Bevacizumab

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Bevacizumab zählt zu den Wirkstoffen zur Behandlung von Krebserkrankungen. Dabei handelt es sich um einen humanisierten monoklonalen Antikörper.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bevacizumab?

Bevacizumab gilt als wichtiges Therapiemittel gegen Krebskrankheiten. Der Wirkstoff dient zur Behandlung verschiedener Krebsarten wie Brustkrebs, Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Prostatakrebs.

Die Zulassung von Bevacizumab fand im Jahr 2005 statt. So gehört der monoklonale Antikörper zu den eher jüngeren Behandlungsmitteln. Zum Einsatz kam der Arzneistoff bislang jedoch mit beachtlichem Erfolg.

Neben der Behandlung von Krebserkrankungen sind auch andere Indikationen denkbar. So wird das Mittel mitunter gegen die altersbedingte Makuladegeneration der Augen verabreicht.

Pharmakologische Wirkung

Krebs zählt zu den tückischsten Krankheiten der Gegenwart. So kommt es dabei zu einem unkontrollierten Wachstum der Körperzellen. Im weiteren Verlauf verdrängen die Krebszellen das gesunde Gewebe mehr und mehr, was schließlich zur Entstehung eines bösartigen (malignen) Tumors führt.

Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Zellen teilen sich die Krebszellen immer wieder. Bei einigen Tumoren findet das Abspalten und Streuen der Krebszellen statt, sodass sie über das Lymphsystem oder die Blutbahn zu anderen Organen gelangen und diese ebenfalls schädigen können. Mediziner sprechen in solchen Fällen von Tochtergeschwülsten oder Metastasen. Auf diese Weise verbreitet sich der Krebs zunehmend im Körper und führt im letzten Stadium schließlich zum Tode des Patienten.

Damit der Tumor wachsen kann, ist er auf eine eigenständige Blutversorgung angewiesen. So benötigt er für sein rasantes Wachstum viel Sauerstoff und Nährstoffe. Zu diesem Zweck wird von dem Tumor der Botenstoff VEGF gebildet. Dieser bindet sich an einen Rezeptor, wodurch Blutgefäße entstehen.

Um gegen das Wachstum des Tumors vorzugehen, kommt Bevacizumab ins Spiel. Der Antikörper, dessen Herstellung gentechnisch erfolgt, sorgt für eine Blockade der Rezeptoren, sodass sich der VEGF-Botenstoff nicht mehr an diesen binden kann. Auf diese Weise lässt sich das Ausbilden von Blutgefäßen anhalten. Aufgrund dieser Eigenschaft gehört Bevacizumab zu den Angiogenese-Hemmern. Weil die Zufuhr an Nährstoffen und Sauerstoff ausbleibt, wächst der Krebstumor schließlich nicht mehr weiter.

Ein zusätzlicher Effekt von Bevacizumab ist das Abdichten von Blutgefäßen, wodurch keine Flüssigkeit in das benachbarte Gewebe austreten kann und die Entstehung von Ödemen (Wassereinlagerungen im Körper) unterbunden wird.

Wirkungsvoll zeigt sich Bevacizumab auch am menschlichen Auge. So wird durch den Stoff in der Netzhaut das Anwachsen von störenden Blutgefäßen verhindert. Das Gleiche gilt für das Ansammeln von Wassereinlagerungen an der Makula.

Verabreicht wird Bevacizumab durch eine Infusion. Dabei gelangt der Arzneistoff unmittelbar in die Blutbahn und verbreitet sich in hohem Tempo im Organismus. Weil Bevacizumab mit einer Eiweißstruktur ausgestattet ist, lässt sich der allmähliche Abbau des Stoffes im gesamten Körper vornehmen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Bevacizumab zählt zu den Wirkstoffen zur Behandlung von Krebserkrankungen, z.B. bei Brustkrebs.

