Mesotheliom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
Startseite » Krankheiten » Mesotheliom

Ein Mesotheliom ist ein diffus wachsender, bösartiger Tumor, der meist Bauch, Lungen oder Herz befällt. Diese Krebsart wird oft erst spät diagnostiziert und ist nur schwer zu heilen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Mesotheliom?

Ein Mesotheliom ist eine seltene Krebsart, die in der dünnen Gewebeschicht auftritt, welche den Großteil der inneren Organe bedeckt.

Mesotheliom ist eine aggressive und tödliche Ausformung von Krebs. Zwar gibt es einige Behandlungsmöglichkeiten, doch für viele Menschen mit einem Mesotheliom ist eine Heilung aussichtslos. Ärzte unterteilen Mesotheliom in zwei unterschiedliche Typen, je nachdem welche Teile des Mesothels betroffen sind. In den meisten Fällen betrifft das Mesotheliom das Gewebe, das die Lungenflügel ummantelt.

Andere mögliche Formen von Mesotheliomen betreffen das Gewebe im Bauchbereich oder der Genitalien. Männer sind häufiger von dieser Krebsart betroffen als Frauen. Im Unterschied zu anderen Formen treten Mesotheliome nie als gutartige Tumore auf und sind nicht zu verwechseln mit solchen häufiger vorkommenden Ausformungen im Brustbereich. Sie sind ausschließlich bösartig.

Ursachen

Im Allgemeinen tritt Krebs ein, wenn eine Reihe von genetischen Mutationen innerhalb einer Zelle einsetzt und diese dazu bringt unkontrolliert zu wachsen und sich zu vermehren.

Es ist nicht eindeutig geklärt, was die genetische Mutation im Falle eines Mesothelioms verursacht. Jedoch konnten Forscher mögliche Faktoren ausmachen, die das Risiko einer Erkrankung erhöhen. So ist es sehr wahrscheinlich, dass die Mutationen durch eine Kombination mehrerer Ursachen hervorgerufen werden.

Dazu zählen eine angeborene Veranlagung, die Lebensumgebung, der Gesundheitszustand und die Lebensführung. Als ein wichtiger Risikofaktor wurde Asbestbelastung erkannt. Dieses Mineral, das lange Zeit zur Isolierung verwandt wurde, gibt einen giftigen Staub ab, wenn es alt und brüchig oder beschädigt wird. Allerdings ist festzustellen, dass einige Menschen auch durch dauerhaften Kontakt mit Asbest keine Erkrankung entwickeln, andere Menschen jedoch sehr schnell.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Wenn Symptome eines möglichen Mesothelioms erkennbar sind, wird der behandelnde Arzt eine physische Untersuchung durchführen und nach Knoten oder anderen auffälligen Zeichen suchen. Anschließend wird er eine Reihe von weiteren Test durchführen.

Dazu zählen meist Röntgenbilder oder Computertomographie. Nach der Lokalisation der Abnormalitäten folgen spezifischere Untersuchungen, um mit Gewissheit zu sagen mit welcher Art von Erkrankung umgegangen werden muss. Wahrscheinlich wird eine Biopsie angeordnet. Dies ist die Entnahme und Analyse eines entnommenen Gewebestücks der betroffenen Region.

Gängig sind die Entnahmen mit einer Spritze, die in die Bauchregion eingeführt wird um Flüssigkeit aus der betroffenen Region zu entnehmen. Oft ist es aber auch notwendig, den Brustkorb ein Stück weit zu öffnen, um Entnahmen zu machen und die Regionen genauer zu untersuchen.

Komplikationen

Durch das Mesotheliom kommt es in den meisten Fällen zu einer deutlich verringerten Lebenserwartung, da diese Krebserkrankung in der Regel nur sehr schwer behandelt werden kann. Da sie erst spät diagnostiziert wird, sind in vielen Fällen auch andere Regionen des Körpers vom Krebs befallen und der Betroffene stirbt vorzeitig. Die Patienten leiden dabei in erster Linie an starken Atembeschwerden und an krankhaften Atemgeräuschen.

