Bronchoskopie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
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Eine Bronchoskopie ist ein Untersuchungs- und Behandlungsverfahren, das in der Humanmedizin zum Einsatz kommt. Dabei wird ein Endoskop in die Bronchien eingeführt, was den behandelnden Ärzten genaue Diagnosen oder auch bestimmte Eingriffe in dieser Region ermöglicht. Der Eingriff ist vergleichsweise schonend für den Patienten und wird heutzutage meist ohne Betäubung durchgeführt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Bronchoskopie?

Unter einer Bronchoskopie verstehen Mediziner das Einführen eines Endoskops in die menschlichen Bronchien zu Diagnose- oder Behandlungszwecken.

Bekannt ist dieser Eingriff bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, wobei er zunächst allerdings nur zum Entfernen von Fremdkörpern eingesetzt wurde. Bei der Bronchoskopie wird ein dünner Schlauch (das sogenannte Endoskop) über Nase oder Mund über die Luftröhre bis in die Bronchien geschoben. Anschließend kann eine Kamera eingeführt und so ein genaues Bild über den Zustand der Bronchien gewonnen werden.

Auch Gewebeproben können so entnommen werden. Während in der Vergangenheit vornehmlich starre Endoskope verwendet wurden, setzt die Medizin heute auf flexible Geräte. Diese sind vielseitiger einsetzbar und auch für den Patienten angenehmer in der Anwendung. Da die Endoskope nur einen Durchmesser von 2 - 3 mm aufweisen, können sie auch bereits bei Kleinkindern verwendet werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Eine Bronchoskopie kann zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden. Im Falle einer diagnostischen Verwendung erfolgt der Eingriff, um den Zustand der Bronchien zu begutachten und/oder eine Erkrankung zu bestätigen bzw. auszuschließen.

Besonders Krebserkrankungen der Lunge (Lungentumore) können auf diese Weise zuverlässig erkannt werden. Eine Biopsie, eine Entnahme von Gewebe, kann ebenfalls bei der Diagnose verschiedener Erkrankungen hilfreich sein. Dazu werden über das Endoskop kleinste chirurgische Instrumente in die Bronchien eingeführt, die von außen von dafür ausgebildeten Medizinern bedient werden. Diese Instrumente kommen auch zum Einsatz, wenn die Bronchoskopie zu Therapiezwecken stattfindet.

So können beispielsweise Fremdkörper entfernt werden, die versehentlich eingeatmet wurden (besonders bei kleinen Kindern ist dies häufiger der Fall). Auch Wucherungen wie der sogenannte Blutschwamm können mithilfe der Bronchoskopie ohne großen Aufwand entfernt werden.

Bei der Bronchoskopie wird ein Endoskop in die Bronchien eingeführt, was den behandelnden Ärzten genaue Diagnosen oder auch bestimmte Eingriffe in dieser Region ermöglicht.

Wird der Patient gerade künstlich beatmet, kann die Lage des dazu notwendigen Tubus im Rahmen einer Bronchoskopie korrigiert werden. Das dünne Endoskop kann auch während der künstlichen Beatmung problemlos eingeführt und anschließend wieder entfernt werden. Über das Endoskop können die Bronchien auch gespült werden, falls dies aufgrund einer übermäßigen Schleimbildung notwendig ist.

Besteht eine Krebserkrankung im Bereich der Lunge/der Bronchien, kann die Bronchoskopie auch zu einer lokalen Strahlentherapie eingesetzt werden, um so die Heilungschancen zu erhöhen. Ob ein starres oder ein flexibles Endoskop für die Bronchoskopie verwendet wird, hängt vom individuellen Einsatzzweck ab. Obwohl mittlerweile vornehmlich flexible Schläuche zum Einsatz kommen, kann unter Umständen ein starres Endoskop notwendig werden, beispielsweise zum Entfernen eines Fremdkörpers, was sich mit einem flexiblen Schlauch oft schwierig gestaltet.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die möglichen Risiken einer Bronchoskopie liegen vornehmlich in der Verletzungsgefahr für den Patienten. Besonders das Anwenden starrer Endoskope sorgt immer wieder für Verletzungen der empfindlichen Schleimhaut, da diese auch bei sehr vorsichtigem Gebrauch an diese anstoßen und so Schäden verursachen können.

In der Folge kommt es zu Blutungen, die mehr oder weniger heftig ausfallen können. Auch krampfartige Reaktionen der Atemwege oder des Kehlkopfes können durch eine Bronchoskopie besonders mit starrem Gerät ausgelöst werden. Beim Einsatz flexibler Endoskope ist die Verletzungsgefahr dagegen eher gering. Darüber hinaus wird die Verwendung starrer Endoskope, die auch einen größeren Durchmesser aufweisen als ihre flexiblen Varianten, von den Patienten als sehr unangenehm empfunden.

Aus diesem Grund erfolgen Bronchoskopien mit starren Endoskopen grundsätzlich unter Narkose durchgeführt. Diese birgt vor allem für Patienten mit einer Vorerkrankung gewisse Risiken, aber auch für vollkommen gesunde Personen ist eine Narkose immer eine Belastung, die wenn möglich vermieden werden sollte. Grundsätzlich ist eine Bronchoskopie in der heutigen Zeit aber ein Routineeingriff, der nur in sehr seltenen Fällen zu schwereren Komplikationen führt.

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Quellen

  • Bungeroth, U.: BASICS Pneumologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Dobbertin, I., Dierkesmann, R., Kohlhäufl, M.: Lehrbuch und Atlas der Bronchoskopie. Huber, Bern 2008
  • Schmidt, R., et al.: Physiologie des Menschen. Springer, Heidelberg 2010

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