Zur Anwendung kommt Bevacizumab zur Therapie von verschiedenen Krebserkrankungen. So wird das Mittel zum Beispiel in Kombination mit einer Chemotherapie gegen Dickdarmkrebs oder Enddarmkrebs verabreicht. Auch zur Erstbehandlung von Brustkrebs, der mit Metastasen verbunden ist, eignet sich das Mittel, wenn es mit dem Zytostatikum Paclitaxel oder Capecitabin zur Anwendung gelangt.

Zusammen mit einer Chemotherapie findet Bevacizumab auch Verwendung gegen Bronchialkrebs. Dabei reduziert sich das Einsatzgebiet jedoch auf fortgeschrittene Tochtergeschwülste, die nicht mehr operabel sind. Weitere Krebsarten, die mit dem monoklonalen Antikörper therapiert werden können, sind Karzinome an den Eileitern, den Eierstöcken oder dem Bauchfell sowie Nierenkrebs, Prostatakrebs und Lungenkrebs.

Experimentell lässt sich Bevacizumab auch gegen Gefäßneubildungen an der Netzhaut des Auges verabreichen. Dabei wird der Stoff eingesetzt, um Makulaödeme oder eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zu behandeln. Zu diesem Zweck injiziert der Arzt das Bevacizumab in den Glaskörper des Auges, was zu einem Wachstumsstopp und mitunter sogar zu einem Rückgang der schädlichen Blutgefäße führt. Da Bevacizumab für augenärztliche Behandlungen allerdings noch nicht zugelassen ist, erfolgt seine Anwendung bislang im Off-Label-Use.

Verabreicht werden darf Bevacizumab nur von fachkundigem medizinischem Personal. Die empfohlene Dosis liegt bei 5 bis 15 Milligramm je Kilo Körpergewicht. Die Gabe erfolgt im Abstand von drei Wochen im Rahmen einer Infusion, die etwa 90 Minuten dauert.

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Risiken & Nebenwirkungen

Etwa zehn Prozent aller Patienten leidet nach der Einnahme von Bevacizumab unter unerwünschten Nebenwirkungen. Am häufigsten treten Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Schwächegefühle, zu hoher Blutdruck, Erkrankungen an den Augen, Darmblutungen, Nasenbluten, Kopfschmerzen, Schnupfen, Fieber, Verfärbungen der Haut, Hautrockenheit, Hautentzündungen oder sogar ein Magen-Darm-Durchbruch auf.

Weiterhin sind Abszesse, Bauchschmerzen, Blutarmut, Ohnmacht, Infektionen, Muskelschwäche, Atembeschwerden, Austrocknung oder Antriebslosigkeit im Bereich des Möglichen. Schlimmstenfalls drohen ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall.

Bei der Behandlung des Auges kann es zu umfangreichen Augenentzündungen kommen. Ist das Immunsystem des Patienten bereits geschwächt, besteht die Gefahr einer Weichteilinfektion. Die Therapie muss dann umgehend beendet werden.

Liegt bei dem Patienten eine Überempfindlichkeit gegen Bevacizumab vor, ist auf die Anwendung des Mittels zu verzichten. Gleiches gilt für eine Überempfindlichkeiten gegen menschliche bzw. tierische Antikörper oder wenn Metastasen im Gehirn vorhanden sind.

Auch während der Schwangerschaft muss auf den Einsatz von Bevacizumab verzichtet werden, da sich bei Tierversuchen beträchtliche Schäden bei den Neugeborenen ergaben. Ebenfalls abzusehen ist von der Behandlung von Kindern und Jugendlichen, da noch keine ausreichenden Daten für deren Therapie vorliegen.

Auch Wechselwirkungen zwischen Bevacizumab und anderen Arzneimitteln sind denkbar. So sollte eine gemeinsame Verwendung des Stoffes mit anderen Krebsmitteln wie Sunitinib unterbleiben, da sonst Veränderungen an den kleinen Blutgefäßen drohen.

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