Durch die verringerte Zufuhr an Luft kommt es auch zu einer Müdigkeit und zu einer stark verringerten Belastbarkeit des Patienten. Die Betroffenen leiden durch das Mesotheliom auch an Fieber und an Schmerzen in der Brust. Durch die Ausbildung der Metastasen kommt es zu einem starken Gewichtsverlust und weiterhin zu einem Gefühl der Beklemmung. Nicht selten führt das Mesotheliom auch zu Depressionen und zu weiteren psychischen Verstimmungen.

In den meisten Fällen ist beim Mesotheliom keine Heilung mehr möglich. Die Beschwerden können nur noch in einem geringen Maße eingeschränkt werden. Falls der Tumor schon früh erkannt wird, kann dieser eventuell entfernt werden, damit der Betroffene überlebt. Auch eine Chemotherapie wird dabei in der Regel angewandt, die allerdings in den meisten Fällen mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden ist.

Behandlung & Therapie

Welche Art von Behandlung vorgenommen wird, ist abhängig vom Gesundheitszustand des Patienten, spezifischen Aspekten des Tumors und dem Entwicklungsstand des Mesothelioms.

Unglücklicherweise ist für den Großteil der betroffenen Patienten eine Heilung ausgeschlossen. Dies hängt mit der Tatsache zusammen, das Mesotheliome oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt werden, wenn eine Entnahme durch Operation nicht mehr möglich ist. Anstatt dessen wird Schadensbegrenzung betrieben und versucht ein Leben mit dem Krebs zu ermöglichen. Ziele und Nebeneffekte der Behandlungen sollten individuell abgesprochen werden.

So gibt es Patienten, die jede Möglichkeit zur Heilung in Erwägung ziehen, auch wenn die Chancen gering sind und die Nebenwirkungen immens. Andere wollen ihre verbleibende Lebenszeit möglichst beschwerdefrei durchleben. In frühen Stadien ist durch eine Operation möglich das Mesotheliom zu entfernen und vollständig zu heilen.

Wahrscheinlicher aber ist, dass der Tumor nicht vollständig entfernt werden kann, doch die schmerzhaften Symptome der Erkrankung verringert werden können. In Kombination wird meist eine Chemotherapie angewandt, um die befallenen Zellen zu schwächen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Das Risiko an einem Mesotheliom zu erkranken steigt beim häufigen Kontakt mit Asbest. Zur Verbeugung sollte herausgefunden werden, ob man in seinem Alltag oder Arbeit häufig mit Asbest in Berührung kommt und versuchen diesen Kontakt zu vermeiden. Berufe mit erhöhtem Gefahrenrisiko sind: Minenarbeiter, Fabrikarbeiter, Isolierungs-Handwerker, Schiffbauer, Bauarbeiter, Automechaniker.

Das können Sie selbst tun

Leider stehen dem Betroffenen in den meisten Fällen beim Mesotheliom keine besonderen Möglichkeiten zur Selbsthilfe zur Verfügung. Auch eine Behandlung durch einen Arzt kann die Beschwerden und den Tumor meistens nicht vollständig heilen, sodass es schließlich zum Tode des Betroffenen kommt.

Wie auch bei allen anderen Tumorerkrankungen sollte sich der Betroffene schonen und keine schweren körperlichen Tätigkeiten oder Sportarten ausüben. Auch ein gesunder Lebensstil mit einer gesunden Ernährung wirkt sich positiv auf die Erkrankung aus und kann die Beschwerden lindern. Weiterhin sollte die Erkrankung immer mit den engsten Freunden und der Familie besprochen werden, um mögliche psychische Beschwerden oder Depressionen zu vermeiden. Vor allem bei Kindern sind dabei einfühlsame Gespräche notwendig. Da die Betroffenen in der Regel auf eine Chemotherapie angewiesen sind, benötigen sie auch hierbei eine starke Unterstützung von anderen Menschen.

Das Mesotheliom kann meistens durch das Vermeiden von Asbest gut vorgebeugt werden. Vor allem der direkte Kontakt mit der Chemikalie muss vermieden werden. Da dies leider nicht in allen Berufsgruppen möglich ist, sind diese Gruppen auf eine angemessene Schutzkleidung angewiesen, um die Erkrankung zu vermeiden.

Bücher über Atemnot & Luftmangel

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: