Lymphknotenentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. Oktober 2017
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Eine Lymphknotenentzündung oder Lymphgefäßentzündung wird in der Fachsprache Lymphadenitis genannt. Sie bezeichnet eine entzündliche Reaktion der im Körper vorhandenen Lymphknoten. Oftmals steht diese in direktem Zusammenhang zu einer vorhergehenden Erkrankung; unter Umständen kann es aber auch ohne eine solche zu einer Lymphadenitis kommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lymphknotenentzündung?

Unter einer Lymphknotenentzündung verstehen Mediziner eine Entzündung der Lymphknoten. Diese führt meist zu Schwellungen der betroffenen Lymphknoten, die teilweise schmerzhaft ausfallen können. Je nachdem, an welcher Stelle im Körper sich die entzündeten Lymphknoten befinden, sind die Vergrößerungen unter Umständen von außen sichtbar.

Eine Lymphadenitis kann von anderen Symptomen wie Fieber oder einer allgemeinen Abgeschlagenheit begleitet werden. Grundsätzlich werden akute und chronische Lymphknotenentzündungen unterschieden. Die Ursachen für die entzündliche Reaktion können in bakterieller oder auch viraler Einwirkung liegen. Von der Ursache hängen auch Krankheitsverlauf und Therapie maßgeblich ab.

Ursachen

Eine Lymphknotenentzündung entsteht in vielen Fällen durch eine vorhergehende Infektion im Körper. Die Lymphknoten haben die Aufgabe, die Abwehr des Organismus zu unterstützen; aus diesem Grund werden die Abwehrzellen in ihrem Inneren aktiv, wenn sie eine Infektion registrieren.

Als Folge kommt es zu einem Anschwellen der etwa erbsengroßen Knoten. Gelangen Bakterien oder Viren direkt in die Lymphknoten, entsteht darin eine Infektion. Nicht selten sind es so beispielsweise Atemwegserkrankungen, die für eine Lymphadenitis verantwortlich sind. Eine Mandelentzündung etwa kann in einer Entzündung der Halslymphknoten enden.

Unter Umständen kann es aber auch zu einer Lymphknotenentzündung kommen, ohne dass eine entsprechende Vorerkrankung vorliegt: Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn sich Bakterien im Gewebe ansiedeln und so eine Infektion hervorrufen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Ärztin untersucht die Lymphknoten
Die Ärztin untersucht die entzündeten Lymphknoten.

Der behandelnde Arzt kann eine Lymphknotenentzündung oftmals schnell diagnostizieren. Ist die Schwellung der betroffenen Knoten sichtbar, kann sie auch leicht ertastet werden. Um die Ursache genauer zu bestimmen, wird eine allgemeine Blutuntersuchung durchgeführt. Diese gibt Auskunft darüber, ob tatsächlich eine Entzündung vorliegt und ob Viren, Bakterien oder andere Gründe dafür verantwortlich sind.

Im Zweifelsfall kann der betroffene Lymphknoten punktiert und die so gewonnene Gewebeprobe im Labor untersucht werden. Bleibt eine Lymphknotenentzündung unbehandelt, kann sie den gesamten Organismus schwächen und beeinträchtigen. Liegt ihr eine andere Erkrankung zugrunde, hängt es von dieser ab, wie sich der Gesundheitszustand des Patienten entwickelt.

Komplikationen

In den meisten Fällen kann eine Lymphknotenentzündung relativ schnell und einfach diagnostiziert werden. Aus diesem Grund ist auch eine frühzeitige Behandlung dieser Krankheit möglich. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie angeschwollenen Lymphknoten. Diese können dabei zu verschiedenen Beschwerden führen und die Lebensqualität des Patienten erheblich verringern.

In den meisten Fällen leiden die Betroffenen dabei an Halsschmerzen oder an Schluckbeschwerden. Ebenso kommt es nicht selten zu Fieber und zu einer Abgeschlagenheit des Patienten. Auch die Belastbarkeit sinkt durch die Lymphknotenentzündung erheblich ab, sodass es zu Einschränkungen im Alltag kommt. Die Betroffenen können dabei gewisse körperliche Tätigkeiten des Alltages nicht mehr ohne Weiteres durchführen und sind nicht selten sehr müde.

Der weitere Verlauf der Lymphknotenentzündung hängt allerdings stark von ihrer Ursache ab, sodass ein allgemeiner Verlauf der Krankheit in der Regel nicht vorausgesagt werden kann. Bei einem grippalen Infekt ist in der Regel eine einfache Behandlung dieser Beschwerde möglich, sodass es meistens zu einem positiven Krankheitsverlauf kommt.

