeit zwischen Lunge und in der Brustwand. Er verursacht Atembeschwerden, da sich die Lunge beim Atmen nicht mehr in normalem Umfang ausdehnen kann. Ein Pleuraerguss ist ein Symptom verschiedener Erkrankungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Pleuraerguss?

Der Pleuraerguss ist eine Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt. Die Lunge und die innere Wand des Brustkorbs sind mit der Pleura (Brustfell) ausgekleidet. Dies ist eine dünne Hautschicht, die nötig ist, damit sich die Lunge beim Atmen ausdehnen und an der Wand des Brustkorbs entlanggleiten kann.

Normalerweise befindet sich zwischen den Pleurablättern von Lunge und Brustkorb nur eine sehr geringe Menge an Flüssigkeit. Verschiedene Erkrankungen führen allerdings dazu, dass sich diese Flüssigkeit vermehrt und im Pleuraspalt ansammelt.

Je nach Krankheit sind die Flüssigkeiten anders zusammengesetzt. Man unterscheidet den blutige Pleuraerguss (Hämathotorax) und den serösen Pleuraerguss (Serothorax), wobei „serös“ bedeutet, dass die Konsistenz der Flüssigkeit ähnlich wie die von Blutserum ist.

Weiterhin gibt es den eitrigen Pleuraerguss (Pyothorax) und den Pleuraerguss mit Lymphflüssigkeit (Chylotorax). Thorax ist der medizinische Fachbegriff für Brustkorb.

Ursachen

Jede Art von Pleuraerguss wird durch verschiedene Krankheiten verursacht. Der häufigste Auslöser ist die Herzinsuffizienz, eine chronische oder akute Herzschwäche, welche zum Serothorax führen kann. Auch eine Rippenfellentzündung (Pleuritis) oder bösartige Tumoren können den Serothorax entstehen lassen.

Beim blutigen Pleuraerguss ist meist eine Verletzung die Ursache, sehr selten bildet er sich bei einem Tumorbefall der Pleura. Ist die Flüssigkeit eitrig, so liegt in der Regel eine bakterielle Lungenentzündung zugrunde, die bereits weit fortgeschritten ist. Besteht der Erguss aus Lymphflüssigkeit so liegt möglicherweise eine Lymphknotenerkrankung vor, welche den Abfluss der Lymphe verhindert, so dass sie sich im Pleuraspalt ansammelt.

Dies kommt beispielsweise bei Leukämie vor. Weitere Erkrankungen, die einen Pleuraerguss verursachen können, sind Brustkrebs, Eierstockkrebs, Lungen- und [[Nierenkrebs]. Dabei kann es zu Atemnot, Krankhaften Atemgeräuschen, Atembeschwerden und Beklemmung kommen. Aber auch Fieber und Brustschmerzen sind nicht selten.

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Diagnose & Verlauf

Hauptsymptom eines Pleuraergusses sind Atembeschwerden. Allerdings treten sie erst auf, wenn sich bereits eine größere Menge an Flüssigkeit angesammelt hat. Kleinere Ergüsse werden von Betroffenen oft gar nicht bemerkt.

Der Pleuraerguss bildet sich langsam und nur allmählich wird der Patient Atemnot und eventuell Schmerzen verspüren, besonders bei Anstrengung. Dazu kommen immer noch die Symptome der auslösenden Krankheit. Der Arzt kann einen Verdacht auf Pleuraerguss bereits durch Abhören der Atemgeräusche, sowie durch Abklopfen des Brustkorbes erkennen.

Sicherheit für die Diagnose bietet eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie), welche die Flüssigkeit deutlich erkennbar macht. Auch Röntgenbilder und eine Computertomographie können zur Bestätigung der Diagnose hinzugezogen werden.

Um vom Pleuraerguss auf die zugrundeliegende Erkrankung schließen zu können, muss der Arzt eine Probe der Flüssigkeit entnehmen. Dies geschieht durch eine Pleurapunktion, bei welcher mit einer Kanüle aus dem Pleuraspalt etwas von der Flüssigkeit entnommen und dann untersucht wird.

Komplikationen

Als Komplikation des Pleuraergusses können vor allem Pleuraschwielen gesehen werden. Diesen können sowohl auftreten, wenn der Pleuraerguss ärztlich behandelt wurde als auch wenn keine Behandlung erfolgt. Bei den sog. Pleuraschwielen handelt es sich um narbige Verwachsungen der Pleurablätter dar. Meistens sind die Pleuraschwielen zudem verdickt.