Dabei treten in der Regel keine besonderen Komplikationen auf. Im Falle einer Krebserkrankung kann es allerdings zu verschiedenen Komplikationen kommen, die von der Art des Tumors abhängen. Dabei kann eventuell auch die Lebenserwartung des Betroffenen durch die Erkrankung verringert sein.

Behandlung & Therapie

Hat der behandelnde Mediziner eine Diagnose gestellt, wird er anschließend eine angemessene Therapie einleiten. Besteht die Lymphknotenentzündung aufgrund eines grippalen Infekts, ist unter Umständen keine Behandlung notwendig, denn die Beschwerden klingen meist von alleine nach einigen Tagen wieder ab.

Werden Bakterien als Verursacher der Lymphadenitis, werden Antibiotika verordnet, um diese abzutöten. Es kann notwendig werden, diese direkt ins Blut zu injizieren; dann sollte sich der Patient für einige Tage ins Krankenhaus begeben. Füllen sich die betroffenen Lymphknoten durch die bakterielle Infektion mit Eiter, müssen sie eventuell operativ entfernt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass der Eiter austritt und die Umgebung infiziert (in diesem Fall sprechen Experten von einer Phlegmone). Schlimmstenfalls droht hier eine Blutvergiftung, die lebensbedrohlich ausfallen kann.

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbaus von Lymphknoten. Klicken, um zu vergrößern.

Bleibt die Lymphknotenentzündung trotz ärztliche Behandlung für Tage oder gar Wochen bestehen, ist es angebracht, das Gewebe selbst zu untersuchen, um eine bösartige Veränderung auszuschließen. Hier kann entweder eine Gewebeprobe oder gleich der ganze Knoten entnommen werden. Sollte es sich tatsächlich um eine Krebserkrankung handeln, müssen entsprechende Schritte eingeleitet werden.

Dazu kann neben der operativen Entfernung des betroffenen Gewebes auch eine Chemotherapie gehören, welche die Krebszellen ausschaltet. Um negative Auswirkungen auf den Körper zu verhindern, ist es ratsam, bei dauerhaft geschwollenen Lymphknoten einen Arzt aufzusuchen.

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Vorbeugung

Da eine Lymphknotenentzündung verschiedenen Ursachen haben kann und oft Begleiterscheinung eines anderen Infekts ist, kann ihr nicht direkt vorgebeugt werden. Eine gesunde Lebensweise, die das Immunsystem unterstützt, ist allerdings hilfreich. Werden geschwollene oder schmerzende Lymphknoten festgestellt, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die genauen Ursachen für die Beschwerden abzuklären und gegebenenfalls eine Behandlung einzuleiten.

Das können Sie selbst tun

Eine leichte Lymphknotenentzündung klingt meist nach einigen Tagen von selbst wieder ab. Die Genesung lässt sich mit einigen Naturheilmitteln und Selbsthilfe-Maßnahmen fördern.

Wichtig ist vor allem Erholung und Ruhe. Der Betroffene sollte Stress meiden und nach Möglichkeit auch auf Genussmittel wie Kaffee, Zigaretten oder Alkohol verzichten. Stattdessen bietet sich eine ausgewogene, vitaminhaltige Ernährung an. Außerdem sollte viel Wasser getrunken werden, denn Flüssigkeit verbessert den Lymphfluss und beschleunigt die Ausschwemmung von Toxinen. Ein warmes Bad hilft ebenfalls und wird für den besten Effekt mit einem lindernden Zusatz aus der Natur genommen.

Eine Massage stimuliert die Funktion der Lymphknoten und reduziert Schwellungen. Bei einer leichten Entzündung kann die Massage zwei- bis dreimal täglich wiederholt werden, am besten mit einem ätherischen Öl oder einer Lotion aus dem Bereich der Naturheilkunde. Eine gute Alternative sind warme Kompressen. Hierfür einfach einen Waschlappen in warmes Wasser tauchen, kurz auswringen und für fünf bis zehn Minuten auf die geschwollenen Lymphknoten legen. Ein gutes Mittel aus dem Haushalt ist Apfelessig, der am besten direkt auf den betroffenen Bereich aufgetragen wird. Sollte die Lymphknotenentzündung nach einigen Tagen nicht abgeklungen sein, empfiehlt sich ein Arztbesuch.

Bücher über Lymphknotenschwellung

Quellen

  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Kochen, M.M.: Duale Reihe. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Thieme, Stuttgart 2012
  • Netter, F.H. et. al.: NETTERs Allgemeinmedizin. Thieme, Stuttgart 2006

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