Tritt der Pleuraerguss in Folge einer Pnuemonie (Lungenentzündung) auf, kann es zudem dazu kommen, dass dieser infiziert wird. Dies stellt ebenfalls eine mögliche Komplikation des Pleuraergusses dar. Ein infizierter Pleuraerguss wird fachsprachlich als "komplizierter Pleuraerguss" bezeichnet. Weiterhin besteht die Gefahr, dass der infizierte Pleuraerguss vereitert.

Liegt eine solche eitrige Infektion vor, wird von einem Pleuraempyem gesprochen. Wird der Patient rechtzeitig ärztlich behandelt, ist die Gefahr des Auftretens von Komplikationen geringer. Im Rahmen der als Symptom des Pleuraergusses auftretenden Atemnot kann es zudem zu weiteren Komplikationen oder Beschwerden kommen. Hier ist beispielsweise eine beim Patienten auftretende Angst zu nennen, die in Folge starker Atemnot häufig auftritt.

Zudem sollte darauf geachtet werden, dass der Patient trotz der durch den Pleuraerguss verursachten Schmerzen tief durchatmet. Geschieht dies nicht, kann es in der Folge unter Umständen zu einer Infektion der Lunge kommen, sofern eine solche nicht bereits vorliegt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei einem Pleuraerguss sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Diese Krankheit kann ohne Behandlung zu schwerwiegenden Komplikationen führen und sollte aus diesem Grund immer von einem Doktor untersucht und behandelt werden. In der Regel ist dann ein Arzt aufzusuchen, wenn es durch den Pleuraerguss zu Atembeschwerden oder zu Atemnot kommt. Auch bei einer geringeren Belastbarkeit des Körpers oder bei andauernder Müdigkeit ist ärztlicher Rat einzuholen. Die Atembeschwerden können zu Bewusstseinsverlust führen. Sollten diese Beschwerden sehr stark auftreten oder der Betroffene das Bewusstsein verlieren, so kann auch ein Notarzt gerufen werden.

Ebenso muss dann eine ärztliche Behandlung erfolgt, wenn es durch den Pleuraerguss zu einer Lungenentzündung kommt. Diese stellt für den Körper einen sehr schwerwiegenden Zustand dar und kann unbehandelt zum Tode führen. Dabei macht sich diese Entzündung durch Schmerzen beim Atmen bemerkbar. Auch bei Panikattacken oder Schweißausbrüchen aufgrund der Atembeschwerden kann der Betroffenen einen Arzt aufsuchen. Hierbei kann sich der Patient auch an einen Psychologen wenden. Bei einer frühzeitigen Diagnose und Therapie können die meisten Beschwerden gut eingeschränkt werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung eines Pleuraergusses richtet sich nach dessen Ursachen. Sollte sich bereits eine größere Menge an Flüssigkeit angesammelt haben, so dass die Atmung behindert ist, wird der Arzt ein- oder mehrmals den Pleuraspalt punktieren, um den Erguss zu verringern.

Diese Maßnahme verschafft bereits Linderung der akuten Beschwerden. Sollte sich immer wieder und sehr schnell neue Flüssigkeit bilden, so besteht die Möglichkeit eine Thoraxdrainage zu legen. Dazu wird ein sogenannter Drainageschlauch, meist über einen kleinen Hautschnitt, dauerhaft in den Pleuraspalt gelegt und nach außen geführt, so dass neu gebildete Flüssigkeit wieder ablaufen kann.

Daneben muss auf alle Fälle die Grunderkrankung behandelt werden. Im Lauf dieser Behandlung kann durch physikalische Maßnahmen der Pleuraerguss günstig beeinflusst werden. Hilfreich sind beispielsweise Brustwickel, Atemgymnastik oder Wärmebestrahlungen. Eine operative Möglichkeit ist die Thorakoskopie. Sie wird eingesetzt, wenn bakterielle Infektionen den Pleuraerguss ausgelöst haben und zu starken Verklebungen und Vereiterungen an der Pleura geführt haben.

Dabei werden in einem endoskopischen Eingriff die Verklebungen entfernt, so dass sich die Lunge rasch wieder erholen kann. Ist die Grunderkrankung nicht behandelbar, so besteht noch die Möglichkeit der Pleurodese. Hierbei wird die Pleura von Lunge und Brustfell durch eingebrachte Medikamente gezielt miteinander verklebt, so dass sich dort keine Flüssigkeit mehr ansammeln kann.

Aussicht & Prognose

In der Regel kommt es bei einem Pleuraerguss zu Atembeschwerden. Diese können sich negativ auf die Gesundheit auswirken und bei vielen Patienten zu Panikattacken führen. Meistens treten dabei auch krankhafte und laute Atemgeräusche auf, sodass die Krankheit relativ gut diagnostiziert werden kann.

Oft kommt es durch das Symptom auch zu einer Lungenentzündung, welche in einem unbehandelten Zustand lebensgefährlich für den Patienten werden kann. Die meisten Betroffenen leiden an einer akuten Atemnot. Diese muss nicht dauerhaft auftreten, kann allerdings vor allem im Stresssituationen oder beim Schlafen sehr störend und unangenehm sein. Es ist für den Patienten in der Regel auch nicht möglich, körperliche Tätigkeiten durchzuführen, wodurch die Lebensqualität stark verringert wird.

Bei einem Pleuraerguss zielt die erste Behandlung auf die Linderung der Symptome ab und führt dabei zu keinen weiteren Beschwerden. Danach muss allerdings die Grunderkrankung behandelt werden. In der Regel sind hierfür ein endoskopischer Eingriff und die Einnahme von Medikamenten notwendig. Die Lebenserwartung wird nicht eingeschränkt, solange die Behandlung des Pleuraergusses frühzeitig durchgeführt wird.

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Vorbeugung

Gegen den Pleuraerguss kann man nicht gezielt vorbeugen, da er durch Krankheiten ausgelöst wird. Sollte man aber bei Bestehen bestimmter Erkrankungen Atembeschwerden verspüren, so empfiehlt es sich, baldmöglichst die Ursachen dafür abklären zu lassen, so dass ein eventuell bestehender Pleuraerguss rechtzeitig behandelt werden kann.

Das können Sie selbst tun

Um den Behandlungserfolg zu sichern und etwaigen Folgen (wie beispielsweise einem Fibrothorax oder einer Pneumonie) vorzubeugen, ist es ratsam, atemtherapeutische Übungen mehrmals täglich in Eigenregie durchzuführen.

Zunächst sollte ein physiologischer Atemrhythmus trainiert werden. Hierzu legt der Patient beide Hände auf seinen Bauch. Nun wird durch die Nase tief eingeatmet. Dabei wird versucht, die Luft unter die eigenen Hände in den Bauch zu leiten. Anschließend erfolgt die Ausatmung durch den Mund etwa doppelt so lange wie die Einatmung. Nun folgt eine kurze Atempause, wodurch der nächste Atemzug automatisch tiefer wird. Dies wird etwa fünf bis sechs Mal wiederholt. Damit es durch die hohe Sauerstoffaufnahme nicht zu Schwindel kommt, wird danach eine kurze Pause mit flachen, normalen Atemzügen gemacht. Wenn dies gut funktioniert, kann die Position der Hände, und damit die Atemrichtung, variiert werden (zum Beispiel in die Flanken oder unter das Brustbein, um die Beweglichkeit des Brustkorbes zu verbessern). Diese Übung verbessert die Elastizität und Belüftung der Lunge.

Um die Sauerstoffversorgung zusätzlich zu erhöhen, kann die Pause zwischen Ein- und Ausatmung verlagert werden. Bei der sogenannten 4-7-8-Methode zum Beispiel zählt der Patient während der Einatmung in Gedanken bis vier, hält dann die Luft, während er bis sieben zählt (dies gibt dem Organismus mehr Zeit für den Gasaustausch an den Lungenbläschen, den Alveolen), und atmet aus, während er bis acht zählt. Auch dies wird fünf bis sechs Mal wiederholt.

Des Weiteren existiert eine breite Auswahl an Atemtrainern (zum Beispiel der Triflo), die die Genesung positiv beeinflussen können.

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Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2016
  • Mathis, G. (Hrsg.): Bildatlas der Lungen- und Pleurasonographie. Springer, Berlin 2010
  • Matthys, H., Seeger, W. (Hrsg.): Klinische Pneumologie. Springer, Berlin 2008

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